Beiträge von Seelanne

    Ist das jetzt 'ne Generationen-Frage ?


    Du schreibst, dass du keine Zeit hast, trommeln ginge bei dir nur lediglich "hin und wieder" und fragst dann, wie Du weiterkommen sollst ?


    Ich Spiel mal die Rolle des advocatus Diaboli:


    Die Antwort ist ganz einfach: gar nicht. Du brauchst auch nichts: Du brauchst keine Bücher, keine Videos, keine Sticks, ja noch nicht einmal ein Schlagzeug. Alles was du eigentlich brauchst ist Zeit, Motivation und Disziplin. Da es aber bei dir schon am ersten hapert, vergiss es und alles andere.


    Du willst "frei spielen" ? Okay, Sag uns, wie viele Stunden am Tag du erübrigen kannst und wir können dir sagen, wann du frei spielen kannst. .... Du kannst noch nicht eimmal 4 Stunden in der Woche erübrigen ? Dann vergiss es: lern Schach. Ist nicht so laut. Oder lerne, ewig zu leben.


    Bzw: Du willst mehr als zwei Fills spielen können ? Prima, dann Versuch es doch einfach mal mit einem Dritten. Irgendwo muss man ja mal anfangen.


    Sarkasmus Ende.


    Wirklich, kann sein, dass ich das jetzt in den falschen Hals kriege, aber diese Einstellung, "ich kann nichts, ich hab auch keine Zeit, ich hab auch keine Möglichkeit zu üben, aber ich will trotzdem möglichst schnell frei spielen , könnt ihr da mir nicht irgendwelche Zaubertricks zeigen ? - ist dermaßen ........ ach lassen wirs.


    Oder ich mach's ganz einfach kurz: das Zauberwort auf deine Fragen ist: Üben. Viel üben. Egal was. Wenn es nicht viel ist, ist es egal, was du nicht übt.

    Bitte auch nicht vergessen angesichts der vielerlei schönen Fitness-Tipps: der Kollege jk ist -wie meinerseits- jenseits der 50 Jahre (wenn ich mich richtig erinnere).


    Und auch wenn man es nicht glauben mag, die Welt beginnt ab 50 allmählich etwas anders auszusehen, das gilt eben dann auch bei extremer Hitze und gleichzeitiger körperlicher Belastung.


    Ab dem Alter gilt auch zunehmend der alte Spruch von Jürgen von der Lippe für den Fall, dass einem bsp. der Stick runterfällt: man überlegt, was man dort noch erledigen kann - wo man denn schon mal unten ist. 😉

    Jürgen K : wenn es so extrem ist, würde ich mich tatsächlich einmal durchchecken lassen. In unserem Alter zeigen sich kritische Sachen am ehesten und frühesten dort, wo körperlich gearbeitet wird, also auch beim Drummen. Wenn du also auf einmal nicht mehr die Dinge machen kannst, die du früher gemacht hast, musst es nicht zwingend einfach nur an der Hitze oder am allgemeinen Alter liegen, sondern können auch Vorboten von was anderem sein. Ich würde mich einfach mal durchchecken lassen, bsp. Belastungsekg oder Langzeit EKG beziehungsweise Langzeit-Blutdruckkontrolle - und dann beim Drummen. In unserem Alter kann das eh nicht schaden. Denk immer dran: die überraschenden Todesfälle sind immer die, die nie zum Arzt gegangen sind.

    Naja, in dem Zusammenhang stellt sich ohnehin die Grundfrage, nämlich ob überhaupt jeder sicher sein kann, ob die Kessel, die man gekauft hat, auch tatsächlich aus dem Holz sind, von dem man annimmt, dass es sein müsse. Hat das überhaupt schon mal jemand an seinem Set überprüft und wenn ja, wie ?

    Naja, in dem Zusammenhang stellt sich ohnehin die Grundfrage, nämlich ob überhaupt jeder sicher sein kann, ob die Kessel, die man gekauft hat, auch tatsächlich aus dem Holz sind, von dem man annimmt, dass es sein müsse. Hat das überhaupt schon mal jemand an seinem Set überprüft und wenn ja, wie ?

