Beiträge von Seelanne

    I
    Abseits des Staunens über das wundervolle Spiel dieses Drummers wäre aber 1-2 Produktionsbeteiligten aufgefallen, dass ein Song nicht ihrem Genauigkeitsempfinden für derartige Produktionen des "Heute" entspricht. Sie machten geltend dass (hier bewußt & extra-nebulös nichtssagend als Pseudo-Terminus beschrieben.) sie in einem Song "jene Notenauflösung in jenem Tempo" als seine Schwachstelle ausgemacht haben und dieses Spiel von ihnen nicht akzeptiert wird.


    Der Weggefährte hatte also u.a. den Auftrag sein Spiel massvist in jenem Song nach ihrem Ermessen manuell zu editieren, um eine maschinelle Genauigkeit "jener Notenauflösung" zu erreichen. Kleine Randnotiz: der Drummer erfährt davon nix.


    Sorry Gerald, hatte das gemäß den obigen Textstellen so verstanden, dass das nur in EINEM Song war und das irgendwie dann gedanklich auch auf nur eine Stelle bezogen: mein Fehler !


    Okay, dann hat den Produzenten das gesamte Timefeel eines Stückes nicht gefallen. Ehrlich, das kommt aber vor, oder ?


    Ich habe schon Stücke - was nehmen wir mal an Beispiel - ah, Sting - von Manu Katche gehört, wo mir - unabhängig von seiner Taktauflösung - sein Timefeel des Stückes nicht gefallen hat (bsp. "Hounds of Winter", was Colaituta einfach grooviger spielt). Gibts das nicht immer wieder, dass selbst Spitzendrummer bestimmte Sachen in einer bestimmten Art und Weise so und so spielen, und bei einem anderen Drummer hört sichs anders/besser an, obwohl die exakt die gleichen Sachen spielen ? Und das hat nichts mit Können zu tun. Ich erinnere an die unterschiedliche Wirkung ein und desselben Tracks bei Toto, je nachdem ob es Porcaro oder Sir Simon spielt, die spielen exakt die gleichen Noten, aber es klingt anders. Das fast nicht messbare - aber heutzutage durch Programme sichtbar zu machende - "Feel-Syndrom" ist doch bekannt.


    Wenn ein Drummer mit seinem Groove den Geschmack der Produzenten nicht trifft: so what. Steely Dan hat seinerzeit alle Spuren von mehreren Musikern desselben Instrumentes einspielen lassen und sich dann für den - nach ihren Geschmack - Besten entscheiden. Heute gehen die Produzenten halt mit Pro Tools etc. selber ran. Ich gebe Dir recht, dass es ab einer gewissen Güte des Drummers geradezu affig wird, aber für mich ist das nur ein Beispiel für die Tatsache, dass letztlich der Zuhörer (oder der Produzent) entscheidet, was toll klingt. Ist zwar doof, aber - um es mal anders zu sagen: Die Produzenten, insbesondere aber der Künstler und dessen Zuhörer müssen das Stück ihr Leben lang hören, der Drummer hats nach 2 Wochen wieder vergessen. 8)

    Danke für den Bericht aus der Mitte des Wirbelsturms der Studioproduktion:


    Aber ich denke, man sollte auch die Kirche im Dorf lassen. Wenn ein Spitzendrummer eine ganze Produktion einspielt und dann an EINER Stelle in EINEM Song nacheditiert wird, halte ich das jetzt nicht für ein so großes Ding. Insbesondere ist ja insbesondere für mich offen, ob da jetzt tatsächlich objektiv ein leichter Timinghänger gegeben war, oder einfach in Sachen Geschmack etwas andere getimt und gespielt wurde, als die Produzenten hören wollten. Manchmal ist es ja auch so, dass alles richtig ist, aber herauskommt, dass zwei Instrumente vom Arrangement her sich an einer Stelle "beißen" und der Groove dadurch anfängt, zu eiern.


    Ich meine: Am Ende soll der entscheiden, der bezahlt und der das ganze anschließend vermarkten und verkaufen muss. Und wenn Produzenten meinen, sich einen Spitzendrummer einzuladen (und zu bezahlen) und dann doch den Track ummodeln nach ihren Bedürfnissen, ist das zwar irgendwo hochgradig schizophren, aber am Ende deren Ding.


    Ich finde es im übrigen eigentlich ganz gut, wenn am Ende der Produktion ein neutraler Dritter, wie Dein Bekannter, über die Produktion sieht, gewissermaßen als Endkontrolle. Sowohl Musiker als auch Tontechniker sind ab einem bestimmten Zeitpunkt betriebsblind. Auch wenn mittlerweile ja heutzutage turnusmäßig mit einem Timing-Programm ohnehin nochmal "feucht drübergegangen" wird (das ist ja fast schon usus), kann eine persönliche Kontrolle am Ende nicht schaden.


    Welche Ausmaße das Ganze am Ende annimmt, kann natürlich zur Recht kritisiert werden. Da gehe ich mit Euch dacours, dass die ganze Welt im Prinzip allmählich in derartigen Sachen auf den Hund gekommen ist.


    PS: man könnte aber mal überlegen, inwieweit man hier einem Künstler das "Recht am eigenen Groove" sozusagen erhalten kann. Schließlich ist es absurd, dass ein Drummer ein Track abliefert und der dann vollkommen frei nach Belieben auseinander genommen werden kann. Derzeit ist das natürlich illusorisch: Mit Einspielen gibt man derzeit die Rechte an seinem Track ab und der Drummer, der sich da Eingriffe verbieten will, wird am Ende keinen einzigen Job mehr bekommen. Dabei wird wohl aber auch keine gesetzliche Regelung helfen: Die Produzenten suchen sich einfach einen Drummer, der weniger "Zicken" macht. Nachdenken könnt man aber zumindest über eine Hinweispflicht, dass geändert wurde (etwas ähnliches strebt man ja bereits auf normaler Arbeitsrechtebene im Bereich Arbeitnehmererfindungen an).

    Endlich kommt zusammen, was zusammen gehört:
    ...... Wenn Buddy Rock gespielt hätte, dann so wie
    Ian........


    Absolut !


    Ian war immer der swingendste unter den Rockdrummern. Gemeinsam mit Mitch Mitchell.
    Schön auch zu sehen, dass IP nach seinem Schlaganfall offensichtlich wieder auf den Beinen ist.


    Danke für den Tip !!

    Das Kreiieren eines Drumparts empfand ich schon immer schwieriger und auch anspruchsvoller als das Spielen selbst. Technik üben ist eine Frage von Zeit, Ausdauer und Disziplin, was unweigerlich dazugehört. Das Entwerfen eines Tracks, die Entscheidung, wo was wann wie gespielt wird, ist der Ort der eigentlichen Kreatitivität.


    PS: Zu Madonna „Like a Virgin“: das war nicht Colaiuta, sondern Dave Weckl. Colaiuta war -bsp. - das Alf Theme (also das erste schnelle mit der HiHat am Anfang). Also auf dem Album. Die Single selbst von Like a Virgin hat aber wohl Tony Thompson eingetrommelt.

    Aus dem Pamphlet:
    "Die Jazzszene ist in Deutschland nach wie vor maßgeblich von Männern geprägt. Frauen machen laut der Jazzstudie 2016 nur ein Fünftel der Jazzmusiker*innen in Deutschland aus".
    Und dann kommt die gesamte Diskriminierungslitanei, die Du - Du hattest es ja selber bereits eingeräumt - auch erst abgefahren bis, weil du es nur oberflächlich gelesen hattest.


    Ich schrieb in Post 224 im übrigen folgendes:


    "1) Das "Gender Pamphlet" - und Du - behaupten Diskriminierung von Frauen im JazzMusik.


    2) Das "GenderPamphlet" gibt aber keinen einzigen Nachweis; keinen Beweis: Es wird lediglich eine Zahlenquote der Jazzstudie genannt. Ansonsten wird etwas von ominösen "gesellschaftlichen Barrieren" geredet.


