Beiträge von Seelanne

    Alles ist abhängig davon, was man will:


    1. Will man seine Trommeln aus "nachbarschaftlichen" Gründen zum Schweigen bringen aber gleichwohl am Set üben, sind die Evans genau das richtige: Töten den Sound, sodass man nach Herzenlust Rudiments am Set etc. üben kann, die Becken und die Bassdrum sollte man dann aber auch noch abwürgen. Dave Weckl hat sich fast 2 Jahre lange Kissen in die Trommeln gesteckt und geübt bis zum Abwinken, der Rest ist bekannt.


    Schöner Nebeneffekt: Da der Rebound stark eingeschränkt wird, muss man gut arbeiten und macht Sehnen und Muskeln fit.


    Wenn man aber dabei noch eine Drumsound erwartet, der nur leiser ist, ist man hier falsch, mit Schlagzeugsound hat das halt nichts mehr zu tun.


    2. In Sachen Hotrods bin ich bei Morello: Völlig andere Baustelle, weil völlig anderes Spielgefühl. Mit den Dingern kann man im übrigen auch ordentlich Krach machen, die Nachbarn werden auch hiervon genervt sein.


    3. Das gleich beim Umsteigen auf Besen: Besentechnik hat nur bedingt was mit sonstigen Stick-Techniken zu tun, eigentlich gar nichts.


    4. Wenn lediglich den Bandkollegen das Set aber zu laut ist, sollte man sich überlegen, ob man dann dort richtig ist. Drums sind Drums. Wer das nicht will, sollte sich den berühmten "Cajon-Spieler" holen, nur hat das dann alles häufig nichts mehr mit der Musik zu tun, die eigentlich gespielt werden soll. Ich hatte mal Spezies, die wollten AC/DC unplugged spielen.


    5. Andere Felle bringen gar nichts, Hydraulic etc sind zwar leiser, gleichzeitig will man aber Ton aus der Trommel rausholen und haut kräftiger rein, das Ergebnis ist dann das gleiche, wie bei normalen Fellen.

    ...................It*s My Life von Bon Jovi ist meiner Meinung nach gut geeignet. Ich habe zu diesem Song ein Drumcover produziert, ich habe als langjähriger Schlagzeuger nicht viel üben müssen. https://www.youtube.com/watch?v=ebmsFXyDZrY


    Ich denke, ein wenig mehr üben wäre aber angezeigt, oder ? Das Stück ist tatsächlich einfach, aber wie meine Großmutter immer sagte: "Auch das Einfache will erstmal ordentlich gemacht sein".


    Lange Rede, kurzer Sinn - für jemanden, der seit 7 Jahren spielt und auf seiner Page Schlagzeugunterricht (?) anbietet, folgende Tips:


    1. Drums sind ein akustisches Instrument und das Drumset ist komplexer als eine einfache Einzel-Trommel. Und egal welches Equipment man hat und welche Soundverhältnisse man vorfindet, man muss versuchen, mit dem DrumSet Musik zu machen, Rhythmus zu erzeugen, Dynamik zu verwenden, etc. pp. Daran fehlt es in all Deinen Videos total. Du klingst einfach nicht. Du erzeugst keinen Puls. Du spielst kein Schlagzeug, sondern schlägst Trommeln und Becken an, das ist nicht das Gleiche.


    2. Dein Timing ist leidlich, da Du fast ohne Körpereinsatz spielst, ist es auch einfacher, das Time zu halten. Sobald es kräftiger wird, bricht es ein (wie bei Bon Jovi ab dem RideBecken-Einsatz ab 3:15/3:35).


    3. Deine Stickhaltung ist - sorry - gruselig. Du spielst alles aus dem Unterarm bzw. Ellbogengelenk. Da sind keinerlei Handgelenks-Bewegungen, keine Fingertechnik, die ganze Schlagbewegung ist statisch und unergonomisch. Die Sticks sehen wie Fremdkörper bei Dir aus. Und so klingt es dann auch.