    Die getretene HH ist zuweilen timingmässig unsauber bzw die Rimclicks 'n Tacken zu früh. Da müsstest du mal in der Tat eine Metronom-Kontrolle machen. Das kann aber auch durch die unterschiedlichen Lautstärkeverhältnisse unnötig verstärkt werden.


    Das, was allerdings wirklich etwas zackig klingt, ist mE das RideBecken. Das läuft irgendwie etwas undynamisch-monoton durch. Vielleicht versuchst du da etwas mehr Dynamik und Gefühl rein zu legen.



    My 5 Cents: Der Clap ist ein netter Gimmick, aber mehr nicht: In den Musikstilen, in denen Handclaps verwendet werden, sind die Bands und die Konzerte im RegelFall ohnehin elektrifiziert.

    Da holt man sich einen Clapsound woanders her. Insbesondere: für ein One-Trick-Pony ist das Ding einfach zu groß und nimmt viel zu viel Platz weg.


    Das Ding wird gleichwohl seine Verkaufszahlen bekommen, aber kurze Zeit später wird der GebrauchMarkt damit überschwemmt werden, weil die Dinge einfach nur noch der Gegend rumliegen.

    trommla:

    Zu Ehrenrettung der Signature Sticks muss man aber sagen, dass bei allen farbigen Sticks der Kopf farblich unbehandelt ist, jedenfalls bei Vic Firth; so auch die Jojo Mayer Sticks. Farbspuren hinterlassen die daher nicht (mehr).


    (tatsächlich sind die JJM ziemlich gut ausbalanciert, etwas dicker, dafür extrem kurz. Tolles Spiel-Gefühl. Man muss aber auch schon ordentlich "über dem set" sitzen, damit man mit diesen kurzen Sticks alles in Reichweite hat.)

    Die Frage ist, welche Bewegungsabläufe in welcher Geschwindigkeit du damit generieren kannst und willst. Und wenn du den Stick so hältst, ist eben nur die Bewegung "aus dem Handgelenk" möglich (ganz exakt betrachtet kommt sie sogar aus dem Unterarm).


    Du kannst bei dieser Bewegung allerdings nicht mehr die Finger einsetzen: Beim TG wird ja die Fingertechnik durch Ringfinger und Mittelfinger ausgeübt, das scheidet bei dieser Haltung schlichtweg aus, dafür ist der MF alleine einfach nicht ausreichend.


    Man kann das allerdings auch bewusst weggelassen, Wie Tony Williams, der bei schnellen kraftvollen Singles bei Verwendung von TG (teilweise hat er ja später auch MG gespielt) den Stick nur noch in der Gabel zwischen Zeigefinger und Daumen hatte.


    Wenn du aber schnelle Doubles oder Paradoddle-Kombis mit diesem Griff spielen willst, kommst du schnell an deine Grenzen, da die kraftvolle Handgelenk-Unteram-Drehbewegung für derartige Geschwindigkeiten schlicht und ergreifend nicht ausgelegt ist.

    Okay, sorry, dann bin ich in der Historie des Freds vielleicht etwas durcheinander gekommen, ich bleib aber dabei, da ist keine BD auf der 3+.ich hör da nix.

    Und wenn ich hier für mich es kurz anspiele, hört es sich ohne BD an der Stelle auch einfach eleganter und cleaner an.

    Im Original (in der train-beat-section) und in deiner Verlangsamung ist für mich keine 3+ zu hören Mike Barnes spielt es so, ja.


    Frage ist , ob wir uns nicht im Kreise drehen. Du hast nach den Pattern angefragt, ob dies so richtig notiert wurde. Dazu haben jetzt verschiedene Leute ihre Meinung gesagt. Du beharrst drauf an, dass die Notation richtig ist und schleppst Beispiele aus dem Netz an, die das belegen. Wo soll uns das jetzt hinführen ? Wenn es für Dich so richtig ist, dann Spiel es doch so.

    Ich höre die Bass Drum auf 3+ im Original schon an ein paar Stellen. Das entspricht ja auch der Bass Drum Figur im Hihat Teil der Strophe, ist also musikalisch nicht wirklich komisch, finde ich.

