Beiträge von m_tree

    Danke m_tree, ein echter Shuffle ist das ja nicht. HiHat und Bass Drum sind gerade und packen die swingigen Fills und Wirbel ein. Und es Hakt hin und wieder :huh:


    Ja, das ist die Schwierigkeit gerade bei so angeshuffelten Sachen. Alle Schläge zwischen den 4teln müssen eben auf einem 8el Triolen Raster laufen, sonst wird es wie in diesem Fall hier stellenweise fast gerade. Ist aber Meckern auf einem soliden Niveau. ;)


    Zitat

    Die Aufnahmen sollen keine Demos darstellen, sondern uns (der Band) einen live Eindruck geben. Dass ich die Aufnahmen hier rein gestellt habe dient dem Austausch
    mit Euch, weil mich Eure Anregungen sehr Interessieren.


    Für amtliche Aufnahmen ist wie du schon schriebst eine ganz andere Vorgehensweise nötig. Dass sollte erst einmal nicht das Thema sein. ;)


    Verstehe. Ich empfehle aber, zumindest die MP3 Bitrate zu erhöhen. 142kbps sind schon etwas mager. ;)

    Mir gefällts auch. Schöne Song Auswahl. :thumbup:
    Nur beim ersten Titel fallen mir ein paar kleine Timing Probleme bei dem Shuffle (bzw. Angeshuffelten Groove) auf. Bin da zugegeben aber auch recht penibel.


    Zur Aufnahmequalität:
    Es kommt doch in erster Linie drauf an, wofür die Aufnahmen sind. Sind das Arbeitsaufnahmen nur für euch? Oder haben die ernstere Zwecke wie z.B. Demo?


    Wenn nicht nachbearbeitet wird, ist die direkte Aufnahme in MP3 auch Verhältnis Sache: Für die Aufnahmequalität reicht das schon. Allerdings sollte dann schon die maximal mögliche Bitrate genommen werden. Bei MP3 an der Bitrate zu sparen lohnt sich wirklich nicht. Alles unter 192kbps produziert immer deutlicher hörbare Artefakte.


    Den PA Mix nachträglich mit der Stereo Aufnahme des anderen Recorders zu mixen muss nicht unbedingt zielführend sein. Das kommt in erster Linie darauf an, was alles über die PA läuft und ob sich das gegenseitig sinnvoll ergänzen kann. Mal von der technischen Realisierung ganz abgesehen.


    Für gute Demo Aufnahmen sollten die Einzelspuren aufgenommen werden. Und der Gesang am besten nachträglich drüber gesungen. Das lohnt sich aber auch nur, wenn das dann ordentlich abgemischt wird.


    Aber grundlegend passt das erst mal so, find ich. Für nen groben Eindruck reichts. :thumbup:

    Der Unterschied in der Dynamik ist zwischen 16 und 24 Bit (Festkomma) schon enorm. Die CD hat Schwächen, insbesondere in leisen Passagen, bei denen nur wenige der unteren Bits verwendet werden, denn dort entsteht durchaus wahrnehmbares Quantisierungsrauschen und der Rauschabstand ist eher gering. Der Rauschabstand ist eigentlich nur in lauten Passagen sehr gut. Bei 24 Bit sieht es schon viel besser aus.


    Der Unterschied beläuft sich, um genau zu sein, auf 96dB Rauschabstand bei 16bit und 144dB Rauschabstand bei 24bit. Der Rauschabstand von Mikrofonen und A/D Wandlern ist geringer als der von 24bit. Dazu kommt dieser Sachverhalt hier:



    Das menschliche Gehör kann also gut 60dB Dynamik bei Musik wahrnehmen. Demgegenüber stehen 96dB Rauschabstand bei 16bit.


    Dazu kommt das Dithering, das jeder vernünftige Mastering Engineer beim finalen Quantisieren in 16bit macht. Dadurch vergrößert sich der Rauschabstand weiter.


