Und es gibt andere sogenannte Weltklasse-Mischer, die LCR verteufeln oder zumindest nur sehr, sehr behutsam nutzen (Dave Pensado, z.B.). Chris Lord-Alge und Andrew Scheps leben eben davon, laute Mainstream-Musik zu mischen (Green Day & Co.). LCR ist eine Art, Songs zu pannen, aber sicher nicht die einzige. Ist auch keine Religion oder geheime Rezeptur. Liegt schlicht daran, dass man früher aufgrund der technischen Limitationen von Konsolen (vor dem Einzug von Pan-Knobs) eben nur Signale ganz nach links oder nach rechts (etwas später auch in die Mitte) legen konnte.
Ich weiß. Das Neve Pult, mit dem Andrew Scheps mischt, wenn er nicht ITB, also analog arbeitet, hat Schalter fürs Panning mit den 3 Stellungen (LCR). CLA mischt aber mit einer SSL 4000 Konsole und die hat stufenlose Pan Regler. Das ist also kein Argument. Außerdem weiß ich, dass es nur eine von vielen Methoden ist. Mit der Aussage wollte ich nur verdeutlichen, dass LCR Mixing nicht unprofessionell ist. ![]()
ZitatÜberhaupt solltest Du, das als wirklich nett gemeinter Tipp, mit Feedback hier anders umgehen. Du lädst Deine Mixe hoch mit der Bitte um Feedback, dann bekommst Du Feedback von Nicht-Mischern bzw. Musikern, die als Konsument Deine Mixe hören und Du erklärst danach ausführlich, warum Du eigentlich doch recht hast und dass das ja alles nur subjektive Meinungen seien. Ich finde das schwierig, um ehrlich zu sein. Wenn Du mal mit dem Job Geld verdienen solltest, entscheiden immer die Musiker, der Produzent oder am Ende die Käufer - und denen ist es schnurzpiepe, ob das, was Du getan hast, technisch gesehen "reine Lehre" ist. Wenn ein Musiker Dir sagt, dass er seinen Song "dreckiger" haben will, wirst Du ihm, der Dich am Ende bezahlt, nicht antworten: "Aber das ist doch ein 0815-Popsong". Auf dem Cover einer Platte steht der Name des Musikers groß drauf. Wenn Du viel Glück hast, wird Dein Name irgendwo im Booklet stehen. In der Spotify-Welt steht der nirgendwo mehr. Üblicherweise schicken Dir Musiker oder der Produzent ja nicht nur die rohen Spuren, sondern meist einen Raw Mix, der die Richtung bzw. deren Vorstellung vorgibt.
Ich hab ja schon ein bisschen Geld damit verdient und mein Name steht auch hier und da schon drauf (kann ein paar Referenzen posten, wenn du willst). Und jeder Mischer hat seine Vorlieben und Herangehensweisen. Auch in kleinerem Rahmen. Deswegen ist Referenzmaterial wichtig und ich biete z.Z. immer noch einen unverbindlichen Probemix an.
Korrekturen sind normal, allerdings geht's da naturgemäß um Dinge, die nicht die grundlegende Mix Struktur betreffen. Sondern eher auf die Art: "Dort das ein bisschen leiser, da ein bisschen lauter, insgesamt mehr Bass, weniger / mehr Raum / Delays usw." Habe ja auch schon Korrekturwünsche von Kunden gekriegt. Und man kann auch im Vorhinein Rücksprache halten. Aber wie gesagt - da geht's nicht um die grundlegende Mix Struktur. Man kann es auch anders sehen: Bestimmte Mischer, gerade im größeren Stil, werden oft gebucht, weil sie so klingen, wie sie klingen bzw. ihre Handschrift haben.
ZitatUnd ich widerspreche in einem weiteren Punkt. Natürlich gehört es zu den essentiellen Aufgaben eines Mischers, auch Spuren zu muten oder ganz rauszuschmeißen, um einen Song Klarheit oder Dynamik zu verleihen - immer in Absprache mit den Musikern, kalr, was bei diesen ganzen kostenlosen Downloads von Cambridge und den unzähligen Mix-Contests halt schwierig ist.
Ich weiß. Das habe ich auch bei Mixing Jobs schon öfters gemacht. Allerdings ist es ein Unterschied, ob ich Spuren eines Elements - z.B. Raumspuren von Drums, Snare Teppich Mikrofone, Hi-Hat Mikrofone, oder zusätzliche Spuren von anderen Instrumenten - weglasse, oder ob ich ganze Instrumente weglasse oder, wie im Cambridge Contest, ganz und gar um arrangiere.
Andererseits hatte ich auch schon mit aufwändiger Fleißarbeit ganze Songs eines bestimmten Kunden gerettet, was nach seiner Aussage nur ich so hingekriegt hätte (auf seine "Mischer Auswahl" bezogen).
ZitatDavon ab: Dein Mix vom Hofa-Institut ist wirklich sehr, sehr gut.
Ausgewogen, balanciert, die richtigen Elemente betont, den Charakter des Songs bewahrt. Klasse!
Bei den anderen Songs stimme ich vielen Vorrednern zu. Die sind technisch sauber, aber irgendwie zu glatt. Am Ende ist es konsequent, denn durch alle Deine hier hochgeladenen Mixe zieht sich das wie ein roter Faden, was erst einmal ein gutes Zeichen ist, denn es zeigt, dass Du Deinen Weg schon gefunden hast und offenbar ähnliche bis gleiche Techniken und Prozesse anwendest bzw. hast.
Danke. Und genau deswegen frage ich ... um Schwachstellen meines aktuellen Weges aufzudecken und auszumerzen bzw. mich wandlungsfähiger zu machen. Das Panning im aktuellen Cambridge Mix habe ich z.B. nicht nach LCR Manier gemacht (natürlich ist einiges auch LCR gepannt, aber die Hauptgitarre und das Klavier z.B., neben Hi-Hat, Toms und Raumspuren / Delays, dazwischen).
Dennoch gibt es auch Missverständnisse und durch meine Antworten auf deine Aussagen weiter oben versuche ich, diese Missverständnisse aufzudecken.
ZitatBin gespannt auf weitere Arbeiten von Dir.
Wenn es klappt, kriege ich im Februar mal wieder einen richtigen Auftrag eines neuen Kunden. ![]()