Beiträge von m_tree

    Welche Version ist es? Die haben den schon mehrfach refreshed. Mittlerweile gibts schon wieder eine neue Version: https://www.thomann.de/de/vic_firth_sih2.htm


    Der Refresh davor betraf auch die Ohrmuscheln. Falls du den ganz alten hast - möglicherweise ist der aktuelle ja besser mit der Brille. Gibt ja Rückgaberecht und so. Nur als Anregung ...


    Ansonsten halt geschlossene In-Ears. Da mehr Geld zu investieren lohnt sich sicher und werde ich auch noch machen. Aber wie gesagt - mit den EP-630 bin ich auch auf der Bühne klargekommen. Außengeräuschdämpfung haben die. Natürlich nicht so neutral wie z.B. der Alpine Gehörschutz.
    Finde die auch zum Musikhören noch in Ordnung. Besser als viele andere in der Preisklasse m.E. ... haben halt Betonungen um 200Hz und 6kHz, aber noch im schön färbenden Bereich - nicht zu heftig. Und ich bin Tontechniker ...

    Müsste übrigens dieses Studio hier sein ... ziemlich sicher:


    http://www.eastweststudios.com/studio1/


    Und so wie ich das im isolated Drum Track höre, wurde dort nur (oder hauptsächlich) der echte Studio Hall dazu gemischt. Die Raum Mikros müssten irgendwo anders im Raum stehen.


    Ansonsten ... Dave Grohl eben. Hatte die Foo Fighters mal live auf 'nem Festival gesehen. Energie ohne Ende.

    Im Normalfall haben talentierte Leute schon das Bedürfnis, ihr Talent auszuleben. So weit möglich, eben (bei mir war es in den letzten Jahren kaum möglich).
    Fehlt das bzw. der Wille dazu, dann reicht das eben nicht. Und interessiert letztendlich auch keinen.


    Es ist wie bei allem ... auf das Mittelmaß bzw. das Gleichgewicht kommt's an. In diesem Fall zwischen Talent und Übung bzw. Spielzeit. Ist kaum Talent vorhanden, bringt viel Üben auch nicht viel. Umgekehrt aber genau so.


    Aber nach meiner Erfahrung stellt sich eigentlich immer ein natürliches Gleichgewicht ein, wenn man keinen Zwängen oder Schranken ausgesetzt wird.


    Das theoretisch und mit Zahlen zu betrachten ist m.E. nicht besonders sinnvoll.


    Mir wurde zwar immer nachgesagt, viel Talent zu besitzen (nicht nur an den Drums), aber im großen und ganzen verhält sich das bei mir ähnlich. Generell sind Timing - auch oder vor allem innerhalb von Bands - , Dynamik und Musik-/Banddienliches Spiel sowie ohne größeren Aufwand (durch Hinhören) neues Material erarbeiten zu können, meine Stärken. Stimmen und im tontechnischen Zusammenhang Drums Sound generell mittlerweile auch.


    Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube ich bin was das Spielenlernen betrifft generell eher eine Ausnahme. Ist zum Teil wohl auch einfach meiner abstrusen Familiengeschichte geschuldet. Von Förderung mal gar nicht zu sprechen ... mir lagen reichlich Steine im Weg. Teilweise so große Brocken, dass ich mich psychisch nur übers Drumming und Musikmachen am Leben erhielt.
    Es war mit 6-7 Jahren mein Wunsch, Schlagzeug zu spielen. Meine Mutter hatte mir zur Schuleinführung einfach ein Set gekauft. Das hab ich dann so bis ich 10 war gemacht. Unterricht hatte mich nie interessiert. Die Musikschule, an der ich 1 Jahr war, hatte mir (und wohl auch allen anderen Schlagzeug Schülern) in der Zeit 5 verschiedene Lehrer vor die Nase gesetzt. Zu ein paar Zeugnisausgaben trommelte ich dann mal ein selbst erarbeitetes Solo. Das war's dann erst mal. Die nächsten Jahre musste ich mich mit allerlei abstrusem Mist auseinander setzen und zusehen, dass ich nicht komplett drauf gehe. Dass das Jugendamt bei den untragbaren Zuständen dann bei meinem Vater auch nicht eingeschritten ist, habe ich meiner Oma mütterlicherseits zu verdanken. Aber egal ... es gibt Sachen, die sollte es eigentlich gar nicht geben. ;)
    Mit 15 fing ich wieder an zu spielen. In den ersten Jahren nur auf meinem alten Schrott-Set. Mit 17, nach dem Umzug nach Mittelfranken, dann viel in Bands. Alle Leute wollten mit mir spielen und lobten mich für meinen Groove. Ein Gitarrenlehrer empfahl mir, Drums zu studieren. Aber aufgrund meiner damaligen Lebensumstände und dem Brocken von meiner Familie, der meine Psyche zermarterte, nicht machbar.
    Bis ich 24 war entwickelte ich mich ganz gut weiter und sammelte sehr viele verschiedene Band Erfahrungen. Trotz der Umstände und obwohl ich beinahe vollständiger Autodidakt bin war ich zu der Zeit schon auf einem professionellen Level und hatte auch sowas wie eine "eigene Handschrift".
    Dann holte mich meine Familiengeschichte wieder ein und ich war die letzten Jahre damit beschäftigt, das endlich ein für alle mal für mich zu klären. Habe die Zeit aber auch dazu genutzt, um mich bzgl. Musikproduktion und Studio-Mixing auf ein professionelles Level zu entwickeln.
    Aber das, was ich suche (Beruf kommt ja von Berufung ...) habe ich bisher nicht gefunden. Will aber nächstes Jahr in Hamburg damit anfangen ... :)


