Beiträge von Seelanne

    Ja, das sind die (nicht zu verwechseln mit denen EC BatterHeads). Ich hatte die jetzt rund 7 Jahre in Verwendung, in Verbindung mit den Remo Vintage Emps Clear.


    Liest sich im ersten Moment "Too much", ist es aber nicht: die EC Reso dämpfen wirklich offenbar nur die Ekel-Frequenzen weg und funktionieren bei meinen Birkenkesseln fast ideal. Der Ton ist zugleich etwas focussierter als bei den normalen Reso-Felle, aber dabei ohne zu trocken zu sein. Selbst im Räumen, die schalltechnisch fast tot gedämpft waren, klangen sie gut.


    Ich Ärger mich im Nachhinein, dass ich überhaupt gewechselt bin, aber ich wollte die Kombination White Suedes mit klarem Ambas schon immer mal testen. Naja – "das bessere ist der Feind des Guten", wie man so schön sagt. Wobei die White Sueses wirklich toll sind und mir besser gefallen als alle anderen normalen coated.


    Die Ambas habe ich in der Tat früher auch schon mal als Reso-Felle benutzt, aber das war mir irgendwie zu bieder-rund-gedämpft. Im richtigen und entsprechenden musikalischen Surrounding allerdings mit Sicherheit durchaus verwendbar. Aber halt nicht mein Ding.


    Welche Fälle allerdings grandios als Resos sind, sind die Renaissance Felle. Ich hatte mal eins aus Verzweiflung auf meinem 15er, Tom, weil mir beim Transport das Reso kaputtgegangen war. Der Tontechniker ist fast ausgeflippt, als er beim Soundcheck das Ding gehört hat. Ich konnte es selber nicht glauben und hab's mir dann über Kopfhörer angehört und bin fast weggeflogen: ein Ton, so fett und so lang, man glaubte, den noch in 50 km Entfernung hören zu müssen, dabei glasklar und ohne Frequenzschwankungen. Unfassbar: kann Zufall gewesen sein, aber die Dinger haben echt Resonanz.

    Ich hatte letztens ähnliche Probleme mit meinem 14er und 15er-Tom. Nach simultanem Fellwechsel und Raumwechsel habe ich beide Toms nicht mehr richtig unter Kontrolle bekommen, teilweise mit ähnlichen Effekten, wie du sie beschreibst: nach ziemlich exaktem Durchstimmen mit Tunebot, trotz Einsatz von Watte etc. jedes Mal das gleiche Ergebnis: innerhalb von Minuten änderte sich der Ton der Trommel nach unten in ein fürchterliches Mulmen und dem typischen "Basketball-Booiiing".


    Als alles nichts mehr half, habe ich die neuen Resonanz-Felle (Remo Amba) gegen die alten ausgetauscht (Evans EC Reso) und es wurde spürbar besser. Im übrigen habe ich mir aus dem Drogeriemarkt nebenan diese Klebefilz-Ringe besorgt (siehe Photo) die eigentlich für Füsse/Schuhe gedacht sind, die haften hervorragend und lassen aber genügend Luft durch die freie Mitte, die man herauslösen kann.


    Jetzt ist wieder alles in Ordnung: meine Vermutung geht auch dahin, dass die spezielle Frequenz-Ausrichtung des neuen Raumes mit den tiefen Thoms in irgendeiner Weise kollidiert (mit den anderen Toms hab ich überhaupt keine Probleme).


    (Über Kurz oder lang werde ich aber wohl auch wieder zu meiner bewährten Fell Kombi zurückkehren (Remo Vintage Emperor Clear und Evans Ec Reso). Die neue Kombination (Remo White Suedes und Amba Clear) ist sehr rund, aber ich mag den Attack von klaren Fellen offensichtlich doch lieber als das warm – Runde der Suedes oder anderen coated).)

    Das Wesen von Signature – Produkten hat sich einfach über die Jahrzehnte auch gewandelt: War es früher ein willkommener Anlass, eventuell sogar konzeptionell neue Dinge am Markt einzuführen, geht es seit geraumer Zeit nur darum, den alten Wein in neuen Schläuchen zu verpacken.


    Es liegt in der Natur der Sache: das Rad kann nun nicht jede Woche neu erfunden werden, aber verkauft werden muss halt trotzdem. Und das geht nur mit neuen Kaufanreizen.


    Da ist der Rush-Hype um Annika natürlich aktuell wie gemacht für, denn wann hat es letztens ein Drummer geschafft, solch eine (vollkommen berechtigte) Aufmerksamkeit zu erzeugen? Ein Glücksfall für Meinl und Tama.