    4. Das ganze wird komplettiert durch den Setaufbau, der - gelinde gesagt - suboptimal ist. Man weiß gar nicht, wo man da anfangen soll. Die Toms sind so weit weg, dass man mit links fast schon zielen muss, das Ride-Becken rechst fast hinter der Rückenlinie, Hihat unnötig weit links. Die Sitzhöhe und der Sitz-Abstand zum Set ist ebenfalls unglücklich.


    Mein Tip: lass das mal mit den DrumVideos, gebe auch keinen Schlagzeugunterricht, sondern suche Dir einen guten Lehrer in der Umgebung oder beschäftige Dich mal online anhand von unzähligen Videos mit den Basics, Stickhaltung und Setaufbau und versuche dann, einfache Grooves zum klingen zu bringen. Viel Erfolg !!

    ?? Warum in die Ferne schweifen ?


    JustMusic in Dortmund Dorstfeld ist die beste Adresse Großraum Dortmund. Frage nach Thomas oder Ibo.


    Die sind hervorragend sortiert, grade in Sachen Becken. Paiste, Zildjian, Meinl, Sabian, die gängigsten Modelle sind alle da, zusätzlich noch viele Spezialitäten. Selbst das DrumCenter in Bochum hatte seinerzeit nicht wesentlich mehr, in Sachen Setauswahl sogar weniger.


    Die Drum-Abteilung hier in Dortmund ist erste Sahne. MusicStore in Köln kannst du dagegen vergessen, grade in Sachen Becken.

    Hm, geht etwas durcheinander:


    Klick und Quantisieren haben ja grundsätzlich erstmal nichts miteinander zu tun.


    1. Beim Klick gehts ja ursprünglich zunächst nur darum, eine Zeitliche Benchmark zu setzen, um allzu starke Abweichungen zu vermeiden. Eigentlich ist es ja eine einfaches Hilfsmittel, um Tages- und Formschwankungen zu vermeiden. Ob man dann dabei exakt auf dem Klick, hinter dem Klick oder vor ihm spielt, ist dabei ja sogar zusätzlich egal, solange es einheitlich ist. Der Klick verzeiht vieles, da ist "Room to stretch".


    2. Problematisch wirds ja erst, wenn der Sequencer ins Spiel kommt, also der Click mit einer exakt getakteten Instrumental-Spur verbunden wird, zu dem der Drummer spielen muss. Erst dann kann man sich Schwankungen nicht mehr recht erlauben, weil die Abweichung brutal hörbar wird.


    Beide Formen sind nunmal deshalb modern geworden, weil die Musik insgesamt technischer geworden ist und die ganze "Musik-Machen-Szenerie" sich geändert hat. Früher ging man mit eine ganzen Band ins Studio. Heute gibt es doch fast keine festen Bandformationen mehr: auf Grund der Möglichkeit, dass jeder zu Hause seine Musik entwerfen kann ganz ohne vollständige Backline, ist es doch viel häufiger geworden, dass Dinge vorproduziert werden und man im Studio als Drummer seinen Part einspielt, ohne Teil einer festen Band zu sein. Dies hat sich auch auf Amateur-und Semiprofessioneller Ebene durchgesetzt, so jedenfalls meine Beobachtung und Erfahrung. Und selbst bei festen Bands ist es angesichts von Terminproblemen etc. sehr üblich, die Tracks in Teilen zeitlich versetzt aufzunehmen. Da gehts dann halt nicht anders.


    3. Ne ganz andere Geschichte ist dann wiederum das Quantisieren. Ob das sinnvoll ist, hängt ein wenig von der Musik ab. Dass der Groove dabei verloren geht, ist ebenfalls relativ: Ist der Drummer Käse, ist Quantisieren gut, ist er gut, brauchts man nicht und kann vieles kaputt machen. Viel häufiger ist doch aber das manuelle Bearbeiten einzelner Positionen (proTools etc). Ich empfinde diese Möglichkeit als Segen, statt ewig und drei Tage einen Song wieder spielen zu müssen, obwohl nur an einer einzigen Stelle eine Bassdrum eine Terz zu früh ist.