    Wie viele Stunden ich bisher geübt und sonst gespielt habe, kann ich nicht genau sagen. Alle Unterbrechungen und Zwangspausen mit gezählt komme ich aktuell auf ca. 13 aktive Spieljahre.


    Gehört zwar eigentlich nicht hier her ... aber evtl. auch mal ganz interessant für den ein oder anderen, von einer Laufbahn der etwas anderen Art zu lesen.

    Talent und Alter sind Nebensache. Wenn man mit Herz dabei ist kann man alles erreichen.


    Das ist leider ein Märchen. Wobei "mit Herz dabei sein" m.E. wirklich wichtig ist. Ich nenne das einfach Leidenschaft :)


    Der Pianist aus deinem Video muss sehr talentiert gewesen sein, sonst geht sowas nicht ...


    Doch, selbst das gehört dazu. Meistern des Instruments (sorry dass ich auf der Begrifflichkeit rumreite) heißt, den Anforderungen gerecht zu werden, nicht irrwitzige solistische Einlagen mit einem Grinsen im Gesicht abliefern zu können und dabei noch lustige Kommentare von sich zu geben.


    Also gehören auch Kondition/Ausdauer und schnelle Reaktionsfähigkeit dazu, die man mit - manchmal brutalen - Coverjobs durchaus verbessert. Wenn jemand in einer Minute über Tausend Schläge auf die Snare knallt, hat derjenige sicher viel geübt, im Bandzusammenhang stellt das jedoch kaum einen relevanten Gewinn dar.


    Musik ist eben doch kein Leistungssport, wo am Ende eine Zeit oder ein Ergebnis steht, das wäre zu einfach.


    Band- und Songdienliches Spiel ist das Ziel, jo. Hatte nichts anderes behauptet und auch nicht von irrwitzigen solistischen Einlagen und Show geredet (Sticks drehen kann ich übrigens immer noch nicht :) ). Auch nichts von Geschwindigkeits Rekorden.


    Ich spreche von einer ganz bestimmten, sehr weit verbreiteten Sorte von Covermusik. Bei der der Schlagzeuger häufig so gut wie nichts wie im Original hinkriegt. Es ist nämlich ein Unterschied, ob man etwas spielen kann und bewusst ändert oder ob man alles hin rotzt, weil man es nicht besser kann.
    Dass man auch durch lange Covergigs was lernt, ist klar. Aber das hält sich in Grenzen.


    Was man bei dem Thema auch nicht vergessen darf, ist das Alter. Je früher man anfängt (Kindheit / Jugend), desto weiter kann man sich theoretisch entwickeln. Nicht nur, weil man insgesamt mehr Zeit hat, sondern weil man in jüngeren Jahren viel lern- und aufnahmefähiger ist als in älteren.

    Es gibt talentierte Leute, die sich sehr schnell weiter entwickeln und es gibt weniger talentierte Leute, die nur langsam voran kommen und oft auf der Stelle treten.


    Wie schon erwähnt wurde ist auch wichtig, wie und was man spielt.


