Beiträge von m_tree

    Ich wünsche mir tatsächlich ein Bio-Label für Musik, wie zum Beispiel "No Computers on this record".


    Das wäre dann eigentlich eher ein "Vintage Label". Ohne Computer wird heutzutage nur in absoluten Ausnahmefällen produziert. Das "Stadium Arcadium" Album der Peppers wurde auf deren Wunsch hin so produziert: Auf Tonband aufgenommen, analog abgemischt und zusätzlich auf Vinyl veröffentlicht (und das ist jetzt auch schon wieder 13 Jahre her). Und das zieht zigfach höheren Aufwand und höhere Kosten nach sich. Das CD Mastering wurde natürlich wieder an den Loudness War angeglichen (und ist dafür stark in die Kritik geraten). Was übrigens m.E. einer der Hauptvorteile von Vinyl ist: Es kann dafür nicht so laut gemastert werden und das Konvertieren in verlustbehaftete Codecs wie MP3 und AAC ist schwieriger (die Hürde des Digitalisierens ...).
    Aber auch was Vinyl betrifft: Die neuen Veröffentlichungen wurden dafür zum Großteil genau so digital aufgenommen und (teilweise) nachbearbeitet wie für CD und sonstige Releases.


    Ein "Bio Label" (was ich durchaus verstehen kann ...) sollte Digitaltechnik allein schon aus dem Grund nicht ausschließen, weil es sonst kaum Anwendung finden würde. Eher würde ich das als ein Qualitätssiegel betrachten, bei dem eben gewissse technische Hilfsmittel nicht zum Einsatz kommen - in erster Linie eben Timing- und Tonhöhenkorrekturen.



    Das hatte ich auch schon und für mich ist es irgendwie blutleer, wenn ich meinen Teil trocken einspielen soll. Wir haben das dann so gelöst, dass mind. ein Instrument (Gitarre) mit mir spielt, um mich zu unterstützen und eine bessere Energie zu bekommen, ohne dass dieses mit aufgenommen wurde.


    Als erster auf Klick einspielen heißt ja nicht, dass man außer den Klick sonst kein Playback bzw. keinen Support hat. Wenn man alleine einspielt kann man auch vorher Pilotspuren aufnehmen.


    Zitat


    Das geht nicht immer. Ich hab mal 8 Tracks an einem Tag eingespielt und hatte vorher nur die Hälfte davon zu hören bekommen. Es musste spontan im Studio eine Schlagzeugspur entwickelt werden.
    Bei einer anderen Produktion haben wir als komplettes Ensemble einen Track von 60 min Länge eingespielt. Das war Meditationsmusik, die davon lebt, dass die Band gemeinsam im Moment der Aufnahme die Musik fühlt und natürliche Spannungsbögen entwickelt.
    Ganz grobe Richtungen waren abgesprochen und vorbereitet, aber insgesamt war es mehr wie auf der Bühne.


    Auch für spontane Sachen ist eine gute Vorbereitung ja schon gefragt. Diese ist dann halt weniger spezifisch und betrifft allgemein die erlernte Fähigkeit, spontan und frei spielen und dabei eben trotzdem für 'ne Aufnahme abliefern zu können.


    Es ist tatsächlich die Kombination aus Quantisierung und Drum Replacement, die jegliches "Feel" vernichtet.


    Definitiv. Komplett quantisieren und komplett replacen tötet alles.
    Wenn ein Take allerdings mit keinen oder nur ganz wenigen und zielgerichteten Timing Korrekturen auskommt und man Samples lediglich unterstützend dazu mischt, sieht die Sache schon etwas anders aus. In solchen Fällen habe ich auch nicht einfach aufs Raster quantisiert, sondern mich am natürlichen Timing orientiert, das eben mal ein paar Millisekunden vor oder hinter dem Klick ist und ggf. mal leicht anzieht oder bremst. Wenn man das genau nimmt und ein Gefühl dafür hat hört man auch nicht, dass geschnitten wurde. Das gleiche mit den Samples: Wenn man die nur dazu mischt, um die eigentliche Aufnahme eben etwas zu enhancen und anzufetten.
    Dafür ist natürlich gutes Ausgangsmaterial gefragt und der Mischer sollte auf jeden Fall in der Lage dazu sein, eine gute Drums Aufnahme auch ohne Samples passend in den Song zu mischen. Was leider nicht immer der Fall ist.