    4. Was jetzt konkret das Bonham-Video angeht:


    Ich weiß nicht, ob man nun konkret auf 170 den Track auf Click untersuchen hätte müssen, es ist deutlich zu hören, dass Bonham hier im Schnitt etwas langsamer spielt, ich habs mal mit 169 getestet da wirds schlüssiger. Aber es es ging ja auch auch ums Quantisieren.


    Und hier muss man einfach sagen, dass es relativ unsinnig ist, ein Groove-Genie wie Bonham mit einer Maschine zu messen. Bonzo hatte einen unfassbaren Groove, schlicht genial, an guten Tage ist er daher einer Maschine natürlich überlegen. Das war aber eigentlich auch vorher klar. Deswegen ist er ja auch einer der wichtigsten Drummer aller Zeiten.


    Ich rate sodenn davon ab, einem Zirkelschluss zu erliegen:


    Alle Menschen sind Sterblich
    Sokrates ist ein Mensch
    Alle Menschen sind Sokrates


    ist halt "nur bedingt" richtig.


    Will sagen: Das Problem ist, dass die meisten von uns eben keine Bonham's sind, und für exakt diese Leute -also dem Fußvolk - ist der Klick eine sinnvolle Geschichte, manchmal eben auch das Quantisieren. Das Genie braucht keine Hilfsmittel. Die Schlussfolgerung ziehen, dass der Bonham-Track besser ohne als mit Quantisieren klingt, besagt eben nur das , was es beweist: Bonham brauchte keine Hilfsmittel. Wer daraus den Schluss zieht, dass Quantisieren, Click etc. allgemein eben Teufelszeug sei und man nur auf den gesunden Groove vertrauen solle, liegt einfach daneben und für den heißen alle Menschen eben auch Sokrates.
    Aber was wichtig wäre: Auch ein Bonham hätte heutzutage Probleme im Studio, trotz seine Genialität.


    Trotzdem ein Super-interessantes Video, danke fürs Reinstellen !!!


    PS: Im übrigen: Auch Genies haben schlechte Tage und so auch Bonzo: Es gibt Live-Aufnahmen und Probeaufnahmen von ihm, da groovt er überhaupt nicht, spielt insgesamt völlig falsche Tempi und eiert rum. Aber egal: Man sollte Musiker wie alle Künstler nur an ihren gelungenen Werken messen, denn - wie Böll schon einst sagte - man hört nicht auf, Künstler zu sein, wenn man was schlechtes macht, sondern dann, wenn man aufhört, ein Risiko einzugehen.

    :!: Sehr schön !!! Toller Sound, gutes Stück, und fein auf die 12. So muss das. großes Kino !!


    (Auch wenn die ganze Prog-Sache musikalisch mittlerweile in meinen Ohren etwas antiquiert und selbst die guten Stücke irgendwie immer mehr Potpurrie- und selbstzweckmäßig daherkommen: Das habe ich mal gerne gehört. Die Truppe kannte ich noch nicht. Danke.)

    Mir ging es weder um die Existenzberechtigung, (Nicht-)Rechtfertigung eines Polizeiorchesters oder des öffentlichen Dienstes oder wer das alles bezahlt oder welche Bezahlung jemand "verdient" hat.
    Es geht mir nur darum, dass diese Differenz in der Bezahlung sehr krass ist.


    Das hängt nur leider eben alles zusammen: Du kannst die Differenz der Gehälter doch nicht von der Wichtigkeit, Relevanz und Notwendigkeit der Berufe abspalten.


    Im übrigen: Ein Richter bsp. bekommt als Einstiegsgehalt derzeit 4.200 € brutto. Ich finde also da im Schnitt 2.650 für einen studierten Posaunisten, der im Schnitt vielleicht 150 mal im Jahr für ca. 2 Stunden die Posaune bläst, als durchnittliches Einstiegsgehalt nicht ganz so verkehrt (alle Zahlen für NRW), oder ?

