Photos können schwer täuschen, daher mal eine erste grobe Einschätzung ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Mein erster Eindruck ist, dass das gesamte Set extrem tief ist. Die Snare-Kante liegt unterhalb der Oberkante des Hockers. Mich wundert, dass Du Dir nicht sowieso ständig auf die Oberschenkel klopfst, wenn Du du nur die Snare spielst. Du sagst ja, Du seiest 193 cm groß. Bei der Größe - und einen normalen Körperbau und damit entsprechenden Oberkörper und Oberarmlänge vorausgesetzt - müsste da nach meinem Geschmack alles viel höher sein.
Zum "Aufbauing" sei Dir mal zunächst eine sehr instruktiver Thread ("How to bau auf") mit gleichem Namen hier im Forum benannt.
Ich selbst empfehle folgende Reihenfolge:
1. Snare:
Das sollte die erste Position sein, die gefunden werden muss. Ich empfehle das so zu machen, wie G. Knudtsen in seiner brillianten Videoreihe: Hier das Video, die Snare Einstellung behandelt er von 0:20 bis 1:20.
Die Snare sollte also positioniert sein, dass die Unterarme, ausgehend von einer parallel-zum-Boden-Stellung etwas Platz nach unten haben. Dies hat seinen Grund darin, dass Du so etwas mehr Spiel hast, um Schläge voll auszufüllen, die Unteraarme müssen so auch nicht immer grade bzwhoch gehalten werden (was Energie spart) und beim Spielen neigt man nach längere Spielzeit häufig dazu, den Oberkörper etwas nach vorne schieben, dann hat man zusätzlich noch etwas Reserve. Wichtig ist dabei, dass die Unterarme frei schwingen können und die Schläge nicht durch die Oberschenkel abgestopt werden. Das testest Du am besten dadurch, dass du beim Snare-Spiel die Füße auf die Zehenspitzen stellst, und siehtst, ob genug Platz ist. Denn beim BassDrum-Spielen spielen wir ja in den seltesten Fällen ausschließlich mit aufgesetztem Fuß; wenn Du aber dazu übergehst, "Heel-Toe" zu spielen, also die Fussspitzen aufzusetzen, muss genug Platz für die Arme bleiben, damit die nicht blockiert werden.
Eventuell muss man diesbezüglich dann auch die Sitzhöhe einmal kontrollieren. Hierzu gibt es unzählige Videos im Netz.
(Und: Du solltest Dich bei Matched Grip und traditionell schwerpunktmäßig entscheiden: Die Snare-Höhe von traditional ist grundsätzlich eine völlig andere (höhere) als bei Matched. Beim Traditional-Grip hat man die Snare auch weiter am Körper.)
2. Bass-Drum-Hihat
Das wäre die nächste Position, die es zu klären gibt. Stell die BassDrum und das Pedal so rechts vor/neben die Snare, dass Dein Fuss gut aufsitzt, aber auch Spiel nach oben hast für Heel-Toe (siehe oben). Die BassDrum und das Pedal kannst du ruhig grade nach vorne (12 Uhr) in Richtung eines imaginären Publikums ausrichten, sodass Dein Fuss nicht zwingend deckungsgleich mit dem Pedal ist, sondern leicht nach rechts oben schräg auf dem Pedal ist, da du bei schnelleren BassDrum-Schlägen ohnehin mit der Step-Bewegung mit der Ferse Schwung holst. Du kannst aber auch die BassDrum und das Pedal leicht nach rechts ausrichten, also auf ca. 1 Uhr.
Die Ausrichtung der Highat dann leicht schräg nach links oben versetzen (Richtung 11 Uhr oder 10 Uhr), dann hast du in etwa den natürlichen Winkel, den die Füße beim ganz normalen entspannten Sitzen auch einnehmen. Unser Becken ist nämlich so montiert, dass beim entspannten Sitzen die Füße leicht nach außen zeigen, genauso wie die Finger bei Entspannung der Hand nicht grade sind, sondern ganz natürlich in "Stickhaltung" nach innen gerollt liegen.