    Ja, im HH Teil spielt er es ja, da ist es ja okay, aber eben nicht in den Train-Beat-Sections, wie im Soundbeispiel. Es hört sich auch seltsam an, wenn von zwei Snare Schlägen der weniger betonte erste Schlag zusätzlich mit der BD unterstützt wird.

    In deiner Ausgangs-Notation ist jedenfalls fälschlicher Weise vor der 4 eine BassDrum, die da nicht hingehört.


    Und schlimmer: dieser Schlag zerstört - wenn man ihn dort spielen würde - den gesamten Groove, weil er zusammen mit dem ersten des doppelten Snare Akzent kommt, der an dieser Stelle allerdings eigentlich nur die Funktion eines Vorschlages einnimmt (und von der Lautstärke ein Mittelding zwischen den normalen Noten und dem eigentlichen BackBeat-Schlag einnehmen sollte). Der Flow gerät damit vollkommen auseinander. Abgesehen von der hakeligen Spielweise wäre es völlig unmusikalisch.


    Ps1: wenn du dich mit den Train-Beats beschäftigst, klebe nicht nur an einer Variation wir hier Ballroom Blitz. Sieh dir andere klassische Train-Beats an, um den grundsätzlichen Ablauf und das grundsätzliche Feeling dafür zu bekommen, beispielsweise Radar Love von Golden Earring, Wild Horses von Gino Vannelli, I Want you to Want Me von Cheap Trick, Two Step von Dave Matthews.


    P2: In der verlangsamen Version hört man auch schön die von M-tree angesprochene leichte Shufflelung des Beats, das gleiche findet sich auch bsp bei Radar Love, das waren halt die Zeiten, in denen die Drummer binär bzw straight und shuffle immer irgendwie teilweise durcheinander gewirbelt haben, auch sehr oft bei Ringo Szu hören, bei dem man bis heute irgendwie nicht weiß, ob er das absichtlich gemacht hat oder einfach aus dem Gefühl heraus, ich tippe darauf Letzteres.

    Was mir gerade noch zum Thema einfällt:


    Ich war letztes Wochenende auf einem "Jethro Tull"-Konzert. Der Drummer und der Gitarrist deutlich jünger als Anderson und der Rest der Band. Der Gitarrist hörbar von Petrucci geprägt. Jedenfalls war das Konzert noch deutlich Prog-lastiger als das was ich sonst so von denen kannte. D.h. sehr viele Takt- und Tempowechsel und vertracktete Parts. Davon abgesehen, dass die das alles sichtbar aus dem Gedächtnis gespielt haben, war das Zusammenspiel sehr sauber und auf den Punkt. Da hat gar nichts gewackelt. Anderson hat als Bandleader aber auch Ansagen gemacht. Also auf Klick gespielt hat da ganz sicher keiner.


    Die haben da einfach mal gezeigt, was machbar ist ...

    Schöne Erinnerung daran, dass wir bei aller Diskussion um Hilfsmittel wie Clicks etc nicht vergessen sollten, um was es eigentlich geht: um Musik, ums Spielen, ums Spielen für uns, mit anderen und für andere.


    Habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass wenn in einer Band ständig solche Dinge DauerThema sind wie Klick, kein Click, jeder Klick oder doch nur einer und ähnliches (Song war zu langsam, song war heute zu schnell etc.pp) es einfach nicht passt und die Musiker nicht auf einer Welle agieren.


    (Hat aber eben auch etwas damit zu tun, in welchem Kontext Musik stattfinden soll: entweder eher als Kunstform oder als Dienstleistung.)

    Rampen: Ich sagte ja, Es gelingt nur für den Fall, wenn die Musiker ihr Instrument halbwegs gut beherrschen. Ansonsten kannst du bei jedem x-beliebigen Stück die time einzählen, der Keyboarder spielt sein Intro dazu und du wirst feststellen, dass er sich Im Regelfall von deiner click-Hihat entfernt, zumal dann, wenn die nicht so laut hört wie sein eigenes Keyboard.


    Wegen dieser ganzen Mikroabweichungen, die im Normalfall im Allgemeinen Tohuwabohu wenige mitbekommen, sind die Kinderaugen ja dann auch so groß, wenn's dann mal ins Studio geht.


