Aha, James-Bond-Theme also. Angesicht der vorgezogenen BassDrum wäre ich rein notentechnisch darauf nie gekommen: Im Original ist die nämlich einfach auf 1 und 3.
1. Zunächst ist festzustellen, dass unser "Drummer" im Video sich - wie viele - an 2 eiserne Regeln nicht hält: 1) Übe das, was Du nicht kannst und 2) Spiele dann das, was Du kannst.
Er hat es leider irgendwie durcheinander gebracht.
Da sein - und das hier besprochene - Pattern von allen Versionen abweicht, die ich kenne, vermute ich mal, dass es aus der Not geboren wurde: Nach der ersten Hihat Kombi setzt er willkürlich intuitiv die Bass auf die 2+ und hat dann das Problem einer Riesenlücke zur 4. Die füllt er dann aus mit einem mehr-oder-weniger Gedaddel auf der Hihat über die 3. Aus der Not geboren: und so hört es sich dann auch an. (Wenn man es auseinanderhackt, kommt dann tatsächlich am ehesten die Notation raus, wie im Ausgangspost). Immer wieder seltsam zu sehen, wie sich Drummer das Leben unnötig schwer machen.
Kurzum: Die Kombination passt irgendwie nicht zum Stück, wobei tatsächlich selbst in diesem kleinen Stück man sich erhebliche Gedanken über den DrumPart machen kann.
2. Da wäre zunächst die Entscheidung HH oder Ride. Das Original hat ein Ride, passt auch etwas besser zum treibenden Charakter des Stücks, zumal man im Shuffle-Teil eh' dann später aufs Ride gehen muss. Mit HH wirds entweder zu trocken oder schnell zu rockig. Schwierig ist es nur dann, wen man kein fein-perliges Jazz-Ride hat, sondern auf einem Mainstream-Ride reiten muss, was etwaig auch noch ein sehr ausgeprägtes Ping hat. In diesem Fall könnte man dazu raten, auf dem größten Crash zu reiten, was man hat, bsp. einem 18er.
3. Beim Pattern selbst überrascht zunächst die vorgezogene BassDrum. Warum soll man das machen ? Die Gitarrenmelodie hat die Betonung ja schon drin, und ein anderes Instrument spielt ja die Betonung gar nicht. Im Gegenteil: Alle anderen spielen diese langgezogenen Töne, sodass eigentlich gar keiner mehr übrig bleibt, der das grade Time vorgibt, was im BigBand Format immer ein Problem ist, da immer ein Instrument irgendwie "stinkt" (Profi-Band mal ausgenommen) und das Time ohnehin immer etwas wackelt. Also für meinen Geschmack muss die Bass auf die 1 und 3. Zumal das auch dem Charme des Stückes entspricht, bei gleichbleibendem Bass einfach den binären Groove in den ternären Shuffle-Groove gleiten zu lassen und das, ohne groß was zu ändern.
4. Ist die Bass aber auf 1 und 3, ist das Gedaddel über die 3 hin zur 4 eigentlich unnötig und auch viel zu hektisch. Dann kann man auch gleich das anfängliche Ride-Pattern weiterlaufen lassen und durchspielen. Dem ist einfacher. Und auch musikalischer: Denn das Pattern greift ja die Rhythmik der Gitarrenmelodie auf, statt noch eine neues Pattern einzubauen.
Im Ergebnis würde ich es daher wie im Original spielen, hier als Liveauftritt:
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oder wie der Drummer hier das Original-Ride-Pattern nur ab und zu einstreuen und ansonsten einfach 8tel spielen.
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Wenn man dann Probleme hat, bei dem Tempo das Ride-Pattern zu spielen, kann man sich damit behelfen, eine Zwischennote auf der HH einzustreuen oder aber es für das eine Stück vielleicht mal mit anderen Sticks zu versuchen: Statt der 5B-Hickory einfach mal die 5A-Maple nehmen.