War / bin bisher fest in 5 Bands tätig, die eigene Sachen gemacht haben / machen.
Hat man als Drummer wenig Ahnung / Interesse an Harmonielehre bzw. hat kein Gefühl für Melodien usw., was ja nicht selbstverständlich als Trommler ist, siehts da mit Songwriting meistens mau aus. Es gibt Drummer, die selbst komponieren, der berühmteste ist wohl Frank Zappa, wobei der die längste Zeit Gitarrist / Frontmann war.
Die Ideen kamen in meinem Umfeld bisher eigentlich immer von Gitarristen bzw. Sängern, gelegentlich auch Bassisten. Des öfteren gab es schon fertige Songs, die dann geprobt und "verwirklicht" wurden. Meine Aufgabe bestand einfach darin, dem ganzen einen rhythmischen Ausdruck zu geben, songdienlich zu spielen etc. pp. ... in diesem Zuge entstanden aber sehr oft neue Ideen, gerade bei zwei bestimmten Bassisten, denen ich meistens groovetechnisch zeigen musste, wo es lang geht. Sehr oft wird gemeinsam an Songstrukturen und Feinheiten, Übergängen etc. gearbeitet. Neulich haben wir nen geraden Song mal spontan in 6/8 gespielt und seither in 6/8 gelassen, wobei ich Initiative dazu ergriff.
In meiner neuesten Band kümmern sich der Gitarrist und Bassist zusammen ums Songwriting und machen Brainstorming mit Stift und Papier, wo welche Tonarten und Taktanzahlen aufbauend auf bestimmten Riffs Verwendung finden, wobei die grundlegenden Ideen wiederrum nur von einem von beiden kommen. Bis auf gelegentliche Groovetechnische Vorgaben, die dann erprobt werden, kann ich da nicht viel einbringen. Es ergeben sich aber beim praktischen Teil, dem Spielen der Songs, immer wieder Situationen, in denen auch ich mich kreativ einbringen kann. Jüngstes Beispiel: Übergang zwischen zwei Part sollte ein Takt "Gitarrenwichsen" sein ... das kam nicht gut, funktionierte nicht. Mein Vorschlag: "Spiel doch einfach irgendein 'stranges' Riff ohne Gefrickel". Funktionierte viel besser 
Seltenst ist bisher aus Jams was Produktives entstanden, obwohl einige Jams sehr gut waren. Selbst als wir anfingen unsere Proben (zumindest großteils) aufzunehmen und wir desöfteren nette Jams hatten, kam da nicht viel bei raus. Jams sind m.E. am ehesten zum Eingrooven aufeinander da - sei es jetzt auf bestimmte Musiker oder in bestimmten Situationen. Auch beim Jammen muss sich vorher und ggf. zwischendurch abgesprochen werden (Harmonien) - läuft es dann einmal, ist aber die "non-verbale Kommunikation" immer wieder ne geile Sache.
EDIT: Nicht damit zu verwechseln auf Riff- und Songvorschlägen zu jammen, was mit dem "Verwirklichen" (siehe oben) der Songvorschläge zusammen hängt. Mit Jammen meine ich wirklich die reine Spontanität.
Die grundlegenden Ideen kommen also bei mir meistens von den Melodie-Instrumentalisten und Sängern. Ich finde das auch in Ordnung, weil der Drummer schon genug zu tun hat, wenn er den Songs eine passende, möglichst extravagante rhythmische Ader verleihen will.