Beiträge von m_tree

    Dann lass ich das mal mit dem VU Meter.


    Gute Idee :thumbup:


    VU Meter sind im digitalen Bereich heutzutage völlig unnötig und außerdem auch ziemlich ungenau. Ich komme komplett ohne aus. Das ist noch ein Relikt aus der analogen Zeit.


    Gain Staging betrifft vom Einpegeln bis zum Masterkanal jeden Schritt in jedem Effekt bzw. Plugin. D.h., wenn ein Effekt den Pegel stark beeinflusst, z.B. durch starke und breitbandige EQ Eingriffe oder starke Kompression, sollte man Plugin-intern den Pegel wieder anpassen (davon ausgegangen, dass der Eingangspegel schon im gewünschten Bereich liegt). Und dabei gehts hauptsächlich um dBFS Peak. Ein träges dBVU oder auch RMS Meter bringt dir rein gar nichts, wenn du auf der einen Seite Transienten-lastiges Material wie Drums und auf der anderen Seite bereits komprimierten Bass hast. Es ist klar, dass letzterer bei viel niedrigeren Peaks einen viel höheren RMS- und auch dBVU Wert hat.
    Es wird hier und da auch behauptet, dass die Effekte bei bestimmten Pegeln am besten klingen würden. Was in meinen Augen aber völlig vernachlässigbar ist (erst recht im digitalen Bereich), wenn man ein "gesundes" Gain Staging betreibt.


    -10dBFS halte ich für einen guten Richtwert für Peaks. Allerdings sollte man dafür sicherstellen, dass man fürs Einpegeln auch gut ausgesteuerte Kanäle hat. Z.B. bringt es nichts, wenn der Drummer beim Einpegeln das Drumset streichelt und es anschließend prügelt.
    Ein größerer Headroom ist bei 24bit allerdings auch kein Problem, wie Beeble schon sagte. Das Eigenrauschen der Mikros und Wandler liegt noch weit über -144dB FS ...


    Zitat

    Macht vielleicht erst am Ende beim Mastering mehr Sinn und schau, dass ich beim Mix meine Peaks der Einzelkanäle im Auge behalte.


    Ein VU Meter macht auch im Mastering keinen Sinn mehr. Hier gehts um den RMS Wert. Allerdings hat auch dieser nur eine beschränkte Aussagekraft über die Lautstärke. Weil das menschliche Gehör eine Frequenz-abhängige Lautstärkewahrnehmung hat - siehe "Fletcher Munson". Ein Bass-lastiger Track wird bei gleichem RMS Pegel also leiser klingen als ein schriller Track.
    Für die wahrgenommene "Lautheit" gibt es mittlerweile den EBU R128 Standard. Am besten besorgst du dir fürs Mastering ein Meter, das dir LUFS Werte nach EBU R128 anzeigt.
    Beispiel: https://www.meldaproduction.com/MLoudnessAnalyzer


    Das Gain Staging betrifft übrigens auch die Lautstärke der Einzelkanäle hinsichtlich des Masterkanals. Der Masterkanal sollte auf 0dB stehend ausreichend Headroom haben. -10dBFS Peak sind hier auch ein guter Richtwert, m.E.
    Und wie Beeble schon sagte ist es empfehlenswert die Fader um 0dB stehen zu haben, für die größt mögliche Präzision. Ich mache es so, dass ich keinen Fader über 0dB stelle und mich im Bereich bis -10dB bewege. Bei parallelen Delay- oder Halltracks auch mal mehr.
    Reaper z.B. bietet mit Mausbedienung auch die Möglichkeit, die Fader mit dem Scrollrad zu bedienen und mit gleichzeitig gedrückter Strg Taste eine Feineinstellung (0,05dB Schritte pro Scrollrad Raster im 0dB Bereich).


    Eine weitere Überlegung ist dann auch noch, wie man die Lautstärke Automation macht. In Reaper z.B. ist die bei Standard Einstellung ohne Hardware-Schnickschnack unabhängig von den Fadern. Also keine "Riding Faders".


    Mischt man in einen Summenkompressor, merkt man mit der Zeit auch an der Threshold Einstellung, ob man einen gesunden Masterkanal Pegel hat.

