Beiträge von m_tree

    Grundvoraussetzung ist natürlich erstmal das eigene Instrument gut zu beherrschen. Die nächste Voraussetzung, die Gigs körperlich und psychisch durchstehen zu können. Schlagzeug ist grundsätzlich ein anstrengendes Instrument, wobei das natürlich auch von der Spielweise abhängt.


    Dann geht's weiter mit einer guten Vorbereitung. D.h., man muss die Songs drauf haben. Spielerisch und die Abläufe.

    Und wie das genau aussieht bestimmt dann auch, wie stressfrei bzw. stressig der Gig ist. Kann man die (kurze) Setlist im Schlaf spielen - easy. Spielt man eine Aushilfe oder steigt irgendwo neu ein und ist von Notizen abhängig, wird's besonders mit langen Sets stressiger.


    Alles in allem bauen stressfreie und gut oder nahezu perfekt abgelieferte Gigs immer auf viel Übung, Erfahrung und Fleiß auf. Das betrifft das Spielerische, die Routine und auch die Setlist.

    Dass Schlagzeug günstiger als andere Instrumente wäre halte ich für eine fragwürdige These. OK - ein Flügel z.B. bewegt sich in ganz anderen Größenordnungen. Aber für ein ordentliches und nicht zu klein dimensioniertes Schlagzeug mit Becken, Hardware, Fellen und Mikrofonen kann man bei Neukauf auch mal im 5-stelligen Bereich landen. Da kriegen Gitarristen für die Hälfte schon eine vergleichsweise teure Gitarre und einen teuren Amp.

    Mit dem ersten Satz triffst du die Sache ins Schwarze. Wer genau eine Band hat und mit dieser 2 Konzerte spielt, braucht mit Sicherheit weder Tourset noch eine Auswahl an Snares. Und wer bei Major Acts trommelt, evtl auch nicht, weil sein Endorsment alles mundgerecht bereitstellt.

    Für den zweiten und dritten Satz hatte ich tatsächlich "für mich persönlich" vergessen dazu zu schreiben. ^^

    Sollte wirklich nur ein Beispiel sein.


    Fakt ist halt, dass die Equipment-Sammlung zur persönlichen Anwendung passen muss. Und das kann nur jeder für sich selbst am besten wissen.

    Gibt ja auch reiche Menschen, die sich 50 teure Gitarren in die Villa hängen und nie spielen ...

    Mir fallen dazu direkt ein Schlagwort aus dem Marketing-Bereich und eine aktuelle Anekdote aus meinem Tour-Alltag ein.


    Die Quintessenz ist dabei, dass es keine Regeln gibt und das Equipment einfach für die jeweilige Situation geeignet sein muss. Bei der Eignung kann es um technische, logistische aber auch geschmackliche bzw. künstlerische Dinge gehen.


    Bei Kesselsätzen bzw. Kesselgrößen und auch bei Becken findet man ja die Bezeichnung "Studio" ("Fusion" soll dann eine Mischung aus "Studio" und "Rock" oder "Standard" sein).

    Wobei "Studio" dann für kleinere Kesselgrößen und kleinere bzw. dünnere / filigranere und leisere Becken steht.


    Nun stellt sich aber die grundsätzliche Frage, warum man im Studio die kleinen und filigranen Kessel und Bronzeteller benutzen soll und live die großen, schweren und lauten? Dagegen spricht m.E. nicht nur der logistische Aspekt, weil man ein Live-Set deutlich öfter transportieren und auf- und abbauen muss. Sondern, neben dem künstlerischen (es passt das, was Geschmack und Situation erfordern) sowieso, auch ein technischer:


    Im Studio hat man bei entsprechender Mikrofonierung und isolierter Aufnahme (räumlich und/oder mit Overdubs) nicht das Problem, dass laute Becken in mehrere Gesangsmikros auf der Bühne "rotzen". Was besonders auf kleinen Bühnen in zwei Hinsichten zum Problem werden kann: IE-Monitoring für die Sänger und Sängerinnen und natürlich das, was vorn raus kommt. Wenn die Becken dann zu laut sind, kann der Tonmann sie nicht leiser machen, auch wenn die Becken-Mikros schon am Pult ganz unten sind.

    Aus diesem Grund hatte ich kurz nach meinem Einstieg in meine aktuelle Band die lauten Becken durch deutlich leisere getauscht.


    Live steht meiner Ansicht nach Funktionalität in allen Hinsichten jedenfalls im Vordergrund. Wogegen man im Studio eher mal mehr Aufwand betreibt, damit künstlerisch alles genau passt.