    Sauber gecovert... Und dass machst du jetzt nochmal, und besser ?( ,dass geht?


    Danke. Ja, das geht. Da spielen mehrere Faktoren mit ein: die Verspieler (am Ende des Testvideos), die Ghostnote nach dem Backbeat, das gesamte Feel, der Sound (inkl. Crashbecken) und die optischen Sachen (Outfit, Hintergrund, Perspektive).


    Hab mir gerade den ganzen Fred nochmal durchgelesen. Hmmm ich muss ja zugeben, ich würde die Überlegung mit mehreren Kameraperspektiven nicht ganz abhaken.
    Auch wenn du völlig recht hast, dass natürlich Bildschnitt immer auch bedeutet, dass ein Stück Autentizität verloren geht, wie du relativ am Anfang mal sagtest.


    Danke. Dein Tipp mit dem Outfit war schon Gold wert. Ich hatte das auch überlegt, weil ich seit kurzem nicht mehr in der Smartphone Steinzeit bin und eine zweite Kamera Einstellung mitlaufen lassen könnte. Es geht da eigentlich nur um die Aufstellung ...


    Zitat

    Aber trotzdem stelle ich mir die Frage, warum veröffentlicht man Videos, wenn man gar kein Interesse hat, diese Videos auch nach seinen Möglichkeiten gut aussehen zu lassen. Die Ebene, kurze Filmchen in einer statischen Einstellung zu filmen, hat die Filmgeschichte aus gutem Grund schon Anfang des 20 Jahrhunderts hinter sich gelassen, weil man schnell gemerkt hat, dass das ziemlich langweilig rüberkommt. Und das ist heute ja nicht anders. Unter anderem deshalb hast du in einigen Wochen halt nur 450 Klicks bekommen, und das wird wohl auch nicht mehr deutlich mehr werden, obwohl dein Spiel viel viel mehr verdient hätte.


    Man darf bei den 450 Klicks (von denen 300 in den ersten paar Tagen zusammen gekommen sind) nicht vergessen, dass das Video nicht gelistet ist. ;)
    Es ist ja nur ein Testvideo. Vom fertigen Video, das dann von jedem auf der Welt gefunden werden kann, erwarte ich mir natürlich weitaus mehr Klicks. Daher will ich ja auch, dass wirklich alles passt..


    Zitat

    Aber so ist es halt nun mal. Wenn man weiterkommen will, muss man irgendwie auffallen und in Erinnerung bleiben. Bei Videos klappt das halt mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn das Bild irgendwas besonderes hat. Und da ist der technisch allererste Schritt, interessante Einstellungen zu gestalten, wie es Fotografen, Kameraleute und Regisseure auch machen. Sonst kannst du auch in einem Track trommeln und ein paar Bilder von Sonnenuntergängen drunter legen, hätte ungefähr die gleiche Bildaussage.


    Und ganz ehrlich, wer schaut sich denn Youtube-Videos an, nur um zu erkennen, dass es sowohl bessere als auch schlechtere Drummer als einen selbst gibt? Entweder will man einen konkreten Mehrwert (z.B. Tutorials, Testberichte, whatever o.ä.), oder man will schnöde Unterhaltung. Eine einzige statische Einstellung unterhält aber nicht, da sollte auf dem Bildschirm schon ein bischen was passieren.


    Eine zweite Kameraperspektive ist machbar, wie gesagt. Mehr ist mir dann allerdings doch zu aufwändig. Das Video stellt für mich ja nur den Anfang davon, schlicht und einfach zu zeigen was ich kann, dar. Es geht mir dabei nicht um den maximalen "Impact", sondern hauptsächlich um eine Referenz.


    Zitat

    Falls du wirklich keinen filmischen Anspruch an deine Präsentation hast, dann überleg doch mal trotzdem, wie es wäre, dich von schräg hinten zu filmen und noch etwas näher ran zu gehen. Dann könnten die Drummer besser sehen, was du spielst, und auch der rechte Fuß wäre zu erkennen. Und jetzt sag nicht, geht nicht, dann sieht man das hässliche IKEA Regal. Dann musst halt das Drumset so aufbauen, dass der Hintergrund wieder stimmt ;)


    Für mich selbst würde ich das eh bevorzugen, weil man dann meine blöden Grimassen nicht so sieht :D


    Ich finde die Perspektive von vorne eigentlich am besten. Die zweite Kamera werde ich dann wohl schräg von hinten (Hi-Hat Seite) aufstellen, sodass man auch die Füße sieht. Mal sehen.