    Nee, nee ganz so schlimm ist es nicht. Ich habe parallel Unterricht bei einem Schlagzeuglehrer, bei dem ich erst einmal ganz klassisch Heal Down lernen muss/darf. Und erst wenn das langsam und sauber aufm Punkt funktioniert, darf ich wenns schneller wird auch irgendwann mal Heelup spielen. :D


    Hmm, ich spiele auch langsam und soft oft mit Heel-Up.


    Was ich meinte ist eigentlich, dass die Sticktechnik auch geübt werden sollte. Bzw. eben die gesamte Koordination am Set. Ich halte es für keine gute Idee, nach 20 Jahren Spielpause am Anfang so exzessiv und - nach deinen Beschreibungen zu urteilen - scheinbar fast ausschließlich durchgehende Doublebass hinsichtlich "Speed" zu üben. Musikgenres, in denen sehr schnelles und wirklich schwieriges Blasten gefragt ist, sind selten. Und dort reichen flinke Füße dann auch nicht aus, die Hände müssen genau so mithalten können.

    Ich habe im Sommer letzten Jahres nach über 20 Jahren wieder angefangen und mich gerade dem Thema DoubleBass spielen dabei sehr gewidmet und kann nach dieser Zeit 180 bpm DoubleBass durchgängig spielen. D.h. aber z.B. nicht dass alles in dem Bereich schon sauber funktioniert. Um in diesen 1,5 Jahren an dieses Ziel zu kommen, habe ich quasi täglich zwischen einer halben bis 1,5h konsequent am DoubleBass gearbeitet.


    ...


    Im Urlaub wegen zuviel Zeit, habe ich eine Woche lang wie ein Berserker mehrere Stunden auch DoubleBass am Tag geübt. Ergebnis --> Aus die Maus. Ich war schon ziemlich gut bei 190Bpm unterwegs, Sequenzen bei 200 bpm gingen auch schon. Ich brauchte über 2 Wochen um wieder halbwegs 180 spielen zu können, weil die Muskeln einfach so platt waren, dass gar nix mehr ging.
    Ich denke 2x5min pro Fuß am Tag ist ausreichend um erstmal die Bewegung rein zu bekommen.


    Joa, und irgendwann kann man dann nicht mal mehr einen AC/DC Song mit einer Band zum Grooven bringen, weil die Füße ständig ballern wollen. :D

    Kurze Zwischenfrage: Es geht um 16tel auf den jeweiligen Geschwindigkeiten, d.h. bei z.B. 120bpm tatsächlich gespielte 480bpm, richtig?


    Ich bin kein Metal Drummer und benutze das Slave Pedal nur für "additive Schmankerl" zwichendurch oder für Endings. Hab vorhin mal getestet, wie weit ich mit durchgespielter DB komme. Bis 140bpm auch im Kontext kein Problem, ab dann wirds wackelig (150 gehen noch gerade so). Kurzzeitig kriege ich noch schnellere und tendenziell unsaubere DB Läufe hin, eben z.B. bei Endings (plus Crashbecken). Das geht mir dann aber ordentlich in die Beine. Mein Hauptproblem ist dabei, dass ich auf dem Slave Pedal insgesamt mehr Bein- statt Fußarbeit mache.
    Ich hab aber auch nicht den Anspruch, das weiter auszubauen und bin halt kein Blaster.


    Worauf ich damit hinaus will:
    Wenn es für deine Band reicht, warum stresst du dich dann so rein? Verkrampfen führt nie zum Ziel und das tust du ja zumindest Kopf-mäßig definitiv.


    Ich würde den Anspruch also senken. Zufrieden sein, mit dem was man kann und alles weitere als eine nette, aber nicht notwendige Verbesserung betrachten. Und was auch, gerade bei solchen psychologischen Dingen, wahre Wunder bewirken kann: eine Pause einlegen und vorübergehend Abstand gewinnen. Damit meine ich keine generelle Drums-Pause, sondern den DB Schnelligkeits Wahnsinn. ;)


    Ich zieh vor Leuten, die richtig Blasten können, übrigens echt den Hut :thumbup:
    Bin halt mehr ein Groover.