    Was man dann braucht und nicht braucht ist weniger Philosophie-Sache, sondern einfach individuell. Praktisch ist z.B. ein Tour-Set, das immer im Bus bleibt und ein Set für Proberaum / Studio. Und eine Auswahl an Snares und Becken für beide Sets, um flexibel zu sein.


    Die Frage kann dir letztendlich keiner beantworten. Wenn's dein Budget hergibt, dann lebe das GAS aus. Warum auch nicht ... ;)

    Meinem meinem Bauchgefühl her finden sich Frauen von Melodien eher angesprochen als von Rythmen. Ist natürlich nicht repräsentativ, aber mein Musikverein ist so froh das Sie endlich jemand fürs Schlagwerk haben. Das man da natürlich schon ins Gespräch kommt wieso des dann in der ganzen Zeit davor niemand anderes gemacht hat. Und abgesehen von denjenigen die sich davon abgeschreckt fühlen das man soviele Elemente hat und zu den Händen noch die Füße bewegen und alles unabhängig voneinander machen muss... die haben einfach keine Lust auf Rythmik. Die spielen ihre Blasinstrumente und erfreuen sich an den Melodien die Sie spielen können. Sie hab ein Stück das Sie Mögen und spielen es. Und Sie können es für sich alleine spielen. Während du als Schlagzeuger ja für Lieder eine Begleitung brauchst. Du brauchst halt nen Playback der die Melodie bringt zu der du trommelst damit es sich "nach außen" hin gut anhört. Die wenigstens haben Freude daran einen tighten Groove zu spielen. Eine schöne Melodie gerne. Aber ein sauberes Bumm-Tschack-Bumm-Bumm-Tschack tight zu spielen macht die wenigsten an.


    Dazu kommt halt auch noch ein bisschen das Körperliche. Sofern man keinen Rowdie hat muss man alles selbst aufbauen. Und so ein Drumset wiegt halt schon einiges.

    Das sind sicher alles Faktoren, die das Schlagzeug ein männlich dominiertes Instrument bleiben lassen. Trotzdem ist es sehr wichtig, dass die Mädels, die Bock drauf haben, es sich auch vermehrt zutrauen. Eine Schülerin von mir wollte bspw. kein Keyboard, sondern lieber Schlagzeug spielen, weil's in ihren Augen "cool" ist.


    Ach - und weil wir ja sowieso schon einmal beim Klugscheißen waren: es heißt "Rhythmus", "Rhythmik" ... mit zwei "h". ;)


    Mir wäre auch recht wenn mehr Mädels Schlagzeug spielen als Kerle ... Hauptsache die handgemachte Musik stirbt nicht aus ... irgendwie mir fällt dazu dieses Meme ein ...

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    Ich denke auch, dass Typen definitiv deutlich anfälliger für den höher, schneller, weiter vergleich sind.

    Tatsächlich finde ich eine (moderate, "gesunde") kompetitive Einstellung durchaus OK. Das ist völlig natürlich und sogar kulturell verankert, besonders unter Kerlen.


    Wer aber im künstlerischen Bereich, eben z.B. als Schlagzeuger, da ab einem gewissen Punkt nicht ein Stück drüber hinaus wächst, hat m.E. was nicht ganz verstanden.


    Wenn "Speed ist alles!" keinen ironischen Unterton hat, sondern zu 100% ernst gemeint ist, bin ich persönlich "raus". Auch in den Musikstilen, in denen entsprechende Fußakrobatik gefragt ist, ist Speed eben auch nicht alles. Eher eine Grundvoraussetzung.


    Die bekannten Leute haben alle verstanden, dass Spieltechnik nur Mittel zum Zweck ist.

    ich finde das Thema frauenfeindlich, weil bei Youtube viel mit Sexismus für Drummerinnen geworben wird.


    [...]


    Nirgendwo sieht man so deutlich wie bei Youtube, dass Drumming gezielt als Männerdomäne verkauft wird. Auch wenn Frauen hinterm Set sitzen, sollen offenbar eher Männer denen zuschauen

    Diese Formulierungen lesen sich so, als ob Youtube bzw. eine "höhere Instanz" das gezielt so machen würde. Tatsächlich sind das aber Entwicklungen, die keiner bewusst gesteuert hat. Der Erfolg insbesondere von A-YEON, die in ihren Anfangszeiten nicht mal ihre eigene Performance hörbar gemacht hat (sich quasi nur zum Lied bewegt hat), veranschaulicht einfach, wie die Menschen halt so ticken. Die Klickzahlen entstehen ja global, nicht Länder-spezifisch. Und da spielt das Sexualhormon Testosteron eben (leider) eine große Rolle.


