Beiträge von m_tree

    Es gibt nicht "den" Standardweg. Mein Weg war bisher ziemlich eigen und fast nur autodidaktisch. Das will ich jetzt zwar ändern, um es endgültig zur Professionalität zu bringen. Aber bisher hab ich vor allem gezeigt, dass es eben auch "so" geht.


    Man kann auch gänzlich ohne Paradiddles, Noten und Unterricht zum eigenen Ziel kommen. Letztendlich gehts dabei auch um Veranlagung und Feingefühl.


    Sich hier und da Input zu besorgen, ggf. Vorbilder zu suchen usw. ist schon wichtig. Aber fakt ist, dass man sich nur weiter entwickelt, indem man spielt.


    Ich spiel zum Aufwärmen seit einiger Zeit öfters mal Single-, Double-, Triple- und Quadruple Strokes nacheinander auf der Snare, Tempo frei gewählt. Oft mit getappter Hi-Hat. Der Bassdrum Fuß wird dadurch aber nicht "warm", was übrigens für Paraddidles generell bzgl. Weiterentwicklung und Skill gilt.
    Sehr oft spiele ich aber einfach völlig frei für mich allein, ohne jegliche Vorgabe. Dabei bin ich dann auch oft fast nur noch "im Gefühl".

    Also zum Thema Timing, ich hab gestern bei der Probe neben mir nur mal visuell das Metronom mit laufen lassen. Es hat mir schon geholfen das Timing zu halten. Ich habe nicht da ganze Zeit darauf geschaut sondern nur mal punktuell.


    Ersetze "Timing" durch "Tempo", dann passt's. Ich persönlich halte davon allerdings nix. Metronom entweder via Klick aufs Ohr oder gar nicht :whistling:


    Zitat

    Von den Songs die wir spielen habe ich nur die Strukuren aufgsschrieben, also wie Intro, Ver 1, Chorus 1, Git. Solo etc... und dann die Taktzahl der einzelnen Punkte, was ich spiele wusste ich dann.


    Die Taktzahl der einzelnen Punkte solltest du durch eine bessere Kenntnis über den Song ersetzen. Du spielst die Songs ja nicht allein, sondern mit deiner Band - und da weiß man eigentlich anhand des Ablaufs der einzelnen Parts, wann der nächste Übergang kommt. Bei 0815 Nummern hat man das auch irgendwann im Gefühl.

    Mich würde mal interessieren: Was sind eurer Meinung nach die "Mindeststandards", wenn es um's Schlagzeugspielen geht?


    Die spezifischen Antworten darauf werden so vielfältig wie die Drummer sein, die sie geben. Denn das ist sehr individuell. Bzw. vor allem eine Frage des Niveaus generell und was man genau macht. Ein Metaldrummer braucht z.B. ganz andere Skills als ein Jazz Drummer - was nicht ausschließt, dass einige Drummer auch beide Stile in verschiedensten Ausprägungen bedienen können.


    Von "Mindeststandards" kann man aber zumindest überall da sprechen, wo es um Ausbildungen und Abschlüsse geht. Bzw. um Abschlussprüfungen zu bestehen oder als staatlich anerkannter Musiklehrer tätig zu sein. Trotzdem können auch da die "Skills" und auch einfach die Art und Weise sehr unterschiedlich sein. Denn gerade das ist ja das schöne an Kunst, Musik und Selbstausdruck durch ein Instrument: Die individuelle Note und die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Bestimmte "Schwergewichte" in der Musikgeschichte sind nicht ohne Grund so bekannt und prägent, denn die haben halt eine starke Persönlichkeitsentfaltung in ihrem Schaffen gehabt und u.U. Maßstäbe gesetzt.


    Es gibt auf Youtube übrigens auch einfach sehr viel Mist. Je nach dem ... aber wenn man halt wirklich was zu zeigen hat, dann sollte man das auch tun, finde ich. Welche Videos bzw. Drummer meinst du denn konkret? ;)


    - Von wie viel bis wie viel BPM sollte SchlagzeugerIn spielen können?