    Okay, aber lassen wir zuletzt noch Joe Barresi zu Wort kommen, was er über die Verzerrungen zu sagen hat:https://youtu.be/FimO_rlLGLg?t=1545


    Genau solche Beiträge sind es, die mich auf recording.de & Co. immer tierisch genervt haben. Denn der redet da von ganz anderen Verzerrungen als die, die ich hier meine. Im Mix hat er vieles leicht angezerrt, die Vocals teilweise sogar sehr deutlich. Außerdem mischt er E-Gitarren gerne etwas parallele Verzerrung hinzu. Das sind alles subtile Sachen, die künstlerisch "sinnvoll" gemacht werden.


    Das, worum es hier geht, sind die Verzerrungen der laut geprügelten Parts. Es ist ganz eindeutig, dass das von Lautprügeln der Mix-Summe kommt. Ich hatte das auch schon näher erläutert.


    Aber jetzt kommt sicher der Konter: "Woher willst du das denn wissen?" :whistling:

    Ich benutz für solche kurzen und neutral klingenden Delays (z.B. Haas Delays) immer noch ReaDelay. Das ist neben ReaGate übrigens das einzige Reaper Plugin, das ich noch regelmäßig benutze. Für "normale" Slap Delays benutz ich ein anderes Plugin.


    Die Reaper Plugins lassen sich kostenlos in jeder DAW installieren: https://www.reaper.fm/reaplugs/
    Oder einfach gleich zu Reaper wechseln :D


    Ich bin z.Z. auch wieder bzw. immer noch am Optimieren meiner eigenen Drums Aufnahmen. Ich benutz dafür aber auch ohne Stützmikros an den Toms (für Arbeitsaufnahmen mit der Band) keinen Recorderman Aufbau. Mittlerweile bin ich mit AB, 50cm Basis, mittig über dem Set (nicht direkt über den Becken!) zufrieden. Und sogar nur noch mit 5 weiteren Mikros: Kick, Snare Top, Snare Bottom (längere Geschichte ...), 2x Toms. Den 8. Kanal brauch ich gar nicht mehr, Raum Mikrofone lohnen sich in meinem aktuellen 20m² Raum sowieso nicht, außerdem keine geeigneten Mikros dafür da. Ein 2. Bassdrum Mikro bringt auch nichts mehr, seitdem ich die "perfekte" Position für das Shure Beta52 gefunden habe. Das richtige Maß an Tiefbass und Wumms unter 100Hz und einen angenehm klingenden Präsenzanteil (Kick). Weiter innen klingts dünner und klackiger, weiter draußen auf Höhe des Lochs wummerts zu arg. Und das obere Snare Mikrofon ersetzt ein Stützmikros an der Hi-Hat -> Übersprechen ist dein Freund, ohne Gates und Samples klingts eben am natürlichsten.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Erst mal ist immer wichtig, dass die Mikros für sich genommen gut klingen. Es lohnt sich da wirklich, genauer zu experimentieren. Erst gestern konnte ich meine Spezial Snare Bottom Mikrofonierung zur Perfektion bringen - die übliche Teppich Mikrofonierung mit bestimmten Mikros klingt wirklich schrecklich, aber ich bin meinen eigenen Weg gegangen. Bleibt aber geheim :P
    Ein Teppich Mikro macht sich, entgegen meiner bisherigen Einstellung, hier und da doch ganz gut. Vor allem eben wenn Ghostnotes eine wichtige Rolle spielen. Ein Bottom Mikro ist auch weitgehen frei von (insbesondere Hi-Hat-) Übersprechungen im Vergleich zum Top Mikro.



    Nun zum eigentlichen Thema:
    Obwohl ich mich bisher so gegen Aligning gesträubt hatte und das für weitgehend unnötig hielt, wenn man gute Aufnahmen und einen vernünftigen Mix hat, habe ich das kürzlich auch für mich wieder entdeckt. Es kann dabei allerdings hauptsächlich um die Snare gehen, alles andere ist nur begrenzt sinnvoll.