Die Höhe der Hihat ergibt sich natürlich aus der Höhe der Snare, wenn Du über Kreuz spielst. Da muss Du eine angenehme Lösung selber finden. Entscheidend dürfte dabei auch sein, ob Du die HH auf 9 Uhr neben der Snare haben willst oder eher auf 10 oder gar auf 11 Uhr neben der Snare. Das ist alles abhängig von deinen Arm- und Bein-Längen und -Proportionen und kann Dir keiner übers Internet abnehmen.
Wenn Du diese drei Positionen geklärt hast, ist eigentlich alles okay. Du wirst noch hundertmal Feinjustierungen vornehmen, das ist klar. Todd Suchermann sagte mal, dass er selbst nach 40 Jahren Karriere zuweilen immer noch glaubt, die richtige Position noch immer nicht gefunden zu haben. Also mach Dir keinen Kopf, wenn es auf Anhieb noch nicht ideal ist. Die Reise ist der halbe Spaß.
3. Alles andere
Der Rest kommt nun eigentlich von allein.
Mein Tip: Bau die TomsToms auf und decke eine Wolldecke drüber, so, dass du die Toms und die Becken nicht konkret siehst. Dann setzte Dich ans Set und beginne zu spielen und lass dich nicht von deinen Augen leiten (die sehen ja nur die Wolldecke als plane Fläche), sondern achte drauf, wo deine Hände hinwollen: Du spielst quasi blind und bekommst so einen guten Eindruck dafür, wo Deine Toms hingehören. Du wirst vielleicht schnell merken, dass deine natürliche Armbewegung hin zum imaginären Tom-Platz überhaupt nicht übereinstimmt mit dem tatsächlichen Ort des Toms, meist merkt man dabei, dass man die Kante anschlägt und so weiter. Justiere das alles so, bis du blind an deinem Set locker sitzt und alles auch blind anschlagen kannst. Das ist dann dein Aufbau.
4. Anmerkung zum Schluss: Der Winkel Deiner Toms ist schon mal recht ordentlich. Wenn Du aber, was anzunehmen ist, diese höher stellen musst, weil bereits die Snare auch höher ausfallen wird, ist irgendwann mit dem flachen Winkel eventuell Schluss, da du so irgendwann nur noch die Ränder anschlägst, dann musst du die Toms stärker anwinkeln. Versuche da einen vernünftigen Kompromiss zu finden: Flachere Toms sind immer etwas leichter zu spielen, als schräg aufgehängte mit starker Neigung, da dann der Rebound Effekt besser zur Geltung kommt, da man so auf das Fell schlägt und nicht in das Fell. Auch hier gilt es einfach, ein vernünftiges Mittelmaß zu finden.
Das wären so auf die Schnelle meine 5 Cent.
EDITH meint bei nochmaliger Betrachtung Deines Aufbaues, dass die Toms insgesamt unnötig weit rechts aufgehängt sind. Zwischen Hihat und ersten Tom ist eine mächtige Lücke: warum ? Zieh alle Toms nach links, so, dass das erste Tom direkt neben der Hihat ist, dann steht deine Snare auch zwischen erstem und zweitem Tom. Bei Deinem Aufbau verdrehst Du dir den Rücken: Einerseits spielst du Snare-Bass-Hihat nach links ausgerichtet, dein Kopf zeigt ja nach links bei dem Aufbau in der Grundposition (in etwa auf 11 Uhr), sobald du Toms spielst, musst du aber nach rechts abdrehen. Das ist unnötig unergonomisch. Lediglich Deine rechte Hand erreicht das erste Tom schnell und das zweite auch noch. Deine linke Hand erreicht aber schon das erste Tom nur erschwert, das zweite dann nur, wenn du den Rücken verdrehst. Und auf dem dritten kannst du doch bequem gar nicht mehr spielen.