    Die 96dB Rauschabstand kommen dann an ihre Grenzen, wenn sehr schlecht ausgesteuert wurde und die Musik eine sehr hohe Verlaufsdynamik hat. Z.B. Klassik. Aber selbst dort müssten die Spitzenpegel unter -30dBFS gehen, um die Grenzen von 96dB auszuloten.


    16bit reichen fürs fertige Endprodukt aus. Ein Stamnkunde von mir nimmt sogar immer noch, teilweise schlecht ausgesteuert, in 16bit auf und ich wäre verwundert, wenn meine Mixe mit 24bit Spuren deutlich besser klingen würden.


    Zitat

    48 kHz ist der Standard bei Film/Fernseh/Videoproduktionen und daher hat diese Abtastfrequenz ihre Berechtigung. Zur Musikarchivierung kann man darauf verzichten. Bei der Archivierung von Analogen Aufnahmen kann man aber durchaus über 88,2 kHz nachdenken, denn so bekommt man auch die Aspekte mit, die an oder über der Hörgrenze liegen, so wie die LP früher auch.


    "Apsekte, die an oder über der Hörgrenze liegen" ?(
    Sorry, aber damit begibst du dich in den Voodoo Bereich. Niemand kann über 20kHz hören. Selbst das Gehör eines 10-jährigen geht nicht mehr so weit rauf. 44,1kHz geht bis 22,05kHz, alles ab 20kHz ist Puffer für den AA-Filter. Und nur um letzteren gehts bei der ganzen Samplingraten und Oversampling Geschichte. Je steiler der sein muss, desto auffälliger sein Klang bzw. seine Artefakte auch im hörbaren Bereich. Mit höherer Samplingrate kann der AA-Filter flacher sein. Um nichts anderes geht es. Selbst in AD/DA bzw. Delta-Sigma Wandlern, die zigfaches Oversampling benutzen, ist das so. Damit der analoge AA-Filter bei der Wandlung flach (und damit günstig) sein kann.


    Ist schon heftig ...


    Diese sind wohl nicht verloren, soweit sie seit den 80ern auf CD erhältlich waren und von den Originalen Stereo-Masters gezogen waren.


    Die CD bringt praktisch Master-Qualität, außer das Master-Band wird bei CD-Überspielung in der Dynamik komprimiert oder anderweitig behandelt und kompromittiert.


    In der 80ern war diese Art der Behandlung von Master-Aufnahmen für CD eher noch selten, und wenn die damals erhältlichen CDs von Original-Masters gezogen wurden, nicht von LP-Überspiel-Masters, dann sind wohl die Original-Stereo-Masters auf den kommerziell veröffentlichten CDs erhalten geblieben.


    Dass im Mastering damals noch nicht so viel verändert wurde wie heute stimmt schon, so weit ich weiß. Vor allem auch nicht laut geprügelt (was btw nur für CD bzw. digitale Masterings geht, nicht für Vinyl) und - wie du sagst - "anderweitig kompromittiert".


    Schön zu sehen ist an der Tatsache hier übrigens, dass der Mixdown ursprünglich (und auch noch heute) noch zum künstlerischen Teil der Produktion zählt und das Mastering letztendlich doch eher nur die Schnittstelle zur Massenproduktion darstellt.


    Bin ich eigentlich der einzige, der vorher schon mal was von "Andy Wallace", der u.a. "Nevermind" abgemischt hat, gehört hat? :D
    Siehe hier -> https://youtu.be/JknT_Fs2g9Y?t=73


    Der hat ne eindeutig erkennbare Mixing Handschrift und sein Mixdown lässt sich nicht noch mal reproduzieren (außer ansatzweise von ihm selbst). Das "Original" ist damit also weg und es existieren nur noch die gemasterten Mixe.
    Das sind die 3 Schritte einer Produktion: Recording mit allen Einzelspuren, Mixdown der Einzelspuren (die Master Tapes, um die es hier geht) und das (oft überschätzte) Mastering des Mixdowns.