    Bei der These geht's außerdem um reine Spielzeit. Klar, Spielzeit ist auch immer Übungszeit. Aber Üben heißt eigentlich, Dinge spielen zu lernen, die man noch nicht perfekt kann. Also z.B. definitiv nicht, 4h Coverauftritte mit dem halben Arsch und 50% Bum-Tschak runter zu spielen ...


    Einfach mal durch gerechnet: Kommt man pro Woche auf insgesamt 10h halbwegs produktive Spielzeit, bräuchte man bei 50 Spielwochen pro Jahr satte 20 Jahre, um die 10.000h zu erreichen.


    Wo wir übrigens gerade beim Thema Talent, Begabung etc. sind. Diese Links hier sind evtl. für den ein oder anderen interessant:


    https://musikdidaktik.net/2017…nsibilitaet-bei-musikern/


    https://de.wikipedia.org/wiki/Hochsensibilit%C3%A4t

    Der Schlagzeuger gibt das Raster vor und hält die Band zusammen. Diesen Aufgaben sollte man sich bewusst sein.


    Neben den handwerklichen Grundlagen und möglichst perfektem Timing ist auch einfach Empathie der Schlüssel. Ein Teamplayer sein. Miteinander, nicht gegeneinander spielen.

    Nicht das wir aneinander vorbei reden, . . .
    es geht darum das "die Anderen" rumheulen.
    Sind eh immer die Anderen Schuld wenn was ist oder nicht klappt ;)
    Aber ist sowieso durch das Thema (für mich), da sind die Ansichten zu weit auseinander wer, wen "belästigt" oder schützen muss, müsste, hätte, könnte, sollte, etc., pP. :)


    Mit einer professionellen Einstellung und einer gewissen Zielstrebigkeit - im Optimfall so, dass alle Bandmitglieder die gleichen Ziele verfolgen bzw. an einem Strang ziehen - geht's um so einen Kindergarten nicht. Weder um Schuld noch Belästigung oder Schutz. Und wenn das nicht klappt und zu viel Energie raubt -> Band wechseln.


    Man muss es doch nicht komplizierter machen, als es ist. ;)

    Ich dachte in Studios mang mans lieber Leise,


    Im Gegenteil. Wenn kein Streichelsound gewünscht ist, sollte richtig reingehauen werden.


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    deswegen gibt`s ja die "kleinen" oder kleineren Studiosets, aber auch das glaub ich nicht das kleiner sein muss.


    Die gibts, weil kleinere Trommeln mit gleicher Anschlagenergie voller klingen als große. Und genau darum geht es: Dass die Bude fett und voll klingt. Ohne ein bisschen Punch wird das aber nichts. Erst recht bei tief gestimmten Trommeln.



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    Zu was hab ich denn Verstärker, wozu sollte ich da verstärkt drauf hauen. Um dann technisch Alles wieder annehmbar runter und ausregeln und limitieren.


    Verstärkt wird auf der Bühne. Im Studio wird aufgenommen. Ist was anderes. ;)

    Es gibt also doch noch ein paar vernünftige Kollegen. :thumbup:


    Unser Gitarrist meint dazu (berechtigterweise), dass ein ordentlicher Röhrenverstärker erst ab einer gewissen Lautstärke befriedigend klingt.


    Jain. Charlie Bauerfeind - deutscher (amerikanischer Power-Metal) Produzent - sagte mal, dass ein Röhrenverstärker entweder bei ca. 20% oder ca. 80% am besten klingt.


    Mir fällt dazu übrigens noch ein, dass E-Gitarristen ihren Sound auch gerne unpassend zum Bandkontext einstellen. D.h. z.B. viel Bass (der dem Bass und auch den Drums im Weg steht) oder viel Mitten in einem Bereich, in dem sie dem Gesang im Weg stehen.
    Kommt noch Mikrofonierung ins Spiel, wird die Sache noch komplizierter. Weil gebräuchliche Mikros wie ein SM57 oder e906 den Sound Richtung "Badewanne" färben. Nahbesprechungseffekt (Bassboost) plus Präsenzboost in den obersten Bereichen des Lautsprechers (der für gewöhnlich bis ca. 5kHz geht).


    orinocco
    Ist das dein Ernst? Klar muss ein Schlagzeug nicht laut sein. Aber es ist ein Schlagzeug, kein Streichelzeug. Ein gestreicheltes Schlagzeug klingt anders als ein mit Schmackes gespieltes. Und den "Leise Sound" will man, von Ausnahmen abgesehen, für gewöhnlich nicht haben. Spätestens, wenn es um Aufnahmen oder ein komplett verstärktes Set auf großen Bühnen geht ...