    3) Du weiß auch nichts Sinniges zu berichten, außer Deinem Geistesblitz, man müsste nur lange genug suchen, dann würde man auch was finden (bei dem Satz müsste man ohnehin mal die Frage stellen, und wurde ja auch schon gestellt, ob noch alles klar ist bei Euch in Köln)


    3) Daraufhin wird die Jazzstudie untersucht. Es wird festgestellt, dass das nicht stimmt. Die Studie enthält zwar tendenziöse invalide Daten, stellt aber selber sogar ausdrücklich fest, dass es keinen Hinweis auf Diskriminierung gäbe.


    4) Da also weder die Studie, noch das Gender-Pamphlet, noch Du, irgendeinen haltbaren Nachweis oder Hinweis für Diskriminierung darlegen können (alle anderen Indizien sprechen im übrigen sogar GEGEN eine Diskriminierung) kann die Diskriminierung verneint werden. Es gibt sie schlichtweg nicht. "


    Jetzt sag mir bitte konkret, was an der Darstellung falsch ist, da ich mich ja so "irre".


    Und ansonsten kannst du die Statistikzahlen, die hier schon seit Wochen genannt wurde, noch hundertmal verlinken. Ohne schlüssigen Gedankengang deinerseits wird's halt nichts.

    Seelanne


    Du irrst. Wenn Du nicht in der Lage bist, die Jazzstudie2016 betreffend zu differenzieren, kann ich daran nichts ändern. Nur weil irgendwo "Jazz" draufsteht, muss nicht zwingend "Diskriminierung" enthalten sein...um nicht vielleicht in der ein oder anderen Situation Verbesserungen mit Signalwirkung herbeizuführen (z.B. Festanstellungen an Hochschulen - das kostet dann übrigens nicht mehr, hat aber doch Signalwirkung)


    Ach, drumrum, drück dich doch mal klar aus: wer klar spricht, denkt meistens auch klar: Fürs unklare gilt übrigens das entsprechende Gegenteil:


    1. Das Gender-Pamphlet behauptet Diskrimierung von Frauen und verweist auf die Studie. Du hattest das Gleiche zunächst behauptet.
    2. In der Studie selbst ist aber von Diskrimierung überhaupt keine Rede, die Studie sagt selber, dass es keinen Hinweis auf Diskriminierung gibt.
    3. Ich stelle das fest und erkläre, dass das Gender-Pamphlet diesbezüglich die Unwahrheit suggeriert und auch alle anderen Thesen von den ominösen gesellschaftlichen Strukturen blanke Behauptungen sind, die nicht belegt sind.
    4. Daraufhin entgegnest Du, dass man nur noch nicht lange genug gesucht habe und im übrigen die böse Sozialisation schuld sei.
    5. Ich entlegener daraufhin, dass es an der bösen Sozialisation nicht liegen könne, da in allen künstlerischen Bereichen das Frau/Mann-Verhältnis absolut ausgeglichen ist, das, was im Jazz weniger ist, ist bsp. in anderen Bereichen mehr. Ich nenne dazu Zahlen aus deinem Link vor 7 Seiten.
    5. Jetzt kommst du wieder mit diesem Link und erklärt, ja weiß eigentlich genau ? Nein, du erklärst gar nicht, sondern stellst nur kryptische Fragen, deren Sinn im dunkel bleiben.
    6. Im übrigen kommst Du auf den Unterschied E- und U-Musik zu sprechen und weist darauf hin, dass es im E-Bereich ja schließlich besser sei. Wenn jetzt alle anderen Dir versuchen klar zumachen, dass es im E-bereich auch bessere Jobs gibt und Frauen wohl - da sie der Familienplanung etwas aktiver gegenüber stehen als Männer - sich mehr nach finanziellen Dingen ausrichten bei der Berufswahl, kommt Du mit irgendwelchen Quellen, die was genau eigentlich belegen sollen ?


    Und bei dem ganzen Hin und her hast Du immer noch nicht die Frage beantwortet, warum es ein Zeichen des Gleichstellung sein soll, wenn Frauen einen Beruf ergreifen sollen, der mehr als Hartz IV nicht abwirft. ich weiß nicht, ob Du von Beruf Sohn bist oder Kinder hast, aber für viele Menschen ist die Vorstellung, von ihrem Beruf leben zu müssen und danach die Berufswahl zu treffen, ein durchaus logischer Gedankengang.


    PS: Apropos Signalwirkung:


    Du gehst davon aus, dass Frauen einen Studiengang wählen, weil eine Professorin mehr an der Uni ist ? Du bist also wirklich der Meinung, dass - dann ja auch umgekehrt - ein Junge deshalb Jazz studiert, weil da männliche Professoren sind ? Ich halte dies Einstellung, gelinde gesagt, für kompletten Schwachsinn. Zumal man/frau die Professoren ja auch erst kennenlernt, NACHDEM man sich für den Studiengang entschieden hat.
    Und selbst da wär ja wohl zu unterscheiden: Wenn ein guter Musiker an einer Uni ist, gehe ich wegen dem da hin, nicht, weil ein Professor männlich oder weiblich ist.
    Aber ich überlege grade: Wenn Bonham, Gadd und Codeland also Frauen gewesen wäre, würde ich jetzt Blockflöte spielen. Da muss ich glatt mal drüber nachdenken.

    Es ist nicht nötig festzustellen ob im Jazz Frauen strukturell diskriminiert werden. Es reicht völlig aus einfach mehr Frauen in den genannten Bereichen haben zu wollen, um es zu fordern.


    Aha. na, jetzt ist die Katze ja endlich aus dem Sack. War ja 'ne schwere Geburt:
    "Ich will das einfach so".
    Okay, kann man ja so fordern. Aber dann auch bitte so sagen und nicht mit dem Scheinargumente "Diskriminierung" einen auf Tränendrüse machen und scheinbar sachliche Diskussionen führen wollen.
    Ach so, ich vergaß, wenn mann/frau es so formuliert, gibts ja keine Fördergelder.


    Man gibt auch reichlich Kohle für naturwissenschaftlichen Unterricht aus, obwohl man weiß, daß nur eine unterdurchschnittliche Anzahl der unterrichteten Mädchen sich letztendlich für einen Job in diesem Bereich entscheidet. Koedukation in diesen Bereich deswegen ein Fehler? Jede Frau die sich trotz Talent gegen eine berufliche Karriere entscheidet, steht damit im jeweiligen Bereich ja auch nicht mehr zur Verfügung. Im Kulturbereich nachvollziehbar eine Schwächung. In der Wissenschaft auch


    Ein Fehler ? Keine Ahnung, aber sinnvoll angelegtes scheint Geld scheint es ja jedenfalls nicht sein. Und da der Staat kein eigenes Geld hat, sondern immer nur das Geld der Steuerzahler, halte ich es für legitim, über den Verwendungszweck nach sachlich-logischen Gesichtspunkten nachzudenken, anstatt einfachen Forderungen "Ich will das einfach so" nachzugeben, oder ? Alles andere hätte dann doch irgendwie den Anstrich einer Willkür-Herrschaft.


    By the way: Wieso ist es eine Schwächung, wenn keine Frau "im jeweiligen Bereich" zur Verfügung steht ? Dann macht es doch ein Mann. Oder ist ein Mann weniger wert ? Das wäre ja die einzige Erklärung für Deine Ansicht. Interessant.


    Was hier zum Pay Gap geschrieben wird.Alle Achtung, ihr Experten. Falsche Berufswahl also. Wer entscheidet denn über die Gehaltshöhe in den entsprechenden Berufsbereichen, die von Frauen dominiert werden. Mit Arbeitsplatz- und Tätigkeitsbeschreibungen und deren tarifrechtliche Auswirkungen kennt sich Frau Klopfer ja aus. Da herrscht natürlich absolute Fairness, sagt Sie.