    Auf meinem aktuellen Overhead Aufbau ist die Snare nicht genau mittig. Die Laufzeitdifferenz beträgt da allerdings nur 0,3 bis 0,4ms. Will ich die Snare genau mittig, leidet das Gesamtbild und die Ausgewogenheit des gesamten Sets, vor allem aber auch hinsichtlich Becken. Wenn man sich "traut", seine Stützmikros sinnvoll zu benutzen und insgesamt sinnvoll zu EQen und zu Komprimieren, fällt eine auf den Overheads leicht seitliche Snare nicht mehr auf, sondern klingt einfach etwas räumlicher.
    Ich habe bei meinen Tests mit dem Aligning auch mal die 0,3-0,4ms Differenz der Snare auf den Overheads ausgeglichen und das als schlechter klingend empfunden. Besser klingt es, wenn ich die einfach "grob" an die Snare angleiche, sodass eins eben 0,1-0,2ms "vor" dem Snare Mikro und das andere entsprechend "danach" ist. Solche minimalen Unterschiede machen dann nicht mehr viel aus. Das ist wesentlich weniger als z.B. die Laufzeitdifferenz eines oberen und unteren Snare Mikros, wenn das Bottom Mikro auch am Rand aufgestellt wird.


    In der BD hat die Snare nichts zu suchen, deswegen auch hier keine Probleme.


    Im Regelfall ist auf dem BD Mikro auch nicht viel Snare drauf, aber ganz weg kriegt man die da natürlich nur mit nem Gate. Aber ein Gate färbt natürlich auch den Sound und verschluckt u.U. auch mal leise Anschläge bei hoch angesetztem Threshold (der eben Öffnen bei z.B. Snare Übersprechungen verhindern soll ...).


    Zitat

    In den OH hat die BD nichts zu suchen, deswegen hier ebenfalls keine Probleme.


    Auf den Overheads ist allerdings immer ein bisschen BD drauf und ich bin mittlerweile so weit, dass ich den Low-Cut auf den OHs fast weglasse oder so bei 50Hz oder drunter ansetze. Vor allem weil große und tief gestimmte Toms nennenswerte Anteile unter 100Hz haben.
    Wenn mir zu viel Bässe und Tiefmitten da sind, senke ich die sehr breit mit einem Shelf ab. Aber das führt trotzdem nicht dazu, dass die BD auf den Overheads komplett weg ist und Tests mit einer alignten BD brachten auch bei einer beherzten Bass- und Tiefmittenabsenkung einen kleinen Unterschied zu Tage. Das geht dann aber schon ein bisschen in Richtung "Flöhe Husten Hören", klar ...


    Der springende Punkt ist für mich bei der ganzen Sache allerdings folgendes:
    Man kann nur alles zu 100% in Phase bringen, wenn man ein Mono Overhead nutzt oder es irgendwie hinkriegt, dasss alles mittig auf "spaced" (also nicht XY) Stereo Overheads ist. Letzteres ist, abgesehen von der Snare (und auch das ist nicht unbedingt nötig), aber über Snare und Bassdrum hinaus nicht nur unmöglich, sondern auch nicht der Sinn der Sache. Man will mit Laufzeitverfahren ja ein räumlicheres und breiteres Stereobild erzeugen, wo die Hi-Hat auf der einen Seite und das Floortom auf der anderen Seite ist.
    Also aller spätestens wenn man Stützmikros an die Toms stellt und kein Mono-Overhead oder XY nutzt, ist ein Aligning der Spuren nur teilweise möglich.

    Doch noch ein ernst gemeinter Senf von mir zu meinem "Stil" dazu, obwohl ich nach meinem Ermessen noch nicht ganz "ausgereift" bin ...


    Man sagte mir schon ein paar mal, dass ich meinen eigenen Groove und meine eigene Handschrift hätte. Davon abgesehen, dass manche auch der Meinung sind, dass ich technisch relativ gut wäre - was ich allerdings nicht ganz so sehe. Denn ich bin Autodidakt. Allerdings ist gerade letzteres vielleicht der Grund für meinen "eigenen Groove". Ich halte die Sticks zudem bspw. recht weit unten und erzeuge damit viel Punch, spiele insgesamt aber gerne dynamisch mit Betonungen und vielen Ghostnotes (das "finale" Rosanna Cover bspw. werde ich stellenweise mit weitaus mehr Ghostnotes als im Original spielen) und kann auch leise ...
    Gleichzeitig wird mir generell ein gutes Feeling, Band-dienliches Spiel und Kreativität im Bandkontext bei eigener Musik nachgesagt.