    @threadstarter:


    Naja, vielleicht mal andersherum gefragt: wieviel sollte man denn als Musiker im Polizeiorchester Deiner Einung nach verdienen ? 4000-5000 € brutto ?


    Auch wenns schwer fällt: Die ganze Kohle muss an anderer Stelle (sprich von einem anderen Menschen) erst einmal verdient werden. Wer soll das Deiner Meinung nach tun und warum ?
    Die Frage der Finanzierung scheint in heutiger Zeit irgendwie immer vergessen zu werden. In Zeiten, wo es der Polizei selbst an Wesentlichem an allen Ecken und Enden fehlt, insbesondere an "normalem" Personal, rangiere ich ein Polizeiorchester bei 100 Problemen, die es zu lösen gilt, knapp auf Platz Nr. 101.


    Im übrigen nur mal so zur Finanzierung eines Polizeiorchesters ein Link blind aus dem Netz gefischt am Beispiel des Hamburger Polizeiorchesters:
    "Im ersten Halbjahr hat die Truppe (Polizeiorchester Hamburg) 17.805 Euro eingespielt– bei laufenden Kosten von 823.914 Euro. Die Musikanten machten 806.109 Euro Miese. Bei rund 100 Auftritten im Jahr, meist auf Polizeifesten, sind das rund 16.000 Euro pro Auftritt."
    https://www.mopo.de/hamburg/mu…in-sechs-monaten-16949902


    Der Link ist aus 20111. Es dürfte seither nicht besser geworden sein. In Zeiten von fehlenden KITA-Plätzen, steigenden Obdachlosen und einer abschmierenden Mittelschicht insgesamt, kann man die Notwendigkeit eines Polizeiorchesters nicht mehr so ganz an den Mann bringen, oder ? Die fetten Jahre sind nunmal vorbei. In spätestens 10 Jahren wird man mit derlei Ansinnen ein recht schnelles Pferd brauchen.


    PS: Heutzutage kann man eh' mit Musik leichter Geld verdienen, wenn man nicht Musiker wird, sondern "Förderer", speziell Frauen-Fördrer: Einfach mal feststellen, dass es in Polizei-Orchestern zu wenige Frauen gibt, Förderkreis bilden, Fördermittel beantragen. So gehts. Das Geld, was keiner hat, geht dann trotzdem drauf, aber die Leute fühlen sich dabei dann irgendwie hipper.

    Naja, die Sache mit dem Abmischen kann schon nerven:
    Kenn da schon einige Experten, die Live ordentlich mit Gates arbeiten und wo dann das Set am Ende etwas seltsam klingt, weil ganze Teile dessen, was man spielt, verschluckt werden. Stellt man dann fest, wenn man hinterher die Mitschnitte hört und dann konstatieren muss, dass bestimmte Passagen komplett verunstaltet wurden. Letztens noch passiert, als ein Techniker mir auf das eine Overhead wegen des Chinas ein derartiges Gate gelegt hatte, dass das klang wie aus der Rumpelkammer. Auch im Studio habe ich das schon erlebt, als ganze Ghostnotes-Kolonnen wie vom Erdboden verschluckt waren.


    Aber abgesehen davon habe ich eigentlich in der Regel nur gute Erfahrungen gemacht, insbesondere hat sich das Können und die Auffassung vom Drumsound in den letzten Jahren und Jahrzehnten dann doch gewandelt, sodass man solche Ausfälle eher selten zu verzeichnen hat.


    In Sachen Abkleben gibt es in letzter Zeit eigentlich eher ein Trend weg und eher hin zum offenen Sound, so jedenfalls mein Eindruck. Und bei richtigen Kleingigs in wirklich überschaubarem Ambiente ist es mir egal, wie die Drums am Set klingen, da lege ich auch mal nen Handtuch drüber und lass den Mischer den Rest machen, Hauptsache, der Gesamtsound stimmt. Oder ich spiel da mit nem E-Set, alle rollen zwar anfänglich immer mit den Augen, wenn man damit ankommt, wenn der Sound ertönt, sind aber alle eigentlich immer zufrieden.