    Aber hast schon recht ... warum nicht die zweite Kamera im Handy nutzen. Bleibt nur die Frage wie ich das dann zusammen schneide ...

    Marius, das wäre doch ne Geschäftsidee ;)


    Ne Geschäftsidee eher um dagegen zu halten und auf Echtheit zu setzen. ;)
    Fragt sich allerdings, wie idealistisch ich bleiben können werde ... :rolleyes:


    Bei einem Mixing Wettbewerb von Cambridge MT - wohlgemerkt kein Remix-, sondern wirklich nur ein reiner Mixing Wettbewerb - war es erlaubt nicht nur Spuren weg zu lassen (was im Fall von mehrfach mikrofonierten Elementen durchaus mal üblich ist und sich ja wirklich nur auf die tontechnische Umsetzung beschränkt), sondern auch zu verschieben. D.h., den Track umzuarrangieren.
    Ohne Absprache mit dem Künstler ist das so ziemlich das unprofessionellste, das man machen kann. Ich frage den Kunden sogar, bevor ich Timing Geschichten korrigiere, Samples hinzufüge, automatische Tonhöhen Korrektur benutze oder eben mal eine (bspw. Snare Teppich oder Drums Raum) Spur weglasse usw. ... alles in Rücksprache.

    Schon klar, nur hörte ich die Songs zum ersten mal im Studio :S


    Hatte ich auch schon mal, allerdings in ziemlich kleinem Rahmen. Es wirkt sich aber immer - ganz unabhängig von den Fähigkeiten und dem Anspruch des Tracks - negativ auf die Performance und das Ergebnis aus. Eine gute Vorbereitung ist das A und O - immer und überall. :)

    Den Track auswendig kennen sollte man aber schon vor dem ersten Take. ;)


    Klar hat das alles seine Vor- und Nachteile. In einem ansonsten guten und sauberen Take mal 1-3 leicht unsaubere Stellen zu schneiden kann ein Segen sein. Einen guten und sauberen Take allerdings komplett zu zerpflücken und ans Raster anzugleichen ist aber eben m.E. eine Art Missbrauch dieses technischen Hilfsmittels.

    Auf Klick einspielen ist halt 'ne saubere Sache. Ohne Klick mit "passenden" Schwankungen ein wirklich rundes Ergebnis zu erreichen ist schon nicht so einfach.


    Es sagt ja keiner, dass man danach alles aufs Grid schieben muss. Grobe Schnitzer sollten sowieso nicht passieren. Im besten Fall spielt nur der Drummer auf Klick ein und die anderen halten sich an den Drummer. Egal ob live oder mit Overdubs.


    Andererseits gibts aber auch Extrembeispiele, die ein ganz schlechtes Timing haben und quantisiert werden müssen, damit's nach was klingt. Ein Mixing Kunde von mir, der alle Instrumente selbst einspielt, ist so ein Fall.


    Aber eine wirklich gute Performance tot zu quantisieren ist m.E. einfach irrsinnig. Die Musik wird durch die technischen Möglichkeiten sowieso immer lebloser.


    Gabs die Diskussion hier vor nicht all zu langer Zeit schon mal?

    Nicht schlecht??


    So einen Kommentar hat er auch andernorts abgelassen. Standardfloskeln eines Clowns eben. ;)


    Schön zu sehen ist bei dem langjährigen und gut dokumentierten Werdegang - siehe das "Dancy Of Eternity Cover" von 2007, das spielerisch schon in etwa auf dem gleichen Level ist - jedenfalls finde ich, dass Talent, Leidenschaft und Ausdauer entscheidend sind. Aber auch, dass eben jeder für sich so seine Spezialgebiete findet und ausbaut.