    Auch an anderen Stellen ist zu beobachten, dass Frauen (und besonders junge Frauen) eine gewisse "Narrenfreiheit" zu haben scheinen. Wie eben z.B. gezielt auf niedere Triebe abzuzielen und daraus Klicks zu generieren. Wenn Männer das machen würden, wäre das peinlich und es gäbe einen Shitstorm nach dem anderen ...


    Dieser Sexismus steht der Gleichberechtigung von Frauen definitiv im Weg ... aber man muss eben dazu sagen, dass einige Mädels es ganz gezielt für sich nutzen. Und zwar freiwillig!

    Wie gut man sich selbst noch hört kommt natürlich schon auf die Außengeräuschdämpfung an. Mit meinen In-Ears ist mir das Schlagzeug dann ohne Monitoring der Mikros etwas zu leise. Wobei ich eine starke Außengeräuschdämpfung und Mikrofonierung + Monitoring der Mikros sowieso am komfortabelsten finde. Auch mit den Rohsignalen (ohne EQ und ggf. Kompression).

    Ich finde auch, dass man hier nur schwer eine Grenze zwischen On- und Off-Topic finden kann. Denn letztendlich ist das ein großes gesellschaftliches Thema, ein Thema der modernen Zivilisation insgesamt. Dass mehr Mädels Schlagzeug spielen ist da ja eigentlich nur ein kleines Indiz für die Veränderungen.


    Und ich finde diese Entwicklungen im Allgemeinen sehr gut. Das Patriarchat ist vorbei und sollte in den modernen Gesellschaften des 21. Jahrhunderts kein Thema mehr sein.


    Aber man sollte dabei m.E. schon auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Veränderungen mit der Brechstange (Regulierungen von "oben") herbeiführen zu wollen halte ich besonders im künstlerischen Bereich für völlig fehlgeleitet. Und auch die biologischen Unterschiede von Frauen und Männern, die hormonell bedingt auch unterschiedliche Denkmuster und Verhaltensweisen mit sich bringen, unter den Teppich kehren zu wollen, halte ich für fragwürdig.


    Schlagzeug ist im Übrigen auch ein "sensibles" Instrument. Und auch zum "ordentlich Draufhauen" ist Sensibilität und Feingefühl erforderlich. Von Timing und Dynamik mal ganz abgesehen ...

    .. es scheint sich auch nicht viel dran geändert zu haben, dass viele Frauen auf die dominanten Arschloch-Typen abfahren. Oder zumindest auf Männer, die vom Status her "über" ihnen stehen und Schutz bieten können. Was wohl auch einfach evolutionär begründet ist.

    Also, ich sehe und erlebe das total entgegengesetzt. Finde deine Aussagen schon sehr heftig.

    Zum einen hast du den ersten Teil meines Satzes ("Status, Geld, Körpergröße, körperliche Fitness, Handwerkliches Geschick u.ä.") nicht zitiert und zum anderen sind damit natürlich nicht alle Frauen gemeint. Habe derartiges allerdings nicht nur selbst immer wieder beobachtet, sondern auch diverse Statistiken, Studien usw. belegen dieses Phänomen. Ja - auch noch im 21. Jahrhundert, wo Frauen ja so emanzipiert sind.


    Im Prinzip sind es sogar nicht mal meine Aussagen, sondern nur Zitate.

    Vielen Dank für die offene Antwort. Was du beschreibst, gibt es, keine Frage. Ich denke aber auch, dass dies nur ein Teil des bestehenden Spektrum ist und man dies nicht verallgemeinern kann und sollte.

    Ich erlebe es zum Bsp. sehr anders.

    Ich denke sogar das beschreibt den Großteil des bestehenden Spektrums. Könnte dazu auch seriöse Quellen heranziehen, aber das ist zu viel OT hier.


    Die weitere Gleichstellung von Frauen über die Emanzipation hinaus bringt jedenfalls auch fragwürdige Entwicklungen mit sich. Ist ja nie alles schwarz/weiß.


    Diese Dame aus der Schweiz beschäftigt sich schon länger kritisch mit dem Thema:


    TAMARA
    Bin hier, um ein besseres Verständnis zwischen Ladies und Gentlemen zu schaffen, über positive Männlichkeit zu sprechen, die Psychologie im…
    youtube.com

    Welche das wären interessiert mich sehr.

    Status, Geld, Körpergröße, körperliche Fitness, Handwerkliches Geschick u.ä. ... und es scheint sich auch nicht viel dran geändert zu haben, dass viele Frauen auf die dominanten Arschloch-Typen abfahren. Oder zumindest auf Männer, die vom Status her "über" ihnen stehen und Schutz bieten können. Was wohl auch einfach evolutionär begründet ist.