    Jetzt wird's bunt: Du gibst also zu, dass es keinen Pay Gap gibt, meinst aber, da es ja trotzdem ungerecht sei, weil die bösen Männer (oder die böse Gesellschaft, oder aber ... ja, wer eigentlich ?) über die schlechte Bezahlung in den "weiblichen" Berufen entscheiden ?


    Die Frage ein völlig anderes Spielfeld. Ob eine Krankenschwester genauso viel verdienen soll, wie ein BauIngenieur, ist eine völlig andere Frage, als die, dass Frauen als Krankenschwester angeblich weniger verdient als Krankenpfleger (was tariflich bereit unmöglich ist). Die erste Frage kann man gerne diskutieren, interessante Nummer, bin gespannt, da mal sinniges zu hören.
    Thema: "Es ist ungerecht, dass eine Putzfrau weniger verdient als ein Auto,Physiker". Das stell ich mir wirklich spannend vor.


    Weitere Quellen kann man sich hier wohl sparen. Wer nur nach eigener Bestätigung sucht, findet gar noch eine zweite mit 500 Millionen dotierte Genderprofessur.


    Naja, drumrum und Du müßt euch endlich mal einig werden, der eine will Quellen, wenn welche kommen, sinds angeblich wieder die falschen. So malt man sich die Welt, wie sie einem gefällt. So wird das nix.


    Im übrigen: "Such mal auf Russia Today. Da gibt es noch mehr."
    Wirklich ? Frappierende bestehende Argumentationslogik. Ich muss schon sagen. Einfach bestechend. Bin beeindruckt.

    @Morello:
    Drumrum liest halt seine Links nicht. Genau wie er das Gender-Pamphlet nicht richtig gelesen hat (so seine eigenen Worte).
    Diese Zahlen hatte ich exakt so in meinem Post 122 übernommen. Da fand sie drumrumköln noch irgendwie doof. Jetzt verlinkt er sie selber.


    drumrum:


    Zu Deinen konkreten Fragen:


    - Den Nachwuchswettberb im U-Bereich gibt es seit 10 Jahren, so Deine eigenen links. Und was soll uns das jetzt sagen ? Oder hast du den Link, datierend aus dem Jahr 2010, noch gar nicht gelesen ?


    - Ich sprach im übrigen nicht von der Studie, sondern von dem Gender-Pamphlet, welches Gegenstand des Ausgangsthreads ist. Lesen hilft.


    - Dass die Jazzstudie im übrigen entgegen den Behauptungen des Pamphlets - sogar ausdrücklich - keine Diskriminierung nachweist, hatte ich als Erster hier im Thread ausgeführt (Guten Morgen nach Köln, ausgeschlafen ?). Das war ja Anlass der Kritik am Pamphlet, welches Du ja so klasse fandest: Dieses hatte suggeriert, dass sich Diskriminierung aus der Studie ergäbe, was nunmal nicht der Fall ist (und deshalb auch nicht als Krücke für im Pamphlet geforderte Fördermaßnahmen taugen kann - die Du aber wiederum ja befürwortest).


    Wenn Du jetzt selber auf diesen Umstand hinweist, wo Du am Anfang das alles so vehement verteidigt hast, wirds allmählich wirklich lächerlich.


    Steig ab, totes Pferd ist tot.



    See

    drumrumköln:


    Exakt die Zahlen aus Deinem link habe ich bereits in meinem Post Nr. 122 (Seite 7) übernommen und ausgewertet. Die Zahlen hatte ich nämlich aus diesem Link.


    Seinerzeit war Dir meine Antwort zu „vehement“ und zu detailverliebt und bist inhaltlich in keiner Weise darauf eingegangen.


    Nun kommst Du mit exakt diesem Link hier schon das zweite Mal mal um die Ecke und stellst erneut nur kryptische Fragen in den Raum, ohne inhaltlich in irgendeiner Weise produktiv zu sein.


    Fassen wir die Diskussion mal bis hier zusammen:
    - Diskrimierung liegt nicht vor.
    - Musikalische Sozialisation der Mädels ist bestens, daran liegt’s auch nicht.
    - Warum Frauen überhaupt in den unlukraziven Jazzbereich wechseln sollen, steht ebenfalls in den Sternen und weiß kein Mensch.
    Einen wirtschaftlichen existentiellen Grund für irgendwelche Geleichstellungen gibt es also nicht.


    Was bleibt ?


    Ein Gender-Pamphlet, was Objektiv Unwahrheiten verbreitet.
    JazzmusikerInnen, die ganz gerne Fördermittel hätten.


    Achja: und Forumsteilnehmer, die sachliche Diskussionen ad absurdum führen und kein Ende finden, weil es so schön ist, einem „Gefühl“ nachzugehen.

    @ Dani:
    Ja, es gibt offensichtlich Unterschiede zwischen Hobby und Berufsmusiker.


    Die Musikschulen haben mehr Mädchen als Jungs. Und die letzten Jahre waren Mädchen in Nachwuchswettbewerben in der Überzahl. An der Sozialisations liegt’s daher nicht. Da auch in allen anderen musischen und musikalischen Bereichen später im Studium die Anzahl der Frauen im Schnitt ausgeglichen ist, beschränkt sich das Kernproblem Auf Frauen im Jazz auf den Übergang ins Berufsleben.


    Wobei man zunächst überhaupt erklären sollte, warum es bedauerlich sein soll, dass FrAuen nicht in ein Beruf einsteigen, wo man seinen Lebensuntrhalt eh nicht bestreiten kann. Die Frage wurde von mir und anderen jetzt schon mehrfach gestellt, bislang ohne Antwort.
    Es ist jedenfalls an Absurdität schwer zu überbieten, dass unter der Fahne der Disriminierung und Gleichstellung ins Felde gezogen wird für eine berufliche Stellung, die in Hartz IV führt.


    Jedenfalls scheint es nunmal so zu sein, dass Frauen besser rechnen können oder aber die Sicherung der Lebensstellung größere Bedueutung zukommt als Männern. Das ist im Hinblick auf eine spätere Familiengründung nunmal nicht unbedeutend. Frauen sind da näher am Ball, sozusagen. Diese Gedankengänge sind - die Zahlen belegen es - Realität, auch wenn Gender-Träumer das gerne anders hätten, weil es nicht in die Ideoligie passt. (By the way: ironischer Weise ist exakt DAS Diskriminierung).


    Aber das hatten wir alles auch schon vor Seiten festgestellt, die Diskussion dreht sich im Kreis, die Fakten liegen offen auf dem Tisch. Nur die Antworten behagen einigen halt nicht. Deswegen wird weiterdiskutiert, „man wird schon was finden“.


    Die Diskussion hier ist ein 1:1-Abbild mit der Diskussion im realen Leben: Das ganze Gender-Gerede nimmt sich auch in diesem Fall aus als Beschäftigungstherapie (Inder Diskussion) bzw als Geldbeschaffungs-Maschinerie (in der Realität).

    „Öfters“ ist wohl die Untertreibung des Jahrhunderts.


    Aber in der Tat einer der grauen Eminenzen des Drum-Business. letztens habe ich erst das gesamte Ausmaß seines Schaffens mitbekommen. Der hat so gut wie jeden dritten Top Ten Hit in den Sechzigern und siebziger Jahren ein getrommelt.


    RIP.

    Vielleicht zur Klärung:


    Die verlinkte Live-Version ist ganz klar 4/4tel ohne jedwede Frage. Die Gitarre ist zwar dominant, aber dass die auf 4+ betont, ist klar zu hören.


    Die Studioversion dagegen ist tatsächlich zunächst etwas verwirrend, weil das Stück quasi auf 4+ beginnt mit der Gitarre, man gefühlt das aber als 1 wahrnimmt, weil vorher nichts ist, kein Einzähler, kein Hihat, kein Click, nichts. Dementsprechend zählt man die 4 ab da und hinten raus beim Einsatz der Drums kommt die Trommelabteilung dann gefühlt um ein 8tel versetzt.
    Ist aber nicht. Der Anfang ist ist die 4+ des fiktiven ersten Takts: ein klassischer Auftakt.