    Eine reine BPM Zahl ist immer so eine Sache. In einem 4/4 bezieht sich die BPM Angabe typischerweise auf die 4tel. Ob man da dann 8el, 16tel, 8el Triolen, 32el usw. reinspielt, steht auf einem anderen Blatt.


    Zitat

    - Sind wirklich alle 40 Rudiments "essential"?


    Ein paar sind schon essenziell. Aber man muss nicht alle 40 Rudiments bis zum Erbrechen geübt haben, um ein guter Drummer zu sein. Rudiments haben auch nur sehr begrenzt was mit einem "Wortschatz" zu tun. Letztendlich gehts um ganz andere Dinge.


    Zitat

    - "Muss" man mehr als 4/4-Takt beherrschen? Reichen Viertel, Achtel, Sechzehntel? Binär und ternär?


    Die genannten Dinge sollte ein Drummer, der es irgendwie ernst meint (wenn auch nur als Hobby) m.E. definitiv beherrschen. 3/4 und 6/8 sind spielerisch auch noch relativ zugänglich. 5/4, 7/8 usw. sind dann schon spezieller und braucht man für eine durchschnittliche Coverband i.d.R. nicht.


    Zitat

    - Es wäre mindestens gut, den HiHat-Fuß nicht nur zum Beschweren des Pedals zu benutzen.


    Wenn man den Hi-Hat Fuß nur zum Beschweren des Pedals benutzt, verbaut man sich so einige Möglichkeiten.


    Zitat

    Man könnte auch fragen: Was kann man "weglassen"?


    Nach meiner Auffassung kann man etwas nur dann "weglassen", wenn man es beherrscht.


    Zitat

    - Bspw.: Doppelfußmaschine - da sehr Genre(s)-spezifisch, aber kein "basic skill".


    Man muss kein (reiner) Metaller sein, um eine Dofuma gewinnbringend einsetzen zu können. Damit meine ich keine akrobatischen Blasts bei sehr hohen Geschwindigkeiten.


    Zitat

    - ... das, was man spielt, sicher berrscht? (Weil vielleicht ein "einfaches", aber "tightes" Bummbumm-Tschack im entsprechenden Kontext besser passt als ein forcierter und verkrampfender [Achtung, Übertreibung:] 67/8-Takt?)


    Das ist sehr wichtig. Denn es geht eben nicht nur darum, "was" man spielt, sondern auch darum, "wie" man es spielt. Und von reiner Tightness und Rundheit abgesehen kommt man da auch schon zu den Feinheiten wie dem individuellen Groove, den keine Maschine ersetzen kann.
    Lautes und druckvolles Spiel ist meiner Erfahrung nach übrigens auch nur dann wirklich gut klingend machbar, wenn man das notwendige Feingefühl am Start hat.


    Nils hat m.E. noch ein paar wichtige Dinge angesprochen. Dynamik - und ich weise hier noch darauf hin, dass es nicht nur die Verlaufsdynamik oder generell leises und lautes Spiel gibt (die Dynamikspanne wächst übrigens nicht nur damit, wie leise man kann, sondern auch damit, wie laut man kann), sondern auch Dynamik innerhalb des Spiels selbst. Beispiel Ghostnotes auf der Snare, generell lauter und leiser gespielte Schläge usw.


    Ein guter Sound ist m.E. auch sehr wichtig (Felle, Stimmung, Beckenwahl, tontechnische Umsetzung, Spielweise ...). Und bzgl. "Musik machen ist wichtiger als Noten zu spielen" - Musik ist letztendlich eine Kunstform und dabei gehts um Emotionen. Ich habe mal irgendwo ein Zitat von Tony Royster Jr. gesehen, in etwa: "If you don't feel it, how do you expect others to do?".
    Und gerade als Drummer kann man am besten zusammen mit anderen Musik machen. Ist man ein guter Teamplayer mit der nötigen Empathie für ein wirklich unterstützendes Spiel, kann man sich u.U. auch sehr vielseitig in Bands austoben. ;)

    Aber nehmen wir mal so einen mittleren Rocksong im straighten 4/4, mit relativ einfachen Fills, "normale" Struktur, vielleicht 1-2 Stellen, wo es einen kurzen Break oder Stop gibt, ein Solo. Also so ein 0815 Rocksong ^^