    Aber an der Austauschbarkeit der Produkte ändert sich natürlich nichts: es gab letztens noch einen umfangreichen Vergleichstest an Aluminium-Schnarren bei YouTube, und – es kann natürlich mittlerweile an meinen alten Ohren liegen – aber ich hab da keinen wesentlichen Unterschied feststellen können. Die klang mehr oder weniger alle gleich.

    Das akustische Schlagzeug ist out. Unwiderruflich. Es ist eine Nischensportart für Nerds geworden.


    Ein Schlagzeug ist zu groß, zu sperrig und zu schwer. Und es ist laut, seine Lautstärke führt sogar ins Paradoxe und Absurde: man gibt Unmengen an Geld aus für bestimmte Sounds und anschließend stopft man sich Watte in die Ohren, damit man alles nicht so deutlich hört.

    Man schreibt ganze Doktorarbeiten über den Unterschied von Birke und Ahorn oder bei Becken von B20, B8 und B15, und anschließend schneidet man bei 'nem Blindtest auch nicht besser ab, als jeder fröhlich vor sich hinratende Schimpanse.


    Es gibt immer weniger geeignete Räumlichkeiten, die Menschen wohnen immer enger zusammen, gleichzeitig erlauben Aufnahmetechnik und Produktionsmöglichkeiten, eben ganz darauf zu verzichten: es gibt halt Alternativen der Klangerzeugung, billiger, schneller und einfacher zu bedienen.


    Es ist gegen den Trend und gegen den Zeitgeist. Alle finden es toll, aber kaum haut man drauf, wird man gefragt, ob man nicht auch ein Cajon hat. Akustik Sets sind irgendwie wie der McLaren MP4/5, das Weltmeister-Auto von Ayrton Senna und Alain Prost: Laut, schnell, zickig, 800 PS, Turbo, Handschaltung, Kupplung, keine Traktionskontrolle und kein Halswirbelschutz.


    Ihre Zeit ist gekommen: Totgesagte leben zwar zuweilen etwas länger, als gedacht, sind aber eben auch nicht unsterblich. Trotzdem: Drummen auf einem Akustik-Set ist das geilste was es gibt.

    Das sind ki – generierte Tabellen ohne Nachweis der Quellenangaben. Die Zahlen lassen sich bereits deshalb nicht miteinander vergleichen, da belastbare Zahlen - beispielsweise von Yamaha - bezogen auf den Schlagzeugbereich überhaupt oftmals nicht gegeben sind:


    Yamaha führt in seinen Umsatzzahlen lediglich entweder komplett Konzernzahlen aus (also inklusive Motorräder etc. PP) oder aber zumindest den Bereich Musikinstrumente. Ein gesonderten Umsatz für den Schlagzeugmarkt hat meines Erachtens Yamaha niemals ausgewiesen.

    Oder lausch mal quer:


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    Schade, dass es nichts gebracht hat. Bei meinen BCA macht es definitiv ein Unterschied. Das 8er Tom ist beim kurzen Tomarm und enger ausrichtung resonanter als beim langen Tom-Arm - keine Ahnung warum. Beim 10er macht's fast keinen Unterschied. Beim 12er macht's wieder einen Unterschied und beim 14er und 15er ist es umgekehrt, also eher wie zu erwarten, dass nämlich der Sound offener ist je weiter am Ende des Tomarms bzw beim langem Tomarm. Da ich bei dieseb Toms aber den kürzeren Ton bevorzuge, verwende ich da die kurzen Arm (das Tom ist dann als Nebeneffekt natürlich auch stabiler).

    Ich kenne das anders. Nach meinen Informationen wurde 1993 das Yess System eingeführt. Die Halterung wurde Außen an 2 Punkten angebracht, zeitgleich ragte keinerlei Halterung mehr in den Kessel.


    Die Halterungen davor heißen meines Erachtens nach nicht YESS. Das würde ansonsten auch der gesamten Yamaha Historie widersprechen, die Yamaha selbst auf ihrer Homepage die Einführung des Yess Systems auf 1993 datieren.


    Aber letztlich dürfte das alles theoretischer Streit um die goldene Banane sein. Entscheidend ist, dass das neue Stage Custom, um das es hier geht, definitiv die alte Yess Halterung aus den Jahren 1993-2009 hat.

    Ja, Bis zum Ansatz bündig durchschieben (geht natürlich nur mit den kurzen Haltern). Ansonsten hilfsweise entlang der Halterung einmal schrittweise testen, wo es am besten ist. Bei meinem BCA (auch altes Yess 1) konnte/kann ich so jeweils den Sweet-Spot finden (der ist aber bei allen Toms quasi direkt am Ansatz oder kurz dahinter.) Vielleicht ist beim Stage Custom ähnlich.