    Das hier ist jedenfalls wirklich ganz großes Tennis und ich verstehe wie gesagt nicht, warum man das nicht auch in einer entsprechenden Band ausspielt. Nur als Anregung zu verstehen. ;)


    Nochmals: Hut ab. :)

    Kurzer Zwischenstand:


    Die Ghostnote nach dem Backbeat läuft problemlos. Mir entfleucht zwar direkt danach eine weitere Ghostnote (zusammen mit der Triole auf der Hi-Hat), aber das zähle ich einfach mal zum individuellen Groove bzw. zu meiner Interpretation. Insgesamt läuft das auch noch grooviger und entspannter, die Betonungen der Triolen in den Tom Rolls kommen besser. Auch die restlichen Sachen bzgl. Outfit und Hintergrund passen jetzt. Sound wird eh noch ein Stück besser, weil ich wie gesagt den Phasendreher auf dem Snare Kessel-Mikro nicht bedacht hatte.


    Ich warte trotzdem noch ein bisschen. Denn mit so kleinem Besteck und ohne Tom Mikros einzuspielen ist das eine - mit kaputten Crashbecken aber das andere. Ich will nach dem Video sowieso noch ein paar andere Sachen veröffentlichen - dann aber reine Drums Geschichten. Krumme Taktarten, ggf. angeshuffelt und mit Double-Bass und so sowas. Und dafür müssen neue Crashbecken her. :rolleyes:


    Läuft jedenfalls alles und die Kritik hier war sehr hilfreich. Meld mich dann wieder mit dem fertigen Video. :)

    Hut ab! :thumbup:
    Ich könnte das nicht. Wobei mich Progzeug und DB-Lastigkeit spielerisch auch nie so interessiert haben.


    Hast du auch mal Dance of Eternity gespielt? oder habe ich das übersehen?


    Edith meint das habe ich wohl übersehen - du liebes bisschen :huh:


    Hab auch gerade mal danach geschaut. Von 2007 und richtig amtlich gespielt.


    Mir stellt sich jetzt unweigerlich folgende Frage: Warum ist es bei YT Covern geblieben? Mit den Skills könntest du bei richtig guten Bands spielen.

    Der Herr hat mich nach seinem EP Release noch mal angefragt. Bin momentan mehr mit anderen Sachen beschäftigt. Hier gibts den Track mit Rough-Mix (ab 5:28 ) zu hören. Die Drums habe ich mit eigenen Samples unterstützt. Bassdrum ist komplett meine aktuell mit Beta52a innen und BD300 außen mikrofonierte Bassdrum und die Snare habe ich mit einem aktuellen Freifeld Sample unterstützt. Das Schlagzeug wurde komplett einzeln bzw. getrennt eingespielt.


    [soundcloud]

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    Hier der Track auf Youtube (bessere Audio-Qualität):


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    Ich spreche von 4-5k Zuschauern aufwärts.


    :thumbup:


    Welche Band?


    Ich sprach deutlich nicht von der Lautstärke der Band, sondern von der Umgebungslautstärke, über die man drüber muss.


    Die Umgebungslautstärke beinhaltet aber neben der PA (die vorn an der Bühne ist - und ja ok, hinten hört man davon vor allem undefinierte Bässe) eben die Band bzw. alles, was auf der Bühne passiert.

    Hmm ... also gerade auf größeren Bühnen ist man i.d.R. ganz hinten. Auch hinter den Amps. Das Schlagzeug ist generell das lauteste Instrument. Und gerade wenn man Amps mikrofoniert hat es keinen Sinn, die voll aufzudrehen (bis 30% und ab 80% klingen Röhrenamps am vollsten). Den Bass über Line-Out abzunehmen empfiehlt sich sowieso.


    Aber ist ja auch wurscht und kann jeder so machen, wie er will. Was spielst du denn da so für Gigs, bei denen du so viel Drums auf deinem Monitor brauchst?

    Hängt aber sicherlich auch mit der Grösse der Band, der Bühne, der Location und vor Allem der Art der Musik zusammen.


    Wohl eher mit der Spielweise. Denn da müsstest du schon sehr zurückhaltend spielen, damit sich das so verhält. Ist mir noch nicht passiert. Und ich spiele generell nur mit Gehörschutz.