    Durch den modernen Dating-Markt ist vieles auch absurder als je zuvor. Und die Selektion ist deutlich größer als in früheren Zeiten.


    Aber genug OT ...

    Ein einseitiger Hörsturz mit 18 und danach Tinnitus war für mich auch ausschlaggebend dafür, nur noch mit Gehörschutz zu spielen. Mittlerweile habe ich weniger Probleme mit dem Tinnitus. Könnte auch daran liegen, dass ich seit einem Jahr keinen Alkohol mehr trinke.


    Ein kürzlich aus Eigeninitiative durchgeführter Hörtest hat mir jedenfalls gezeigt, dass sich meine Vorsichtsmaßnahmen gelohnt haben. Der HNO meinte "besser geht's nicht".


    In meinem Unterricht ist das Thema übrigens sehr präsent. Allen Schülern ist klar, dass ein Akustikschlagzeug sehr laut sein kann und man da seine Ohren schützen sollte. Ich gehe da auch mit gutem Beispiel voran.

    Bei Tonleuten dürfte die Schieflage nach wie vor sogar noch ausgeprägter sein. Ich finde das auch gar nicht so problematisch. Frauen und Männer sind nun mal unterschiedlich und trotz Emanzipation hat sich vieles nicht geändert oder ist sogar extremer geworden - z.B. auf welche Eigenschaften Frauen bei Partnern Wert legen. Das liegt einfach an der Evolution und ist tief verankert.


    Zitat aus dem letzten Absatz des Spiegel-Artikels:


    Zitat

    Studieninitiatorin Furtwängler findet die Ergebnisse jedenfalls »schon sehr krass«, die »extreme Schieflage« zeige sich sowohl in den Charts, bei Werkbeteiligungen gemeldeter Songs und auf Festivalbühnen. Sie glaubt: »Wenn man nicht mit Quoten als einem Teil der Lösung arbeitet, dann ändert sich auch nichts. Es würde sich so viel bewegen, wenn es für die Playlists der Sender eine 50:50-Quote gäbe.«

    Und solche Ansätze finde ich ziemlich schräg. Warum sollte man das denn mit der Brechstange, Quotenregelung "von ganz oben" ändern wollen? Was für ein Schwachsinn. Mit sowas wären wir nicht mehr weit entfernt von Diktaturen, dir ihre Kultur steuern, regulieren und zensieren.

    In meiner ersten Spielphase als Kind hatte ich auch lieber ohne Gehörschutz gespielt und in meinen Anfangszeiten als Teenager auch. Aber irgendwann wird man reifer und vernünftiger.


    Es ist auch Gewöhnungssache. Wer nur ohne Gehörschutz spielt, kommt damit sicher gut klar. Rimshots und laute Becken machen auf Dauer dann trotzdem das Gehör kaputt. Dass manche Weltgrößen das in Kauf nehmen, heißt nicht, dass man das auch so machen muss.

    Ich spiele ausschließlich mit Gehörschutz bzw. In-Ears und schütze meine Ohren grundsätzlich. Schlagzeug ist einfach ein lautes Instrument und ich brauche mein Gehör auch für die Audiobearbeitung. Auf Bühnen können auch andere Schallquellen mal laut werden oder koppeln ...


    Mit einer moderaten Außengeräuschdämpfung habe ich da grundsätzlich ein gutes Spielgefühl, mit Ausnahme der Bassdrum. Die Bassdrum mach ich mir auf einem IE-Mix grundsätzlich am lautesten. Es steht sonst auch oft nicht im Verhältnis zu einem modern abgemischten Schlagzeug, wo die Bassdrum oft sehr präsent nach vorn gemixt wird (auch abseits von Metal). Wenn man dann selber nicht genau hört, was man da macht aber z.B. ne Grenzfläche ein überpräsentes Signal mit reichlich Attack rausgibt ...


    An deiner Stelle würde ich einfach gar nicht mehr ohne Gehörschutz spielen. Dein beschriebenes Szenario deutet nämlich darauf hin, dass das Schlagzeug dir ohne Gehörschutz zu laut ist. Tu deinem Gehör einen Gefallen und schone es ... was einmal weg ist, ist weg und kann auch kein Hörgerät mehr wiederbringen.


    Das Gleiche passiert ja wenn man nur mit Kopfhörern übt und dann mal wieder ohne.

    Vor allem beim Thema Double-Bass habe ich mir da einen sehr unsauberen Stil durch Kopfhörer angeeignet, den ich jetzt mühevoll wieder abtrainieren darf.