    Ich würde das aber nicht nur positiv konnotieren. Denn das ist ja auch das Interessante an einem eigenen Stil: Das muss nicht nur etwas Gutes sein. Bspw. kann der eigene Stil nicht überall dazu passen. Man muss also Nischen finden, die man damit gut bedienen kann.



    Beim Mixing stelle ich das übrigens selbst fest. Sowohl in Wettbewerben als auch in anderen Vergleichen war oft zu hören, welcher Mix von mir war. Und ich habe mich die letzten Jahre nicht hingesetzt und mir bewusst Gedanken darüber gemacht, dass ich einen Wiedererkennungswert haben und mich von der Masse absetzen möchte, sondern aus purer Leidenschaft mit Begeisterung und Perfektionismus immer weiter gefeilt, um meinem gewünschten Sound näher zu kommen. Aber auch hier ist der springende Punkt, dass dieser Sound nicht jedem gefällt und nicht zu jeder Produktion passt. Aber es gibt natürlich ein paar Abnehmer und es werden mehr ...


    Vielleicht wird jetzt auch verständlich, warum ich hier so skeptisch war. Denn bei mir ist es quasi andersrum: Ich hatte zunächst völlig intuitiv meinen eigenen Stil ausgearbeitet, ohne bewusst darüber nachzudenken. Demgegenüber werde ich in Zukunft aber immer öfter dazu gezwungen sein, mich anzupassen und halt einfach 'nen Job abzuliefern. Zumindest gehe ich davon aus.


    Ich mach mir mittlerweile aber auch bewusster über meinen Stil Gedanken, bin dabei aber vor allem mit spielerischen Feinheiten, Set-Aufbau / Gear und vor allem auch Sound beschäftigt. Letzteres aber vor allem in der Recording- und Mixing Schiene und das hat weniger mit Stil und mehr mit dem Ansammeln von Know How und Qualitätssteigerung zu tun.


    ...


    So viel mal zu mir selbst. Ich will nicht von mir auf andere schließen ;)


    Na, das fasst es doch recht gut zusammen. Weiter oben drohtest du einfach, ein wenig in eine andere Richtung abzugleiten, die schwerer argumentativ zu unterlegen wäre, weil es sich so las, als wäre das alles in den Genen festgelegt - und dem ist ja nicht so. ;)


    Das Lustige mit den Genen ist ja, dass die "springen" können und jeder Neugeborene ein eigenständiger Mensch ist. Die weitere Prägung ist natürlich maßgeblich. Aber ich bin vielleicht eines der besten Beispiele dafür, wie wenig grundlegende Persönlichkeitsmerkmale mit "Familienstammbäumen" verknüpft sind. Aber vielleicht - sollte ich noch zur Arterhaltung beitragen - werden meine Kinder ja auch so wie einige Leute aus meiner Familie :whistling:


    Zitat

    Ich finde es übrigens sehr erbaulich, mit dir darüber so offen zu diskutieren.


    Ich würde das nicht alles so schreiben, wenn ich damit nicht was Konstruktives zum Thema beitragen könnte. ;)


    Persönlichkeitseigenschaften sind zu mehr als 50 Prozent anerzogen, der Rest ist auch alles andere als "fest definiert".


    Zu mehr oder weniger als 50%, würde ich sagen. Aber man muss eben unterscheiden zwischen den grundlegenden, angeborenen Persönlichkeitsmerkmalen eines Menschen und dem äußeren Einfluss. Prägent sind ja vor allem die jungen Jahre der Kindheit und Jugend, während man den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten mehr oder weniger ausgeliefert ist.


    Ich musste mich mit dem gesamten Thema sehr intensiv beschäftigen und vieles "entwirren". Zudem habe ich mich tiefgreifender über bestimmte Sachen informiert und auch mit Fachleuten gesprochen. Es ging dabei darum, zu verstehen was in meiner Familie los ist und wer ich bin. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich irgendwie ganz anders als die Leute aus meiner Familie bin. Mal vom narzisstischen Missbrauch ganz abgesehen.