    In dem Punkt würde ich, für meine Erfahrungen zumindest, widersprechen wollen. Vor allem als Drummer hinten in der Backline hat man so einen dermaßenen Akustikmüll herumfliegen, dass zumindest ich da überhaupt nichts mehr ausmachen kann. Die PA links und rechts sind gerne mal 10 und mehr Meter entfernt, weisen also eine Latenz von 30ms+ auf. Zudem beugen sich Hoch- und Mitteltöne nicht, so dass nur undefinierbar viel Möhm und Rumms übrig bleibt. Plus die Subwoofer unter der Bühne. Die Gitarrenamps stehen alle eher neben einem und pusten nach vorne, genauso die Bläser, elektronische Instrumente sind direkt gar nicht vorhanden. Dann kommt noch ein diffuses Gemisch aus den Monitoren der Bandkollegen dazu, auch verzögert, auch gefärbt. Im schlimmsten Falle ist es kein Open-Air, sondern eine Halle, das macht den Baustellenlärm dann perfekt. Wenn man da keinen Monitormischer hat, der seinen Job versteht und einen PA-like Sound auf die Side- und Drumfills, respektive In-Ears bringt, hat man mindestens absolut keinen Spass und zieht das Ding im schlimmsten Falle im Blindflug durch. Ist dann aber auch kein "Musizieren im Kreise seiner Mitmusiker" mehr.


    ?(


    Es ging doch nur darum, dass man vom Schlagzeug selbst eigentlich nix auf dem Monitor braucht (außer evtl. etwas Bassdrum). Ohne In-Ear Monitoring brauchen nicht mal die Bandkollegen, die weiter entfernt vom Set sind, was vom Schlagzeug auf ihren Monitoren. Weil es halt einfach laut genug ist.
    Dass man hinten am Schlagzeug allerdings unbedingt nen Monitor braucht um die restliche Band zu hören ist klar. Selbst bei kleineren Gigs habe ich immer auf nen Monitor bestanden. Sonst ist's tatsächlich n Blindflug, jo.

    Etwas Kick habe ich ganz gerne drauf, ansonsten 100% Zustimmung.


    Das leuchtet ein. Muss ich bei künftigen und größeren Gigs mal probieren. Aber es geht auch ohne, auch auf größeren Open Air Bühnen.
    Mit In-Ear Monitoring ist das wahrscheinlich wieder etwas anders. Aber prinzipiell braucht der Drummer am wenigsten Monitoring und der/die Sänger/in/nen am meisten.


    Ich hab meistens ganz gerne etwas mehr Bass und Rhythmus Instrumente als z.B. Gesang drauf. Ich bin ja der Rhythmusgeber, nicht der Zuhörer. :)

    Mit Live Mixing kenne ich mich nicht aus und werde ich auch nie ernsthaft betreiben, weil ich selber noch Gigs habe. Mit dem Produktionsprozess und vor allem Studio-Mixing allerdings schon.


    Es gibt viele sehr machtvolle Effekte (wozu m.E. allein schon Lautstärke Automation zählt, was es schon seit den 80ern an großen Studiopulten gibt). Mit all diesen Effekten kann man unglaublich viel kaputt machen. Allerdings kann man - wenn man weiß was man tut; in der Lage dazu ist, die Rohspuren zu analysieren und gleichzeitig eine künstlerische Vorstellung von dem zu bekommen, wo man letztendlich hin will; darauf aufbauend dann mit Know How und Erfahrung die einzelnen Eingriffe dahingehend vorzunehmen und schlicht und einfach auch ein Gefühl für Musik generell, für den Song und ein Verständnis für das "Wesen" der einzelnen Instrumente hat - damit auch sehr viel aus den Rohspuren rausholen und diese unterstützen, nicht kaputt machen. Es gibt durchaus den Mittelweg, der verschönert, verbessert, aber möglichst natürlich und echt bleibt.


    Wenn man das ernst meint kann man gut und gerne einen ganzen Arbeitstag pro Song investieren. Bei größeren Projekten auch mehr. Die ganz großen haben noch Mixing Assistenten, die die Spuren vorher aufbereiten. Da wird jeder noch so kleinste Furz in den Fokus genommen und trotzdem das Gesamtbild im Auge behalten. Und sehr wohl Song-dienlich gemischt.


    Sicher habt ihr damit recht. Allerdings hab ich auch schon echt schlechte Erfahrungen gemacht. Drumsound sollte doch, finde ich, irgendwie authentisch bleiben. Ich fühle mich sonst unwohl und spiele auch gehemmter, wenn ich -wenn auch indirekt über PA oder Monitor- nicht das höre, was ich erwarte. Wisst ihr was ich meine? Oft wird der Sound so verändert dargestellt, dass ich mein Spiel nicht mehr wiederkenne.