    Ja genau. Wer sein Gehör nicht vorsätzlich kaputt macht ist 'ne Memme, ein Weichei, ein Mädchen oder was auch immer. :whistling:


    Direkt am Set entstehen immer ähnliche Pegel, unabhängig von der Raumgröße (oder Open Air) und Dämpfung (die nur auf den Nachhall Einfluss hat).


    Schlussendlich greift immer das Sprichwort: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Das gilt auch für jede Probe-Situation. Aber wie gesagt ... wenn da was grundsätzlich nicht zusammen passt, sollte man es halt lieber sein lassen.

    Einmal das Unverständnis, dass Drums wirklich laut sind, auch bei verhaltenem Spiel.


    Also wer nicht weiß, dass ein Schlagzeug halt einfach laut ist, sollte sich nicht Musiker nennen dürfen, finde ich. :whistling:


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    Dann, dass man für den eigenen Gehörschutz viel Geld ausgeben soll und dabei könnte doch der Drummer einfach ...


    Ich benutze immer noch den Alpine Gehörschutz vom Thomann für unter 20€. Für den Klick auf der Bühne benutz ich noch meine 20€ In-Ears. Und ich bin auf einem Profi Level. Geld ist da also überhaupt kein Argument.


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    Und dann natürlich - ganz wichtig - das subjektive Störgefühl beim Spielen (oder gar Singen?) mit Stöpseln.


    Also mal von Akustik Sessions abgesehen ist Gehörschutz immer gut. Beispiel E-Gitarristen. Nach meiner Erfahrung wird der Amp gerne, wenn möglich, leicht / knapp bis zur Schmerzgrenze aufgedreht, damit das entsprechende Wohlgefühl beim Saitenzupfen aufkommt. :sleeping:
    Das wäre das nächste Argument für Gehörschutz. Hörverlust, Tinnitus oder gar Taubheit können auch ein subjektives Störgefühl sein. :whistling:


    Es gibt übrigens Sänger, die mit Gehörschutz sogar besser intonieren. Weil sie sich so "von innen" gut hören. Gedämpfte Kopfhörer oder In-Ears mit Monitoring (vom Mikro) ist natürlich das aller beste.


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    Am ehesten käme mal wohl mit In-Ear für die Band weiter: Dann isses leiser *und* klingt für alle gut. Aber: Auch hier schrecken Kosten und unterschiedliche "Begeisterung" über den Tragekomfort.


    In-Ear Monitoring ist was für die Bühne. Aber auch da bin ich bisher ohne zurecht gekommen. Für Recording Sessions tuns auch ganz normale, geschlossene Kopfhörer. Für Drums am besten gut gedämpfte, sonst wird man ohne eine noch größere Belastung fürs Gehör kein vernünftiges Verhältnis zwischen Drums und Monitoring kriegen.

    Aus meiner bisherigen Erfahrung (Mitwirkung bei ca. 20 Bandprojekten verschiedenster Art, von Jazz bis Metal, von Kurzzeit bis Langzeit, Schwerpunkt auf eigener Musik) versuche ich es mal folgendermaßen auf den Punkt zu bringen:


    Sollte es diesbzgl. wirklich Ärger geben, dann passen die Leute nicht zusammen bzw. kommen nicht auf einen Nenner. Mit Ärger meine ich jetzt keine kleineren Probleme, die sich mit einem kurzen Gespräch, bei dem jeder selbstkritisch ist, klären lassen.


    Bei Sachen, die mir ernst genug waren - z.B. bei Proben mit professionellen Jazz/Bigbands - habe ich mich richtig beherrscht. Demgegenüber war aber klar, dass ich auf der Open Air Bühne dann etwas mehr Gas geben kann.

    Alles Quark. Einfach den Egomanen raushängen lassen, der ungeachtet aller Nörgeleien sein Ding durchzieht und alles besser weiß. Die anderen müssen sich anpassen. Fertig.