    Naja, normalerweise würde man ein Master ja eher in 24 Bit digitalisieren, ggf. auch mit höherer Abtastrate. Die 16 Bit bei 44,1 kHz der CD sind da eher mau.


    Das Standardformat für den fertigen Mixdown, der ans Mastering Studio geschickt wird, ist noch 24bit / 44,1kHz. 48kHz ist nur sinnvoll, wenn sowohl in 48 oder 96kHz aufgenommen wurde als auch das Ziel Medium (also definitiv nicht CD) in 48kHz ist.


    Burkie hat schon irgendwie recht. Die CD ist bis zu einem gewissen Punkt verlustfrei. Nämlich genau bis zu dem Punkt, an dem das Material weiter verarbeitet werden soll. Im fertigen Endprodukt kann niemand einen Unterschied zu höheren Bittiefen und Samplingraten hören. Letztere höchstens (und dennoch sehr unwahrscheinlich), wenn vom Recording bis zum finalen Masterprint mit dieser höheren Samplingrate gearbeitet wurde.


    Ich interveniere hier gerade, weil das Thema Bittiefe und Samplingrate ziemlich missverstanden wird. Insbesondere die Relevanz höherer Auflösungen. Ganz absurd wirds, wenn CD-Masterings (16bit / 44,1kHz) z.B. von Streaming Diensten in 24bit / 96kHz angeboten werden. Was einmal weg ist, ist weg und die Klangfarbe des AA-Filters für 44,1kHz wurde schon längst in den vorherigen Bearbeitungsschritten mit "eingraviert".


    CD's sind aber für eine Langzeitarchivierung nicht geeignet, siehe hier → https://de.wikipedia.org/wiki/Langzeitarchivierung


    Magnetbänder aber auch, wenn du deine Quelle mal richtig liest ;)


    "Optische Speichermedien (gepresst) - CD: unter Idealbedingungen geschätzt 50 – 80 Jahre[4]"


    "Magnetbänder - mindestens 30 Jahre (gesichert)[5]"

    Alles andere habe ich überprüft: die Bohrungen sind zentriert und konzentrisch (keine keyholes), die Ränder beider Becken liegen plan auf einer geraden Fläche und auch aufeinander, beide Becken haben denselben Durchmesser. Alles mit wachen Sinnen und nicht mit der Mikrometerschraube, aber das dürfte ausreichend genau sein.


    Dann sind die Becken definitiv in Ordnung. ;)


    Zitat

    Ich werde bei Gelegenheit mal den oberen Filz tauschen, gehe aber - Stand jetzt - davon aus, das der Versatz so sein soll, da bei exakt aufeinanderliegenden Becken, der Klang bei bestimmten Anspieltechniken quasi eingesperrt oder abgewürgt würde (auch ich kenne da den Begriff "chick") - das war mir neu, ist für mich plausibel und eine große Beruhigung: scheinbar ist mit der Hi-hat meines Sohnes alles in Ordnung :) .
    Danke nochmal an alle Beteiligten!


    Genau. Das untere Becken kann nicht umsonst schräg gestellt werden. Man sollte es natürlich auch nicht übertreiben. Allerdings sollten die Becken ohne Schrägstellung des unteren Beckens eigentlich keinen Versatz haben, wenn die Hi-Hat Maschine gerade steht. Es gibt auch Hi-Hat Maschinen, die komplett angeschrägt werden können. Ich spiel so eine und verzichte seit jeher auf eine zusätzliche Schrägstellung des unteren Beckens.


    Die 3-4mm Versatz sind in Ordnung. Du kannst die Becken auch mal unabhängig voneinander drehen und beobachten, ob und wie sich der Versatz ggf. ändert.


    Aber sonst: alles in Ordnung. ;)

    Beeble
    Einspruch stattgegeben :thumbup:


    Hast schon recht, dass die E-Gitarre da gegenüber E-Drums und Keyboard deutlich aus der Reihe fällt. Schön zu sehen auch an der Tatsache, dass man erstere für gewöhnlich immer noch (am Amp) mikrofoniert, während bei letzteren eine Mikrofonierung nach der Verstärkung ziemlicher Blödsinn ist.