    Wenn Du nun, so wie Du es ja getan hast, diese Studie auf Anzeichen für "Diskriminierung" untersuchst, hast Du Dir dazu leider die falsche Quelle ausgesucht.
    Denn es war ja gar nicht Zielsetzung, hier irgendwelche Punkte in Sachen Diskriminierung herauszuarbeiten. Eine Studie kann sich ja immer nur auf bestimmass uns doch bitte zunächst bei diesem Punkt bleiben, sonst "verzettelt" sich wieder alles.


    Sorry, drumrum, eventuell bist du der größte Troll, der rumläuft, oder es reicht schlichtweg intellektuell nicht.


    Ich/Wir haben uns die falsche Quelle ausgesucht ? Sag mal,gehts noch ?


    Deine Gender-Pamphlet verweist doch auf die Studie unter der Behauptung, es gäbe Diskrimierung von Frauen im JazzBereich.


    Und wenn man dann das Pamphlet und der Vollständigkeit halber auch die Studie darauf untersucht, ob darin ein Diskriminierungsaspekt steckt und zu einem negativen Ergebnis kommt, dann erzählt Du etwas davon, dass man ja eh am falschen Ort gesucht hat ? Ich glaube, es hackt. Willst Du mich/uns hier vera....en ?


    Ich versuchs nochmal ganz langsam zum mitschreiben, weil ich derartiges Getrolle selten in einem Forum erlebt habe, und in diesem ohnehin nicht:


    1) Das "Gender Pamphlet" - und Du - behaupten Diskriminierung von Frauen im JazzMusik.


    2) Das "GenderPamphlet" gibt aber keinen einzigen Nachweis; keinen Beweis: Es wird lediglich eine Zahlenquote der Jazzstudie genannt. Ansonsten wird etwas von ominösen "gesellschaftlichen Barrieren" geredet.


    3) Du weiß auch nichts Sinniges zu berichten, außer Deinem Geistesblitz, man müsste nur lange genug suchen, dann würde man auch was finden (bei dem Satz müsste man ohnehin mal die Frage stellen, und wurde ja auch schon gestellt, ob noch alles klar ist bei Euch in Köln)


    3) Daraufhin wird die Jazzstudie untersucht. Es wird festgestellt, dass das nicht stimmt. Die Studie enthält zwar tendenziöse invalide Daten, stellt aber selber sogar ausdrücklich fest, dass es keinen Hinweis auf Diskriminierung gäbe.


    4) Da also weder die Studie, noch das Gender-Pamphlet, noch Du, irgendeinen haltbaren Nachweis oder Hinweis für Diskriminierung darlegen können (alle anderen Indizien sprechen im übrigen sogar GEGEN eine Diskriminierung) kann die Diskriminierung verneint werden. Es gibt sie schlichtweg nicht.


    Darauf antwortest Du trotz mehrfacher Fragen nicht, windest Dich wie ein Aal, faselst was von prozentuellen Verteilungen und Statistiken, die schon längst abgefrühstückt wurden und schon längst keine Rolle mehr in dieser Diskussion spielen und kommst halt mit Deinem Nobel-Preis-verdächtigen Gedanken: "Wer suchet, der wird finden".


    In finde dein Verhalten hier gemessen an deinen hochnäsigen Beleidigungen, die Du hier schon rausgehauen hast, allmählich respektlos gegenüber allen, die hier schreiben und lesen.


    Also nochmal die simplen 3 Fragen:


    - Werden Frauen Deiner Meinung nach im JazzBereich diskriminiert ? (Zur intellektuellen Erinnerung: exakt darüber reden wir, da das die Gender-Studie behauptet): Ja oder nein.
    - Wenn ja, wo ist sie, wo ist der Nachweis, wann und wo findet sie statt ?
    - Wenn nein, warum sollte wir dann den Kram fördern und Quotenregelungen einführen ?



    See



    Sag einmal, drumrum, willst Du uns hier alle trollen ?


    Die Zahlen, die in Deinem Link enthalten sind, hatte ich in meinem Post Nr. 122 (auf Seite 7) - mit ganz leichten Abwandlungen, weil andere Quelle - eingehend beleuchtet und festgestellt, dass die vom "Gender-Jazz-Pamphlet" und - von Dir - behauptete Diskrimierung von Frauen im Jazzbereich durch versteckte gesellschaftliche Strukturen bereits deshalb Unsinnig erscheint , weil in allen anderen Bereichen der Kunst allgemein und der Musik insgesamt die Anzahl der Studierenden sehr hoch ist, teilweise eben sogar über 50 % liegt. Exakt das sagen auch die Zahlen in deinem Link aus. Lediglich im Jazzbereich (und Tonmeister und bei Dirigenten) ist die Zahl geringer.


    Aber ein Hinweis auf Diskriminierung ist eben nirgends ersichtlich. Wir hatten daraufhin andere Ursachen genannt, die auf der Hand liegen, bsp. die extreme schlechte Einkommenssituation, die Jazzmusiker erwartet.


    Diesen Beitrag und andere hast du unsachlich abgebügelt und und nun kommt Du Seiten später mit den gleichen Zahlen ? Und willst genau was ? Eine sachliche Diskussion ? Über was genau ? Was ist denn die konkrete Frage ?


    Und Quellen für Gegenthesen braucht hier auch niemand anzubringen: Für welche Behauptung denn ?


    Die vom "GenderJazz-Pamphlet" aufgestellte These, die Du ja für richtig hält, nämlich dass diese geringe Zahl auf Diskriminierung zurückzuführen ist, ist bislang nach wie vor auch nach 10 Seiten des Diskussion in keiner Weise belegt und begründet worden. Soll - um das Bild zu wechseln - jetzt ein Atheist die Nichtexistenz Gottes beweisen, andernfalls wir jetzt einfach mal davon ausgehen, dass es ihn gibt ? Muss man jetzt schon beweisen, dass 2+2 nicht 5 ist ? Was gibt das, wenns fertig ist ?

    Ich habe von Dir kein einziges sachliches Argument gelesen. Das einzige Argument ist Deine ehemaliger Verweis darauf, dass wohl Sozialisation eine Rolle spielen muss. Auch dieser Einwand wurde widerlegt: Die Zahlen aus den Musikschulen und den Preisträgerschaften von Nachwuchswettbewerben sehen sogar Mädchen vorne. Im übrigen müsstest Du dann erklären, warum Mädchen um musischen und musikailschen Bereich sehr wohl gut sozialisiert werden, aber ausgerechnet für die Jazz-Musik Mädchen ein "Bann" auferlegt wird.


    Also über was reden wir hier ?


    Die Ursachen liegen auf der Hand und nennst Du ja - wohl unfreiwillig - bereits selber in deinem Post: In anderen Bereichen ist das Geldverdienen sicherer, bsp. in E-Musik, Frauen ist das Jazz-Gedudel offensichtlich nicht so wichtig, als dass sie dafür ein Leben auf Ebene des wirtschaftlichen Existenzminimums riskieren, diese Versorgermentalität ist mit Rücksicht auf kommende Familiengründungen auch durchaus nachvollziehbar.


    Also beantworte doch einfach mal die simpelsten Fragen, anstatt diese Diskussion hier ad absurdum zu führen:


    - Werden Frauen im Jazzbereich nach Deiner Ansicht diskriminiert ?
    - Wenn ja: Wo, wann, wie bzw. woraus schließt du Das und ist diese Schlussfolgerung logisch ?
    - Können die bewilligten Fördergelder diesen Umstand definitiv beheben ?
    - Wieviele JazzmusikerInnen gibt es nach Bewilligung der Fördergelder in einem Zeitraum von 5 Jahren ?


