Ist sehr cool, was hier gerade so läuft 
Habe meinen Mix schon wieder nachgebessert (merke: die als "finale" betitelte Version ist nie final
) und ja ... irgendwie läuft es jetzt. Weniger nachdenken. Mehr nach Gefühl machen. Habe überall nachgedreht:
- Auf den Drum Bus noch ne neutral klingende Tonband Simulation gehauen. Bringt ne Portion mehr Glue und Sättigung in die Sache. Die Höhen vorher noch minimal mehr angehoben.
- Den Bass mit kürzerer Release Zeit bearbeitet (1/8 statt 1/4) und am Ende der Kette noch nen Softclipper gehauen -> kompakter und durchsetzungsfähiger
- Die Kompression auf den Gitarren komplett runter gehauen (abgesehen von etwas Limiting auf den Hauptgitarren, dort habe ich meinen Low-Shelf auch noch etwas weiter runtergezogen, um die Färbung der Kompressoren auszugleichen). Der Sound des Solos ist im Prinzip nur noch das Ergebnis meines Mixes der vielen Mikrofone und etwas "Schön- und Fettmaching". Solo ist jetzt auch entgegen gesetzt gepannt, so setzt es sich besser vom Schlagzeug ab.
- Die Hammond Orgel etwas anders komprimiert (SSL Channel EQ, lange statt kurze Attackzeit und Release auf 1/2 statt einen ganzen Takt gesetzt)
- Die Kompression des Gesangs komplett runter gehauen (ist ja schon vorkomprimiert), und die Verzerrung und den De-Esser etwas anders eingestellt sowie meine zwei Delays (eins davon zusätzlich mit Haas Delay) lauter gemacht
Das Leveling habe ich auch noch feinangepasst bzw. feinanpassen müssen (EQing und Kompression gehen immer mit Leveling einher). Die besagte Hi-Hat während des Solos z.B. noch leiser gemacht.
Etwas lauter gemastert (-9 LUFS) habe ich auch. Ich werde den Mix auch mal an meine Mastering Connection aus Berlin schicken. Mal sehen, was der dazu so sagt und wie das dann klingt (kann ich ggf. auch hier präsentieren).
My Father Never Loved Me - m_tree Mix3
Finde den neuen Mix jedenfalls viel besser. Wem geht's auch so? 
Ich bin also nicht von meinem Weg mit der Transparenz, Präsenz und Trennung der Elemente abgewichen, sondern habe noch einen drauf gesetzt. Sozusagen nach dem Motto "wenn, dann schon richtig". Man muss sich halt entscheiden, was man will. Wenn mir ein Produzent aber von vorn herein sagen würde, dass ich rotzig mischen soll, würde ich das auch hinkriegen. Aber es ist nicht umsonst so, dass in der Branche Mischer x statt Mischer y, die sich Qualitätsmäßig nichts nehmen, für bestimmte Alben engagiert wird. Weil er dem Album halt nen bestimmten Sound verpasst.
Mein Lieblingslied "A Million Miles Away" von Gallagher ertrage ich als Studioaufnahme nicht, denn die Liveaufnahme von der Irish Tour 74 ist um so vieles besser.
Da sieht man wieder, wie sehr das vom Geschmack abhängt. Ich habe den Song selbst schon gespielt und der Herr Frontmann hatte mir besagte Live Aufnahme zum Anhören gegeben ... aber mir gefällt die Studio Aufnahme besser. 
Ich habe in vielen Fällen seltsamen (Demo-)Klang, der absolut unprofessionell und unkonventionell daherkam ziemlich gefeiert (Beispiel).
Ja ... solche "Produktionen" haben oft einen besonderen Charme. Kann ich schon nachvollziehen.
Also man erster Eindruck des m_tree Mix war:"Klingt schon mal ganz ordentlich". Wobei ich erwähnen muss, dass Mike Senior ein schweres Kaliber ist, gegen das du hier antrittst. Ich persönlich
stehe auch nicht auf geplättete Mixe, und der Remix ist ganz schön"over the top". Die Becken sind da auch zu verwaschen. Da wäre es kaum mehr möglich, ein schönes Vinyl zu pressen.
Danke ... ja. Aber wenn man sich verbessern und das persönliche Maximum erreichen will, ist es doch ganz gut die Top Liga anzustreben. Klar kann ich mich auch selbst feiern wenn mir Amateur Mixe zum Vergleich ranziehe. Das "törnt" mich wiederrum aber nicht.
Für Vinyl muss übrigens ein eigenes Mastering gemacht werden und dafür wäre mein Master auch schon zu laut.
Zitat
Nun zu deinem Mix: Von der Balance her sind mir die schleppenden Hats aber der Mitte des Songs zu dominant, besonders dann, wenn die Gitarre ein Solo spielt. Optimal wäre es, wenn die
Instrumente noch mehr Festigkeit und Straffheit bekämen, also kompakter und greifbarer herausstechen würden. Den Hall würde ich weniger als Effekt, sondern mehr zur Tiefenstaffelung
verwenden - wobei man den auch hier noch etwas zurücknehmen dürfte. Auf mich wirkt der Mix etwas statisch, wenn ich ihn direkt mit MS vergleiche.
Ich habe genau das in meinem neuen Mix beachtet. Theoretisch habe ich die Tiefenstaffelung übrigens nach Schulmanier gemacht (Hall Pre-Delay, Hall "Farbe", Hall Lautstärke): Drums hinten, Gitarren in der Mitte, Gesang vorne. Aber das geht nicht immer auf und ich gebe anderen Dingen wie dem Eigensound der Instrumente und Leveling mehr Priorität als der Tiefenstaffelung. Finde es sogar ganz gut, wenn der Gesang nicht total vorne ist, sondern bspw. die Gitarren. Natürlich trotzdem so, dass der Gesang genug Platz hat und gut im Mix sitzt.
….aber doch nett mit einer dann, "technisch so rein gewaschenen Gitarre" (speziell ab ich glaub so ab ca. 1:30) wie aus einer Leier und keiner Gitarre mehr.
Genau das habe ich auch bedacht: Die Solo Gitarre gar nicht komprimiert. Die ist sowieso sehr stark verzerrt (stärker als die anderen Gitarren) und schon entsprechend stark komprimiert. Denke, so müsste es besser sein. Wie gesagt ist das ein Mix aus 5 Mikrofonen.
EDIT
Kleines Mix Update. Hab im Cambridge Forum schon Feedback gekriegt und die Bassdrum war wirklich etwas überfett und stach zu sehr hervor. Katertag heute ... 