    Mit der Mikrofonierung wirds aber auch schwammig ... eine E-Gitarre muss schon elektrisch verstärkt werden, um ihren Sound zu erzeugen (ich glaube kein vernünftiger Mensch mikrofoniert ne unverstärkte E-Gitarre ;) ), während ein akustisches Schlagzeug keine Mikrofonierung zur Entfaltung des vollen Klangpotenzials benötigt. Die tontechnische Umsetzung sowohl im Studio als auch live betrachte ich mal als eine andere Baustelle, die hier nicht her gehört. ;)

    Ok, ich gehe mal kurz ins Detail :D


    es geht in dem Beispiel nicht um die Art wie man spielt sondern das beide Gitarren mechanische Klangerzeuger sind.


    Abgesehen vom Zupfen der Saiten (was man mit dem Anschlagen der Spielflächen eines E-Drums oder Tasten eines Keyboards ja durchaus vergleichen kann) erzeugt eine E-Gitarre ihren Klang aber nicht rein mechanisch, sondern über die Tonabnehmer.


    Kurzum: Gespielt werden müssen sowohl akustische als auch elektrische (E-Gitarre) bzw. elektronische (E-Drums, Keyboard) Varianten der Instrumente. Die Klangerzeugung des Instruments selbst hat aber eben auch einen Einfluss aufs Spielgefühl. Und das ist der springende Punkt. Gerade bei einem akustischen Schlagzeug ist das durch die Größe der Trommeln, deren Stimmung (Rebound) und die Größe und Dicke der Becken ja sehr anschaulich. :)

    Entscheidend ist auch, dass man sein Halbwissen nicht auch noch in extra großer Schrift postet.


    Das war nur ein Wink mit dem Zaunpfahl ... wer bist Du eigentlich? Und ja, ich kenn mich mit dem Quatsch aus. Spiele ja auch kein E-Drum und gebe dann Ratschläge zu Akustik Drums. ;)

    Ich vermute mal Nick74 hat auch mal mit einem Schlagzeug angefangen, und dann das E-Drum als logische Erweiterung angesehen.


    Für ihn ist es ja keine Erweiterung, sondern kompletter Ersatz.


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    Das ist halt in 2019 so. Als die ersten Synthesizer auf dem Markt kamen, wurden die auch belächelt. Heute Standard bei vielen Bands.


    Und wieder ein Vergleich, der hinkt.


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    Mein größter Horror auf einem Gig wäre, das mir den Controller um die Ohren fliegt. Man müßte quasi immer einen Ersatzcontroller dabei haben. Und wenn ich lese, das ein TD11 Controller von Roland gebraucht um die 700€ kostet, ist das schon eine Hausnummer.


    Auch an Akustik-Sets kann auf nem Gig mal was schief laufen. Mir ist auf nem Gig mal die Feder meines Slave Pedals gerissen. Zum Glück wars nicht die des Master Pedals und die paar Double-Bass Geschichten spielten in den Songs der Band keine große Rolle.


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    Um mal bei dem Beispiel mit der Gitarre zu bleiben. Keiner wird auf einer E-Gitarre lernen. Das geht ganz altmodisch akustisch los.


    Das ist eine Pauschalisierung, die nicht stimmt. Außerdem lehrt Nick ja explizit an E-Drums. Deswegen ja auch der Thread hier ;)

    Vielleicht hat auch die HiHat-Maschine ne Macke.


    Wahrscheinlich liegt es einfach an den laut seiner Aussage ausgenudelten Beckenfilzen. Wenn die Becken in Ordnung sind (rund, Außenkante plan, keine Keyholes), kann es nur an der Hi-Hat Maschine liegen. So gesehen müsste der Thread eigentlich ins Hardware Forum ;)


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    Was du auch versuchen könntest, die Becken von oben nach unten tauschen (haste bestimmt schon gemacht ;) )


    Ganz schlechte Idee. Es gibt immer ein Top- und ein Bottom Becken. Das ist nur für den Fall, wenn er die falsch rum aufgehängt hat, eine gute Idee.