    Wenn ich über Fördergelder zu bestimmen hätte, wären das die 4 klitze-kleinen Fragen, die ich beantwortet haben wollte, mindestens aber die ersten beiden. Wir diskutieren 10 Seiten, ich habe auf keine dieser Fragen jemals hier von Dir eine Antwort gelesen.


    Wenn sachliche Diskussion, bitte schön, vielleicht klappts ja diesmal !


    Naja, ich kann ja verstehen, dass man beim Rückzug rhetorische Haken schlägt, aber sorry, das war nun wirklich die schwächste aller möglichen Antworten:


    1. "Vehemenz" ?
    Ich bin eigentlich ein gänzlich unvehementer Mensch und hatte diesem Gender-Pamphlet zunächst auch lediglich nur ein Satz gewidmet. Als dann von Dir "Ignoranz " und andere "Sachlichkeiten" ins Felde geführt wurden, war aber mein sportlicher Ehrgeiz dann doch geweckt.


    Im übrigen: "desinteressierte Gestrige", "Ignoranz", "keine ernsthafte Diskussion", "kein Platz für Offenheit": das sind alles Deine Worte: Von daher: Wer ist hier "vehement ?"


    Der sachliche Beitrag der Diskussion von Dir besteht im übrigen nur in 3 Dingen:


    Ausgehend von einer bloßen Zahl an MusikerInnen und ProfessorInnen wird - wie in dem Gender-Pamphlet" - eine Schlussfolgerung gezogen bzw. eine Begründung behauptet, die in ihrer Logik so frappierend ist wie die Schlussfolgerung, dass die Butter auf meinem Toastbrot deshalb schmilzt, weil der Kaffe so heiß ist.


    Im übrigen ist Dein geäußerter Einwand, dass es ja schließlich nicht um eine Quotenregelung ginge, nachweislich falsch:
    Doch. Genau darum geht. Das wird in dem Gender-Pamphlet mehrfach gefordert. Und ist auch Inhalt des ProfessorInnen-Programm.


    Und auch Deine Mutmaßung, dass hier verborgene "Sozialisation-Gründe" Ursache sein müssten, ist nachweislich falsch:
    Wie aufgezeigt: Die Mehrheit der Schüler in Musikschulen sind Mädchen (das sagt das Pamphlet selber) und Mehrheit der Preisträgerin bei "Jugend musiziert" waren ebenfalls Mädchen. Sozialisation kann man als Ursache daher ausschließen.


    2. Im übrigen: "verschwindend kleine Geringfügigkeit" ?


    Wirklich ? Ich kenne nun Deine Einkommensverhältnisse nicht, aber ich würde sagen: Wie mans nimmt:


    Alleine dieses von Dir erwähnte "Professor-Innen-Programm" verschlingt sage und schreibe die "Geringfügigkeit" von 500 Millionen Euro, d.h. eine halbe Milliarde Euro :!: Und das ist in Sachen Frauenförderung nur ein Teil-Programm. Da muss ein TubaBläser*in lange für blasen - um im Bild zu bleiben.
    https://www.bmbf.de/de/das-professorinnenprogramm-236.html


    Und am Ende ist es ja so: Da gibt es keine einzige Jazzmusikerin zusätzlich und die Jazzmusiker*Innen verdienen immer noch 12.500 € jährlich im Schnitt. Aber die 500 Millionen, die sind weg, bzw. haben andere in ihren Taschen.


    3. Und "Interpretation" ?
    Nein. Das ist keine Frage der Interpretation: 2 + 2 ist 4.
    Und 5 ist nicht 4.
    5 ist auch keine Meinung, und auch keine "Interpretation": 5 ist Schwachsinn. (Im schlimmsten Fall sogar eine Lüge).


    (Und wer 5 für eine "Interpretation" von 4 hält, sollte sich nochmal "1984" zu Gemüte führen, da wird dem armen Winston genau erklärt, was auf Dauer passiert, wenn 5 eine "Interpretation" von 4 ist).


    Im übrigen: "Schlussplädoyer ?"
    Nein. Das war die Beweisaufnahme.


    In diesem Sinne
    See

    Nun gut, da mir ja Ignoranz vorgeworfen wird, will ich den Vorwurf mal nicht auf mir sitzen lassen und habe mir mal sowohl “Gender-Jazz-Aufruf“ und „Jazzstudie2016“ mal etwas genauer angesehen:


    Ich nehme das Ergebnis vorweg: dieses „Frauen im Jazz-Pamphlet“ ist der absolute Schwachsinn, ein Musterbeispiel, wie mit Unwahrheiten und Halbwahrheiten - Hand-in-Hand einhergehend mit dem üblichen Mainstream-Gender-Unsinn -fortwährend Märchenstunden aufgetischt werden, die einfach politisch gewollt sind, mit Vernunft oder Logik und Wissenschaft nicht das Geringste zu tun haben.
    Wird ein längerer Text: denen, die durchhalten, kann ich aber auch Lustiges und viel Absurdes versprechen. Okay, aber ganz langsam immer der Reihe nach.


    I. „Gender-Jazz-Pamphlet“


    Okay, was ist Ausgangspunkt des Threads:
    Nun, die Damen und Herren „Jazzmusiker*Innen, die diesen Aufruf unterschrieben haben, wollen entdeckt haben, dass die „Jazzstudie 2016“ zu dem Ergebnis gekommen sei, dass von allen Jazzmusikern 80 % Männer sind, aber nur 20 % Frauen. Der Jazzbereich sei daher - neben vielen anderen - ein weiterer Fall der „Chancenungleichheit“ und der „Diskriminierung“, es gäbe – wie überall – auch im Jazz „strukturell Barrieren, die der Chancengleichheit entgegenstehen“, diese müssten unbedingt abgebaut werden durch eine „Quoteregelung“ und entsprechende umfangreiche Förderprogramme.
    Soweit der Kurz-Inhalt des Pamphlets. Bevor wir das Pamphlet bewerten, macht es sicherlich Sinn, sich zunächst einmal die Studie selbst anzusehen.


    II. „Jazzstudie2016“

    1. Allgemeines
    Die Studie ist relativ einfach und knapp wiedergegeben:
    Es wurde im Jahre 2015 für 4 Wochen ein Online-Fragebogen ins Netz gestellt, den rund 1800 Menschen beantworteten, die sich selbst als Jazzmusiker bezeichnen. Zudem wurden noch ca. 10 Telefoninterviews gemacht.
    Insgesamt kam man zu folgenden Ergebnissen: In Deutschland gibt es rund 4.500 Jazzmusiker (die Zahl stammt von der Künstlersozialkasse), die finanzielle Situation von Jazzmusiker sei „prekär“, 68 % verdienen im Schnitt nicht mehr als 12.500 € im Jahr, fast alle haben über die KSK eine Krankenversicherung, aber so gut wie jedem droht Altersarmut. Im übrigen sei die Geschlechter-Verteilung im Jazzbereich 80 % der Männer und 20 % Frauen, gleichzeitig wird aber ausdrücklich festgestellt, dass sich keinerlei Hinweise darauf ergeben, dass weibliche Jazzmusiker finanziell nachteilig im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen behandelt werden, weder was einzelne Gagen angeht, noch was die Jahresverdienste betrifft.


    Alles eigentlich kein rechte aufsehenerregende Ergebnisse, wenn man mal von der sensationellen Erkenntnis absieht, dass es unter Jazzmusikern offensichtlich keine weiblichen Tuba-Bläser gibt, sodass man sich schon fragt, warum dafür Geld ausgegeben wurde. Naja, seis drum.

