verstehe die ganze Diskussion nicht:
Auch wenn das Shakespeare-Wort als Headline gilt, der selige Goethe war es schließlich, der bereits im Faust berichten ließ: "Dass, was man schwarz auf weiß hat, kann man getrost nach Hause tragen". Also Verträge immer schriftlich machen, sie müssen ja nicht gleich immer mit Blut unterzeichnet werden. Wers nicht macht, wirds lernen, ja, jammern kann man auch mal, aber aus Schaden wird man klug. Im konkreten Fall ist es selbstverständlich ein Unding des Veranstalters.
Ansonsten:
1. Schriftliche Veträge habe ich/ wir in der Regel immer nur gemacht, wenn es um die GEMA-Geschichte ging oder bei Veranstaltern, die man so gar nicht kennt und die Anreise größer war.
2. Ansonsten ist die LiveSzene nunmal heutzutage so, dass es kaum Auftrittsmöglichkeiten gibt und wenn, dann mit wenig oder gar ohne Gage. Selbst auf Eintritt zu spielen, ist halt selten geworden, weil - DF hats ja schon gesagt - der wirtschaftliche Gürtel auch für die Kneipenbesitzer derart eng geworden ist, dass das Wegbleiben von Gästen wegen der LiveKonzerte sich keiner mehr leisten kann.
3. Früher war das anders. Da gabs jede Menge Kneipen, die Liveauftritte machten, und das rund ums Jahr. Meine damaligen Stammkneipen kamen in den besten Jahren mit Sicherheit auf an die jeweils 35 Konzerte. Aber "the times there are a changing", früher hatte ja auch jedes Gymnasium hier vor Ort jedes Jahr ein Rockfestival mit mehreren Bands und dazu Bands über die Stadtgrenzen hinaus. Publikumszahlen von 800 Leuten waren da keine Seltenheit. War ne schöne Zeit.
Heute kann man die Läden, die sowas machen, an einer Hand abzählen, jedenfalls hier im Pott. In manch anderen ausgesuchten Städten, die eine größere Konzentration des Umlandes haben, mag das anders sein. Das einzige, was sich Gottseidank gehalten hat, sind ab und an Läden, die regelmäßig Session veranstalten. Aber genau betrachtet laufen auch da eigentlich immer nur die gleichen Leute rum, die ewig das gleiche Spielen (im hiesigen Domicil wurde das "RealBook" jedenfalls derart häufig schon runtergeleiert, dass man mit den Notenblättern den Klopapier-Bedarf der gesamten Stadt für ein Jahr sicherstellen könnte.).
Und dass das Volk nicht immer das hören will, was man spielt, ist mir egal. ich halte es da mit Chuck-Boom: Ich spiele lieber vor 20 Leuten meine Musik, als vor 200 einen Schmonzeß, wo ich musikalisch Konzessionen machen muss. Die Scheiße brauch ich nicht mehr, muss ich doch schließlich nicht von der Mucke leben.
Seelanne