    Wegen dieser ganzen auch Raum-Akustik Probleme sollte man daher mE entweder als einziger mit Click spielen und sich dann von allen anderen Instrumenten weitesgehend abSchotten oder aber - besser - alle spielen nach Click, oder aber spielen zumindest alle mit Kopfhörern, so dass der Taktgeber auch absolut präzise von allen zu hören ist.

    @MissMieze:

    Die Technik, selber den Klick zu benutzen, während alle anderen ihn nicht haben, ist zuweilen ein kleiner Teufelskreis:


    Das Problem ist, dass du nicht zeitgleich auf den 100 % exakten Klick in deinem Ohr und auf Musiker hören kannst, die den Click selber nicht hören. Die sind notgedrungen immer etwas hinter dir und müssen sich nun wiederum zeitgleich auf dich konzentrieren, was allerdings denen auch nur gelingt, wenn sie ihr eigenes Instrument gut beherrschen.


    Wenn die aber an ihrem Instrument nur bedingt fit sind, hinken die garantiert hinterher.

    Was dann aber den Teufelskreis losgehen lässt: denn du als Drummer hörst die ganz leicht verspäteten Instrumente die ganze Zeit zum zeitigen Klick. Oftmals bekommt man das noch bei einfach hinkenden Mitspielern hin, auch wenn das schon anstrengend ist, weil man ständig das Gefühl hat, man sässe zwischen allen Stühlen.


    Wenn Jetzt aber noch irgendein Instrument rhythmisch nicht so sauber spielt, wobei eine unsauber daddelnde Single-Note-Gitarre ausreicht, wirds kriminell:


    Denn dann hat dein Ohr auf einmal mindestens 3 unterschiedliche Geschwindigkeiten: den Klick, die halbwegs zockende Restband und den defintiv hinterhumpelnden Gitarrero, Das kriegt man dann als Drummer einfach nicht mehr aufgefangen. Und da fängt man dann selbst irgendwann an zu eiern, weil einen hier die verschiedene Geschwindigkeiten wie ein Pingpong Ball hin und her springen lassen.


    Man kann sich auch nicht einfach nur drauf konzentrieren, seinen eigenen Stiefel durch zu ziehen. Als Musiker und insbesondere als Drama, der es gewohnt ist, in der Gesamtmusik eingebettet zu spielen, orientiert sich das Unterbewusstsein immer notwendigerweise an dem Musikteppich, auf dem man spielt und der einen umgibt. Wenn der einem aber falsche Signale sendet, kommt man notwendigerweise durcheinander.


    Ich hab das mal extrem bei einer Cover-Band gehabt, die "Aint nobody" von Chaka Khan nicht sauber spielen konnte. Da waren ständig Bassist und Keyboarder nicht auf der Höhe. Da ist man fast wahnsinnig geworden. Zum Play-back und zum Click kann ich das Ding 3:00 Uhr nachts spielen mit verbundenen Augen. Aber In der Combo bin ich ständig selber aus dem Time geflogen, weil ich pausenlos vier verschiedene Geschwindigkeiten managen musste. Ich kam mir vor wie ein Zirkusakrobat, der Rotierende Teller auf den Stangen halten muss. Als Therapie musste ich mir über die in-ears meine alten Peltor-Kopfhörer ziehen, so dass ich von den anderen Instrumenten möglichst wenig gehört habe, so ging es dann.

    Für mich teilt sich die Problematik anhand der ohnehin vorgegebenen Dreiteilung:


    Lernen, Üben und spielen.


    1. Wenn ich - bsp. am Ende eines langen Arbeits-Tages - schlecht drauf, psychisch-mental ausgelaugt und groggy bin, scheidet für mich der Aspekt des Lernens, also sich-neue-Sachen-aneignen, zumeist aus. Zappaeske Black- Page-Sachen nach 10 Stunden beruflicher Tätigkeit sind einfach eine Überforderung, die man bereits auch deshalb vermeiden sollte, um sich die Sache nicht zu verleiden. Mir fehlt in einer solchen Situation dann schlichtweg die notwendige Geduld, Aufmerksamkeit und Ruhe, um offen für Neues zu sein.