    Wie Trommla schon sagte: Es ist ein Teamsport und da kann es Wunder bewirken, statt vor dem Soundcheck stundenlang noch an der Snare rumzuschrauben einfach mal mit dem Techniker einen Plausch zu halten. Das hilft in Sachen vertrauensvoller Zusammenarbeit meist mehr, als alles andere.

    Alternative:
    Die Rohema 5AB sind okay, sind aus Hickory und mit 410mm etwas länger. Versuche mal - nur als Test - Einen 5A als Maple-Stick. Die sind deutlich leichter und „weicher“. Vielleicht kommt damit Deine Linke Hand etwas besser klar. Und vergiss beim Testen zunächst den Rebound und den Attack: der ist bei Maple-Sticks anfänglich immer gefühlt schwächer.

    Deine linke Hand scheint wohl offensichtlich nach 43 Jahren schlicht und ergreifend diese Bewegungen nicht so ohne weiteres vollziehen zu können, was jetzt aber kein anatomisches Wunder wäre: Wenn bestimmte Muskeln, insbesondere aber Sehnen und Bändern jahrelang, in diesem Fall sogar jahrzehntelang bzw eventuell nie in einer bestimmten Art benutzt wurden, woher soll denn dann die notwendige Elastitzität kommen ?


    Verkümmerte Anatomie: das kann es durchaus geben. Letztlich wird das nur ein Sportmediziner klären können. Aber wenn Du davon berichtest, dass du trotz stundenlangem regelmäßigem Üben mit Lehrer (und richtiger Technik) nicht weiterkommst, liegt’s eventuell am Ende doch an der Anatomie. Es könnte auch einfach am Gehirn liegen, sprich an der Koordinationsfähigkeit, die ab einer bestimmten Geschwindigkeit einfach nicht mehr folgen kann.


    Aber Ferndiagnosen sind immer recht schwierig.


    By the way: wurde noch gar nicht angesprochen. Vielleicht liegt’s einfach an den falschen Sticks. Welche spielst Du ? Ich würde vielleicht mal für die linke Hand einen sehr viel leichteren Stick testen. Leichtere Sticks sind zwar nur bedingt ein Garant für schnelleres Spiel, aber in deinem speziellen Fall könnte es was bewirken.

    :) Lovely !


    Weiß aber jetzt gar nicht, was mich mehr über den Tag bringt:


    Das Schmunzeln über den Aprilscherz oder die sauertöpfig-sexistische Reaktion ausgerechnet von einem Gleichberechtigungs-Apologeten. :D


    Grüße aus Pirmasens-Winzeln
    See
    - Heute auf der Suche nach dem hohen C -

    Vielleicht ein wenig konstruktive Kritik abseits von "voll geil" und "Gähn .. Schnarch":


    1. Member m-tree hatte schon angemerkt: Das Ding hat keinen rechten "Flow". Meines Erachtens liegt das zunächst an den arg zusammengewürfelten und etwas unglücklichen Geschwindigkeiten: Du fängst den ersten Part an mit rund 160 BPM, wechselst dann bei der Doubles-Snare-Part aufrund 108, dann im Takt-Block gehts erst so weiter, dann gibts nen unerklärlichen deutlichen Schub auf rund 113/114 (Wenn du den Takt mit dem Ride spielst), der Schluss-Block ist dann wieder in 130 BPM. In einem freien Solo, kann man ja nun machen, was man will, aber mehrere Blöcke in so völlig unterschiedlichen BPM, wobei dann auch noch der Schnellste am Anfang ist, ist nicht so der wahre Otto. Das Ergebnis ist leider, dass sich kein Groove entwickeln kann. Wenn wenigstens die Parts durch Überleitungen schlüssig aneinandergereiht würden, würde es vielleicht noch gehen, aber auch das fehlt.
    Mein Tip: Such Dir EINE Geschwindigkeit, maximal 2 aus, die Dir ganz besondern gut liegen, und bau das Soli auf den BPM auf.