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    Entscheidend ist meiner Meinung nach, das das typische Tschiip beim kurzen öffnen und gleichzeitigem anschlagen eines Sticks der HiHat ertönt. HiHat geschlossen sollte sich anhören wie ein Specht, tack tack, tack mit Beckensound.


    Entscheidend ist auch, dass man sein Halbwissen nicht auch noch in extra großer Schrift postet.

    Ja, E-Gitarren und Akustik-Gitarren sind schon auch zwei verschiedene Welten. Aber die Unterschiede sind geringer als bei Schlagzeugen und E-Drums, zumal sich die E-Gitarre schon lange etabliert hat und eben keine Akustik-Gitarre simulieren soll, so wie ein E-Drum das im ursprünglichen Sinne ja doch irgendwie tun soll(te), sondern gezielt einen anderen Sound erzeugt.


    Es ist und bleibt ein Äpfel / Birnen Vergleich. Wenn man die Schlag Instrumente z.B. zu den Obstsorten rechnet, ist ein akustisches Schlagzeug möglicherweise ein Apfel, während Percussion ne Kirsche ist und ein E-Drum ne Birne.
    Saiten Instrumente dann Gemüse: Akustik-Gitarren z.B. Tomaten und E-Gitarren Brokkoli.


    Eben nicht! Ich spiele z.B. gerade den Volca Beats mit selbstgemachten Samples, die auch die Klangnuancen bzw. die quasi "humanized" Analog-Synth-Abweichungen der Klänge voll authentisch wiederspiegeln. Wie geil das ist, wenn man mit so einem künstlichen Klang plötzlich Schlagzeug spielen kann, mit Open-Closed-Hat und gespielter Dynamik, ahnst du wahrscheinlich nicht. Ich spiele damit z.B. Minimal-Elektro; jeder würde nur auf die Idee kommen, dafür zu programmieren; da ist das Spielen ungleich spannender und auditiv extrem befriedigend. ;)


    Klingt definitiv interessant. Aber ich hab z.Z. ganz andere Probleme. ;)

    Das er grundsätzlich die Snare nur oben abnimmt finde ich ebenso überraschend wie den Aufwand die BD abzunehmen.


    Ersteres finde ich nicht so überraschend. Ich mag Teppich Mikros auch nicht und kann das nachvollziehen. Er erzählt da aber was von einem Side- bzw. Kessel Mikrofon. Das hab ich selbst schon ein paar mal gemacht und werde es wieder tun und weiter optimieren. Bin aber nicht durch das Video auf die Idee gekommen, das machen andere Engineers ja auch.
    Überraschend finde ich da eher die umgebauten Lautsprecher an den Bassdrums und Gong Drum. Denn was da rauskommt hat meines Wissens eher was mit dem Sound des Lautsprechers als mit dem Sound der Bassdrum zu tun. Es gibt einige Mikros, die mit Nahbesprechung genug Tiefbass einfangen - es muss natürlich auch genug Tiefbass vorhanden sein.


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    Sicher funktioniert wie du schon sagst die ganze Tomautomation nur wenn alles perfekt ist.
    Und das ist ja auch nicht jedermanns Geschmack und auch nicht immer erwünscht.


    Ja ... werde es aber mal probieren. Z.B. bei meinen nächsten eigenen Aufnahmen. Gerade bei Drums-only Sachen können geschnittene Tomspuren schon negativ auffallen. Im Bandkontext weniger. Und ob man die dann schneidet oder automatisiert kommt vom Aufwand her sowieso aufs selbe raus.