    2. Was in einer Situation dann aber immer noch geht, ist das bloße Üben, d.h. das wiederholte Einüben von bereits Gekonntem und Bekanntem.

    Diesbezüglich brauche ich keine sonderlichen physischen oder psychischen Reserven, im Gegenteil: das abspulen von Routinen ist für mich so etwas wie Meditation, bei der ich entspannen kann.


    Wichtig ist dabei allerdings, die Dinge zu Beginn einfach und langsam zu halten und seinen Kopf zu leeren. Das umgangssprachlich "schlecht drauf sein" zeigt sich ja in erster Linie an einer Verspannung von Muskeln, Sehnen und Gelenken, die man zunächst erst mal lockern muss. Diese Lockerungsroutine dauert bei mir mittlerweile nur noch ca 15-30 Minuten.


    Anschließend bin ich zumindest so locker, dass ich ein durchaus langes Übungsprogramm abspulen kann, was mich einfach trainiert und Bekanntes einfach noch tiefer in der muscle memory verankert. Ich bin anschließend auch völlig entspannt, wenn auch völlig erschöpft, aber eben im positiven Sinne.


    3. Das Spielen schließlich, dass ausprobieren nach Herzenslust, das kreative Entwickeln von Ideen im Moment, ist mehr oder weniger ja ein künstlerischer Akt, der nur gelingen kann, wenn wir wirklich gut drauf sind. Hier gilt: auch Picasso hat nicht an allen Tagen ein Meisterwerk geschaffen. Da muss man sich der Laune der Musen anheim fallen lassen und die Dinge kommen und gehen lassen, wie sie wollen. Da entscheidet dann das intuitive Verwenden von Eingeübtem, beziehungsweise das, was man gemeinhin Talent nennt.

    (An schlechten Tagen das sinnvoll nur dann gelingen, wenn ich zuvor 1-2 Stunden konzentriert geübt habe, dann sind sämtliche Verspannungen weg, mein Fokus ist da und ich kann mich dann vollkommen gehen lassen.)


    Für mich ist also "schlecht drauf sein" kein Grund, die Sticks zwingend liegen zu lassen, sondern zumindest noch ein Routine-Übungsprogramm absolvieren zu können, was ich aber nicht als zusätzliche Pflicht-Aufgabe erachte, sondern vielmehr als gegenteiligen Möglichkeit: nämlich mich zu entspannen und gleichzeitig zu verbessern.

    Das hier beschriebene Phänomen in Form der seltsamen Ansichten Deiner MitMusiker ist eher ein sozial-psychologisches beziehungsweise charakterliches Problem, denn ein musikalisches:


    Wenn BandKollegen meinen, der Schlagzeuger dürfte sich nach nichts richten und ausschliesslich er sei der Fels in der Brandung, wird einfach etwas gesucht, was mit Musik eher weniger zu tun hat: nämlich ein Verantwortlicher.


    Deine Band-Kollegen, insbesondere dein Gitarrist, suchen ganz offensichtlich einen Kasper, der für alles verantwortlich gemacht werden kann, wenn es mal nicht läuft.


    Das ist ja auch immer sehr praktisch für alle diejenigen, die regelmässig Mist bauen und anschließend es mal wieder nicht gewesen sein wollen, beispielsweise beim schlechten Timing. Dann ist es super praktikabel, wenn man einen Verantwortlichen hat, den man durchs Dorf treiben kann.


    Das sind die gleichen Leute, die ohne Click spielen wollen, weil sie so einfach verbergen können, wie scheiße ihr Time ist und problemlos dann stattdessen den Drummer dafür anfurzen können.


    Wobei diese Charaktereigenschaften eigentlich das eigentliche no-go sind: ein schwankendes Timing zu haben, ist nicht so das Problem. Es aber nicht erkennen und daher auch nicht abstellen zu wollen, ist der Kopfschuss für jegliche musikalische Zusammenarbeit. Wenn ich sowas erlebe, bin ich sofort raus. Früher habe ich mich mit solchen Diven zuweilen rumgeärgert, heute ist die Zusammenarbeit nach 5 Minuten beendet.


