Wie laut sind denn die Ghostnotes, die man im fertigen Produkt noch hören will, wenn die Notes selber um die 125dB SPL laut sind?
20-30dB leiser sind Ghostnotes nach meiner Erfahrung. Je nach dem.
Allerdings haben die Ghostnotes ja auch noch eine Eigendynamik und sind nicht einfach "platt". Dazu kommt, dass man die Snarespur für gewöhnlich "offen" lassen muss, wenn man Ghostnotes im Gesamtmix hören können will. Das ganze geht aber noch weiter ...
Zitat
Wenn du bei 1 kHz hochziehst, dann ja nicht nur die Stille zwischen den Noten, sondern auch während der Noten (sonst wäre es ein Kompressor...). Wieviel dB kannst du zugeben, bevor es während der Notes ins Clipping geht...?
Ich meine nicht "bei" 1kHz hochziehen, sondern den Bereich über 1kHz betonen. Das führt nämlich dazu, dass man (im Gegensatz zu Bassbetonungen) den Headroom kaum einschränkt, aber dafür den empfindlichen oberen Mitten- und unteren Höhenbereich betont. Ergo verringert sich der Abstand von Headroom zu Grundrauschen (im betonten Bereich). Sättigung sättigt auch alles, was da ist (also auch Rauschen).
Die angesprochene Snarespur bzw. die Drums würde ich folgendermaßen bearbeiten:
Erstmal etwas EQing, insbesondere Höhenboosts um 6kHz, dann etwas Softclipping, ggf. auch mit vorangegangenem sachtem Limiting. Das holt das Grundrauschen bei gleichem Headroom schon mal um 10-15dB hoch. Dann komprimiere ich die Drums parallel mit sehr schnellen Attack- und Release Zeiten, was wiederrum alles (Ghostnotes ...) zwischen den lauten Anteilen hoch holt. Dann hebe ich für gewöhnlich noch mal etwas Höhen mit einem guten EQ auf der Drums Summe und auch noch mal auf der Mix Summe an. Dann kommt ein Summenkompressor dazu und anschließend kommt noch das Mastering.
Du kannst mir nie im Leben erzählen, dass hier das 16bit Quantisierungsrauschen nicht in den hörbaren Bereich kommt.
Zitat
Es wird da viel fabuliert, wenn es um Bitauflösung und Samplefrequenzen geht.
Immerhin schadet da ein "mehr" dem Klang nicht, und es kostet ja auch nichts...
Ja. Aber 24bit Aufnahmen sind eben schon gerechtfertigt.
Zitat
Eigenartigerweise gelangen Musikaufnahmen der klanglichen Referenzklasse schon in den 80ern mit 16 Bit Auflösung - so wichtig kann 24 Bit also gar nicht sein.
Eigenartigerweise hat man bis Mitte der 90er so ziemlich alles auf Tonband aufgenommen, auch wenn es später auf CD gepresst wurde. 
Edit
Also das Snare Beispiel noch mal vorgerechnet:
Man nehme 75dB Abstand zum 16bit Quantisierungsrauschen. Dann sind Ghostnotes bspw. 25dB leiser als die lauten Schläge. Nun nimmt man meine Nachbearbeitung, in der stufenweise das Quantisierungsrauschen an einigen Stellen locker um 15-25dB hoch geholt wird. Nimmt man nun noch ein "heftiges" Mastering mit reichlich Kompression, Aufblaserei und Prügelei hinzu, liegt das ursprüngliche 16bit Quantisierungsrauschen im finalen Ergebnis dann plötzlich einfach mal bei -25dBFS. Die Musikwahrnehmbarkeit des menschlichen Gehörs hat eine Dynamikspanne von ca. 70dB.
Vielleicht ist es auch nicht ganz so krass - oder vielleicht sogar noch krasser - aber die Sache liegt auf der Hand. 