Moin,
Ich spiele mit meiner Coverrockband 5-6 Stunden Gigs (Incl. 1 St Pause).
Von Queen über Papa Roach, Metallica und Billy Idol alles dabei.
Das sind eigentlich Hausnummern, wo ich die Backbeats als Rimshots spielen würde.
Aber ich muss zugeben, dass ich das jetzt nur noch bei 2-3 Nummern mache (I Love Rock'n'Roll zB.),
weil mir sonst die Hand am Ende abfällt. (Sticks sind 5a- darunter wäre für Rock glaube ich zu wenig)
Bei den letzten 2 Sets erwische ich mich auch dabei,
dass schnelle Doubles auf dem Fuß nicht mehr richtig wollen. (zB bei "Last resort")
Ich habe die Tage danach auch schmerzen in der Kniekehle. (Baker-Zyste wurde ausgeschlossen)
Jetzt meine Frage:
Ist das jetzt ein Technikfehler, oder ist der Körper dafür einfach nicht gemacht?
Gibt es hier noch den ein oder anderen der dieses Format spielt, was sind eure Erfahrungen?
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Hi Marcel,
Bin beim Stöbern über deinen schon etwas älteren Post gestolpert: soweit das Problem noch nicht gelöst wurde, helfen vielleicht folgende Gedanken, wobei der zweite Tipp vielleicht etwas ungewöhnlich ist, aber mir in ähnlicher Situation schon einmal geholfen hat:
1. Zunächst eine allgemeine Beobachtung: In deinem Video ist zu sehen, dass du bis auf Snare und Floortom alle anderen Toms, als auch das Hihat, so hoch eingestellt hast, dass der Aufschlag der Stickspitze auf den jeweiligen Gegenständen oberhalb deines Ellbogengelenks liegt (es sei denn, der Optikwinkel der Kamera täuscht vollständig).
Mit anderen Worten: du spielst – die Snare ausgenommen – beständig "nach oben".
Da du zusätzlich ein grosses Set und entsprechend großen Aufbau hast, ist dieses stundenlange "nach oben spielen" natürlich deutlich anstrengender: du musst beständig den gesamten Unterarm anheben und mit der rechten Hand auch noch zusätzlich oft das Handgelenk.
Das ermüdet einfach schneller, als wenn man horizontal in die Ebene beziehungsweise nach unten spielt.
Hinzukommt, dass du – jedenfalls für ein traditional Player – einen relativ kleinen Winkel bei den Toms hast. Gerade dein linker Arm muss daher für einen traditional Player unheimlich weite Wege gehen.
Ich würde daher vielleicht einmal überlegen, hier einen anderen Setaufbau zu testen beziehungsweise zu präferieren.
2. Mein zweiter Tipp ist etwas unüblich, hat mir allerdings in einer ähnlichen Situation sehr geholfen:
Ich hatte seinerzeit auch in der Zeit von extrem langen Gigs, wo mehrere Sets gespielt wurden und die Spielzeit 5 Stunden betrug oder ich 7 Stunden am Stück im Proberaum gespielt habe und tatsächlich nach einer gewissen Zeit Probleme bekam - nicht mit der Kondition oder mit dem Rücken - sondern tatsächlich mit Armen und Beinen, gerade auch Schwierigkeiten mit Rimshots, die mir durch den Arm fuhren.
Ich war seinerzeit beim Physiotherapeuten in Behandlung wegen eines Lendenwirbelproblems und berichtete eines Tages bei einer Behandlung scherzhaft von meinem Problemen im Arm, so dass ich schon die Befürchtung hätte, demnächst auch deshalb bei ihm in Behandlung gehen zu müssen.
Dieser Physiotherapeut gab mir einen zunächst etwas seltsam scheinenden Hinweis, der allerdings tatsächlich zur Lösung des Problems dann beigetragen hat:
Es ist eine bekannte Tatsache, dass jeder Mensch im Laufe des Tages kleiner wird. Das liegt an den Bandscheiben, die über den Tag Flüssigkeit verlieren und zusätzlich durch die ständige Arbeit sich zusammenziehen beziehungsweise zusammengedrückt werden. Mit anderen Worten: man ist am Ende eines Tages definitiv etwas kleiner als am Morgen.
Was ich nicht wusste: je nach Veranlagung kann das durchaus nicht nur Millimeter, sondern sogar Zentimeter ausmachen und gerade bei schweißtreibenden Tätigkeiten wie Schlagzeug spielen verliert man natürlich noch zusätzlich Flüssigkeit über die übliche Menge hinaus.
So ist es durchaus möglich, dass ein Schlagzeuger, insbesondere in den Abendstunden, nach mehrstündigem Spiel so viel kleiner geworden ist, dass der Anschlagwinkel insbesondere bei der Snare beispielsweise nicht mehr stimmt. Die Folge sind erhebliche Verspannungen, da der Körper unbewusst natürlich diese veränderte Situation ausgleichen will und unglückliche Anschlagwinkel insbesondere bei Rim Shots einnimmt.
Ich musste bei dem Hinweis zunächst lachen, mir fiel dann allerdings sofort ein, dass ich nach stundenlangem Spiel tatsächlich oftmals subjektiv den Eindruck hatte, dass mein Set in die Höhe "gewachsen" ist, beziehungsweise ich tiefer sitzen würde.
Der Physiotherapeut gab mir daher den Tipp, wenn ich das feststellen würde, ich es mal damit versuchen solle, den Sitz nach einer gewissen Zeit etwas höher zu machen bzw. – damit man nicht ständig den Sitz verstellen muss – einfach eine Decke (nach einer gewissen Spielzeit von 2 Stunden) über den Sitz zu legen, um dieses natürliche "schrumpfen" auszugleichen.
Ich hab den Tipp beherzigt und hab seitdem nie wieder Probleme gehabt. Soweit du das Problem also noch nicht selber gelöst hast, Versuch einmal den Tip, vielleicht hilft's auch Dir.
See