    Das kommt auch darauf an, wie genau man den Song nachspielen will. Oft ist es gar nicht nötig, alles 1:1 nachzuspielen. Das wichtigste ist, das "Wesen" des Songs verstanden zu haben. Für eine Hobby Coverband jedenfalls.
    Je nach Song und gesetztem Ziel (vom Aushilfsgig bis zum Referenz Covervideo) kann das bei mir mit ein paar Mal Hören und ggf. Mitspielen (mit Kopfhörer) gegessen sein. Ich hatte auch schon bei ein paar Sessions Songs mitgespielt, die ich nicht oder kaum kannte. Demgegenüber doktor ich an meiner Performance zu "Toto - Rosanna" seit letztem Jahr ja schon eine Weile immer mal wieder rum, obwohl ich den Groove schon seit vielen Jahren grundsätzlich spielen kann. Da gehe ich halt total in die Details.


    Es kommt auch drauf an, inwieweit man dabei einfach Skills "abrufen" kann oder eben hier und da an der Umsetzung zu knabbern hat. Denn kann man etwas nicht direkt nachspielen, kann man es auch erstmal nicht so gut verstehen.


    Um sich den groben Fahrplan eines 0815 Pop/Rocksongs drauf zu schaffen sollten 100x Anhören jedenfalls nicht nötig sein, denke ich. Eher ein paar Mal Anhören, Notizen machen und den Song am Drumset so oft mitspielen, bis man die Notizen nicht mehr braucht. Dann erst mit der Band proben. Die Bandkollegen werden sich freuen ;)

    Ich halte es nicht für abwegig generell im Proberaum auf einem Akustik Set zu spielen bzw. zu üben. Hab ich mit Ausnahme meiner Anfangszeiten als Kind und Teenager schon immer so gemacht. Das ist alles eine Frage des Proberaums (Entfernung etc.) - und wenn man sich den mit der eigenen Band teilt ist das optimal.
    Ich hab Zeit meines Lebens nur auf Akustiksets gespielt und habe auch kein Practice Pad. Meines Erachtens ist das Optimum, immer und ausschließlich auf einem Akustikset zu üben, sofern das Ziel (Proben, Auftritte, Aufnahmen) auch die Performance auf dem Akustikset ist. Bisher hab ich in ca. 20 Bandprojekten mitgewirkt (vergleichsweise wenig Cover), mittlerweile hab ich professionelle Ambitionen.


    Was das Spielen mit Metronom bzw. Klick angeht:
    Klar ist das auch einfach Übungssache. Und es kann auch behilflich dabei sein, das eigene Timing (oder das der ganzen Band) zu verbessern. Allerdings sollte das in dem Fall nur übergangsweise sein. Denn ein gutes Timing und tightes Zusammenspiel sollte man auch ohne Metronom gebacken kriegen. Auch das Gefühl fürs Tempo (Makrotiming) für den Song sollte grundlegend ohne Klick vorhanden sein.


    Spielt man zu Playalongs bzw. fertig produzierten Songs, braucht man kein Metronom - der Song selbst ist quasi das Metronom. Und falls man eins benutzt, sollte der Klick wirklich absolut korrekt über die gesamte Songlänge sein (was nur mit etwas Aufwand zu bewerkstelligen ist, wenn überhaupt).
    Generell empfehle ich einen Klick ohne betonte 1 (die sollte man selbst kennen). Für euch kann es sinnvoll sein, die Coversongs mit Metronom zu proben, um ein Gefühl fürs richtige Tempo zu bekommen, solltet ihr da Schwierigkeiten haben. Aber Covers würde ich live nur mit Klick spielen, wenn es wirklich nötig ist. Und manche Songs haben auch Tempowechsel.


    Zum Thema Notizen fällt mir eigentlich nur eins ein: Vorbereitung. Ziel sollte sein, keine Notizen in einer Rockband zu brauchen. Ansonsten würde ich die so kurz und stichhaltig wie möglich halten. Am besten maximal 3 Punkte zu jedem Song, z.B. Beginn, Ende und markante Breaks.
    Die Songs vollständig im Kopf zu haben ist das Ziel. Ich hatte allerdings auch schon ein paar Gigs, bei denen der Frontmann auf der Bühne den "Fahrplan" (auch Songabläufe und Endings) spontan angepasst hat und ich halt einfach immer aufmerksam sein musste. Voll bei der Sache sein sollte man sowieso.