    2. Verhältnis Männer Frauen 80/20 – Wirklich ?

    Interessant wird es aber, wenn man sich im Zusammenhang mit diesem Gender-Pamphlet die Studie im Hinblick auf diese Kernaussage etwas genauer ansieht:
    Die 80/20-Aussage findet sich auf dem ersten Schaubild der Studie in den größten Lettern, es gibt keine Aussage in dem Gutachten, welches Größer und fetter geschrieben ist.
    Hm. Sollte man meinen, dann bin ich mal gespannt, was denn da nun kommt:


    Und was muss man feststellen ? So gut wie nichts ! Die Studie umfasst 84 Seiten, in lediglich 3 (!!!) Zeilen wird diese 80/20-Behauptung mehr oder weniger lakonisch und en passant festgestellt. Es fehlt sogar jegliche Quellenangabe.
    Nun gut, man würde meinen, die haben die Zahlen von der Künstlersozialkasse, die haben ja die Geschlechter-Verteilung im Datensatz: aber gepfiffen !


    Wenn man ganz genau sich das neben den 3 Zeilen befindliche Diagramm ansieht, steht da: N=1707. Und das bedeutet, dass die nicht die Zahlen der KSK zur Grundlage genommen haben, auch nicht die Zahlen der Studierenden, sondern einfach die ausgefüllten Online-Fragebögen, in denen das Geschlecht angegeben wurden.


    Klartext: Aus der mehr oder weniger zufälligen Geschlechter-Verteilung der ausgefüllten Fragebögen machen die Macher der Studie einfach mal die Aussage: 80 % aller Jazzmusiker in Deutschland sind Männer.
    Man muss nun Statistik nicht bis zum letzten Semester studiert haben, um feststellen zu können, dass das schlichtweg der absolute Schwachsinn ist.


    Und weiter: Es stellt sich natürlich die Frage, warum werden denn nicht-belastbaren Zahlen unzulässiger Weise verwertet, während ja bei der KSK ganz verlässliche Zahlen für lau zur Verfügung stünden ?


    Fazit: Die Studie macht auf mit einer reißerischen 80/20-Feststellung und bei näherer Betrachtung stellt sich raus, dass einfach mal die Geschlechter-Verteilung der Online-Fragebögen in die Aussage „80 % alles Jazzmusiker in Deutschland sind Männer“ umgemünzt wird. Und andere valide Daten wurden nicht verwertet.


    Nun will ich gar nicht in Frage stellen, dass es – auch nach meinem Eindruck – mehr männliche Jazzmusiker gibt als weibliche, sehr wahrscheinlich ist das sogar so, genauso wie es mehr Black-Metaller gibt als MetallerInnen.
    Aber die Studie an sich ist bereits statistisch-wissenschaftlich ein Voll-Flop.

    III. „Gender – Pamphlet: „Diskrimierung !“


    Nun aber auf zum eigentlichen Gender-Pamphlet, meinem neuen Liebling in Sachen Märchenstunde.

    1. Ausmaß des Problems: Die Geißel der Menschheit


    Das Pamphlet ist deutlich bemüht ist, die 20%-ige Verteilung auf Frauen als nachhaltiges Problem dazustellen, da ist von Diskriminierung, von bösen gesellschaftlichen Barrieren die Rede und von einer Menge Geld, was in die Hand genommen werden muss, um diesen bösen Mächten Einhalt zu gebieten.


    Bei solchen Dingen lohnt es sich immer, zunächst ein paar Relationen anzustellen, um ein Gespür dafür zu bekommen, wie relevant das angeblich so drängende gesellschaftliche Problem wirklich ist.


    Es geht also um rund 4500 Jazzmusiker, von denen 30 % mehr Frauen und weniger Männer sein müssten. Wir reden also über eine Personenzahl von (30 % x 4.500 =) 1.350 Personen. Das sind bei 82 Millionen Bürgern 0,001 % der Bevölkerung.

    Um weiterhin die Relationen dieses gesellschaftlichen Problems zu erkennen, vielleicht zusätzlich ein paar Vergleichszahlen zu den rund 4.500 Jazzmusikern:
    Der deutsche Alpen-Verein hat rund 1 Million Mitglieder, der deutsche Karate-Verband rund 150.000, die Vereine der deutschen Numismatiker (Münzsammler) kommen auf ungefähr 35.000.
    Dies alles zunächst einmal wertfrei, um die Dimensionen klarzumachen.


    2. Das Problem ! ....... Problem ? Wo ?
    Okay, wenden wir uns nun dem angeblichen Problem selbst zu. Also 80 &% der Jazzmusiker sind Männer, nur 20 % Frauen.


    Splendid. Und nun ? Wo ist das Problem ?


    Haben wir ein Problem damit, dass 99,99 % der Beschäftigten in der Müllabfuhr Männer sind ? Haben wir ein Problem, dass 99,99 % der Beschäftigten in der Baubranche Männer sind ? Haben wir ein Problem, dass 97 % der im Krankenhaus Beschäftigten Frauen sind, dass 89 % der Kindergärtner Frauen sind ?
    Nein, all das ist kein Problem. Seltsam. Warum dann hier ?


    Und stimmt es denn überhaupt, dass Frauen im Musikbereich generell unterrepräsentiert sind – wie ja das Pamphlet suggeriert ?


    Im Berufsbereich der bildenden Künste nehmen Frauen generell ansonsten nämlich immer in etwa die Hälfte der Teilnehmer aus:
    Der Anteil der weiblichen Musikstudentinnen lag in den letzten 20 Jahren bei 47 %, im Bereich Kunst bei 79 %, im Bereich der bildenden Künste bei 55 %, im Bereich der darstellenden Künste 62 %, über 50 % der Gewinner von „Jugend musiziert“ sind übrigens Mädchen. Oder sollen wir uns tatsächlich daran stören, dass bei Tuba-Bläsern die Frauenquote exakt „0“ beträgt ? (so die Studie)


    Wo also ist das verdammte Problem ?
    Männer und Frauen sind gleich. Ob da irgendwo eine Frau oder ein Mann seine Skalen in die Tasten drischt oder in die Seiten klampft, ist doch vollkommen wumpe.


    3. Das eigentliche Problem


    Ein Problem gäbe es erst und nur dann, wenn die 20 % - Quote seine Ursache tatsächlich in einer Diskriminierung hätte. DAS wäre tatsächlich ein Problem.
    Und exakt das behauptet ja auch das Pamphlet.


    Das wahre Problem: Weder die Studie, noch das Pamphlet bringen aber irgendeinen Beweis, irgendein Indiz oder einen sonstigen Hinweis darauf, das hier Diskriminierung am Werke ist.


    Ganz im Gegenteil:
    Die Studie weist eindeutig aus, dass jedenfalls keine finanzielle Diskriminierung vorliegt, kein Gender-Pay-Gap.
    Und auch das Pamphlet selbst führt ja aus, dass über 50 % der Musikschul-Teilnehmer Mädchen sind, dunkle gesellschaftliche Erziehungs-Mächte, die die armen Mädchen von jazzigen Musizieren abhalten, sind daher auch nicht gegeben. Wiewohl man sich ja die Frage stellen müsste, wie die böse Gesellschaft diese Barrieren gegen Frauen errichten kann, wenn 50 % der Gesellschaft ja selber Frauen sind.


    Also wo ist die Diskriminierung ?


    Auch die angeblichen „strukturellen Barrieren“ bleiben ominös und werden nicht beim Namen genannt. Dabei müssten es unsere JazzmuskerInnen vom Fach ja am besten wissen. Aber nichts. Keine Erklärung, kein Hinweis, keine Inhalt, nichts konkretes.


    Dabei ist zugleich natürlich hoch interessant, wer die Klage der Diskriminierung führt. Die Jazzmusker*innen selbst. Die JazzMusiker*innen beklagten also, dass es zu wenig Jazzmusikerinnen gibt.
    Bin ich der einzige, der das extrem witzig findet ? Das ist so, als wenn eine Fussballmannschaft sich beim Publikum beschwert, dass sie ständig verliert.


