für meine Ohren schon 
Das meine ich mit den "Standards". Ein gerne von mir genommenes Beispiel ist "Smells Like Teen Spirit" von Nirvana, was sicher jeder hier kennt. Im angehängten Screenshot habe ich den ersten Refrain ohne Gesang (bzw. das Intro) im Loop durch den Analyzer im Average Modus laufen lassen. Dort sieht man den starken Frequenz-Shape der Gitarren. Ist natürlich ein extremes Beispiel aus dem Grunge. Aber diese Richtung ist im Rock und Metal auch Gang und Gäbe.
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Jetzt da du es sagtest das du den Dynamikverlauf über den Song verändert hast weiß ich das ich nix an den Ohren habe.
Ich habe auch die einzelnen Instrumente und den Gesang über den gesamten Song in der Lautstärke automatisiert. Aber immer erst nach der Kompression.
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Es ist das gesamte Frequenzband unten rum was im Pegel steigt.
Zum Ende hin habe ich zusätzlich den Bass und die Bassdrum leicht lauter automatisiert, dafür die Becken z.B. leiser. Gerade diese "musikalische" Gestaltung ist Gefühls-Sache und hat nur diesen einen Sinn und Zweck, dass der Song zu jederzeit optimal zum Hörer "übersetzt" wird. Für solche Eingriffe muss man die Musik "fühlen". Klingt blöd, aber ist so. Den Impuls dafür habe ich auch nur aus Interviews mit Weltklasse Mischern entnommen.
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Ja sicher der Mix des Kollegen da ist indiskutabel, ein extremes Beispiel! 
Der ist zu dem Zeitpunkt erst mit seinem SAE Studium fertig geworden. Also ich will mich hier in keinster Weise darüber erheben.
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Danke für den pre Master link. Aber ich bin echt kein Freund von hartem limiting. Auch ich neige dazu gerne mal die Grenzen zu überschreiten, aber ich bewege mich bei Rock doch gerne im Bereich von -12 bis -14 LUFS.
Es kommt sicher auch immer auf die Musik an und für welches Medium man mastert, aber ich denke die mittlerweile zum Standard gewordenen -14LUFS sind ein guter Kompromiss.
Standard ist -14 LUFS leider noch lange nicht. Bei Spotify und iTunes vielleicht, aber Youtube normalisiert z.B. nach anderen Methoden. Da kommt auch gelegentlich mehr als -14 LUFS integrated raus.
Aktuelle CD Masterings werden immer noch viel lauter gemastert. Die Empfehlungen, die man im Netz so liest, bestätigen das.
Und im Radio wird sowieso noch mal alles durch automatische Lautmacher gejagt. Diese reagieren auf leiser gemasterte Sachen allerdings besser ...
Man kann da auch nicht so leicht pauschalisieren. Es gibt Songs bzw. Mischungen, die ohne Prügeln auf unter -10 LUFS integrated gehen. Ziehe ich z.B. "AC-DC - Back in Black" in die DAW, sehe ich da nur leicht geschliffene Snare- und Bassdrum Schläge. Mit einem recht luftigen Arrangement kommt das Master auf -9,5 LUFS integrated. 1980 produziert. 
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Ich achte auch nie darauf wie es auf einem Telefon klingt, das ist mir egal, ich gehe keine Kompromisse deswegen auf Kosten der Dynamik und dem sound ein.
Das paradoxe an der Sache ist, dass natürlich klingende Aufnahmen und Mischungen mit Haupt-Augenmerk auf dem Mittenbereich automatisch auch auf jeder kleinen Tröte und auch in jeder Abhörsituation noch halbwegs klingen. Ich zitiere mich selbst:
"Der Mittenbereich ist auch der wichtigste und kritischste Bereich generell. Dort liegen immer die wichtigsten Frequenzen von Sprache bzw. Gesang und fast allen Instrumenten. Das menschliche Gehör ist auf den Mittenbereich optimiert. Dazu kommt, dass der Mittenbereich generell immer funktioniert - egal ob auf einer fetten Hifi Anlage mit Subwoofern oder auf der Handy Tröte. Und auch bei sehr geringen Abhörpegeln, ggf. wenn noch Störgeräusche dazu kommen (z.B. im Restaurant), setzen sich die Mitten am besten durch."