    Quellen muss ichn dafür auch nicht zitieren. Es reicht schon, wenn man sich anschaut, wie unterschiedlich Geschwister sein können und das ist dann in den meisten Fällen auch nicht anerzogen, weil die Grundvoraussetzungen des Elternhauses ähnlich sind.


    Was nun den musikalischen, spielerischen oder künstlerischen Stil betrifft, hatte ich ja schon angedeutet, dass auch US Bluesmusiker und Helene Fischer etwas gemeinsam haben. Und das ist halt das musikalische Talent. Der Unterschied liegt dann wohl wirklich in der Prägung durch Familie und Umfeld, aber natürlich auch, dass es auch unter Künstlern große Unterschiede in der Persönlichkeit geben kann.


    Um die Sache abzukürzen, sehe ich das vereinfacht so: Das eigene Päckchen besteht zur Hälfte aus den eigenen Persönlichkeitseigenschaften und zur anderen Hälfte aus dem familiären Umfeld bzw. die Prägung durch alles, was damit zusammenhängt. Schlussendlich kommt aber natürlich auch dazu, was man draus macht und in gewissem Rahmen hat man immer eine Wahl. Ich hab in letzter Zeit viele Entscheidungen diesbzgl. getroffen. ;)

    Ich finde es eigenartig, dass du den Fred eigenartig findest, denn eine Diskussion mit Fokus auf Sozialisierung, Kunstempfinden und Psychologie finde ich keineswegs diskussionsunwürdig. Wenn wir darüber nicht diskutieren, brauchen wir uns mit Kunst und deren "Schöpfern" im Grunde gar nicht mehr beschäftigen, überspitzt formuliert.


    Also überspitzt formuliert bin ich in kleinem Rahmen ja auch n Künstler. :D


    Zitat

    Charaktere werden geformt, gemacht. Das war schon bei den alten Griechen und auch davor so, und jeder, der einen Stil in einem Bereich der Kunst entwickelt, sei es bildnerisch, darstellend, literatisch, musikalisch, wird durch sein Umfeld (sozialer, politischer, monetärer Art) geprägt und beeinflusst. Das hat mit "Veranlagung" (was ja biologisch-genetischer Art ist) erstmal herzlich wenig zu tun. Warum sind die großen Bluesmusiker vorrangig in den USA anzutreffen? Weil es nicht mit der "Veranlagung" (bologisch-genetisch) Zusammenhängt sondern mit der Sozialisierung der Menschen drüben über dem Teich.


    Das mit dem am richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, die richtigen Leute zu treffen, mag beruflich förderlich sein, zur Stilbildung trägt dies wohl eher wenig bei.


    Die "großen" US Bluesmusiker haben aber auch alle etwas ganz bestimmtes mit den "großen" europäischen Musikern, egal welche Musik sie machen, gemeinsam. Selbst eine Helene Fischer hat etwas mit denen gemeinsam. Und meines Erachtens werden hauptsächlich, oder fast nur, im Schlager- und zum Teil auch Pop-Bereich Charaktere "geformt" und "gemacht". Allerdings gilt eben auch hier: Wenn diese Charaktere selbst nix "taugen", funktioniert das wiederrum nicht. Helene Fischer kann wirklich singen und performen und ist ne echte Persönlichkeit. Die Industrie dahinter, der es nur um Profit geht, ist das andere.


    Zitat


    *Hust* Naja, nicht mal physikalische Grundsätze greifen richtig. Sonst könnten Hummeln nicht fliegen. :)


    Bei solchen Aussagen komme ich wieder auf meine Aussage, dass ich den Thread eigenartig finde, zurück. Denn - mal ehrlich - was ist das für ne Aussage?


    Die einfachen Grundsätze, die ich meine, sind angeborene Persönlichkeitseigenschaften. Und Wirrwarr und Durcheinander findet sich häufig vor allem an der Oberfläche. Blickt man jedoch in die Tiefe, erscheinen viele Dinge recht einfach. So von wegen Psychologie. ;)

    Doch, ich verstehe sehr wohl, worauf du hinaus willst, aber ich finde es interessant, das Ganze etwas weiter zu betrachten, nämlich nicht nur inhärente Persönlichkeit sondern auch konstruierte Persönlichkeit. Manche Person wird erst massiv gepusht, so dass sie zur "Persönlichkeit" in der Rezeption der Masse wird und von da an, durch das Interagieren mit der Öffentlichkeit, innerlich weiterreift und somit zur "wahren Persönlichkeit" wird. Die Welt ist komplex. ;)


    Ja, die Welt ist komplex. Es gibt aber bei dem ganzen Wirrwar und Durcheinander auch einfache Grundsätze, die eigentlich immer greifen.