    @ Lexikon75 danke dir für deine wieder mal vorbildliche und ausführliche Erklärung, ich werde mich da mal durcharbeiten


    Soweit ich weiß allerdings ohne jegliche Banderfahrung. SCNR ...

    So negativ meinte ich das auch gar nicht. Bei meinen derzeitigen 2 "Abhörumgebungen" im Proberaum und daheim (damit ist nicht der AKG K712 gemeint) haben irgendwelche Optimierungen auch keinen Sinn. Und dennoch haben sie ihre Daseinsberechtigung für mich.


    Deine Abhörumgebung, so wie sie jetzt ist, ist ja auch nicht grundlegend "Schrott" o.ä. ... du solltest damit aber halt zumindest auf lange Sicht keine Nachbearbeitung machen. Den gesamten Aufnahmeprozess und auch mal einen Mix gegenchecken hingegen schon. Du mischst da ja auch nur mal 4 Schlagzeugspuren für Youtube zusammen, keine ganzen Songs für Produktionen.


    Das Covervideo finde ich, wie ich ja schon im Thread sagte, auch Sound-technisch gelungen. Denn es geht gar nicht so darum, was man so alles an Gear nutzt, sondern eigentlich viel mehr darum, was man draus macht. ;)

    Um noch ein bisschen mehr Verwirrung zu stiften :D


    Metronom klappt meiner Erfahrung nur wenn ALLE auf Metronom spielen.
    "Muss nur der Drummer, führt den Rest ja" ist m.E. ein Trugschluss, den die
    Mitmusiker gerne benutzen um NICHT mit Metronom spielen zu müssen


    Meiner Erfahrung klappt es sehr gut, wenn nur ich den Klick habe. Auch live. Sogar Song Anfänge und Parts ohne Drums (mit durchgetretener Hi-Hat).


    Das ist Auslegungssache: Klappt es nur, wenn alle auf Metronom spielen, kann das auch einfach am Drummer liegen. Bzw. wiederrum auch an der gesamten Band, wenn der Drummer zwar fähig, aber die restlichen Musiker unfähig oder nicht willens sind, den Drummer als Metronom zu akzeptieren.


    Übe immer mit Metronom. In der Probe und beim Gig aber, immer ohne!


    Für mich allein spiel ich fast nur ohne Klick. Bei Aufnahmen und auch Gigs eher mal mit.


    1. Tempo:


    Ein Metronom ist nur für das Halten eines konstanten Tempos da. Und es sollte auch ohne gehen bzw. nur nötig sein, wo es wirklich auf ein absolut konstantes Tempo ankommt oder das Metronom andere Schwachstellen ausmerzen muss (ich erinnere an die kürzliche Diskussion im "Drummer gesucht für deutschen Poprocksong" Thread).


    2. Leadsheet:


    Notizen sollten auch nicht nötig sein - bzw. nur eine "Krücke" zum Proben selbst. Gerade bei eurem Musikstil (Volbeat, oder?).


    3. Drumset:


    Ganz klar Akustikset. E-Drums sind eine andere Welt bzw. schon fast ein eigenes Instrument. Hat alles so seinen Preis. Ich würd das E-Drum verkaufen und den Proberaum öfter nutzen. ;)

    Einerseits stimmt es natürlich, dass man einen Raum nur vernünftig einmessen kann ohne Resonanzkörper wie Trommeln darin. Andererseits sollte die Messung aber auch realistisch sein und den tatsächlichen Zustand abbilden. Steht standardmäßig beim Abhören ein Schlagzeug im Raum, sollte es so gesehen auch beim Messen drin stehen. Das einzige Problem dabei ist wohl, dass die Klangeigenschaften des Schlagzeugs durch Stimmen und Verstimmen nicht konstant bleiben. Dafür spricht bei mir auch meine "Mode", die einmal bei 150,x und einmal bei 152,x Hz liegt.



    Das sieht - nur auf die Abhörumgebung bezogen - leider gar nicht gut aus. Angefangen bei den Boxen selbst.