    Um dem "sanften Sarkasmus" aber noch einen ernsteren Unterton zu geben: Wer normale Becken und normal gestimmte (un- bis wenig gedämpfte) Trommeln mit der gewissen Portion Schmackes für bspw. Rock spielt, sollte sein Gehör in jedem Fall schützen. Die Pegel, die da entstehen, sind schädlich. Das gilt auch für alle Bandmitglieder.
    Wer sein Set hingegen nur streichelt und/oder alles tot dämpft (auch die Becken), braucht sich da weniger Gedanken zu machen.
    Auch aufgrund meiner tontechnischen Tätigkeit spiele ich keinen ernsthaften Schlag mehr ohne Gehörschutz. Von absoluten "Leisespiel" Ausnahmen abgesehen.

    für meine Ohren schon :)


    Das meine ich mit den "Standards". Ein gerne von mir genommenes Beispiel ist "Smells Like Teen Spirit" von Nirvana, was sicher jeder hier kennt. Im angehängten Screenshot habe ich den ersten Refrain ohne Gesang (bzw. das Intro) im Loop durch den Analyzer im Average Modus laufen lassen. Dort sieht man den starken Frequenz-Shape der Gitarren. Ist natürlich ein extremes Beispiel aus dem Grunge. Aber diese Richtung ist im Rock und Metal auch Gang und Gäbe.


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    Jetzt da du es sagtest das du den Dynamikverlauf über den Song verändert hast weiß ich das ich nix an den Ohren habe.


    Ich habe auch die einzelnen Instrumente und den Gesang über den gesamten Song in der Lautstärke automatisiert. Aber immer erst nach der Kompression.


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    Es ist das gesamte Frequenzband unten rum was im Pegel steigt.


    Zum Ende hin habe ich zusätzlich den Bass und die Bassdrum leicht lauter automatisiert, dafür die Becken z.B. leiser. Gerade diese "musikalische" Gestaltung ist Gefühls-Sache und hat nur diesen einen Sinn und Zweck, dass der Song zu jederzeit optimal zum Hörer "übersetzt" wird. Für solche Eingriffe muss man die Musik "fühlen". Klingt blöd, aber ist so. Den Impuls dafür habe ich auch nur aus Interviews mit Weltklasse Mischern entnommen.


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    Ja sicher der Mix des Kollegen da ist indiskutabel, ein extremes Beispiel! :huh:


    Der ist zu dem Zeitpunkt erst mit seinem SAE Studium fertig geworden. Also ich will mich hier in keinster Weise darüber erheben.


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    Danke für den pre Master link. Aber ich bin echt kein Freund von hartem limiting. Auch ich neige dazu gerne mal die Grenzen zu überschreiten, aber ich bewege mich bei Rock doch gerne im Bereich von -12 bis -14 LUFS.
    Es kommt sicher auch immer auf die Musik an und für welches Medium man mastert, aber ich denke die mittlerweile zum Standard gewordenen -14LUFS sind ein guter Kompromiss.


    Standard ist -14 LUFS leider noch lange nicht. Bei Spotify und iTunes vielleicht, aber Youtube normalisiert z.B. nach anderen Methoden. Da kommt auch gelegentlich mehr als -14 LUFS integrated raus.
    Aktuelle CD Masterings werden immer noch viel lauter gemastert. Die Empfehlungen, die man im Netz so liest, bestätigen das.
    Und im Radio wird sowieso noch mal alles durch automatische Lautmacher gejagt. Diese reagieren auf leiser gemasterte Sachen allerdings besser ...


    Man kann da auch nicht so leicht pauschalisieren. Es gibt Songs bzw. Mischungen, die ohne Prügeln auf unter -10 LUFS integrated gehen. Ziehe ich z.B. "AC-DC - Back in Black" in die DAW, sehe ich da nur leicht geschliffene Snare- und Bassdrum Schläge. Mit einem recht luftigen Arrangement kommt das Master auf -9,5 LUFS integrated. 1980 produziert. ;)


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    Ich achte auch nie darauf wie es auf einem Telefon klingt, das ist mir egal, ich gehe keine Kompromisse deswegen auf Kosten der Dynamik und dem sound ein.


    Das paradoxe an der Sache ist, dass natürlich klingende Aufnahmen und Mischungen mit Haupt-Augenmerk auf dem Mittenbereich automatisch auch auf jeder kleinen Tröte und auch in jeder Abhörsituation noch halbwegs klingen. Ich zitiere mich selbst:
    "Der Mittenbereich ist auch der wichtigste und kritischste Bereich generell. Dort liegen immer die wichtigsten Frequenzen von Sprache bzw. Gesang und fast allen Instrumenten. Das menschliche Gehör ist auf den Mittenbereich optimiert. Dazu kommt, dass der Mittenbereich generell immer funktioniert - egal ob auf einer fetten Hifi Anlage mit Subwoofern oder auf der Handy Tröte. Und auch bei sehr geringen Abhörpegeln, ggf. wenn noch Störgeräusche dazu kommen (z.B. im Restaurant), setzen sich die Mitten am besten durch."