    Und ich glaube, keinem der sonstigen Diskussionsteilnehmer hier - mich eingeschlossen - geht es um "konstruierte" Persönlichkeiten, die massiv gepusht werden müssen, um zur "wahren" Persönlichkeit zu werden. Das ist einfach Mumpitz. Es geht um die Veranlagung, ein Ziel und den Willen und der Rest hängt nur damit zusammen, wie die Umstände und der genaue Ablauf sind. Z.B., ob das Elternhaus das Talent fördert oder dagegen arbeitet ... oder eben einfach "Glück" haben und zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtigen Leute treffen ... usw.


    Ich finde diesen Thread hier jedenfalls ein bisschen eigenartig. Denn diese Frage stellt sich eigentlich nicht, wenn man einen eigenen Stil hat. Wie ich schon sagte (und von dir fehl interpretiert wurde).

    Eine Persönlichkeit besitzt eigentlich jeder, die Frage ist eher, ist diese in irgendeiner Weise herausragend aus der Masse? Und wenn nein, kann man sie dennoch herausragend vermarkten? (Ja, kann man... siehe z.B. viele austauschbare Hampelmännchen der Volksmusik und Popmusik)


    Es ging mir dabei nicht darum, dass man aus der Masse herausragen sollte, sondern ob man halt eine musikalische bzw. künstlerische Persönlichkeit ist.


    Zitat


    Das finde ich kompliziert als Statement. Ist man echter Musiker/Künslter, wenn man einen eigenen Stil entwickelt hat, aber dennoch zu Lebzeiten erfolglos bleibt (in der Kunst als gutes Beispiel: Van Gogh)? Ist man echter Musiker/Künstler, wenn man keinen eigenen Stil hat, aber immens erfolgreich ist (wie manche Volksmusik-Hallodris)? Schwere Kiste finde ich. Schwarz-Weiß ist die Welt eher nicht.


    Ein Künstler ist jemand, der etwas gibt. Und kein Selbstdarsteller. Gerade bei Schlagzeugern sehr gut zu beobachten: Drummer sollten absolute Teamplayer sein und die Band mehr oder weniger selbstlos supporten. Mit Einfühlungsvermögen ... non-verbale Kommunikation etc. ;)

    Deshalb hier zum vermutlich x-ten Mal im Forum: Unterricht nehmen lohnt sich!


    Ich hatte nie ernsthaft Unterricht, aber mir wurde erst kürzlich wieder empfohlen, selbst Unterricht zu geben. Hauptberuflich traue ich's mir jedenfalls nicht zu und will ich auch nicht. Man kann auch noch anderweitig mit Musik Geld verdienen.


    Aber ich schweife ab ... denn ich bin der Meinung, dass zur eigenen Stilfindung kein Lehrer nötig ist. Gerade dabei eigentlich überhaupt nicht. Primär zum Erlernen von Techniken, als Kontroll Instanz usw.. Aber ich finde, gerade wenn es um die eigene Handschrift und eben, wie man sein Potenzial genau ausbaut, geht, sollte doch vor allem der eigene Dickschädel die treibende Kraft sein und kein Lehrer.


    Ich muss dazu allerdings sagen, dass mein bisheriger Werdegang auch relativ eigenartig und steinig war. Aber wo ein Wille, da ein Weg. Und stilistisch bin ich ebenfalls relativ breit gefächert. In den bisher ca. 20 Bandprojekten (mit vergleichsweise wenig Cover), bei denen ich mitgewirkt hatte, war vieles durch die Bank dabei, außer das ganz schnelle Metal Blasten, das kann ich nämlich wirklich nicht - weil nie Interesse dran gehabt und nie geübt.