Ich verweise in dem Kontext hier auch einfach mal auf Fletcher Munson 

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Ich muss auch zugeben das mir Monokompatibilität im Zweifel egal ist.
bzw ich achte drauf obs passt aber wenn nicht lasse ich die Finger davon.
Monokompatibilität wird im Amateur Bereich oft überschätzt. Locker 90% der Wiedergaben finden in Stereo statt, mal von Ausnahmen abgesehen (bspw. EDM, die für Clubs gemischt / gemastert wird).
Allerdings hat Monokompatibilität bei Airplays noch mal einen anderen Stellenwert: Radiofunk wird in Mid/Side übertragen. Wird der Empfang zu schlecht, wird nur noch das Mid Signal übertragen bzw. wiedergegeben.
Richtet man sich allerdings nach den seit langer Zeit üblichen Panning Standards (Bassdrum, Snare, Bass, Lead Vocals und ggf. Lead Instrumente in die Mitte), vereinfacht sich das ganze sehr.
Und ansonsten haben wir 2 Ohren. Es liegt also auf der Hand, dass Stereo nach wie vor das beste ist. Mal von Film / Kino vielleicht abgesehen (für das "Mittendrin Gefühl").
Es gibt in dem Bereich allerdings auch viele Trugschlüsse. Man wird durch Panning bspw. keine Frequenzverteilung / Transparenz erreichen können. Pannt man eine Gitarre nach außen (bzw. gedoppelte Gitarren rechts/links), damit sie dem mittig gepannten Gesang nicht im Weg steht, mag das fürs Stereobild von Vorteil sein. Allerdings wird man dadurch dem Gesang keinen Platz im Frequenzbild verschaffen. Weil die Monomitte über die selben Lautsprecher wiedergegeben wird wie 100% links oder rechts gepanntes.
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Ich versuche den Mix so laut zu machen das ich nicht das Gefühl habe zu viel Dynamik zu verlieren.
Automatisiert habe ich Dynamik auch noch nie, wenn man Lautstärkeautomation nicht dazu zählt.
Mal ein interessanter Ansatz.
Der Großteil der Kompression sollte sowieso auf den Einzelkanälen im Mix stattfinden. Eine passende Summenkompression gehört allerdings auch zum Mix. Im Optimalfall so, dass man recht bald anfängt mit der Summenkompression zu mischen, weil diese auch färbt. Es geht dabei hauptsächlich um "Glue". Also den Mix zusammen zu schweißen und abzurunden.
Lautstärke Automation des Masterkanals nach dem Summenkompressor ist im Profi Bereich Gang und Gäbe. Aber weniger, um dem Summenkompressor entgegen zu wirken, sondern um die Verlaufsdynamik bewusst zu formen. Dadurch, dass die Einzelkanäle schon komprimiert werden und dass man für gewöhnlich eine halbwegs konstante Gainreduction des Summenkompressor möchte (ich automatisiere in Einzelfällen sogar den Threshold des Summenkompressors, um meine durchschnittlichen 2dB GR zu halten), kommt man da - insbesondere in Anbetracht weiterer Kompression im Mastering - im Prinzip gar nicht drum rum.
Die "Dynamik Automatisieren" meine ich übrigens nicht. Das machen ja im Prinzip schon Kompressoren für einen. Mit Automation "schafft" man quasi Dynamik. Egal, in welche Richtung.
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genau und da kommt das künstlerische wieder zum Tragen.
Hmm ... man sollte immer einen Kompromiss finden. Ein bisschen Nachbearbeitung lohnt sich immer. Die besten Produktionen sind immer die, die den Natursound optimal unterstützen, ohne etwas kaputt zu machen. Kaputtmachen kann man auch mit brachialem "Verbiegen" gleichsetzen. Aber wenn die Aufnahmen nix taugen oder nicht zusammen passen, dann muss das eben sein. Gerade was EQing und Kompression angeht versuche ich immer so sparsam und gezielt wie möglich vorzugehen.
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ich hatte ja auch schon mal vorgeschlagen eine eigene Rubrik für solche Themen anzulegen. Hier sind einige die Interesse an recording und mixing haben.
Es gibt doch einen Recording Bereich hier? Der Thread hier wurde nur von dort in die "Firmen News" Ecke verschoben.