Beiträge von Seelanne

    Also Ötzy,


    vielleicht mal hier die grundlegenden Unterschiede:


    Es gibt grundsätzlich 3 Arten von Snares: Metall, Holzsnares und Aluminium (Fiberglas gibts auch noch).


    Die Soundcharakteristika sind grundlegend folgende (wobei natürlich die EIgenart jeder Snare wieder von der Kesstiefe, den Spannreifen, dem Fell und der Stimmung mitbestimmt wird, was klar sein dürfte).


    1. Metall


    A. Stahl (Steel): aggressive Ansprache, ausgeprägte Höhen, knallig und knackig, hell und laut, langes Sustain, durchsetzungstark, zuweilen aber auch (bei "Steelwidrigen" Umständen) etwas dünn mit zu wenig Bauch mit dem Ergebnis, dass die Snare nur noch knallt.


    B. Messing (Brass): sehr viel weicher und wärmer als Stahl, jedoch deutlich mehr Attackack als ne Holzsnare. Von allen Metallsnares die ausgewogenste, was attack, punch und sustain angeht.(was aber nun nicht heißt, dass sie auch jedem am besten gefallen muss). Mit den richtigen Spannreife bekommt man mit einer Messing Snare eine sehr variable Trommel.: ausgewogen im normalen Spiel, bei Rimshots explodiert die dann und ruft bei lauten Spiel ein Potential ab, was man ihr gar nicht zutraut.


    C. Bronze: Da muss ich passen, ich kenn nur zwei: Die Simon Phillips und die neue Sonor, die ist aber aus Glockebronze. Wenn man Simons Snaresound mag, ist seine Signature wirklich ein traum, die von Sonor ist mir einfach zu laut, obwohl sie auch sehr gut klingt.


    D. Kupfer (Copper): grundsätzlich etwas tieferer, warmer Sound (da ich erst eine gespielt habe, kann ich dazu aber nicht so viel sagen).


    2. Holz (da geht es zu wie bei den Toms)


    1. Maple (Ahorn): ausgewogendes warmes Klangbild, Bässe, Mitten und Höhen schön kompakt, das einzige, wo Maples zuweilen Probleme haben, sind die nicht so differenzierten Höhen, was die Dinger zuweilen etwas muffig macht kann. Aber als Snare durchaus als Allround-Ding zu benutzen.


    2. Birch (Birke)
    Helles klares perkussives Sounbild mit starken Bässen und ausgezeichneten Höhen, allein die Mitten fallen etwas ab. Für meinen Geschmack ist Birke daher, obwohl ich ein Birkenset habe, für ne Snare nicht ooooo eeignet, aber bitte.
    Für die Toms komt es bei Birke nicht unerheblich auf die Kesselstärke an: Bei stärkeren Kesseln (Yamaha 9000er Recording) ist der Sound zwar prima zum abmiken, live ohne alles wirken die aber irgendwie etwas pappig. Bei dünneren Kesseln (Pearl BRX oder Yamaha Birch C.A.) wirds dann doch schon sehr viel lebendiger. Aber Vorsicht: Birke neigt dazu, bei nicht abgemiktem Livesound und etwas lauterem Ambiente (die lieben Gitarissten zum Beispiel) etwas unterzugehen.


    3. Beech (Buche): Trockener bereiter Sound, mit viel biss, mir persönlich etwas zu trocken.


    4. Oak (Eiche): Sorry, keine Erfahrungen damit in Sachen Snare. Als Tom ist Oak jedenfalls ziemlich basslastig, aber trotzdem ausgewogen, sodass man auch ohne Mikros einen sehr guten erdigen Livesound hinkriegt. Das dürfte wohl dann auch für die Snare gelten, obgleich ich meine, oak müßte für ne Snare zu unvariabel sein.


    5. Mahagoni: Tiefer bassiger Sound, daher gut für Snares geeignet, die man hoch stimmen will, mit dem Ergebnis, dass man eine wirklich high-pitch-snare hat und die bässe trotzdem gratis mitbekommt. Aber auch das ist wieder Geschmackssache: Andere nehmen dann lieber gleich ne Maple.


    3. Aluminium. Tja, das ist was besonderes: Von Aluminium heißt es, es hätte die Wärme von Holz und den Attack von Metal, was auch hinkommt. Ich selbst habe erst eine Alu-Snare gespielt (die Signature von D.Weckl 14x 5,5,) und die kKlang wirklich gut, wobei da auch die aufwendige Doppelsnareteppichgeschichte seinen Teil dazu beitragen wird. Von Pearl gibts aber in dieser Hinsicht auch deutlich preiswertere Alternativen.


    Okay, alle Klarheiten beseitigt ?
    Bis dahin
    Gruß
    Seelanne


    Ach so: noch nen Zusatz: ich weiß wirklich nicht, wie man sich bei einem solchen Eingangsthema von Ötzy dann doch noch in die Haare kriegen kann, das witzig-üble daran: Keiner hat dabei Ötzys Frage auch nur annähernd beantwortet. Das alte Ding mit der Mücke und dem Elefanten ist anscheinend doch noch steigerungsfähig: Selbst die Mücke kann man weglassen. Und dann wundern wir uns, warum es auf der Welt so zugeht, wie es ist. In diesem Sinne, nicht böse gemeint, aber ich kann das nur kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen.