    Da halte ich es mit dem alten Spruch von Lemmy Kilmister: "Leben ist kurz, ich habe keine Zeit, mich mit Idioten abzugeben".

    Meine Cymbal-Wahrheiten:


    1. Je weniger Becken am Set, desto universeller und vielseitiger müssen sie sein. Je mehr Becken am Set, desto spezieller sollten sie sein.


    2. Habe viel Becken, aber spiele sie mit Bedacht.


    3. Wenn Du unterschiedliche Musik machen willst, brauchst du unterschiedliche Ride-Becken. DAS Ride-Becken, den heiligen Gral, es gibt ihn nicht. Es macht trotzdem extrem Spass, ihn ein Leben lang zu suchen.
    (Mein Heiliger Ride-Gral: Definitiver, klar-holziger „Ping“ mit Raum und Ambiente aber wenig „Wash“.)


    4. Dünn und groß ist muskalischer als dick und klein.


    5. Wenn auf einem Crash-Becken irgendwas mit „Power“ oder „Heavy“ steht: nicht anschlagen, am besten nichts machen, gar nichts, noch nicht einmal ignorieren.


    6. Es gibt Chinas, die machen "Gäsch", die anderen machen "Käng". Die zweiten nerven bei jedem Anschlagen wie eine Ehefrau, deren Hochzeitstag man vergessen hat.


    7. Die alte hergebrachte Unterscheidung Paiste=Rock und Zildjian =Jazz beruht auf einem Irrtum. In Wahrheit geht sie auf den 2ten Weltkrieg zurück und die wirtschaftlichen Folgen in Europa danach: Die in den 60igern aufkommende Beat- und Rockszene brauchte Becken, amerikanische Produkte (Zildjian) waren aber in der Regel unerschwinglich und allgemein schwer zu bekommen, da die Vertriebswege mies waren. Also bediente sich die junge Drummergeneration Europas Becken, die vor Ort besser erhältlich und günstiger waren: Paiste. Und da fast alle in Europa seinerzeit Beat und Rock spielten, wurden Paiste und Rock bei vielen eine gedankliche Einheit.


    8. Woran erkennt man einen schlechten Drummer: dass er ständig bei fast jeder vierten Note irgendein Becken ancrashen muss.


    9. Es gibt das "Splash-Syndrom":
    Bei Heerscharen von Amateur- und Semiprofessionellen Drummern hört man regelmäßig einen gradezu Inflationsartigen Einsatz des Splash Becken; fast auf jeder 1 oder 4x+ ertönt es. Warum ist das so - und warum ist es so nervend ?


    # Viele Drummer vergessen, dass kurz und knapp nicht weniger störend sein kann, als lang und breit. Daher meinen Sie, statt Nutzung der meist zu aufdringlichen Crashbecken, ihrer Sucht nach ständiger Betonung irgendeiner Zählzeit nach Herzenslust dadurch frönen zu können, dass sie pausenlos auf einem SplashBecken rumhacken.


    # Das Problem: grade Splash-Becken haben meistens eine bestimmte definierte klare Tonhöhe, nur selten passt diese aber zur gerade gespielten Tonart. So kommt es, dass der Einsatz des Splashes im Dauerbetrieb meistens tonal vollkommen planlos gegen die Harmonieen laufen. Daher zur Lösung: entweder weniger Splashbecken spielen oder aber solche, die möglichst wenig eigene bestimmte Tonhöhe haben.

    Also ich habe eher den Eindruck, dass Du völlig falsche Erwartungshaltungen hattest. Woher hattest du das Märchen, dass die Wavedrum grundsätzlich durch Druck gepitcht werden kann ? Das ist doch nur bei ganz wenigen Sounds der Fall. Wer hat Dir diesen Floh ins Ohr gesetzt ?


    Im übrigen: wenn das Ding nicht funktioniert, würde ich mal mit dem Verkäufer reden, und der ist ja in dem Fall offensichtlich ein Vorbesitzer, da du die Sache gebraucht gekauft hast. Weshalb du dafür dann Korg verantwortlich machst, wenn das Ding offensichtlich kaputt ist, leuchtet mir nicht so ganz ein.