    2. Es ist wenig Steigerung und Dynamik drin. Alles ist in etwa auf der gleichen Lautststärke, dadurch klingt alles etwas klinisch und aneinandergereiht. Am deutlichsten fällt einem das auf im Taktpart, wo Du erst Halftime und dann Fulltime spielst. Hier spielst Du quasi im Wechsel Takt, dann Break, dann wieder Takt, dann wieder Break. Alles in einer Lautstärke. Im Ergebnis hört sich das fast eher so an, als wenn der DrumTrack ein Backing-Track ist für ein Gitarrensolo, aber nur die Drumspur zu hören ist. Das ist statisch und sehr vorhersehbar. Die Idee mit einem Taktteil ist ja klasse, aber versuche mal, die Takt-Teile zu begrenzen und mehr zu solieren, es hört sich sonst etwa so an, als wenn Du immer erst "Luftholen" musst, um den Break zu spielen. Oder aber du baust den Takt auf und machst ihn immer voller (teilweise hast du diese Grundidee ja schon drin). Andere Alternative: Du bietest dem Publikum als Orientierung keinen Takt sondern eben die Hihat oder ne BassDrum als "Puls" an, ganz klassisch.


    3. Auch die Breaks zünden nicht wirklich. Aber das ist in erster Linie Gesckmackssache. Jegliches Überraschungsmoment fehlt. Mir ist das auch zuviel DoubleBass- bzw. Flam-BAssDrum drin, das Problem damit ist, dass sowas unheimlich schnell langweilig wird und einen erst richtig flasht, wenn es zwischendrin unerwartet kommt oder aber insgesamt unheimlich weggeballert wird.


    Ansonsten hört man aber, dass Du Dir echte Gedanken gemacht hast und das Solo ist definitiv aufgeräumter und besser strukturiert als vieles anderes, zumeist sind ja Drum-Soli etwas zum Weglaufen und erst ab einem bestimmten Niveau wirklich hörbar, das hier kann man sich anhören: Insofern trotz der obigen Anmerkungen: Well Done !!

    Schönes Thema, mit dem wir uns wohl alle im Laufe unseres Lebens rumschlagen müssen.


    Mein 5 Cent dazu:


    1. Ein echtes Gespür für Lautstärke entwickelt man erst mit den Jahren bzw mit viel Erfahrung. Erst dann lernt man, die Musik als Ganzes, insbesondere eben als Gesamtsound zu verstehen und nicht nur auf seine Rolle als Drummer bzw. auf sein Instrument zu hören. Ich spiele heute viel kontrollierter als früher und achte darauf,meine Dynamikstufen sinnvoll und geschmackvoll einzusetzen.


    2. Die meisten - zumeist jungen - Drummer sind tatsächlich zu laut. Meist liegt es an der mangelnden Technik, bestimmte Sachen auf allen Lautstärkestufen hinzubekommen. Hat auch viel mit der Tagesform zu tun. Wenn ich gut drauf bin, fit und auf der Höhe meines Könnens, spiele ich in der Regel leiser und dynamischer als wenn ich ungeübt, nicht eingespielt oder mich "kalt" ans Set setze.


    3. Die meisten Rückmeldungen oder Beschwerden, dass man zu laut ist, kommen in der Regel von SängerInnen. "Mann/frau könne sich gar nicht hören". Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in 80 % der Fälle der Grund ist, dass die Sänger nicht gut genug sind, um in einer Band zu singen, zu Hause oder unter der Dusche reichts, aber in der Band als Live-Musik dann nicht mehr. Die Gretchen-frage kann man dann ganz einfach dadurch lösen, dass man den Sängern anbietet, alles ganz leise zu spielen oder aber mit InEars. In fast allen Fällen der falschen Beschwerden kommt dann als Antwort, dass man mit inears nicht spielen wolle oder aber bei den nun leise gesungenen Stücken kommt heraus, dass die Sängerin trotzdem schräg bzw, "gelb" singt. Die Lautstärkenummer ist daher meist nur ein vorgeschobenes Argument, um eigen Unfähigkeit zu verbergen oder aber vor sich selbst schön zu reden.


