Nichala
Nö. USB hat genauso wie Firewire eigene Controller. Gegenüber Firewire befinden sich die USB Controller aber zumeist direkt im Board Chipsatz, meistens in der Southbridge (zusammen mit P-ATA / S-ATA und anderen Controllern). Weil Firewire seltener verbaut wird, müssen dafür zumeist dedizierte Chips auf dem Board verbaut werden. Etwas üppiger dimensionierte Boards setzen auch des öfteren noch auf zusätzliche dedizierte USB Controller, um einfach mehr Anschlüsse zur Verfügung stellen zu können.
Deine Aussage ist schlichtweg Quark, sorry.
Man kann das eigentlich mal ganz einfach ausrechnen, wenn man davon ausgeht, dass der integrierte AD-Wandler gleich in das gewünschte Format (in unserem Beispiel 24 bit / 44,1kHz wav) wandelt und man die praktischen Übertragungsraten diverser USB Standards anschaut.
Mono 24bit / 44,1kHz wav hat ne praktische Datenrate von 1058kbit/s, was 132,25kByte/s entspricht.
Bei USB kann man ganz grob 1/3 der theoretischen Datenrate abziehen, um auf die maximal mögliche praktische Datenrate zu kommen. Sieht so aus:
USB 1.0 - theoretisch 187,5kByte/s - praktisch 125kByte/s
USB 1.1 - theoretich 1,5MByte/s - praktisch 1MByte/s
USB 2.0 - theoretisch 60MByte/s - praktisch 40MByte/s
Bei 8 simultan übertragenen Spuren braucht man also mindestens 1058kByte/s, was einem guten MByte/s entspricht. Fürs Monitoring müssen i.d.R. noch zwei Spuren fürs Stereo-Playback eingerechnet werden. sind also insgesamt 10 Spuren, was 1322,5kByte/s, also ca. 1,3MByte/s entspricht.
USB 1.0 kann man also komplett knicken. Bei USB 1.1. bräuchte man dann schon gute Controller, um an die 1MByte/s zu kommen. Mehr als 4 Kanäle kann man damit also auch nicht fahren.
Rechnet man nun für USB 2.0 praktische Mittelwerte von 20MByte/s, kann man damit ganz entspannt auch mal 16 Spuren simultan aufnehmen.
Anmerkung: 24bit und 44,1kHz ist gängiger Aufnahmestandard. CD Qualität ist 16bit und 44,1kHz. Die Datenrate ist bei Containerformaten (wie eben wav eines ist) das simple Produkt dieser beiden Faktoren (2-dimensionales Koordinatensystem). Bei höherer Abtastrate erhöht sich also auch die Datenrate - bei 88,2kHz wäre diese also schon doppelt so hoch.
Noch ein EDIT:
Der Grund für die Popularität von Firewire 400 ist schlichtweg folgender: Es kam 1995 auf den Markt, während USB 1.0 1996 und USB 2.0 2000 auf den Markt kam. Firewire 400 war also schon 5 Jahre zuvor praktisch ungefähr gleich schnell wie USB 2.0 ... da liegt eigentlich der Hund begraben.
Alle neueren Standards von USB (3.0) und Firewire (800 und neuer) sind dann für die Interface Diskussion eh nicht mehr der Rede wert, weil die Datenraten dort sehr hoch sind (bei USB 3.0 theoretisch 500MByte/s, bei FW800 theoretisch 400MByte/s) und praktisch von keiner Festplatte und den aller wenigsten Flashdrives (z.B. USB Sticks) ausgereizt werden können.
Kauf dir also jetzt einfach ein USB 2.0 Interface und achte darauf, dass du es auch an einen 2.0 oder 3.0er Port anschließt und werd glücklich. Bei der Aufnahme selbst wirst du schon noch auf ganz andere Probleme stoßen ![]()