ich denke, es ist eine Frage der Zeit:
Als erstes ist da die Faszination der Musik im Ganzen, die einen anzieht und dafür sorgt, dass man in Musik offenbar mehr hineinhört oder aus ihr heraushört,als andere Leute. Das macht einen in der Regel dann zum Musiker (Leute, die nur Show machen wollen und weil es cool ist, ausgenommen).
Dann gehts in die zweite Phase, in der das Instument angegangen wird. In den ersten Jahren ist es nunmal so, dass das jeweilige Instrument im Vordergrund steht, Musik wird gehört teilweise nur um des Instrumentes wegen. Der Vorteil: Man fängt an, sich mit Musik zu beschäftigen, die man sonst nie gehört hätte, wird offener für anderes und fremdes.
Nach dieser "technischen" Phase, in der auch das Interesse an Hardware (welche Becken, welche Trommeln, welcher Stimmschlüssel ?) allmählich abnimmt , kehrt man dann wieder allmählich zur Musik im Ganzen zurück. Man wird gelassener in Bezug auf das eigene Instrument, kann auch mit eigener Unzulänglichkeit und fremdem Können souveräner umgehen und lernt einfach, nicht zuletzt auch wegen des Erfahrungsschatzes mit anderen Musikern, die Musik als Einheit zu begreifen.
So wars bei mir und nach Bekundungen von anderen, auch bei vielen so.
Ich bin auch froh, dass diese technische Schweinerei seit langem vorbei ist und ich Musik ohne jeglichen "Leistungsdruck" ("Kann ich das spielen ? Wie spielt der das ? Das kann ich auch ! Der kann ja gar nichts ! Warum steh ich nicht da oeben ?") oder ohne Einseitigkeit genießen kann.
Und siehe da: Auch auf das Spielen hat das Ganze Einfluss. Halte mein jetziges Spiel für viel geschmackvoller und musikalischer als das alte "Gehämmer". Sicher, man wird vielleicht an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas gelassener und zaubert nicht mehr so viel, will nicht mit jedem Break die Drums neu erfinden, aber durch die Gelassenheit wird man cooler, und letztlich erntet man dann auch zunehmendes Lob seitens der anderen Musiker. Warum ? Weil man einfach mehr hört, mehr zuhört und den anderen, bsp. den Solisten den Support beim Spielen gibt, dass sie sich einfach wohlfühlen. Das Publikum merkts dann auch und alle sind happy.
See