1. Zunächst:
8tel in solchen Geschwindigkeiten mit einer Hand sind grundsätzlich so völlig ungewöhnlich nicht. 80 % aller Toto Songs bewegen sich bei ca. 95 BPM, Porcaro spielt das meistens mit einer Hand 16tel, (ich würde ihn auch als Meister der Sechzehntel HH bezeichnen wollen) was dann aufs gleiche hinaus kommt (190).
Viele-Viele alte Motown Songs werden Übrigen in ähnlicher Geschwindigkeit mit 16tel einhändig auf der Hand gespielt.
Aber keine Frage: alles was ab 90 BPM singlehanded 16tel gespielt wird (bzw ab 180 als 8tel) ist nichts für Anfänger und bedarf schon Training.
2. Um die Problematik in den Griff zu bekommen, gibt es mehrere Möglichkeiten:
A. Man wendet halt die bekannten Techniken an, um die Geschwindigkeit der Hand zu erhöhen, hier ergeben sich jeweils bestimmte typische Schwierigkeiten:
# Der Versuch, die Angelegenheit mit dem ganzen Arm durch Kraft-Aufwendung zu lösen, ist zeitlich leider zu kurzatmig nach, 1 Minute fällt einem der Arm ab.
# aber auch nur mit dem Handgelenk kommt man nicht weiter, da stellt sich dann relativ schnell eine Sehnenscheidenentzündung ein.
# nur mit den Fingern zu spielen, löst zwar in der Regel das Geschwindigkeitsproblem, ist aber in den meisten Fällen einfach nicht laut genug, um im gesamten Musik-Kontext die HH-Figur halbwegs Druckvoll in den Kontext zu setzen.
# also müssen Kombinationstechniken her:
- Die Push& Pull Technik erleidet häufig das Schicksal der reinen Finger Technik, die ist oftmals so leise.
- die Möller Technik ist hier schon das probate Mittel, insbesondere löst sie das Problem des "Perpetuum Mobile" über den gesamten Song hinweg: mit der Möller Technik kann ich haltimmer wieder Schwung holen, so dass ich den Song von 5 Minuten Durchstehe.
B. In der Praxis sieht man bei den Bekannten Drummern beziehungsweise Drum-Yedis meist eine Kombination aus Müller und PushP bzw Fingertechnik. Jeder hat da so seine eigene persönliche Note. Selbst diejenigen, die die Möller-Technik anwenden, spielen aber in seltensten Fällen die Technik so ursprünglich, wie sie beispielsweise von Jim Chapin gelehrt wird. Einige öffnen den Spalt zwischen Zeigefinger und Daumen extrem und lassen den Stick fast bis zu den FingerKuppen runterrutschen, so dass die Bewegungsmöglichkeit erheblich gesteigert wird, andere wiederum benutzen Daumen und Zeigefinger als Dach mit Wippfunktion. Da muss jeder letztlich herausfinden, was für ihn am Passendsten ist.
C. Oftmals ist es aber auch so, dass die 16tel gar nicht komplett durchgespielt werden, sondern bsp. auf der zwei und vier weggelassen werden, da sie auf diesen ZählZeiten ohnehin übertönt werden. So kann man dann die Illusion von durchgehenden 16tel Noten kreieren und gleichzeitig die Hand schonen. Gutes Beispiel ist hier wohl Garibaldiis "What Is Hip,"gefühlt läuft hier die HH ständig durch, spielen tut er allerdings nur jeweils 2/16 und eine 8 (wenn ich richtig erinnere).
3. Zum hier konkreten Beispiel: das Mädel spielt keine 8tel durchgehend. Das kann sie auch nicht. Und dass sie es nicht kann, sieht man bereits am Anfang, wenn sie die gleiche Figur auf dem StandTom spielt, da sieht man, dass sie maximal drei Schläge hinbekommt und dann Pause macht.
Sie Spielt auch keine spezielle Technik, sondern spielt einfach nur mit dem Handgelenk.
Ich höre auch keine durchgehende 8tel, sondern eine definitive Betonung auf den 4tel-Zeiten. Da der Stick natürlich leicht nachschwingt, gleichzeitig auch die HH nicht völlig geschlossen ist und die HH soundmässig selbst sehr breit ist , ergibt sich selbstverständlich ein dicker Chick, der dann den Raum zwischen den 4teln füllt.