    Auch unabhängig vom Nachhall sieht dein SPL Verlauf im Bassbereich ziemlich besch...eiden aus. Und der ist ja sogar schon etwas gemittelt (1/12 Oct). Der Bereich unter 50Hz interessiert (ohne Subwoofer) kaum, der Bereich unter 20Hz gar nicht (beim nächsten Mal kannst du den Sweep erst da beginnen lassen). Aber zwischen 50 und 200Hz hast du Schwankungen von fast 30dB mit 2 "Peaks". Den Bassbereich kannst du so nicht beurteilen.


    Ich würde die Ahöre so nur zum Aufnehmen nutzen. Für alle wirklich kritischen Sachen wie Mixing einen geeigneten Kopfhörer.


    Es hat bei deinen Gegebenheiten keinen Sinn, die Abhörumgebung noch in irgend einer Form zu optimieren, denke ich.

    Der Thread war Anlass für mich, eine weitere Messung in meinem aktuellen Proberaum zu machen. Ich poste das hier, weil ich damit meine Thesen und Empfehlungen oben stützen kann. Denn sehr interessant ist, dass mein eher spontaner Test meine Vermutungen bestätigt. ^^


    Ich hatte einfach nur die linke Box von der Wand (lange Seite des rechteckigen Raums) um 90° gedreht mittiger in den Raum auf einen kleinen Hocker gestellt, rückwärtig ca. 1,3m Abstand zur Wand. Die andere Box habe ich für die Messung nicht benutzt. Das Messmikrofon befand sich in etwa da, wo ich auch meine alte Messung von letztem Jahr gemacht hatte. Nur etwas tiefer. Ca. 1m Abstand zur Box.
    Die alte Messung hatte ich mit beiden Boxen ziemlich nah an der langen Wand gemacht (standardmäßige, platzsparende Aufstellung in dem kleinen Raum), das Messmikro ungefähr mittig im Raum in Hörerposition. Ich habe natürlich die Messung genommen, bei der im Raum die selben akustischen Bedingungen (Absorber) herrschten.


    >> SPL Verläufe - beide Messungen <<


    Davon abgesehen, dass der Eingangspegel der neuen Messung insgesamt etwas niedriger ist (der Gain war auf Anschlag), ist hier gut zu sehen, dass insbesondere starke Peaks zwischen 100 und 200Hz deutlich verschoben sind und der starke Peak der alten Messung bei 60Hz über 10dB leiser ist.


    >> Wasserfall Diagramm - ALTE Messung <<


    >> Wasserfall Diagramm - NEUE Messung <<


    Die in beiden Messungen ausgeprägteste Mode bei ca. 150Hz ist unabhängig vom unterschiedlichen SPL Verlauf der Messungen gleich. Das spricht dafür, dass es wirklich eine Raummode ist. Oder eine Resonanz vom Schlagzeug :rolleyes:
    Ansonsten hat sich aber einiges verändert.


    Evtl. mach ich auch noch eine Messung mit anderen Boxen und weitere Versuche. Aber später und an anderer Stelle gepostet.


    Was ich einfach nur kurz beweisen wollte ist, welche Auswirkung schon nur die Position der Lautsprecher hat. Der Frequenzgang (SPL Verlauf) entsteht hauptsächlich durch die Box selbst, wird aber zum anderen Teil (besonders im Bassbereich) beeinflusst durch die Position im Raum. Bevor man anfängt den Raum zu behandeln - und ich erinnere mich, dass sein Raum ziemlich klein und für Bassabsorber kaum Platz ist - hat man also noch weitaus einfachere und sogar machtvollere Stellschrauben. Dazu auch noch ein kurzer Ratgeber:


    https://www.bonedo.de/artikel/…ihr-es-richtig-macht.html


    Und genau aus dem Grund, weil eine gute Abhörumgebung und deren Optimierungen halt ein paar Voraussetzungen braucht - angefangen bei einem möglichst großen Raum und viel Abstand der Boxen zu den Wänden, über gute Boxen selbst und genug Platz und Budget für akustische Optimierung - , die nicht jeder hat, hatte ich nochmals einen offenen Mixing / Mastering Kopfhörer empfohlen. ;)
    Die meisten geschlossenen Kopfhörer sind ungeeignet dafür. Hat man aber einen geeigneten Kopfhörer und kennt diesen gut, kann man seine suboptimale Abhörumgebung immer noch gut zum Gegenchecken heranziehen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Auf meinen passiven Monitoren daheim ist es mir schon passiert, dass ein dominant und laut gemischter Bass in einem Song (der Bass war Lead Instrument) auf den Boxen plötzlich gedröhnt hat ohne Ende. Ein Sinus Sweep ergab dann aber, dass die Boxen selbst dort dröhnen ohne Ende und der Bass zufällig hauptsächlich Noten genau auf der Dröhnfrequenz gespielt hat. Das alles war kein größeres Problem, weil ich den Mix ja schon mit meinem AKG K712 fertig gestellt hatte. Den Bassbereich, sogar auch den Subbassbereich, kann man damit wunderbar beurteilen. Und nicht nur den.

    Ich bin mir nicht so sicher, dass das vom Raum kommt. Gut zu sehen ist ja, dass die "Moden" bzw. langen Nachhallzeiten genau bei den "Ausreißern" im Frequenzgang liegen. Was letztendlich auch für eigene Moden der Boxen spricht - besonders bei Bassreflex Boxen durchaus möglich.


    Mit meinen aktiven JBL Abhören hatte ich mit meinem Messmikro und REW mal einen Vergleich mit/ohne Bassabsorber im Proberaum gemacht (Abmischen mach ich daheim). Interessant war, dass die laut der Messung hauptsächlich die tieferen Frequenzen gleichmäßig etwas gedämpft hatten. Und das sind 2 2 Meter hohe, 50x60cm breite / tiefe Steinwolle Packen, plus ein 1 Meter hoher.
    Mal von der sehr ungünstigen Boxenaufstellung direkt an der Wand (mit Bassreflex Öffnungen hinten) abgesehen, glaube ich, dass da in den Diagrammen hauptsächlich die Klangeigenschaften (inklusive "Nachhall") der Boxen zu sehen sind. Auf Schlagzeug Aufnahmen und auch direkt am Set hörbar hatten die Steinwolle Packen nämlich einen deutlichen Unterschied gemacht.


    Davon abgesehen, dass ich die Messungen also auch nicht zu 100% interpretieren kann, kann ich jedenfalls sicher sagen, dass Bassabsorber da auch nicht viel ändern werden. Andere Boxen und eine andere Aufstellung dieser hingegen wahrscheinlich viel.


    Ich glaube, ich hatte das im anderen Thread auch schon gesagt: Besorg dir einfach einen offenen Mixing / Mastering Kopfhörer. Ohne korrigierten Frequengang und so 'nen Quark. Den musst du natürlich gut kennen, um damit arbeiten zu können.


    Die Regies vieler "großer" Recording und Mixing Studios (Mastering Studios ausgenommen) sind auch kaum optimiert. Und oft stehen sogar Yamaha NS-10 als Nahfeld Abhöre auf dem Pult. Solang die Abhörumgebung keine Totalkatastrophe ist, muss man die einfach gut kennen, um damit arbeiten zu können.

    Habe in die 3 Videos auf der 2. Seite vom Thread reingeschaut.


    Ich finde das auch alles sehr interessant und gut gemacht. :thumbup:


    Die Mischungen sind auch auf einem hohen Niveau. Allerdings stören mich zwei Dinge: Es klingt generell etwas anstrengend, weil die oberen Mitten dominieren. Das liegt aber auch daran, wie dort betont wurde, denke ich. Noch problematischer finde ich aber die Vocals in den ersten beiden Videos auf dieser Threadseite, die saufen ziemlich ab. Ich bin kein Freund von überlaut gemischten Vocals, aber Lead Vocals sollten immer gut eingebettet und durchsetzungsfähig sein.

    Nichts ist schwarz/weiß, klar. Aber es gibt schon immer mehr oder weniger stark ausgeprägte Tendenzen.


    Es gibt auch Menschen, die sehr dazu neigen, das Gegenteil von dem zu erzählen, was sie tun. Und es gibt vereinzelte Menschen, die sich von sowas blenden lassen, aber auch einige, die sowas durchschauen.


