Der Thread war Anlass für mich, eine weitere Messung in meinem aktuellen Proberaum zu machen. Ich poste das hier, weil ich damit meine Thesen und Empfehlungen oben stützen kann. Denn sehr interessant ist, dass mein eher spontaner Test meine Vermutungen bestätigt. 
Ich hatte einfach nur die linke Box von der Wand (lange Seite des rechteckigen Raums) um 90° gedreht mittiger in den Raum auf einen kleinen Hocker gestellt, rückwärtig ca. 1,3m Abstand zur Wand. Die andere Box habe ich für die Messung nicht benutzt. Das Messmikrofon befand sich in etwa da, wo ich auch meine alte Messung von letztem Jahr gemacht hatte. Nur etwas tiefer. Ca. 1m Abstand zur Box.
Die alte Messung hatte ich mit beiden Boxen ziemlich nah an der langen Wand gemacht (standardmäßige, platzsparende Aufstellung in dem kleinen Raum), das Messmikro ungefähr mittig im Raum in Hörerposition. Ich habe natürlich die Messung genommen, bei der im Raum die selben akustischen Bedingungen (Absorber) herrschten.
>> SPL Verläufe - beide Messungen <<
Davon abgesehen, dass der Eingangspegel der neuen Messung insgesamt etwas niedriger ist (der Gain war auf Anschlag), ist hier gut zu sehen, dass insbesondere starke Peaks zwischen 100 und 200Hz deutlich verschoben sind und der starke Peak der alten Messung bei 60Hz über 10dB leiser ist.
>> Wasserfall Diagramm - ALTE Messung <<
>> Wasserfall Diagramm - NEUE Messung <<
Die in beiden Messungen ausgeprägteste Mode bei ca. 150Hz ist unabhängig vom unterschiedlichen SPL Verlauf der Messungen gleich. Das spricht dafür, dass es wirklich eine Raummode ist. Oder eine Resonanz vom Schlagzeug
Ansonsten hat sich aber einiges verändert.
Evtl. mach ich auch noch eine Messung mit anderen Boxen und weitere Versuche. Aber später und an anderer Stelle gepostet.
Was ich einfach nur kurz beweisen wollte ist, welche Auswirkung schon nur die Position der Lautsprecher hat. Der Frequenzgang (SPL Verlauf) entsteht hauptsächlich durch die Box selbst, wird aber zum anderen Teil (besonders im Bassbereich) beeinflusst durch die Position im Raum. Bevor man anfängt den Raum zu behandeln - und ich erinnere mich, dass sein Raum ziemlich klein und für Bassabsorber kaum Platz ist - hat man also noch weitaus einfachere und sogar machtvollere Stellschrauben. Dazu auch noch ein kurzer Ratgeber:
https://www.bonedo.de/artikel/…ihr-es-richtig-macht.html
Und genau aus dem Grund, weil eine gute Abhörumgebung und deren Optimierungen halt ein paar Voraussetzungen braucht - angefangen bei einem möglichst großen Raum und viel Abstand der Boxen zu den Wänden, über gute Boxen selbst und genug Platz und Budget für akustische Optimierung - , die nicht jeder hat, hatte ich nochmals einen offenen Mixing / Mastering Kopfhörer empfohlen. 
Die meisten geschlossenen Kopfhörer sind ungeeignet dafür. Hat man aber einen geeigneten Kopfhörer und kennt diesen gut, kann man seine suboptimale Abhörumgebung immer noch gut zum Gegenchecken heranziehen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Auf meinen passiven Monitoren daheim ist es mir schon passiert, dass ein dominant und laut gemischter Bass in einem Song (der Bass war Lead Instrument) auf den Boxen plötzlich gedröhnt hat ohne Ende. Ein Sinus Sweep ergab dann aber, dass die Boxen selbst dort dröhnen ohne Ende und der Bass zufällig hauptsächlich Noten genau auf der Dröhnfrequenz gespielt hat. Das alles war kein größeres Problem, weil ich den Mix ja schon mit meinem AKG K712 fertig gestellt hatte. Den Bassbereich, sogar auch den Subbassbereich, kann man damit wunderbar beurteilen. Und nicht nur den.