    Zwei kleine Ankedoten hierzu:


    Eine SängerIn einer Formation beschwerte sich ständig, dass alles zu laut sei. Irgendwann habe ich 2 Stücke mit nem Handy aufgezeichnet. Ergebnis: Obwohl das Handy direkt hinter dem Drumset platziert, waren die Stimmen wunderbar zu hören. Als ich es der Sängerin bei nächster Beschwerde gezeigt habe, war sie beleidigt.


    Eine Sängerin in einer anderen Formation beschwerte sich ebenfalls darüber, dass das Drumset immer so laut sei. Als wir dann mal im Studio waren, sollte der Tontechniker ein Urteil darüber abgeben, ob ich laut spielen würde (der Tontechniker war ein Bekannter von ihr): Als ich mich einspielte, fragte sie ihn. Sie erntete nur Kopfschütteln und die Gegenfrage, wieviele Drummer sie denn schon in ihrem Leben bei der Arbeit gesehen habe. Auch sie war anschließend etwas beleidigt.


    Mein Fazit jedenfalls: je besser der oder die Sängerin, desto weniger Klagen hört man über Lautstärke.


    3. Aber seien wir ehrlich:
    Die meisten Proberäume und Auftrittsorte sind für ein A-Set einfach nicht geeignet, weder in Sachen Frequenz noch in Sachen Lautstärke, das Set ist dann - wir können machen was wir wollen - einfach zu laut. Oft helfen da einfach auch keine leichteren Sticks oder anderes. Ja, leichten Jazz mag man da oft noch spielen können, aber wenn man halt in einer Funk-Rock-Combo in einer 50 Leute fassenden 50qm- Kneipe spielen soll, geht es halt nicht. Wenn es so ist, mache ich mittlerweile kein Federlesen und stelle einfach mein E-drum auf. Bevor ich mit mit Tonnen an Gaffa, Moongel etx. einen halbwegs gedämpften aber unfassbaren scheissigen "Pök"-Sound zusammenwurstel, greife ich dann lieber auf das voll zu kontrollierende und in jeder Lautstärke voll präsente edrum zurück. ich hab letztens sogar in einem kleinen Laden damit ein Gig gespielt.

    :!: :!:


    Gerald: kann ich komplett unterschreiben. Du bist ein Romantiker (im besten Sinne): Volle Zustimmung !!


    Aber Produktionen sind letztlich Massenprodukte, die auf dem Markt verkauft werden sollen und müssen. Und die, die kaufen sollen, sind keine Musikliebhaber, wie Du/wir, sondern halt Konsumenten. Das alte und hinlänglich bekannte Spiel. Es ist das Gleiche, was Zappa damals sagte, als er anmerkte, dass Gesang auf seinen Platten ausschließlich deshalb sei, weil sich diese Sachen doppelt so gut verkaufen, wie die reinen Instrumentalsachen, die er eigentlich am liebsten ausschließlich machen wollte.


    Der Musikzirkus hat - wie alles - seine Unschuld verloren. Der technische Fortschritt und die Kommerzialisierung fordert ihre Opfer. Anderen geht es genauso: frag mal Graphiker, Bauzeichner, Architekten, Drucker etc.pp.


    Aber was rede ich, das weiß du ja alles. Ich lege mir jetzt glatt mal das Whitesnake-Ding auf und stoße im Geiste auf IP an.


    Nachtrag: ja,das Whitesnake-Ding ist ein sehr gutes Beispiel. Groovt wie die Hölle. Da wäre ich jetzt aber auch wieder selber Technik-Freak: Den Track würde ich mir gerne mal auf Pro Tools ansehen, um zu sehen, wo exakt er die Bass-Drum legt: Die Entschlüsselung seiner Groove-DNA sozusagen.

    Interessant an diesem Thread ist die Entwicklung der Diskussion, wie auch in der Realität zu beobachten:


    Erst wird Diskriminierung behauptet.
    Wenn das widerlegt wurde, wird gesagt, es gäbe unsichtbare gläsern Decken, versteckte Strukturen der Diskriminierung.
    Wenn das auch widerlegt wurde, wird auf die paritätische Verteilung abgehoben.
    Wenn gebeten wird, zu erklären, warum das in jedem Einzelgebiet so sein muss, wird gesagt "darum".