    1. Bin gerade auf der Suche nach einer neuen Snare und habe ein ordentlichesn Angebot bezüglich der Yamaha Manu Katche Signature Snare (Brass 14 x 5) bekommen. Mein Testen klang sie ganz ordentlich, aber: Hat jemand Erfahrung mit dieser Snare insebsondere im (unabgemikten) Livebereich ) ?


    2. Hat jemand Erfahrungswerte mit Kupfer-(Copper)- Snares ?


    Über Anregungen würde ich mich freuen !


    Gruß
    Seelanne

    Das Problem ist bekannt bei Pearl, nicht nur im niedrigklassigen Bereich. Auch bei Signature-Snares ist das vorgekommen. Der Grund ist im schadhaften Innenleben des Abhebemechanismus zu finden. Da hilft aber kein Schrauben oder Federn auswecheln. Das ganze Ding muss abgeschraubt und ersetzt werden.


    ABER: Pearl ist da absolut kulant, ich habe es sogar schon erlebt, dass die ganze Snare (obwohl immerhin schon mehrere Monate alt) umgetauscht wurde. Im übrigen komt es da wohl auch auf deinen Delaer an.


    Also, wie Groovemaster schon sagte, normal ist das nicht, auswecheln oder umtauschen.


    Gruß
    Seelanne

    Ach Hochi,
    nein, das Forum ist keine Zeitverschwendung aber die ewige Litanei über "wer ist der beste, wer ist der schnellste und ist vielleicht der eine doch nicht so gut, wie alle immer sagen" ist öde. Die etwas jüngeren sehen diese Diskussion anders, ich weiß, ich war ja auch mal so.


    Im übrigen. Das was Groovemaster so abläßt, ist im großen und ganzen schon ok.


    By the way: Wer hier mit einem Konterfei von PC in seinen alten Tagen (Genesis-Photo oder doch aus seinen Tagen mit Brand X ?) aufwartet, dem kann ich sowieso nichts abschlagen :-).


    "Visons of angels all around in the sky, leaving me here forever, goodby":


    In diesem Sinne
    Seelanne

    Oje Philip, da hst du dir aber was vorgenommen.


    Also ich habe ja nun schon häufiger im Studio gearbeitet, aber wie und was nun genau für einen guten Sound verantwortlich ist, kann dir schließlich keiner sagen.


    Es gibt keine amtlichen Tips, immer nur Näherungswerte:


    Letztlich ist alles entscheidend: Das Material der Kessel, ihre Ausmaße, die Dicke des Sticks, das Material der Sticks, die Spieltechnik des Drummers, Die Felle, die Kombination der Felle, die Micros, der Abstand der Micros, die Gates, der Aufnahmeraum bzw. seine Akustik, ja selbst die Raumtemperatur ist eine Faktor und was die Sache noch Schlimemr macht: Was für den einen ein geiler Sound ist, ist für den anderen der Abgesang auf Sound.


    In diesem Sinne: Sicherlich gibt es einige Grundregeln (wie man zum Beispiel eine BassDrum stimmt), aber das hilft alles letztlich nicht weiter.


    Beispiel: Vor 10 Jahren hatte ich mich für ein Gastkonzert mit eine FusionBand vorbereitet, das ganze sollte Live aufgenommen werde. Das Set habe ich zuvor in meinem Raum so gestimmt, dass es so gut klang wie noch nie zuvor (dachte ich zumindest). Auf der Bühne aufgebaut stellte ich fest, dass alles falsch war: es klang dünn, ohne Projektion, einfach sch ...... Der Raum unterschied sich derart von meinem Proberaum, dass alles, was dort richtig war, hier falsch klingen mußte. Aber was soll ich sagen: Ich war schon richtig fertig, als mir der Keyboarder sagte, "Mensch klasse, so einen guten drumsound hatten wir schon lange nicht mehr".


    Also, ohne Worte. Wenn Du Fragen im Detail hast, will ich gerne weiterhlfen, soweit ich kann. Aber by the way: Wer studiert denn hier eigentlich Tontechnik ? :)


    Gruß
    Seelanne

    Ui, Ui,
    kinners, was alles aus einem relativ harmlosen Ausgangsbeitrag so werden kann: Da klagt einer über Rückenschmerzen und zum Schluss ist der arme Simon wieder mal der Doofe :)


    Also Leute, im Ernst: Kann es sein, dass das alles hier zu heiß gegessen wird ?


    Ich meine: Simon Phillips spielt unter anderem deshalb so gut, weil er nicht seine Zeit mit irgendwelchen Fragen, Richtigstellungen, Vermutungen, Unterstellungen usw. im Internet verbingt, sondern weil er MUSIK (!) MACHT (!). Und das macht er im übrigen sehr akkurat, ich denke zumindest, darauf kann man sich einigen. Und wer der beste und wer der schnellste und wer der britischste ist (bitte schön, was ist das ?), ist erstens ohne Bleang und zweitens ohnehin Geschmacksache. Und über Geschmack läßt sich bekanntlich ewig streiten oder gar nicht.


    In diesem Sinne, back to the music


    Gruß an alle und allen ein gutes Weihnachtsfest
    Seelanne