Hi Marcel,
mach Dir nicht so einen theoretischen Kopf und probiere es einfach aus.
Beim OHP sollte man mE auf folgendes achten (Kurzversion) - einiges wurde ja schon angesprochen:
1.Position HH:
# Die HH ist in der Regel deutlich tiefer und sollte aus ergonomischen Gründen so ausgerichtet sein, dass der Unterarm maximal parallel zum Boden ist, nicht höher, sonst spieltst du ständig "nach oben", was insbesondere bei schnellen 16tel HH mit einer Hand in dieser Position schnell problematisch werden kann (du hast für die schwunggebende Moeller-Whip etwas weniger Platz als bei über Kreuz spielen mit rechts, bevor du die Hebelwirkung verlierst).
# Die Höhe der HH im Verhältnis zu Snare musst du als Mittelweg einfach ausloten: bei beidhändigen 16tel auf HH musst du für die rechte Hand nach unten ja etwas Platz haben, damit du da nicht ständig mit der Hand auf der Snare aufschlägst.
2. Die dominante Führhand sollte beim OPH im RegelFall die rechte Hand bleiben:
Erstens ist die rechte Hand ja sowieso schon auf der Snare, dann macht es auch Sinn, dort die Fills mit rechts zu beginnen. (Auch beidhändige 16tel auf der HH werden führend mit rechts gespielt, damit du mit rechts bsp. bei 2 und 4 auf der Snare landest.)
Zweitens macht es selbstverständlich auch beim OPH Sinn, bei Fills, die nach rechts über das Set gehen, am Ende mit rechts rauszukommen (beispielsweise auf dem Crash ) und eben nicht mit links.
3. Ausnahmen davon sind lediglich:
#die einfachen Paradiddle-Kombinationen: Wenn du hier einen klassischen Paradiddle-Takt über HH/Ride und Snare spielenwillst, musst du den mit links auf der HH/Ride anfangen, damit die 2 und 4 auf der Snare auf Rechts fallen (bei Paradiddles über einen Half-Time ist es umgekehrt, da kannst du mit rechts anfangen.)
# bei Kombination, die einen dominantenHH-Part am Anfang haben, gibt es zuweilen manchmal Probleme: beispielsweise beim Rosanna-Shuffle oder solchen Dingen wie dem Steve-Gadd-32er-Flutter-Lick: wenn man gewohnt ist, rechts als Führhand zu haben, muss man sich bei solchen Sachen entscheiden, entweder ausnahmsweise mit rechts auf der HH zu spielen (was wegen der geringeren Höhe etwas tricky werden kann ), oder auf links dominant zu wechseln. Das kann beim erlernen etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, als bei herkömmlicher Spielweise.
# Das Double Bass spielen ist als open Hände etwas beschwerlicher, zu lernen, wenn es sich um durchgehende Doppelbass im Taktgeschehen handelt. wenn du da den rechten Fuß auf dem Beat lässt und den linken für den off-Beat verwendest, musst du pausenlos mit der linken Hand gegen den linken Fuß (zusammen mit dem rechten Fuß) spielen. Das ist deutlich komplexer, als rechte Hand und rechten Fuß zusammen auf dem Beat zu halten und den linken Fuss auf den Off-Beat dazuzuschalten.
Probier es einfach mal aus und Entscheid dich dann nach einer gewissen Zeit für eine Richtung. Versuch bloß nicht, alles gleichzeitig zu versuchen.
Man verzettelt sich mit solchen Dingen nur und verdirbt sich jeglichen Fortschritt. Man muss auch nicht alles von links nach rechts und von oben nach unten und im Handstand und mit einer Hand spielen können. Das ist den Drum-Yodas vorbehalten: für den Hausgebrauch, selbst für den sehr fortgeschrittenen, reicht es, wenn man sich auf eine Technik beschränkt.