    Auch in dieser Diskussion sind zwei Kernfragen immer noch nicht beantwortet, ohne die aber jedwede Diskussion keinen Sinn macht:


    Warum müssen Frauen im Jazz paritätisch vertreten sein ?
    Und warum sollen Frauen in den Jazz, wenn doch alle wissen, dass man dort seinen Lebensunterhalt nicht verdienen kann ?
    Zusammengefasst: Was ist die sogenannte "Verbesserung" einer solchen Gleichstellung ?


    Der Grund für diese Antwort-Losigkeit kann man im Parallel-Thread über das dichgemachte Rockhaus in Berlin nachlesen:


    Am Ende wird nie die Musik selber gefördert, der es im übrigen ohnehin egal ist, ob sie von einem Mann oder einer Frau gespielt wird: Gefördert werden - wenn - die angeblichen Förderer. Die Musik an sich interessiert doch niemanden, so wie es auch keinen interessiert, dass 1000 Musiker auf der Straße stehen. Seien wir ehrlich. Es geht um Umverteilung, um Positionen, um Pfründe.


    Am Ende entzündet sich im übrigen die ganze Diskussion an der unterschiedlichen Vorstellung darüber, wie eine Gesellschaft funktionieren soll:


    Diejenigen, die (nur) Gleichberechtigung wollen, wollen gleiche Rechte für alle und wollen es dem Einzelnen freistellen, sich so zu entscheiden, wie sie es wollen. Die anderen wollen zwar auch Gleichberechtigung, wenn dann aber die Gleichberechtigung nicht die Ergebnisse zeitigt, die sie wollen, also die Rechteinhaber davon nicht wie gewünscht Gebrauch machen, muss nachgeholfen werden durch staatliche Eingriffe. Die erste Meinung will eine freie Gesellschaft, die zweite eine nach ideologischen Vorstellungen gelenkte Gesellschaft, die - nur unter der Vorgabe, frei zu sein - am Ende aber das zu tun hat, was man selber für richtig hält. Sozialismus mit Pfefferminzgeschmack sozusagen.


    PS: Das hier wieder auf überkommende "Rollenbilder" abgestellt wird: Das ist eine Ideologie aus den 70igern Jahren. Dass Rollenbilder für die Erziehung eine Rolle spielen, ist unbestritten, dass sie geschlechtlich wirken kann, auch, dass sie aber aktuell in unserer realen Gesellschaft tatsächlich noch wirken und wen nja, wo und wie, ist eine vollkommen unbewiesene unwissenschaftliche Betrachtungsweise.
    Konkret: Kein Mensch entscheidet sich bei der Frage, ob er Jazz studieren will, am Geschlecht der zukünftigen Professorinnen (und darauf zielt das Förderprogramm in erster Linie ab).
    Hier sind Fragen des zukünftigen Lebensunterhaltes wichtiger und - wenn überhaupt - die Qualität der ProfessorInnen als Musiker.
    Wenn ich mich entscheiden würde, modernes Schlagzeug zu studieren, würde ich bsp. selbstverständlich an eine Uni gehen, wo eventuell ein Jojo Mayer unterrichten würde, aber das nicht, weil er ein Mann ist, sondern weil er ein unfassbarer Drummer ist, der didaktisch auch noch was drauf hat. Und wenn da eine Evelyn Glennie Percussion unterrichten würde oder eine Terry Lyne Carrington Jazz-Drums, wäre ich 5mal dabei und wenn die beiden 100mal Frauen sind.
    Und ich denke, diese ganz normalen Gedankengänge hat jeder bei der Berufswahl und ich halte Frauen - ganz offensichtlich im Gegensatz zu Gleichberechtigungsideologen - für schlau genug, diese Gedankengänge ebenfalls zu haben. Alles andere wäre in der Tat diskriminierend.