    Eigentlich kann man gerade mit dämpfenden Kopfhörern bzw. InEar-Monitoring ein sauberes DB-Spiel üben. Dazu muss man die BD natürlich innen mikrofonieren und auf die Ohren legen. ;)

    Achtung, Gretsch-Broadlaster-Kalkulation eines Teil-Nichtwissenden (ich hab zwei Jahre in einem metallverarbeiten Betrieb gearbeitet, wo galvanisierte Zukaufteile mit Gewinde und ähnlichem in großer Stückzahl eingekauft wurden, Solche Teile kosten fast nichts im Einzelpreis, da wundert man sich wirklich) mit guten, wertigen Komponenten für ein Jazz-Kit: Ein qm Schälfurnier Ahorn in guter Qualität kostet maximal 15 Euro, Pappel maximal 10 Euro, wenn überhaupt im gewerblichen Bereich. Großzügig gerechnet 4 Platten Ahorn für ein dreiteiliges Set, 2 Zuschnitte Pappel, sind 80€ für das Holz, da werden auch noch die Hoops für die Bassdrum rausgeschnitten. 40 Spannböckchen im gewerblichen Einkauf in ordentlichen Qualität kosten maximal 1,50 Euro pro Stück. 60 Euro. Gute Standtombeine mit Halter 10 Euro pro Stück, 30 Euro. 4 Spannreifen, Guss, lass das nochmal 40 Euro sein. Ein RIM, ein Halter, zusammen im Einkauf 30€. Ich komme für einen gewerblichen (Groß-) Einkäufer auf 240€ Materialkosten, und das ist schon sehr sehr reichlich gerechnet. Das kann man natürlich noch halbieren wenn man die billigeren Komponenten nimmt. Aber das Material macht diese Preissprünge definitiv nicht aus. Und die Verearbeitungsschritte sind eigentlich für jede Trommel halbwegs gleich.

    Interessanter Einblick! Was grundsätzlich noch dazu kommt sind natürlich Kosten für die Werkstätten, Lagerräume, Logistik, Büro etc. und der Lohn für die Mitarbeiter. Sehr niedrige Preise sind somit sicher auch nur mit Ausbeutung billiger Arbeitskräfte in Schwellenländern möglich.


    Durch ein paar Umstände hatte und habe ich es in letzter Zeit häufiger mit verschiedenen Einsteigersets (wo es ja auch noch verschiedene Preisstufen gibt) zu tun. Und kann sagen, dass man die niedrigen Preise an der gesamten Qualität merkt. Das beginnt bei billigen Bauteilen, geht über z.T. schlecht zusammenpassende Konstruktionen und endet bei schlechter / unsauberer Verarbeitung. Da ist vieles auch einfach nicht zu Ende gedacht. Merke ich gerade bei einer Mapex Tornado Bassdrum, welche Probleme macht.


    Ein hochwertiges Instrument hat nicht nur teurere Bauteile. Das verwendete Holz wird sicher auch besser selektiert. Mir fällt dazu analog das Beispiel von Vic Firths Billigmarke "Nova" ein, die ich z.Z. live nutze. Die Sticks halten im Schnitt einfach nicht so lang wie die "echten".

    Und dann eben die bessere Verarbeitungsqualität, welche mit deutlich höherem Zeitaufwand und mehr Know How (-> höhere Stundenlöhne) verbunden ist.


    Die Preispolitik im "Luxusbereich" dürfte mit all diesen Faktoren trotzdem nicht mehr viel zu tun haben.

    Mir geht's auch weniger um die Holzart, Kesselstärken und solche Sachen. Dass die Felle und Stimmung den Löwenanteil am Sound haben ist klar. Mir geht's eher um geschmackliche Sachen wie eben die Kesseltiefen, 2,3mm Flanschreifen auf den Toms, Racktomhalterungen an den Kesseln (nicht wie bei Tama an den Spannreifen), gebohrte Bassdrum und ähnliches.


    Durch meine Aufnahmen hatte ich mich ja viel mit dem gesamten Thema bis zum Mixdown von z.T. drums only Sachen für Youtube beschäftigt. Habe dabei immer wieder festgestellt, wie wichtig das ist, was vor den Mikrofonen passiert. Und, wie unterschiedlich verschiedene Trommeln mit gleichen Fellen und gleicher bzw. zumindest sehr ähnlicher Stimmung klingen können.

    Man sollte die Details wie eben z.B. die Gratungen und die Spannreifen nicht einfach in den Bereich der Mythen und des Marketings abstempeln.


    Bin mir auch noch nicht sicher, ob es ein custom Set wird. Sind gerade nur Überlegungen.


    Jetzt aber wieder back 2 topic. ;)