    Ich sehe bei normalem Monitoring live keinen Grund, vom Drumset was auf dem Monitor zu haben. Der Drummer hört von sich selbst i.d.R. genug, genau so wie die Band vom Drummer.


    Ansonsten scheint mir, dass du bisher viel mit schlechten Technikern und Mischern zusammen gearbeitet hast. Die Technik zu verstehen bedeutet noch nicht, dass man gut mischen kann.

    Keine Ahnung, wie man Posts zitiert die mehr als 10 Beiträge her sind. Aber zum SM57 bin ich noch hierüber gestolpert, was finde ich wieder der beste Beleg dafür ist, dass man vor allem einfach mal aufnehmen und mischen muss mit dem was man hat, anstatt ewig darüber zu brüten, ob man nicht noch diesen und jenen "Industriestandard" an Mikro braucht ^^ : Ein Aufnahme ausschließlich mit einem Paar SM57


    Wenn meine Mischungen so klingen würden, wäre ich persönlich schon mehr als zufrieden...


    Klingt schon gut. Da wurde im Mix aber halt auch einiges gemacht. Schon allein daran zu sehen / hören, wie nah ins SM57 gesungen wird und wie klar die Stimme dennoch klingt (Nahbesprechungseffekt kompensiert / Bässe abgesenkt).
    Für Gitarren Amps und Snare ist das SM57 ja sowieso immer noch ein Standard Mikro. Aber beim restlichen Schlagzeug und beim Gesang hört man finde ich schon, dass das SM57 irgendwie unpassend färbt. Zumindest für eine Aufnahme. Ich höre auch über dem gesamten Mix den "SM57 Schleier" mit Präsenzpeak bei 6-7kHz, klingt insgesamt halt etwas spitz. Andererseits könnte man auch mit gezieltem EQing die SM57 Farbe auf bestimmten Kanälen kompensieren ... aber dann sollte man sich lieber fragen, warum man nicht einfach ein anderes Mikro nimmt.


    Sowas ist ein netter Beweis dafür, worauf es wirklich ankommt. Trotzdem hat es schon Gründe, warum man mit unterschiedlichen Mikros für unterschiedliche Zwecke besser beraten ist - und das müssen auch keine sündhaft teuren Mikros sein.

    Jetzt verkomplizierst du das Ding aber schon ein bisschen ;)


    Vielleicht spreche ich ja auch einfach nur den springenden Punkt an :D


    Kann es sein, dass gerade beim Spielen von durchgehenden 16teln auf der Bassdrum mit beiden Füßen es wichtig trotz Power locker zu bleiben? Ich stelle immer wieder fest, dass man zwar Heelup Power braucht, um sagen wir in den härteren Gangarten mitzuspielen, aber dabei die Lockerheit nicht abhanden kommen darf und gerade das immer wieder zu Problemen führt.


    Sowohl für schnelles als auch für kraftvolles / punchiges / lautes Spiel sollte man locker sein. Oder noch anders gesagt: Locker sollte man IMMER sein, egal was man spielt.


    Zitat

    Versuche ich schneller zu spielen oder mehr Power zu entwickeln, trete ich irgendwann unbewusst fester zu. Irgendwann kommt dann eine Wand und ich kann nicht mehr das Tempo halten.


    Wenn man mehr Power im Sound haben will muss man natürlich schon fester zutreten bzw. drauf hauen. Reine Physik. Allerdings sollte man auch da gefühlvoll bleiben, nicht verkrampfen und den Punch mehr durch Technik als durch Kraft hervorbringen. Richtig draufhauen will eben auch gelernt sein.


    Beim schneller Spielen versuchst du mit dem fester Zutreten aber unbewusst physikalische Zusammenhänge auszuhebeln. Weiter oben wurde der Einsatz von Samples bei sehr schnellen Double-Bass Läufen thematisiert. Das kann mehrere Gründe haben, aber je schneller man spielt und je mehr der Rebound genutzt werden muss, desto weniger Punch hat man halt auch einfach. Es gibt eine weite Spanne, bei der man mit entsprechenden Fähigkeiten schnell UND laut spielen kann. Aber es gibt einfach Grenzen (die jeder für sich auslotet ...).