    Fazit: Es gibt keinen einzigen Beweis, kein Indiz und keinen einzigen Hinweis darauf, dass diese – ohnehin einfach mal behaupteten - 80/20-Zahlen in irgendeiner Weise einer Benachteiligung von Frauen entspringt. Die angebliche Diskriminierung wird lediglich behauptet, gemutmaßt, ins Blaue hinein, ohne jeglichen wissenschaftlichen oder faktischen Befund. Thats it.


    (Das Prinzip, was hier angewandt wird, ist das Gleiche wie beim angeblichen Gender-Pay-Gap: Die Aussage, Frauen würden für die gleiche Arbeit rund 20 % weniger als Männer verdienen, ist schlichtweg objektiv falsch. Es ist so falsch, dass das Bundesministerium diese Aussage vor Jahren sogar von der Homepage nehmen musste. Richtig ist, das Frauen im Schnitt 20 % weniger verdienen, das liegt aber daran, dass sie - im Schnitt - weniger arbeiten)


    V.Tatsächliche Ursachen
    Dabei liegen andere Ursachen natürlich viel eher auf der Hand (mit denen kann aber kein Geld verdienen und keine Stimmung machen):


    - Finanzielle: Vielleicht wollen Frauen sich nicht fürs Existenzminim abplagen. Wie ohnehin gefragt werden muss: Warum wird gefordert, dass Frauen in Jobs gehen, die kaum zum Existenzminimum reichen und am Ende in Altersarmut münden ? Was ist das für eine seltsame Gleichberechtigungsaktion ?


    - Lebensumstände: Der Arbeitstag eines Berufs-Jazz-Musikers ist nicht grade Familientauglich und gesund. Vielleicht haben Frauen auch keine Lust auf nasse Kelleräume, in den stundenlang die Skalen geübt werden


    - Partnerwahl: Vielleicht sehen Sie in Sachen Partnerwahl die Jazzmusik nicht als das richtige Umfeld: Wenn man irgendwann heiraten will und eine Familie gründen will, muss man entsprechende Menschen/Männer kennenlernen. Wenn man da ständig mit finanziell abgewrackten Typen abhängt, wird das nicht so recht gelingen.


    - Hormone: Vielleicht wollen deutlich weniger Frauen sich bsp. Auf Bühnen exponieren als Männer. Testoreron ist das Stichwort (siehe unten links)


    - Geschmack: Vielleicht mögen Frauen Musik mit Stimme eher als abstrakte Instrumentalmusik. Die Gesangsverteilung auf Frauen mit 86 % legt das zumindest sehr nahe. Und auch in meinem Umfeld: 90 % alle befragten Frauen empfinden Musik mit Stimme besser als reine Instrumentaldudelei. By the way: kennt jemand mehr als eine Frau, die Zappa mag ?


    - Neigung: Auch wenn es Sozialisations-Künstlern zuwider ist: Frauen und Männer haben unterschiedliche Neigungen, weltweit, kulturübergreifend. Wenn Frauen es sich finanziell leisten können, wählen sie entsprechende „weiblichere“ Berufe aus. Im Kern bedeutet das, dass je höher der Grad der Gleichberechtigung, desto mehr prägen sich alte Rollenbilder wieder aus, das sogenannte Gleichstellungsparadoxon (link sieh unten)


    VI. Das Motiv
    Stellt sich abschließend nur noch die Frage, was eigentlich Motiv ist für einen derartigen Mummenschanz.


    Hier gibt es nur 3 möglich Motive: Entweder ist jemand ideologisch derart vernagelt, dass er entgegen jeglicher Logik und Vernunft einfach Dinge glaubt, die es gar nicht gibt, oder aber er plappert einfach nur das nach, was die Mainstream-Mehrheit so als Wahrheit ausgibt, oder aber – und das Motiv liegt auf der Hand, es geht um: Geld.


    Denn was direkt ins Auge fällt, wenn man dieses Pamphlet liest: An jeder Ecke werden Förderungelder gefordert.
    Und so schließt sich der Kreis endgültig: Wie jeder Unsinn, der in den letzten Jahren unsere Gesellschaft heimsucht, braucht es eine Sau, die durchs Dorf getrieben werden muss, wobei es auf die Sau nicht ankommt, Hauptsache, man kann unter ihr ein ganz anderes Tier verstecken: Den Goldesel.


    Denn eins steht sonnenklar fest: Mit Jazz bekommt man angesichts zunehmend klammer Kassen kein Geld, keine Fördergelder, man braucht einen anderen förderungsfähigen Stempel, dem man der verkleideten Goldesel aufdrücken kann und der heißt nunmal: Frauenförderung.


    Mit dem Stempel bekommt man Gelder, von denen man sonst nur zu träumen wagt. Frauenförderung zieht immer.
    Uns so liest sich das ganze Pamphlet sodenn auch als Versuch, Geld zu drucken: Unter dem Deckmantel einer einfach mal ins Blaue hinein behaupteten Diskriminierung werden Fördergelder gefordert. Diese Fördergelder gehen natürlich dann nicht an die Jazzmusiker selbst, das wissen wir: Fördervereine, Fördergremien, Posten, Pöstchen, weitere Gutachten, Expertisen, Empfänge, Arbeitskreise, und und und und sind dann da und halten die Hand auf. Die JazzmusikerInnen selber sehen davon nicht einen Cent. Wieberhaupt die frage wäre, ob es dadurch mehr Jazzmuckerinnen gäbe, wenn es mehr Musik-Professorinnen gäbe. Glaubt das ernsthaft jemand ?


    FAZIT des GANZEN: Eine Studie arbeitet mit nicht belastbaren Zahlen, diese werden in einem Gender-Pamphlet einfach mal hergenommen und hieraus ein Diskrimierung-Märchen herbeiphantasiert, um dadurch möglichst viel Fördergelder zusammenzuklauben, die an anderer Stelle andere Menschen mühsam erarbeiten müssen. Und so geht es laufend mittlerweile in dieser Gesellschaft (wobei das dann wieder ein anderes Thema wäre)


    Oder anders: Es geht nicht um Musik, nicht um Jazz, auch nicht um Frauen in der Musik oder im Jazz, es geht um Macht, Einfluss ........ und Geld. Thats it. Wie immer. Und deshalb können die Unterzeichnenden sich auch von mir aus ihr frauenbewegtes heuchlerisch-schwülstiges und wahrlich in unfreiwilliger Komik schwerlich zu überbietendes Pamphlet gepflegt an den Hut stecken.


    In diesem Sinne


    See
    heute völlig "unignorant"


    PS: Wer sich zum "Gleichstellungsparadoxon" schlau machen will:
    https://youtu.be/E577jhf25t4 (Original mit engl. Untertiteln)
    https://youtu.be/B1U_sXZtIMU (Dtsch. Vertonung)
    Zur Erläuterung: Nach Ausstrahlung dieses Beitrages musste in Norwegen eine Genderb-Forscherin auswandern und die Fördergelder für Gender-Forschung wurden gestrichen (waren aber vorher auch schon auf der Kippe)


    Wer Interesse daran hat, seine eventuell eingestaubtem Vorstellungen von der absoluten Gleichheit von Mann und Frau einmal zu hinterfragen, dem sei die nachfolgende
    herausragende Kurzreihe der BBC anempfohlen
    https://youtu.be/3dMvJY3FPkc

    Wow!!! Diesmal von mir volle Punktzahl. Sehr geil !


    Dein Drummen gefällt mir immer noch: das ist frisch, druckvoll, hat Biss und Power, aber ist gleichzeitig irgendwie stylisch und „luftig“. Der Drumsound ist zudem passend zum Stil. Das groovt alles hervorragend und kommt gänzlich ohne schlagzeugerische Platitüden aus. Du kreierst so wirklich „Raum“. Tolle Arbeit.


    Und die Musik kickt mich diesmal: nicht so sehr die einzelnen Stücke für sich, aber das ganze Ding ist von vorne bis hinten in einem Rutsch durchhörbar als Einheit. Wirkt etwas wie ein kleines Konzeptalbum und nimmt einen mit auf ne Reise.