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    Metall geht so gar nicht :-)Bei mir werden mindestens BD und Snare meist mit neutralem Kompressor bearbeitet bevor ich sie in den Drumbus schicke
    wo dann auch je nach Gusto ein 1176 oder ein L2A arbeiten dürfen. Kommt halt immer auf die Mucke an.
    Ein Hauch Distortion ist mir neuerdings auch wichtig seit ich den Schepps Omnichannel benutze.


    Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie oft behauptet wird, dass man für härtere Gangarten auch mehr bzw. härter komprimieren müsse. Nachdem ich mich vielseitig belesen und selbst viel probiert hatte, kann ich nur noch mal sagen: Stimmt einfach nicht. Wenn's knallen soll, müssen die Aufnahmen und ggf. die Samples knallen (sich ein Sample aus einem druckvollen Schlag aus der Drums Aufnahme z.B. für die Kick zu basteln kann hier wahre Wunder bewirken). Gerade Drums verlieren durch zu viel Kompression und EQ deutlich an Druck. Da hilft auch das vielerorts beschworene Aligning der Spuren nichts mehr (was einfach nur ein bisschen anders und m.E. sogar schlechter klingt und die "Großen" immer noch nicht machen, obwohl es möglich ist).
    Klar kann man auch mit langer Attackzeit oder Transienten Designer den Attack raus arbeiten. Danach bügelt man das dann aber wieder mit Limiting spätestens auf der Summe platt oder der Mastering Engineer ärgert sich, weil er ne Fischgräte angeliefert bekommt. :D
    Im Mix gehts schon eher darum, Transienten zu schleifen und insgesamt (auch die Peaks) zu komprimieren, als zu expandieren.
    Ich frage mich bei jedem Schritt auch immer, was genau das bezwecken soll und warum ich das mit genau diesem EQ, Kompressor usw. an dieser Stelle in der Kette mit diesen Einstellungen mache. Wenn man immer offen für neues bleibt und sich immer wieder selbst hinterfragt, kann man sich auch weiter entwickeln.


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    Samples verwende ich eher ungerne vor allem bei eigenen Aufnahmen.
    Das gibt mir immer das Gefühl das ich ja vorher schon was falsch gemacht habe, bei fremden Aufnahmen kann man sich das immer schönreden. :D


    Es kommt eben immer drauf an, warum man Samples benutzt. Gute Schlagzeug Aufnahmen sollten ohne auskommen können - klar. Allerdings bringen Samples, auch echte Samples, eben auch einen gewissen Sound mit rein, der seit längerer Zeit populär ist. Eben z.B. im Metal die konsistent druckvolle Bassdrum, gleiches bei der Snare und bei einem konstanten und sauberen Sound generell.


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    Interessant fand ich auch seine Aussage ein Mikro übers Set zu hängen und wenns dann ausgewogen klingt ist das schon die halbe Miete.
    "playing ballanced" so hört man ob Stimmung, Becken und alles harmonisiert.
    So weit bin ich aber noch lange nicht.


    Find ich auch interessant, aber nachvollziehbar. Mal davon abgesehen, dass Mikros über dem Set tendenziell die über den Trommeln hängenden Becken eben etwas überbetonen und die Bassdrum unter-repräsentieren. Man könnte das Mikro aber auch genau so gut irgendwo in den Raum stellen, find ich. Er meint damit halt, dass schon vor der Einzel Mikrofonierung alles in sich rund und stimmig klingen sollte.

    Du bist doch aber Sound-Engineer-Profi oder -Anwärter, da liegt es doch quasi auf der Hand, die eDrum-Möglichkeiten mit einzubeziehen. Ich finde es immer recht langweilig und altbacken, wenn man den Schlagzeuger nur im klassischen oder herkömmlichen Sinne sieht. Für mich ist er primär ein Klangerzeuger, der aufgrund der Tatsache, daß quasi fast alle Gegenstände bzw. deren Abbilder sowie sonstige Klangquellen für Percussion-Klänge verwendet werden können ein unglaubliches Kreativpotential hat. Mit einem normalen akustischen Drumkit und seinen Sounds klingts halt immer ziemlich genau so, nämlich nach Drumkit - das wäre mir auf Dauer viel zu langweilig!- ; mit eDrums kann man dagegen alle kreativen Klangmöglichkeiten switchen, und das wäre für mich jdenfalls der erstzunennende Vorteil. ;)


    Es gibt ja einige Drummer, die ihr u.U. schon ziemlich großes Akustik-Set mit E-Drum Elementen erweitern. Neil Peart hat das schon in den 80ern gemacht, glaube ich. Oder Danny Carey. Um nur zwei zu nennen ...