    Momentan weiß ich noch nicht, wie weit ich in etwa kommen kann, aber Versuch macht kluch ... ;)


    Ich finde, man könnte den Thread auch umbenennen in "Wege zum eigenen Narzissmus". :P

    Ihr wurdet erhört: https://www.amazon.de/b?ie=UTF8&node=11901503031


    Amazon Music HD


    Nicht schlecht, nicht schlecht ... frage mich aber, wie die auf "bis zu 850kbps" kommen, denn zumindest FLAC erzeugt auch bei der höchsten Kompressions Stufe meistens etwas höhere Bitraten, je nach Material.


    Aber damit geht auch der "Hi Res" Blödsinn weiter. In diesem Fall hier mit "Ultra HD" bezeichnet - bis zu 24bit und 192kHz. :whistling:

    Da hake ich mal nach: Ist Stil für dich nicht der Ausdruck deiner Persönlichkeit und andersherum deine Persönlichkeit nicht maßgebend für deinen Spielstil?


    Ginge es gar nicht nicht um Stil, würde es doch wenig plausibel erscheinen, dass bestimmte Drummer im Musikbusiness genau wegen ihres Stils gebucht werden, oder? Einer wie Gadd wird z.B. wegen seines schnörkellosen, fehlerfreien Spiels gebucht, Jordan wegen seiner besonderen Groove-Fähigkeiten und Purdie für seinen Shuffle, um mal ein paar Beispiele ins Feld zu werfen. Oder werden solche Drummer nur gebucht, weil sie freundlich sind und artig abliefern?


    Wenn schon wieder die ganzen großen Namen erwähnt werden: diese Drummer haben alle etwas gemeinsam, was viele andere nicht haben. ;)


    Und genau das ist auch die Grundlage: Die Persönlichkeit. Wie die sich genau entfaltet ist die nächste Sache, aber so eine Persönlichkeit hat halt nicht jeder.


    Oder, um's auf den Punkt zu bringen: Ist man ein echter Musiker oder nicht?

    Gefällt mir, dass du den vorgeblich eigenen Stil nicht so rauskehrst. Ich glaube nämlich auch nicht, dass jeder namhafte Drummer sich hingesetzt hat mit der Maßgabe, einen eigenen Stil zu entwickeln. Wer länger auf einem gewissen Niveau mit anderen musiziert, entwickelt vermutlich mit der Zeit von ganz alleine eine persönliche Note, auch ohne sich darüber Gedanken zu machen. Egal, ob nun Profi, Semiprofi oder Amateur.
    Ich habe z.B. vor ner Weile einen Drummer aus meiner Jugendzeit wieder gehört, der immer noch wie vor 30 Jahren klang, mittlerweile natürlich etwas gereift. Aber der Grundcharakter, quasi der eigene Stil, scheint primär nicht erarbeitet, sondern aus dem Gefühl entstanden zu sein, und das schon vor langer Zeit.


    Vielleicht kann man das mit Kindern vergleichen. Auch wenn wir davon ausgehen, dass ihre Entwicklung primär ab der Geburt einsetzt, haben sie nach meiner Erfahrung schon von Anfang an einen Charakter, der prägend bleibt. Oder hat sich jemand beim Eintritt in die Kita gefragt "Was für ein Typ Mensch will ich werden?"


    Schön gesagt. :)


    Ich denke auch, dass das vor allem mit Veranlagung zu tun hat. Und natürlich damit, diese intuitiv mit der Zeit zu entfalten bzw. auszuarbeiten.


    So eine Entwicklung kann aber auch durch einen zu strikt gesetzten Rahmen und zu viel (oder gar ausschließlich) Covern bzw. Nachspielen beeinträchtigt werden, denke ich. Inspiration und neue Dinge lernen ist das eine, aber die eigene Stilfindung das andere.


    Leute, die sich bewusst und krampfhaft damit beschäftigen, wie sie ihren eigenen Stil definieren können, haben einfach keinen eigenen Stil. So seh ich das zumindest.

    Was für Idioten. Völlig gestört.


    Seh ich auch so. Wissen dabei weder, mit was sie "gesegnet" wurden noch, was sie für eine Verantwortung haben. Kindisch.


    Und selbst wenn der "Ataris" Drummer 2 Promille auf'm Tacho hatte ... sowas muss man nicht öffentlich klären und damit das Publikum belästigen.