Danke für die Rückmeldung:
1. Das mit dem American Grip (AG) und Gene Krupa hat Dom Famularo in einem Interview mal erzählt. Ich finde das direkte Interview vom Dom selber nicht mehr (dafür ein anderes, siehe unten) . Aber Famularo hat die Geschichte von Jim Chapin, der wiederum Schüler von Moeller war (vermittelt wurde er seinerzeit von Gene Krupa, der dann Jahrzehnte später selber nochmal Unterricht wiederum bei Chapin nahm :-)). Hier ist das Video von Tim Connolly, der wiederum Schüler bei Famularo war, wo er die "American-Grip-Krupa-Story" zumindest erwähnt. Tim Connolly Drums video 6, The American Grip - YouTube
2. Zum American Grip: Ich halte den nicht für verkehrt, nur eben für Anfänger mE etwas weniger gut geeignet, weil er - wie ich finde - viele Fehlerquellen enthält, die nur derjenige vermeiden kann, der sich vorher mit French und German auseinandergesetzt hat. Bsp, das Problem eines nach außen ausbrechenden Handgelenks haben wir hier im Forum letztens ein paar mal bei Hilfesuchenden gesehen. Zumal man ja auch mit German hervorragend Finger-Technik spielen kann, man kann eben nur nicht die Finger-Technik aus dem French-Grip 1:1 übernehmen.
3. Was ich hingegen tatsächlich nicht verstehe, ist die von Dir in diesem Video gezeigte konkrete Stickhaltung (in der Hand) : Wenn der Stick schwerpunktmäßig zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten werden soll und - und das ist jetzt entscheidend - der Stick dann in die Mitte der beiden Handballen zum Liegen kommen soll, wie Du ja ebenfalls ausdrücklich sagst, bekomme ich jedenfalls nur schwer noch eine vernünftige Schlagbewegung mit dem Handgelenk hin:
Der Stick folgt eben dann nun nicht mehr der natürlichen Handhaltung (und zeigt auch nicht mehr nach schräg innen), sondern ist gewissermaßen eine Verlängerung des Unterarms und zeigt auch in dessen Richtung, nämlich nach vorne, etwas, vom dem Du aber selber ein paar Sekunden später sagst, dass das nicht passieren soll ( Von daher Frage: Ist da eventuell im Eifer des "LIVE-Gefechts" was durcheinander geraten ?
Ich kann jedenfalls so keine enstpannte, und schnelle HG-Bewegungen auf Dauer ausführen: Alle Finger sind angespannt, all Sehnen gestreckt. Der Stick kann mE entsprechend der natürlichen und entspannten - schräg nach innen zeigenden - Handhaltung nur so gehalten werden, wenn der Stick unter dem äußeren Handballen (zwischen kleinem Finger und Handgelenk) zum Liegen kommt. (so empfiehlt das sich z.Bsp. auch Dom Famularo u.a. ausdrücklich).
Das mag zunächst wie eine Kleinigkeit aussehen, hat jedoch auf den gesamten Bewegungablauf kolossale Auswirkung:
Denn wenn der Stick nun unter dem äußeren Handballen liegt, liegen notwendiger Weise die letzten 3 Finger unter ihm, ohne dass ich irgendwas anspannen muss.
1te Folge ist, dass ich den Stick gar nicht mehr groß festhalten muss mit Zeigefinger rund Daumen, ich habe so ohnehin ausreichend Kontrolle über den Stick.
2te Folge ist, dass die Finger nicht mehr sonderlich gestreckt werden müssen, damit sie Fingerkontrolle ausüben können, die ist jetzt schneller, kürzer und kraftsparender möglich.
Und als 3te Folge bleibt das Handgelenk "frei": mit dem anderen Griff müssen die Finger so gestreckt werden,, dass die Sehnen, die über das HG verlaufen, so angespannt werden, dass die HG-Bewegungen schwerer fallen. Sind die Finger aber in ihrer Postion "0" , wenn der Stick sich direkt auf ihnen befindet, ist das HG vollkommen frei beweglich.
(Nur um Missverständnisse vorzubeugen: Man kann natürlich so bei entsprechendem Know-how spielen, wen man weiß, was man da tut: Simon Phillips spielt bsp. so. aber der hat auch sehr wenig HG-Bewegungen drin, spielt sehr viel mit Unterarm und Finger und Moellert auch nicht. Im übrigen weiß der im Gegensatz zum Anfänger exakt, was er da tut).
4. Ich fände interessant, von einem studiert-ausgebildeten Profi - bsp beim Thema Stickhaltung - Persönliches zu erfahren: Von den Cracks hört man, dass man in solchen Sachen nie auslernt und es eine endlose Reise ist (Todd Suchermann behauptet das ja sogar bei Frage der richtigen Sitzhöhe, viele Spitzendrummer nehmen sogar deswegen auch noch in späten Jahren Unterricht). Hier wäre es doch spannend, mal zu erfahren, wie es bei einem anderen Profi läuft: Gab es Fehlentwicklungen, hast Du deine Stickhaltung mal verändert, und wenn ja, warum, welche Stickhaltung präferierst du und warum, welche Sticks liegen dir aus welchem Grund mehr, die Kopflastigen oder die mit langem Taper usw usw..