    Deine Argumentation hinkt aber an einem bestimmten Punkt: So wie Du Dich auf E-Drums spezialisiert hast, kann ich mich z.B. auch tontechnisch auf Akustik Schlagzeug spezialisieren. Das ist nicht ohne Grund immer noch die tontechnische Königsdisziplin und generell sind akustische Aufnahmen insgesamt schwieriger bis zum fertigen Endprodukt zu bringen als Sounds aus der Dose.


    Mal davon abgesehen, dass man direkt am Set künstliche Sounds möchte (wenn auch nur als Ergänzung, siehe oben), würde ich die Drums lieber gleich programmieren, wenn sie künstlich klingen sollen. Ich bin auch ein ausgesprochener Gegner von Tot-Quantisieren echter Aufnahmen bzw. Performances. Das ist dann alles halt weder Fisch noch Fleisch ...


    Mit Metal haben E-Drums übrigens auch nicht viel zu tun. Es wird dort halt gerne eher mal getriggert, aus bekannten Gründen. Aber prinzipiell sollte ein Metal Schlagzeug schon wie ein echtes Schlagzeug klingen. Natürlich gibts auch hier Ausnahmen, die ich eher als Negativ Beispiele bezeichnen würde. Z.B. wenn die Drums direkt programmiert werden, weil der Drummer keine brauchbare Performance gebacken kriegt oder, nachdem alles quantisiert wurde, mit künstlich klingenden Samples zugeklatscht wird. Ist m.E. nicht wirklich der Sinn der Sache.


    Man kann sich im übrigen auch Samples aus den eigenen Akustik-Drums basteln. Hab ich schon mehrfach gemacht und hier und da in diversen Mixen benutzt.

    Check mal eDrum-Remixe wie den hier, und geh mal auf Entdeckungsreise auf AbletonDrummer, dann lernt man normalerweise was über die vielen Vorteile von eDrums.


    Nachteile und Vorteile sind rein faktische und logische Aspekte. Bei der Lautstärke wird mir diesbzgl. sicher Niemand widersprechen ;)
    Alles weitere ist vor allem Geschmackssache und eine Frage, was man vor hat und welches Ergebnis man anstrebt. Es gibt zum einen sicher ein paar Drummer wie Dich, die sich auf E-Drums spezialisiert haben und zum anderen auch einige Anwendungsgebiete, für die sich E-Drums besser eignen. The Prodigy ist da sicher ein gutes Beispiel. Ich hab aber auch schon z.B. Massive Attack live mit einem Akustik- UND einem E-Set gesehen. Lustigerweise war der eine Drummer schwarz und der andere weiß :thumbup:


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    Ein Profi oder Profi-Anwärter, der du bist oder sein möchtest, sollte da meineserachtens möglichst mehr wissen als nur "Lautstärke", und du widersprichst dir doch damit selbst, wenn du als einzigen Vorteil Lautstärke nennst und gleichzeitig etwas von "einer ganz anderen Welt, ein eigenständiges Instrument" schreibst ;)


    Nein, ich widerspreche mir nicht selbst. Weil ich die restlichen Aspekte, mal vom einzigen "Vorteil Lautstärke" abgesehen, ja schon zur Eigenständigkeit der E-Drums rechne.