    Bevor hier Fehl-Vorstellungen Platz greifen: im aktuellen Yamaha stage Custom ist das alte Y.e.s.s I System verbaut, welches bis 2009 Anwendung fand und dann durch das Yess II ersetzt. Aber auch da ragt nichts in den Kessel hinein.


    Beim Yess I wiederum ist meiner Meinung nach der kurze Tomhalter resonanter, als der Lange. Wenn man die Trommel direkt an den Ansatz montiert, ist der Ton sogar am besten.

    Aus der Serie: "Songs, die den Test der Zeit bestehen".


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    Mir fiel ebenfalls als erste Alternative auch das normale K Ride ein (als nicht das K Custom). Ich finde das sehr kompatibel zu den A's und erfüllt in etwa deine Vorstellungen.


    Als weitete Alternative würde ich mich bei Instanbul Agop umsehen, die für mich derzeit insgesamt die schönsten Rides im Sortiment haben. Im Schnitt sind Agop-Rides (wie alle Agops) nach meiner Erfahrung alle etwas leiser als die anderer Firmen, sodass du da sogar einmal den 22ern einen Versuch gestatten könntest.


    Zu nennen wäre da bsp. das wunderschöne 22er Mantra Ride, was zu den A's gut passen könnte und meine ewige Ride-Liebe in Form des 22er Idris Muhammad Signature: dies könnte deiner Vorliebe in Richtung stärkerem Ping definitiv entsprechen, ist dabei trotz seines Gewichts und Umfanges wunderbar weich und seidig, also keinerlei hart-brachiales 22er. (Ich hatte es mal ne Zeitlang und habs dummer Weise wieder ziehen lassen, weil es mir seinerzeit etwas zu gedämpft klang).

    Zurück in die 70ths ? Gerne ........


    Wenn die Frage gestellt würde, welche Band in ihrer Geschichte wohl die beste Gitarristen-Duos beherbergt hat, wäre wohl der Name Thin Lizzy auf dem ersten Platz:


    Egal ob Gary Moore, Scott Gorham, Brian Robertson, Snowy White oder John Sykes: Bei Lizzy gabs gitarrentechnisch stets nur erste Wahl zu bestaunen. Aber anders als andere Rockbands bestachen all ihre Gitarreros weniger durch hardrocktypisch-martialische Posen denn durch ausgetüftelte Arrangements, sinnige Melodie-Themen und schlichtweg atemberaubende Technik ohne eigentliche Technik-Wichserei.

    Wie auch bei Lizzy insgesamt war da trotz Hardrock auch immer irgendwie bei allen ein jazziger Vibe zu spüren, der durch Brian Downeys stets swagigem Spiel sein rhythmisches Pendant erhielt, nicht nur in den vielen geshuffelten Stücken.


    Insbesondere der zunächst etwas zurückhaltende Scott Gorham nahm dabei zunehmend - obwohl zunächst nur als Zweit Gitarrist verpflichtet - eine zentrale und Stil prägende Rolle ein: mit seinem legendären Solo bei "Dancing in the Moonlight" legte er dann seine Meisterprüfung vor mit einem so wunderbaren Solo, dass es einst auf Platz 31 der besten Gitarrensoli aller Zeiten gewählt wurde:


    Sodenn hier 3 Beispiele aus Lizzys Portfolio, aus einer Zeit, wo Rock einfach ein Riesen-Spass war:

    2 x aus dem fantastischen "Live and Dangerous" Doppel-Album, mit dem sich im 70iger-typischen Wettbewerb der besten Live Double Alben Lizzy mit Sicherheit in die Top 5 schoss, und 1 x die Ballade "Im still in Love" als Video aus Sydney, diesmal mit Gary Moore statt Brian R. an der Klampfe . Das Schluss-Solo von Brian Robertson in Cowboy Song ist für mich iner der besten Short-Soli aller Zeiten)


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    So sahen halt alle damals aus.


    Offtopic:

    Aber auch Jahre später noch waren Musiker gegen eine Verwechslung mit Verbrecher nicht generell gefeit:


    1999 wurde der Gitarrist Jochen Schrumpf mitten in der Dortmunder Innenstadt mit dem sich damals auf der Flucht befindenden Verbrecher Dieter Zuwehme verwechselt und von einem Spezialkommando festgenommen:

    "Das muss eine Verwechslung sein: ja kennen Sie mich denn nicht ? ich bin doch der berühmte Gitarrist Jochen Schrumpf!"