    Das ist eine der besten Sachen, die ich in letzter Zeit gehört habe (und dabei ist das normaler Weise gar nicht mal so meine Mücke).
    Bin begeistert !! 5 Sterne !!


    :thumbup:

    Burkie: Kann ich grundsätzlich alles unterschreiben, nur handelt es sich nicht um eine Schülerband in den Anfängen ihres Schaffens:


    Der TS jedenfalls spielt seit ungefähr 14 Jahren Schlagzeug, wenn ich seine übrigen Posts hier im Forum richtig lese. Und der Sänger hört sich auch nicht wie 18 an.


    Auch das ist aber alles letztlich egal: ich sagte ja, es ist in Sachen Gesamtwertung abhängig davon, welche Ansprüche man hat. Drumtechnisch und anderweitig aber ist es, was es ist. Das ist auch nicht schlimm. Musikmachen ist auf jedem Level schön. Aber wenn ich ein Demo in einem Fachforum ins Netz stelle, ist es hilfreicher, berechtigte Kritik zu bekommen, als ein bloßes „alles supi“. Denn Ziel eines Demos ist es ja, Für sich zu werben. Diese Aufnahme mit wackelnden Groove, verstimmten Gitarren und schief singendem Sänger ist aber keine Werbung. Damit wirst du keinen einzigen Gig bekommen, es sei denn, deine Schwester kennt jemanden, der jemanden kennt.

    Habe mir auf Grund der regen-kontroversen Diskussion mir die Sachen mal angehört:


    Abhängig davon, was man erreichen will, fällt die Antwort aus "Alter, echt geil, hat Spaß gemacht, hier haste ein Bier" oder aber "gruselig". Im Ergebnis hilft beides nicht weiter, Lob und Kritik können ja beide gleich unkonstruktiv sein, daher lass ich mal ein Gesamturteil und wir schauen vielleicht in die Details:


    1. Hold the Line


    Drums:
    - Der Groove wackelt an allen Ecken und Enden. Das Timing geht bei 86 los, schaukelt sich dann zwischenzeitlich auf 95 und pegelt sich dann irgendwann am Ende auf rund 93 ein. Bei manchen Stücken könnte man sich vielleicht noch erlauben, aber das ist bei solch einem rockigen Pop-Stück, was eigentlich fast nur vom Groove lebt, das Todesurteil.


    - Du spielst ersichtlich, was Du nicht kannst. Deine BassDrum ist vollkommen übermotiviert und ist extremst unsauber. Dabei spielst du unnötig zuviel: Hör Dir mal die Studioversion an. Poracaro spielt eine relativ simple BassDrum und macht lediglich die Betonungen mit. Die gehen bei Euch wegen der Unsauberkeit aber komplett in die Hose. Oder hör dir Simon Phillips an: Der spielt weniger als Du, warum spielst du mehr als Sir Simon und Porcaro ? (Zu Grunde liegt ein Anfängerfehler: man hört etwas, was man nicht kann und will es trotzdem spielen und behilft sich mit gefudeltem Schnellspielen. So hört es sich dann aber auch leider an.)


    Zudem willst Du die Betonungen auch noch mit der Hihat unterstützen , was ebenfalls misslingt. Die ganze HH bzw, das Ride hampelt notentechnisch irgendwo im Nirwana rum und erzeugt keinerlei Groove.
    Das eiert alles wie ein Wackeldackel auf der Ablage von Opas Oldtimer. Das ist ein Stück zum mitgrooven und mitklatschen, nicht um zu zeigen, dass man Toto spielt.


    Tip und Therapie:
    Einigt euch auf ein Tempo, bei dem alle spielen können, insbesondere du. Dazu musst den Takt erst mal wirklich drin haben. Wählt ein Time, wo du die Triolen auf dem HH/Ride-Begleitung sauber hinbekommst und dazu noch die BassDrum-Betonungen sauber kommen. Auch die anderen Instrumente spielen die Betonungen nicht sauber, Wenn die aber nicht unisono kommen, kann man das Stück vergessen. Das Ding lebt davon. Groove und die Betonungen sind die instrumentalen "Essentials" dieses Stückes. Ihr könnt noch 4 Gitarrensoli in Lichtgeschwindigkeit spielen, wenn die Groove-Essentials nicht kommen, könnt ihr das Stück vergessen. Und beherzige die goldene Regel: "Übe, was Du nicht kannst und spiele, was Du kannst".


    Gitarre:
    Eine Gitarre ist übelst verstimmt oder greift nicht sauber.
    Der SoloGitarrist sollte sich überlegen, was er da macht. Das Solo hört sich an, als wolle er demonstrieren, dass er schneller-höher-weiter spielen kann als alle anderen. Mein Ding ist das nicht. Bei solch Ego-Shows dreh ich mich um und hol mir ein Bier. Aber zugegeben, das ist Geschmackssache. Aber er hört sich ungeheuer angestrengt an, uncool.


    Stimme:
    Okay, ich werde nie verstehen, weshalb man seine ersten Versuche online stellt, wenn die so wichtige Sängerin fehlt. Ich sach mal so: Wenn du was präsentierst, musst du davon überzeugt sein, dass es - zumindest gemessen an dem aktuellen Können - okay ist. Wenn ich weiß, dass der Sänger da oben rumeiert wie ein angeschossener Dompfaff, warte ich bis die Sängerin wieder da ist. Du kannst ja nochmal ne Aufnahme mit der Sängerin reinschieben, wäre interessant zu hören.


    2. Bruno Mars


    - Die Stückauswahl ist ne Katastrophe, weil das deutlich über euren/deinen Fähigkeiten liegt. Das Ding ist in 150 BPM und funktioniert auch nur in hoher, stabiler Geschwindigkeit. Ansonsten funken nämlich die Betonungen nicht recht. Das Ding auf 150 durchzuziehen ist dabei natürlich wirklich ne Aufgabe und sollte man daher auch nur dann machen, wenn das sitzt. Ihr dudelt um die 138, wobei das Makrotime hier noch ganz passabel ist. Aber die entscheidenden Betonungen kommen nicht: dabei spielst du noch die HH-Betonungen richtig, aber um den Preis, den anschließenden Snareschlag zu versägen. So wird jeder Groove im Ansatz beerdigt.


    - Gitarre, Siehe oben: verstimmt.


    - Arrangement: Wieso ihr da endlos einen Halftime-Groove einbaut, will sich nicht verstehen, Es scheint fast so, als müsst ihr Luft holen und braucht ne Pause. Der Half-Time macht so keinen Sinn. Bruno Mars hat das zwar live auch so im Programm, aber lediglich für 2 Schemen kurz vor Schluss, um anschließend durch Umschalten auf den Normal-Groove noch ne Steigerung hinzubekommen, also aus Musikalisch-dynamischen Gründen. Hier ist der HalfTime Selbstzweck, es passiert ja nichts in dem Teil.


    Das wären so meine 5 Cent. Nicht falsch verstehen: Sowas haben alle hier schon mal in ihrem Leben hingelegt und ist zum einen nicht böse gemeint, zum anderen, wie schon gesagt, abhängig vom Anspruch bzw. ob man nur nebenbei etwas rumgurken will oder ambitionierter ist. Dein Spielen lässt aber erahnen, dass du eigentlich zweiteres schon gerne wolltest. Daher: Nochmal das ganze, bis es sitzt. Oder sucht euch Stücke, die euren Fähigkeiten entsprechen.


    PS: Da wird bei Bruno Mars sind, guck Dir mal hier ein Kurzvideo von Mars Drummer Eric Hernadez an. Technisch nichts so besonderes, aber alles, was der da spielt, groovt, ist exakt, auf den Punkt. So muss das. Das ganze Gedudel und Genudel hat beim Song-Spielen nichts zu suchen.
    https://youtu.be/v0NcVlQMViY