    Außerdem habe ich auch nur gesagt, dass ich mich spielerisch auf einem professionellen Level bewege. Ich bin weder "Profi-Anwärter" noch Profi. Das heißt nämlich nix weiter, als dass man davon leben kann. Und ich will weder von Schlagzeug Unterricht leben noch würde ich mich als einen guten Lehrer bezeichnen. ;)

    Gates benutz ich nur bei Bassdrum und Snare. Bei Natur Bassdrums eigentlich immer, bei Snares je nach dem (insbesondere hinsichtlich Ghostnotes und Übersprechen von Hi-Hat u.ä.) und auch nie komplett (Dry Anteil) bzw. hart und mit längerem Release als bei der Bassdrum. Bei Snares bin ich wenn dann immer mehr bei Sample Enhancement statt Gaten - aber eben am besten mit einem echten (Freifeld) Sample der selben Snare bzw. des selben Recordings.


    Huart bestätigt Simons Vorgehensweise bei den Toms ja noch damit, dass er die lieber um 18dB automatisiert. Meint dazu allerdings auch, dass er wahrscheinlich auch etwas mehr komprimiert.


    Ich werde das mit der Automation von Tomspuren bzw. dem Bestehenbleiben eines "Teppichs" der Tomspuren auch mal ausprobieren ... ist meines Erachtens aber nur bei luftigen Arrangements mit wirklich guten Drums Aufnahmen, die möglichst natürlich klingen sollen, sinnvoll.


    Neben etwas Limiting und / oder Soft-Clipping kommen Kick und Snare bei mir mittlerweile ohne weitere Einzelkompression mit etwas Kompression des Drum Busses aus. So 3-5dB. Schnelle Attack- und Release Zeiten (beim 1176 bedeutet das z.B. 0,1ms und 70ms). Find ich mittlerweile besser als Einzelkompression und Parallelkompression. Dazu noch die Mixbus Kompression mit durchschnittlich 2dB Gainreduction.
    Transienten Designer benutz ich lieber zum Entschärfen als zum Verschärfen. Z.B. bei Becken und Akustik-Gitarren. Den ähnlichen Effekt davon und von Soft-Clipping hatte ja Tonband: Sowohl Schleifen von Transienten als auch Anfetten durch Sättigung.

    Ja, das Interview ist echt cool. Hab gerade auch noch ne Stelle gefunden - da geht's aber natürlich eher um den Mixdown. Bei 1:02:30 erzählt er was über Lautstärke Automation beim Drums Mix. Weder schneidet er die Toms bei Tomfills noch gated er sie, sondern automatisiert sie um ca. 10dB.


    Das gefunden zu haben freut mich gerade. Im drummerforum auf Facebook (Gruppe) ist so ein Typ unterwegs, der Phillips ziemlich genau kopiert. Als ich mal in irgend einer Diskussion erzählte, dass ich Tomspuren schneide und dass das auch Gang und Gäbe ist, wurde mir prompt unterstellt, dass ich nicht mischen könne. Er würde das alles so wie Simon machen und da würde man natürlich einfach nur die Fader hochziehen müssen und schon klingt alles, wenn man es kann. :D

    Obwohl ich mich spielerisch auf 'nem professionellen Level bewege, hab ich bisher nicht ernsthaft auf einem E-Drum gespielt. Vielleicht im Laden mal kurz an eins gesetzt und ein paar mal drauf gehauen, das war's auch schon.
    War für mich nie eine Alternative, auch wenn es manchmal schwierig ist einen geeigneten Raum zum Krachmachen zu finden. Was m.E. der einzige wirkliche Nachteil eines akustischen Schlagzeugs ist und auch der einzige wirkliche Vorteil eines E-Drums: Die Lautstärke. Ansonsten ist ein E-Drum eine ganz andere Welt und - um es mal neutral zu formulieren - ein eigenständiges Instrument. Selbst wenn man an einem E-Drum übt, um am Schlagzeug fit zu sein - wenn man mehr auf dem E-Drum als auf dem Schlagzeug spielt, wird das nicht so ganz funktionieren.