    "Aha, ne, kenn ich nicht. Und Sie kommen jetzt erstmal mit".


    -Offtopic over and out-

    Abstrakte Fragen wie "was soll ich üben" sind zumeist sinnlos, wenn man sie nicht bezogen auf die konkrete Lebens-Situation pragmatisch beantwortet:


    Der wichtigste Aspekt Beim üben ist schlichtweg das vorhandene Zeitkontingent.

    Wenn ich beispielsweise effektiv nur 1 Stunde in der Woche Zeit habe, überhaupt Schlagzeug zu üben (und ich meine nicht spielen), macht es wenig Sinn, sich bsp. Gedanken darüber zu machen, die schwächere Hand auf das Niveau der stärkeren zu bekommen. Auch das sonstige einüben von einhändig eingesprungenen (Vorsicht Wortspiel) Rhythbergern im Handstand unter gleichzeitigem Dribbeln eines Medizinballs ist etwas für Nerds, die keiner sonstigen Beschäftigung nachgehen und ist selbst für ProfiMusiker oftmals zeitlich nicht stemmbar.


    Ausser Schülern und Studenten bzw Arbeitslosen hat eben keiner die Zeit, sich ohne Rücksicht auf die Uhr bedenkenlos der Überei hinzugeben.


    Man sollte sich vorher schlichtweg klarmachen, wie viel Zeit man bereit und in der Lage ist, für Schlagzeugüben täglich beziehungsweise wöchentlich einzuplanen bzw zu opfern, dann einen realistischen Plan zu entwerfen und bei alldem natürlich auch drauf achten, was und wohin man überhaupt will: will man abstrakt am Schlagzeug einfach weiterkommen oder benötigt man für die konkrete Situation bei Auftritten/Band etc. Spezielle neue Eigenschaften?


    Ich denke, viele unterschätzen da einfach den Aufwand, üben planlos und unrealistisch in die Weltgeschichte und daddeln eh zuviel. Dabei wissen wir doch, wie zeitlich aufwändig es bsp. Ist, auch nur einen Fill, der den bisherigen Spielgewohnheiten nicht entspricht, so einzuüben, dass man ihn nicht nur spielen kann, sondern dass er so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass er jederzeit abrufbar ist und auch tatsächlich abgerufen wird. Da ist es oftmals viel sinnvoller, zu versuchen, mit der wenigen Zeit körperlich die drumtechnische Biomechanik auf Stand zu halten, in dem man sein Standardprogramm festigt und insbesondere Technik und Geschwindigkeit hält.


    Und das Alter spielt selbstverständlich dabei dann doch eine Rolle: insgesamt lernt man langsamer, nicht nur schlechthin als älterer, sondern weil es schlicht in der Natur der Sache liegt: etwas ganz Neues zu lernen, ist oftmals ja doch viel einfacher, als etwas ähnliches zu lernen, was sich aber dann doch im Kern unterscheidet. Muscle Memory hat da eben auch ihre Kehrseiten.

    ?????? Exakt diese Thematiken und diese Fragen hatte ich doch in meinem #273 aufgeworfen und besprochen 😀

    Bidddee was ???? 😀


    Also, vielleicht noch mal um das babylonische Sprachgewirr hierzu entwirren:


    Die Allensbach Studie, die von dir zitiert wurde, kommt zu einem Ergebnis von 2660 € Netto von Musikern. Ich finde die Studie interessant und teile auch deine Ansichten, ich halte nur die Zahl von 2660 € netto für äußerst zweifelhaft:


    Wie schon gesagt: die Datenerhebung ist zweifelhaft und insbesondere die überprüfbarkeit und Vagheit der Verwendung des Begriffes brutto/netto bei allen Befragten. Demgegenüber gibt es nämlich andere Studien, beispielsweise von der KSK, die deutlich geringere Verdienste ausweisen.


    Das kann natürlich jetzt auch bereits daran liegen, dass in der Allensbach Studie gar nicht danach unterschieden wird, ob die Einkünfte der Musiker nur aus musikalischen Tätigkeiten, sondern beispielsweise auch nach darüber hinaus aus Nebenjobs etc stammen. Das gehört ja zur zweifelhaftigkeit dieser Studie.


    Wenn ich aber von dem Einkommen von 2660 € netto ausgehe, kann ich nicht – wie sonorfan sagt – davon ausgehen, dass keiner von denen Einkommensteuer zahlen muss. Gerade dann müssten sie ja Einkommensteuer zahlen, beziehungsweise haben Sie es schon längst gezahlt, denn das, was übrig bleibt – sprich netto – ist ja nach Abzug der Steuern.