    Jeder hat natürlich seine eigene Wahrnehmung. Aber manchmal kann diese auch sehr verzerrt bzw. unreflektiert sein. Womit ich beim springenden Punkt bin - denn es gibt tatsächlich Leute, deren Selbstwahrnehmung sehr "absorbierend" auf andere wirkt.

    Mir kommt das alles sehr bekannt vor. Von einem von ca. 20 Bandprojekten, an denen ich bisher beteiligt war. Das war auch so ein Egotrip eines singenden Produzenten, von dem am Ende keiner was hatte.


    Die springenden Punkte liegen da im Detail:


    Ein echter Musiker musiziert aus Liebe und Leidenschaft. Weil er was zu geben hat. Und ist fähig dazu, mit anderen im Gleichgewicht zusammen zu arbeiten. Ab einem gewissen Punkt ist es auch völlig legitim, Geld für seine Darbietung zu verlangen. Oder für Unterricht. Und so weiter.


    Anders verhält sich das aber, wenn man nur auf Erfolg oder Profit aus ist. D.h., wenn die Musik nur Mittel zum Zweck ist. Und diesen Zweck die Mittel (z.B. den Umgang mit Kollegen) heiligen lässt. Und das merken auch Nichtmusiker und reine Konsumenten.


    Viel Erfolg hatte ich ja schon per PM gewünscht.

    Privatnachrichten von anderen in einem Forum zu posten würde ich niemals tun. Und das ist auch in dem Fall besser für alle.


    Erwischt! Das war wirklich nicht besonders nett von mir, aber an dieser Stelle m.E. eigentlich angemessen.


    Aber der Knaller, den ich hier gar nicht erwähnt hatte, ist ja, dass du Surfkoala mit diesen Worten abgesagt hattest: "einen Drummer mit der Aufgabe zu betrauen, der eine Entlohnung dafür verlangt".
    Mich wolltest du aber nicht bezahlen, und ich musste es nach weiteren PMs ein 2. Mal erwähnen, damit du nicht wieder ausweichst.
    Allem Anschein nach muss es also noch einen Drummer gegeben haben, der jetzt aber dann doch nicht dabei ist? :whistling:


    Da erscheint diese Aussage hier doch wieder in einem ganz anderen Licht:


    Zitat

    Eine weitere Lektion meinerseits ist, für meine Anliegen wirklich keine unbezahlten Musiker zu befragen, damit der Punkt schonmal unter den Tisch fällt, sollte es zu weiteren Problemen kommen.


    ...


    Die Aufgabe mit diesem Stück bedeutete nämlich von Anfang an nicht sich mit Mogeleien herauszuwurschteln und dabei immer und nochmal zu betonen, dass kein Tempo-Kompass beigelegt worden ist.


    Wer sich hier mit Mogeleien herauswurschteln will, bist du. Und zwar von Anfang an. ;)


    Zitat

    Die Aufgabe war, als Drummer zu zeigen, dass man selbst eine Tempospur darstellt, nachdem man den Song kennengelernt hat. Das mag eine Challenge sein, die nicht so oft vorkommt, aber es war eben genau so.


    Das ist in diesem speziellen Fall hier nicht möglich, denn das Tempo mit all seinen Schwankungen wird von den bereits eingespielten Tracks vorgegeben. Nix mit "man selbst stellt die Tempospur dar". Das macht man, wenn man was von Grund auf neu einspielt, ohne Vorgabe.
    Und es ging auch nicht darum, das Tempo anzupassen, sondern das Zusammenspiel bzw. Mikrotiming der Instrumente zu verbessern.


    Zitat

    Ich habe sie gestern selbst produziert. Die Sounds stammen von Addictive Drums.


    Bravo. Genau so klingts auch. :D

    Mag sein, aber die CM3 und CM4 sind neutraler.


    Ich nehme an, dabei beziehst du dich auf die einschlägigen Frequenzgänge. Die können jedoch auch "beschönigt" sein, wie z.B. die von den Line Audios:


    100-16000Hz+-1dB on axis, at 1m, 23C, measured with MLS noise, 1/12 octave narrow smoothing


    http://www.lineaudio.se/CM3.html


    Wenn man von den MK-012 überhaupt Frequenzgänge findet, dann definitiv keine geglätteten.


