Dann lass ich das mal mit dem VU Meter.
Gute Idee ![]()
VU Meter sind im digitalen Bereich heutzutage völlig unnötig und außerdem auch ziemlich ungenau. Ich komme komplett ohne aus. Das ist noch ein Relikt aus der analogen Zeit.
Gain Staging betrifft vom Einpegeln bis zum Masterkanal jeden Schritt in jedem Effekt bzw. Plugin. D.h., wenn ein Effekt den Pegel stark beeinflusst, z.B. durch starke und breitbandige EQ Eingriffe oder starke Kompression, sollte man Plugin-intern den Pegel wieder anpassen (davon ausgegangen, dass der Eingangspegel schon im gewünschten Bereich liegt). Und dabei gehts hauptsächlich um dBFS Peak. Ein träges dBVU oder auch RMS Meter bringt dir rein gar nichts, wenn du auf der einen Seite Transienten-lastiges Material wie Drums und auf der anderen Seite bereits komprimierten Bass hast. Es ist klar, dass letzterer bei viel niedrigeren Peaks einen viel höheren RMS- und auch dBVU Wert hat.
Es wird hier und da auch behauptet, dass die Effekte bei bestimmten Pegeln am besten klingen würden. Was in meinen Augen aber völlig vernachlässigbar ist (erst recht im digitalen Bereich), wenn man ein "gesundes" Gain Staging betreibt.
-10dBFS halte ich für einen guten Richtwert für Peaks. Allerdings sollte man dafür sicherstellen, dass man fürs Einpegeln auch gut ausgesteuerte Kanäle hat. Z.B. bringt es nichts, wenn der Drummer beim Einpegeln das Drumset streichelt und es anschließend prügelt.
Ein größerer Headroom ist bei 24bit allerdings auch kein Problem, wie Beeble schon sagte. Das Eigenrauschen der Mikros und Wandler liegt noch weit über -144dB FS ...
ZitatMacht vielleicht erst am Ende beim Mastering mehr Sinn und schau, dass ich beim Mix meine Peaks der Einzelkanäle im Auge behalte.
Ein VU Meter macht auch im Mastering keinen Sinn mehr. Hier gehts um den RMS Wert. Allerdings hat auch dieser nur eine beschränkte Aussagekraft über die Lautstärke. Weil das menschliche Gehör eine Frequenz-abhängige Lautstärkewahrnehmung hat - siehe "Fletcher Munson". Ein Bass-lastiger Track wird bei gleichem RMS Pegel also leiser klingen als ein schriller Track.
Für die wahrgenommene "Lautheit" gibt es mittlerweile den EBU R128 Standard. Am besten besorgst du dir fürs Mastering ein Meter, das dir LUFS Werte nach EBU R128 anzeigt.
Beispiel: https://www.meldaproduction.com/MLoudnessAnalyzer
Das Gain Staging betrifft übrigens auch die Lautstärke der Einzelkanäle hinsichtlich des Masterkanals. Der Masterkanal sollte auf 0dB stehend ausreichend Headroom haben. -10dBFS Peak sind hier auch ein guter Richtwert, m.E.
Und wie Beeble schon sagte ist es empfehlenswert die Fader um 0dB stehen zu haben, für die größt mögliche Präzision. Ich mache es so, dass ich keinen Fader über 0dB stelle und mich im Bereich bis -10dB bewege. Bei parallelen Delay- oder Halltracks auch mal mehr.
Reaper z.B. bietet mit Mausbedienung auch die Möglichkeit, die Fader mit dem Scrollrad zu bedienen und mit gleichzeitig gedrückter Strg Taste eine Feineinstellung (0,05dB Schritte pro Scrollrad Raster im 0dB Bereich).
Eine weitere Überlegung ist dann auch noch, wie man die Lautstärke Automation macht. In Reaper z.B. ist die bei Standard Einstellung ohne Hardware-Schnickschnack unabhängig von den Fadern. Also keine "Riding Faders".
Mischt man in einen Summenkompressor, merkt man mit der Zeit auch an der Threshold Einstellung, ob man einen gesunden Masterkanal Pegel hat.