lexi:
Ich halte diese Stickhaltung bzw Handausrichrung für suboptimal:
Wenn ich den Unteram ausstrecke und die Hand locker fallen lasse, zeig die Hand nach innen, die rechte Hand zeigt auf 10:00 Uhr, die linke Hand auf 2:00 Uhr. Das ist die natürliche Handposition.
Wenn ich jetzt den Stick in die Hand lege, bleibt es bei dieser Position mit der Folge, dass der Stick schräg nach innen zeigt, konkret: exakt auf die Mitte der Snare.
Bei deiner Handhaltung zeigen die Stickenden direkt nach vorne gewissermaßen auf die Kniescheiben, nicht aber auf die dazwischen befindliche Snare. Um diese zu treffen, musst du jetzt deine Position verändern, im Regel Fall die Position der Arme.
Vorteile/Nachteil:
# Bei der natürlichen Haltung brauchst du zum Snare-Schlag keinerlei weitere Veränderung vorzunehmen. Bei deiner Haltung musst du im Prinzip von Anfang an schon etwas ändern, die Handhaltung bzw folgerichtig die Armhaltung.
# Durch das Abweichen von der natürlichen Handgelenksposition werden die Sehnen und Bänder im Handgelenk automatisch gespannt. Diese Grundspannung im Handgelenk bewirkt, dass die Handgelenksbewegung nicht mehr vollkommen frei sich entfalten kann. Man schränkt sich daher in Sachen Handgelenksbewegung bereits in der Ausgangsposition ein, bevor ich auch nur irgendeine Bewegung absolviert habe . Das gleiche gilt für die Bänder und Sehnen, die zu den Fingern laufen, auch dies werden bereits geringfügig verkürzt und stehen bereits in Ausgangsposition unter Spannung.
# Die natürliche StickHaltung hat natürlich auch Auswirkungen auf die Position der Finger am Stick.
Die natürliche Handhaltung gewährleistet, dass der Stick gewissermaßen auf allen Fingern ruhen kann, alle Finger haben Kontakt zum Stick. Liegt der Stick auf den letzten drei Fingern, so brauche ich Daumen und Zeigefinger zum Festhalten des Sticks auch gar nicht mehr, dieses dient mir lediglich zum flankieren des Sticks, damit ich mehr Kontrolle über ihn ausüben kann (beispielsweise bei Doppel Strokes den Druck aus der Ellbogenbewegung des Unterarms besser auf den Stick bekomme).
Bei der Haltung nach deinem Photo berühren notwendigerweise maximal die Fingerspitzen von Mittelfinger und Ringfinger den Stick, Der kleine Finger ist bereits komplett draußen Ich bin daher geradezu gezwungen, den Stick mit Zeigefinger und Daumen mehr festzuhalten, da Mittelfinger und Ringfinger mir gar nicht genug halt für den Stick geben. Es bildet sich das sogenannte "Fulcrum of Death", wie es Bill Bachmann nennt.
( Will ich als Gegenmassnahme aber die Finger mehr unter den Stick bekommen, muss ich die Finger soweit zum Handballen ausdehnen, sodass die Sehnen über das Handgelenk so angespannt werden, dass ich das Handgelenk nicht mehr frei bewegen kann).
# Auch die Finger selbst können bei der natürlichen Handhaltung besser agieren, da der Stick von allen Fingern in ihrer natürlichen Ausgangslage bewegt werden kann.
Jeder soll spielen, wie er will und die Stickhaltungen sind wie die Gedanken frei. An Physik, Physiologie und Biologie kommen wir allerdings nicht vorbei. In Ansehung eines Bewegungsablaufs, der möglichst schnell, powerful, zugleich kontrolliert und wenig verletzungsanfällig ist, ist aber die natürliche Handhaltung die beste..
Dein Foto passt aber auch nicht ganz zu deinen sonstigen Ausführungen, ist vielleicht das Foto selbst ungewollt suboptimal ausgewählt ?