Gestern Nacht hab ich unten rum noch etwas nachgedickt, weil er mir zu dünn vorkam.
Heute morgen mit frischen Ohren würde ich da auch nochmal rangehn.
Habe zum ersten Mal einen Song aus dem Genre abgemischt.
Im Metal-Bereich trägt man da unten rum öfter mal etwas dicker auf.
Ich denke, da solltest du dein Gehör noch mal "justieren" bzw. schulen. Es stimmt auch nicht, dass man im Metal Bereich unten rum öfter etwas dicker auftragen würde. Das EQing im Mix ist von folgenden Dingen abhängig: Dem Arrangement, den Aufnahmen und dem Ziel Sound nach dem Mixdown.
Aufgrund des Nahbesprechungseffekts und zu wenig Beachtung des Gesamtergebnisses beim Aufnehmen ist oft zu viel Bassanteil da. Professionell ist aber, die Aufnahmen schon so zu machen, dass sie rund sind und sich das EQing im Mix in Grenzen hält. Konkretes Beispiel: Ein Gitarrensound, der im Proberaum gut funktioniert, aber schon dort prinzipiell zu Bass-lastig war und dem Bass im Weg stand. Ggf. auch zu dick im Bereich 1kHz aufträgt, wo der Gesang Platz braucht. Ein Mikrofon direkt am Lautsprecher färbt auch noch mal. Also höre ich mir den mikrofonierten Sound vor der Aufnahme über die Abhörboxen an und stelle den Amp so ein, bis der Sound ok ist. Natürlich erfordert das viel Erfahrung.
Ähnlich beim Gesang: Behalte ich den Nahbesprechungseffekt im Hinterkopf und möchte ohnehin nicht so eine extrem direkte Aufnahme, ist es wohl ein gute Idee den Abstand zum Mikro etwas zu vergrößern (z.B. 30 bis 50cm), wenn der Raum trocken genug ist. Und so weiter ...
Je weniger EQing nötig ist, desto besser klingt es. Mal vom üblichen "Make-Up" vor allem bei Drums abgesehen.
Dennoch ist es gut, wenn Aufnahmen tendenziell etwas (wohlgemerkt etwas) zu viel Bassanteil haben. Denn EQing im Bassbereich ist immer kritischer als in anderen Frequenzbereichen - das ist der Funktionsweise von EQs geschuldet. Wohingegen Anhebungen im oberen Mittenbereich aufgrund der gesteigerten Empfindlichkeit unseres Gehörs in dem Bereich mit Vorsicht zu genießen sind.
Zitat
Da habe ich nichts betont.
Lediglich die nervenden Mitten rausgecuttet. (Die HH klingt für meinen Geschmack einfach nicht gut und macht mit ihren präsenten Mitten viel kaputt im Mix)
Gefällt mir so eigentlich ganz gut und hier auf meiner Abhöre nervt zumindest nichts.
Im Gegenteil. Ich finde es sehr wichtig wenn die HH im Mix gut hörbar ist und sich immer durchsetzt ohne zu nerven.
Auf anderen Abhören konnte ich noch nicht testen. Durchaus möglich, dass es mich da nervt.
Dennoch braucht die Hi-Hat da m.E. etwas Entschärfung. Wie wichtig die Hi-Hat ist kommt auch immer auf den Song an. Wobei die gesamte Schlagzeug Aufnahme hier wie gesagt ziemlich bescheiden ist. Ich bin beim Entschärfen der Becken bei mir allerdings etwas übers Ziel hinaus geschossen, fällt mir im Nachhinein auf.
Wichtig ist jedenfalls einfach, dass der Mix insgesamt eine runde Sache ist und nicht auseinander fällt. Ein harmonisches Gesamtbild eben ...
Zitat
Mit den Vocals hab ich grundsätzlich am meisten Probleme und am wenigsten Erfahrung.
EQ, Compressor, Reverb, der Rest ist rumprobieren.
Wenn ich da mehr Zeit reinstecke ist da mit Sicherheit noch wesentlich mehr rauszuholen.
Waren ja gestern lediglich die 2h an denen ich dran rumgedoktert habe.
Wobei es mich immer wieder fasziniert, was man in kurzer Zeit schon mit EQ und ein wenig Reverb rausholen kann.
Insbesondere diese Vocals hier brauchen eine ordentliche Portion Kompression, weil sie sehr dynamisch sind. Es gibt auch andere Fälle, die mit ganz wenig Kompression auskommen. Ist wie mit dem EQing: Das sind Werkzeuge, die etwas verändern können. Wie man sie genau einsetzt hängt aber eben vom Ausgangsmaterial und dem Ziel Sound ab.
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Hast du da eine Referenz nach der du vorgegangen bist?
Ich persönlich habe da noch kein Mix gehört der so arg mittenbetont ist (das was Nick als Schärfe bezeichnet) wie deiner, sodass die Höhen dadurch leiden.
Wie gesagt - ich denke da solltest du dein Gehör noch mal "justieren". Du kannst im Prinzip fast jede amtliche Produktion aus jedem Genre nehmen. Bass-lastige Mischungen sind Ausnahmen. Im Metal und Rock-Bereich dominieren oft die oberen Mitten, während die unteren Mitten dünn besiedelt und die Bässe wieder etwas dicker besiedelt sind.
Besorg dir doch einfach mal diesen Analyzer hier (kostenlos) und schau dir ein paar bekanntere Produktionen in der DAW damit an: https://www.voxengo.com/product/span/
Ggf. kann ich auch selbst noch ein paar Beispiele posten ... bin aber gerade zu faul. 
so verschieden sind die Geschmäcker, das ist mir z.B. gleich positiv aufgefallen. Die geschlagene Hihat (für mich persönlich ein wichtiges Instrument) ist hier schön herausgearbeitet und kontinuierlich gut hörbar und abgesetzt zu hören.
Die Hi-Hat hat aber eben ein paar nervige, wirklich kritische Anteile und so wie jetzt sitzt sie halt nicht gut im Mix. Sie ist irgendwo anders als der Rest ...
Hört man einen Mix (allgemein) sehr leise an...…..
imho kann man vielleicht ruhig mal dick hervorheben, weil allgemein aufschluss und hilfreich
Inwiefern? Je leiser man anhört, desto leichter fällt analytisches Hören. Allerdings verschwinden mit abnehmender Wiedergabe Lautstärke auch die Bässe und Höhen immer weiter. Weil unser Gehör im Mittenbereich halt am empfindlichsten ist.
Mit leise Abhören kann man beim Mischen jedenfalls sehr gut schlechte Wiedergabe Situationen simulieren: Schlechte Abhörgeräte (Mittenlastig) oder generell leise Abhörpegel und Störgeräusche in der Umgebung.
m_tree, nur zum Verständniss. Du hast das soundcloud audio einfach mit einem Limiter auf -11LUFS gebracht?
Nein. Soundcloud bietet eine Download Funktion für den Original Track. Die wurde für den Track aktiviert. Das ist ein 16bit Wave File. Ca. 3dB lauter als mein Mix. Habe dann eine Lautheit Analyse gemacht und die Mixe angeglichen. Also die Wave Datei im Prinzip leiser gemacht und in MP3 encodiert. Also kein Pfusch oder so 