    Aber du magst trotzdem recht haben ;)



    Allerdings können Frequenzgänge und sonstige Werte auch nur teilweise Aufschluss über den Klang geben. Das demonstriert dieser Test mit 42 KMK Stereopaaren übrigens recht eindrucksvoll, finde ich. Ok - da wurde eine Akustik Gitarre mit XY aufgenommen, keine Schlagzeug Overheads. Aber so bekommt man vielleicht sogar einen besseren und einfacheren Eindruck vom Klangcharakter.


    https://www.bonedo.de/artikel/…ormikrofone-komplett.html


    Die AKG C451 B sind da auch dabei. Schoeps CMC-64 sind eine gute Referenz in dem Test. ;)

    Ich habe auch ein ähnliches Becken bei Thomann gefunden. Es handelt sich hierbei auch um ein B20


    https://m.thomann.de/intl/zultan_18_aja_…arch=1589835011


    Ist dann eben dann nur nicht aus der Fame Serie.


    Genau das hatte ich doch schon rausgesucht :rolleyes:


    Du könntest es natürlich auch einfach mit dem hier z.B. probieren (79€):


    https://www.thomann.de/de/zultan_18_aja_crash.htm


    Dann wäre also das Fame 18er Light Crash das richtige!


    Nur du selbst kannst rausfinden, welche Dicke du bei Crashbecken bevorzugst.


    Zitat

    Was meint ihr denn bzgl. Splash? Sollte ich mir das noch zulegen oder doch lieber ein China?


    Eher ein China, bei deinem Genre. Mindestens 18", würd ich sagen. Ich spiele übrigens immer noch bzw. wieder ein günstiges Thomann China aus Wuhan. Die klingen m.E. sogar mehr, und schön "trashig", nach China als "normale" Chinas namhafter Hersteller. Außer z.B. die Zildjian Oriental China Trash ... und warum auch immer hatte ich bisher kein Bedürfnis so viel Geld für ein China Becken auszugeben.

    Da kann ich mich trommla nur anschließen. Ich bin schon lange fast ausschließlich bei "Thin" Crashes. Seit kurzem genauer gesagt wieder komplett bei Zildjian A-Custom - und die normalen Crashes aus der Serie sind "Thin". Ich hatte kürzlich auch noch ein 18er A-Custom Projection Crash (Medium-Thin) angetestet und hab es dann wieder aus meinem Setup entfernt. Zusammen mit einem weiteren Projection Crash wäre sicherlich ein Schuh für mich draus geworden, aber mir war das Projection Crash für meine Aufnahmen dann auch generell zu laut. Z.Z. spiel ich 17+19" Crashes.


    Dickere Becken können wirklich lauter. Wohlgemerkt "können", denn die sprechen träger an und brauchen für die höhere Lautstärke auch einen kräftigeren Anschlag.


    Allerdings hab ich auch schon einige Crashes (und Chinas) kaputt gekriegt. Egal ob Thin oder etwas dicker. Wenn ich eine Reihenfolge von Verschleißteilen am Schlagzeug nach ihrer Lebensdauer definieren müsste, dann ungefähr so: Sticks, Schlagfelle, Resonanzfelle, [Snareteppiche, Fußmaschinenfedern u.ä.] und (noch vor Hardware) eben auch leider Crashbecken (inkl. Splashes und Chinas).


    Die Angst, dass dünne Becken schneller reißen, ist angeblich völlig abwegig. Im Gegenteil sind diese elastischer und absorbieren dadurch mehr Schlagenergie als die steiferen Heavy Crashes.


    Hier würde ich die Betonung sehr auf das "angeblich" setzen. Es gibt zwar schon einige paradox erscheinende Zusammenhänge. Aber dünnere Becken gehen schon eher kaputt als dickere. So ist meine Erfahrung jedenfalls. Die dünnen können nämlich auch einfach weniger ab. Dicke Becken haben ja nicht grundlos eine höhere Lautstärkereserve - eben genau weil sie mehr abkönnen als dünne.