    Zitat

    Versuche ich aber locker zu bleiben und den Beater so weit es geht zurückkommen zu lassen, klappt es viel besser und ich habe auch bei höherem Tempo das Gefühl, dass ich entspannt bin.


    Damit hast du dir die Antwort doch schon selbst gegeben. ;)

    Lockerheit ist doch nicht nur für Double-Bass, sondern fürs Schlagzeugspielen allgemein wichtig.


    Aber jetzt wirds paradox: Um locker spielen zu können, braucht man eine gewisse Anspannung. Wenn alle 4 Gliedmaßen unabhängig voneinander was machen, ohne sich mit den Füßen auf dem Boden abstützen zu können, braucht man einfach Körperspannung. Es ist also die richtige Mischung aus gezielter Anspannung und Lockerheit. Wenn man bspw. mit dem Stick schnell und punchig sein will, muss man den schon irgendwo feste in der Hand behalten, sonst fliegt er halt weg. :rolleyes:


    Und ansonsten natürlich: Technik und Üben.

    Habt ihr auch schonmal versucht, die Snare gar nicht extra abzunehmen? Also das Set nur mit Overheads und Bassdrum-Mikro einzufangen?


    Nicht nur versucht, sondern auch erfolgreich umgesetzt. Mit Recorderman sowieso, später auch mit einem AB-ähnlichen Aufbau schräg von hinten aufs Set zeigend (warum erschließt sich im nächsten Satz). Das Hauptproblem ist ein ausgewogenes Verhältnis von Trommeln und Becken. Die Bassdrum braucht für eine ausreichende Portion Bass sowieso ein eigenes Mikro. Aber nicht nur weil die Becken auf der Aufnahme selbst schnell mal Überhand nehmen ... fängt man dann an, das Schlagzeug in einen ganzen Bandmix zu mischen, werden die Becken nicht nur durch eine übliche Portion Höhenbetonung und Kompression überproportional laut - die Trommeln können sich sowohl wegen der Frequenzverteilung als auch der allgemeinen Dynamikverdichtung (spätestens auf der Summe) meist schlechter durchsetzen als die Becken. Die sind auch im Bass- und Mittenbereich zu Hause, wo auch Bass, so ziemliche alle Instrumente und Gesang zu Hause sind, während die Becken fast nur aus Höhen bestehen.


    Dennoch gibts einige sogar ziemlich berühmte Beispiele für Distanz Mikrofonie am Schlagzeug. Allen voran alle Led Zeppelin / Bonham Aufnahmen. Da kamen neben Overheads und 2 Bassdrum Mikros auch noch ein 3. Overhead von hinten und 2 Raum Mikrofone dazu. Bonhams Drum Tech hat das in diesem Video demonstriert (bei 5:18 gehts los mit der Mikrofonierung):


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    Der große und hohe Raum macht da übrigens einiges aus.


    Ein weiteres Beispiel ist das Album "Travelling Without Moving" von Jamiroquai. Dort kam tatsächlich Recorderman zum Einsatz. Ich find die Drums allerdings recht unausgewogen und vor allem die Hi-Hat tendenziell zu laut, obwohl die da eigentlich nur geschlossen gespielt wird.


    Zitat

    Wir arbeiten unser Leben lang an einer ausgewogenen Balance und Klangkultur. Und je nach Genre klingt dann die Snare vielleicht zu aufgesetzt im Verhältnis zu Rest. Mit Overheads gibt es einen sehr charmanten Raum auf den Sound.


    Wenn der Raum gut klingt, mag das gewünscht sein. Es gibt aber auch sehr bekannte Mischer wie Andy Wallace, der sehr viel bekanntes Zeug abgemischt hat, der den Raumanteil der Overheads trotz Aufnahmen in Top-Studios nicht mag und die Overheads bei Crashbecken Anschlägen bis zu 6dB lauter automatisiert. Kein Witz ...


    Schlagzeug wird in der Tontechnik nicht umsonst als die Königsdisziplin betrachtet. Vom Sound des Sets und dem Raum angefangen bis hin zum Mix - sehr komplexe Sache mit unzähligen Möglichkeiten der Umsetzung.