    Wie gesagt: genaueres weiß man nicht, weil man kein Mensch Ahnung hat, wie die Befragten rechnen und wie die Begrifflichkeiten verwendet werden.


    Solche Studien sind also in im Hinblick auf diese Aussagen vollkommen wertlos. Ich halte da die Studien beziehungsweise Statistiken der KSK für definitiv aussagekräftiger.


    Beim Rest sind wir ja d'accord.

    Die KSK zieh ich auch nicht in Zweifel, die legen allerdings auch andere Begrifflichkeiten zu Grunde, die tatsächlich definiert sind. Die Allenbach Studie weicht davon aber ab, die verwenden hier völlig andere Begriffe, bei dem nicht klar ist, ob die Befragten die gleichen Begriffe verwenden beziehungsweise Unternehmen Begriffen das gleiche verstehen.

    Ich wäre bei diesem Studien ohnehin sehr vorsichtig:


    1. Es wurden hier nicht 650 Musiker, Stichprobenartig ausgewählt, sondern über das Interview-Netz von Allensbach 450 Interviewer angesprochen, die sich dann entsprechende Interviewpartner (650) gesucht hatten. Das kann man methodisch vertreten, eine definitive repräsentative Stichprobe ist es aber dennoch nicht.


    2. Selbstreferenzielle Angaben über "Nettoeinkommen" sind extrem fehlerbehaftet: Nicht nur unsere ehemalige Bundeskanzlerin und auch andere aktuelle Politiker haben ihre Probleme mit dem auseinanderhalten von Brutto und Netto. Im künstlerischen Bereich ist es am ärgsten, die einen verstehen unter netto Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben vor Steuern, andere wiederum nach Steuern, andere wiederum das, was ihn auf dem Konto verbleibt und dann wiederum andere, dass was nach Abzug auch noch der Sozialausgaben (Krankenversicherung) verbleibt.


    Wenn man zehn Musiker fragt, wie sich ihre Einkommensteuer berechnet, wird man sehr wahrscheinlich 13 Rechenwege als Antworten erhalten.


    3. Skepsis ist auch allein darin schon begründet, dass bei der Studie keine exakten Euro Angaben zu machen waren, sondern Einkommensgruppen gebildet worden, in die sich die Musiker einordnen sollten.


    4. Im übrigen hat Geldverdienen nichts damit zu tun, wie qualitativ die Musik ist, im Gegenteil: ergreifende Musik wird im Regelfall von Musiker und Komponisten geschrieben, die mehr oder weniger arm waren und sind.

    In der modernen Pop – Musik liegts allein schon daran, dass dort die Musik von Wert im Regelfall von 20 bis 35-jährigen geschrieben werden, die noch nicht so zu Reichtum gelangt sind (Auch hier ist die aktuelle Entwicklung jedoch schon eine andere: "Hits" - Oder das, was sich heute Hit schimpft, wird zunehmend von einem sündhaft teuren ProduktionsTeam entwickelt als reines Konsum-Produkt).


    Spätestens mit 40 ist in der modernen Unterhaltungsmusik sowieso Feierabend in Sachen Kreativität, es gibt so gut wie kein wichtigen Song, der von jemandem über 40 geschrieben wurde (vielleicht von ein bis zwei Ausnahmen abgesehen).

    Klassische Komponisten sind dagegen zwar im Regelfall alt gewesen (Mozart mag die Ausnahme gewesen sein), aber auch die hatten im Regelfall keine Kohle.


    Es bleibt daher dabei:


    1. große Kunst entsteht aus einer Mangel-Situation heraus. Unglück ist kreativer als Glück. Es gibt nichts schlimmeres als ein Lovesong eines frisch verliebten, beziehungsweise frischverheirateten. Der Rest ist Kitsch und Kommerz.


    2. Bei den ganzen Verdienstmöglichkeiten wäre im übrigen noch zu bemerken, dass die gesamten Berechnungen endgültig zusammenbrechen, wenn man die gesamte staatlich-öffentlich-rechtliche Förderung abzieht. Wenn man also diesen Hofnarr – Status herausnimmt, wird's dann endgültig düster.


    Musik in ihrer Bedeutung, wie Sie in den letzten Jahrzehnten, insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg dagestanden hat, gehört wohl der Geschichte an: sowohl Sozio – kulturell, gesellschafts-politisch als auch eben notwendig damit verbundenfinanziell.