    Ich verweise in dem Kontext hier auch einfach mal auf Fletcher Munson ;)


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    Ich muss auch zugeben das mir Monokompatibilität im Zweifel egal ist. :rolleyes: bzw ich achte drauf obs passt aber wenn nicht lasse ich die Finger davon.


    Monokompatibilität wird im Amateur Bereich oft überschätzt. Locker 90% der Wiedergaben finden in Stereo statt, mal von Ausnahmen abgesehen (bspw. EDM, die für Clubs gemischt / gemastert wird).
    Allerdings hat Monokompatibilität bei Airplays noch mal einen anderen Stellenwert: Radiofunk wird in Mid/Side übertragen. Wird der Empfang zu schlecht, wird nur noch das Mid Signal übertragen bzw. wiedergegeben.
    Richtet man sich allerdings nach den seit langer Zeit üblichen Panning Standards (Bassdrum, Snare, Bass, Lead Vocals und ggf. Lead Instrumente in die Mitte), vereinfacht sich das ganze sehr.


    Und ansonsten haben wir 2 Ohren. Es liegt also auf der Hand, dass Stereo nach wie vor das beste ist. Mal von Film / Kino vielleicht abgesehen (für das "Mittendrin Gefühl").


    Es gibt in dem Bereich allerdings auch viele Trugschlüsse. Man wird durch Panning bspw. keine Frequenzverteilung / Transparenz erreichen können. Pannt man eine Gitarre nach außen (bzw. gedoppelte Gitarren rechts/links), damit sie dem mittig gepannten Gesang nicht im Weg steht, mag das fürs Stereobild von Vorteil sein. Allerdings wird man dadurch dem Gesang keinen Platz im Frequenzbild verschaffen. Weil die Monomitte über die selben Lautsprecher wiedergegeben wird wie 100% links oder rechts gepanntes.


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    Ich versuche den Mix so laut zu machen das ich nicht das Gefühl habe zu viel Dynamik zu verlieren.
    Automatisiert habe ich Dynamik auch noch nie, wenn man Lautstärkeautomation nicht dazu zählt.
    Mal ein interessanter Ansatz.


    Der Großteil der Kompression sollte sowieso auf den Einzelkanälen im Mix stattfinden. Eine passende Summenkompression gehört allerdings auch zum Mix. Im Optimalfall so, dass man recht bald anfängt mit der Summenkompression zu mischen, weil diese auch färbt. Es geht dabei hauptsächlich um "Glue". Also den Mix zusammen zu schweißen und abzurunden.
    Lautstärke Automation des Masterkanals nach dem Summenkompressor ist im Profi Bereich Gang und Gäbe. Aber weniger, um dem Summenkompressor entgegen zu wirken, sondern um die Verlaufsdynamik bewusst zu formen. Dadurch, dass die Einzelkanäle schon komprimiert werden und dass man für gewöhnlich eine halbwegs konstante Gainreduction des Summenkompressor möchte (ich automatisiere in Einzelfällen sogar den Threshold des Summenkompressors, um meine durchschnittlichen 2dB GR zu halten), kommt man da - insbesondere in Anbetracht weiterer Kompression im Mastering - im Prinzip gar nicht drum rum.
    Die "Dynamik Automatisieren" meine ich übrigens nicht. Das machen ja im Prinzip schon Kompressoren für einen. Mit Automation "schafft" man quasi Dynamik. Egal, in welche Richtung.



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    genau und da kommt das künstlerische wieder zum Tragen.


    Hmm ... man sollte immer einen Kompromiss finden. Ein bisschen Nachbearbeitung lohnt sich immer. Die besten Produktionen sind immer die, die den Natursound optimal unterstützen, ohne etwas kaputt zu machen. Kaputtmachen kann man auch mit brachialem "Verbiegen" gleichsetzen. Aber wenn die Aufnahmen nix taugen oder nicht zusammen passen, dann muss das eben sein. Gerade was EQing und Kompression angeht versuche ich immer so sparsam und gezielt wie möglich vorzugehen.


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    ich hatte ja auch schon mal vorgeschlagen eine eigene Rubrik für solche Themen anzulegen. Hier sind einige die Interesse an recording und mixing haben.


    Es gibt doch einen Recording Bereich hier? Der Thread hier wurde nur von dort in die "Firmen News" Ecke verschoben.