Beiträge von Seelanne

    Wie war das mit der Henne und dem Ei?
    .........................
    Das Thema Abmahnwirtschaft ist ein gesondertes und bedürfte einfach einer Regleung durch den Gesetzgeber, dass es nicht mehr ein so lukratives Geschäft für die Abmahnkanzleien ist.
    Und fertig ist die Geschichte.
    ....................

    ???????


    Wer schützt denn dann deiner Meinung nach noch das Urheberrecht, wer bezahlt die Schützenden und wer lässt sich denn dann noch abschrecken ???????????


    See


    PS: Ich mag Titulierungen wie "absolut lächerlich", "Unsinn" und dergleichen nicht wirklich. Du bist mit derlei Begriffen relativ leicht bei der Hand.

    naja, ich wiederhole: der springende Punkt ist, dass mE die GEMA und die Musikindustrie gar kein Interesse haben, das Urheberrecht stärker zu schützen. Was die landläufig erzählen, ist Augenwischerei und den Leuten Sand in die Augen zu streuen: Tatsächlich erfolgt dass, wie von mir im Max-und-Moritz-Post(Post315) skizziert wurde:


    Wie schon ausgeführt, ist die GEMA nicht dazu da, das Urheberrecht zu schützen oder selber zu verwerten, sondern Fremdverwertungen zu überwachen und hierbei zu kassieren. Je mehr Fremdverwertungen, desto höher die Rendite, also umso besser. Unberechtigte Fremdverwertungen unterscheiden sich nun von genehmigten Fremdverwertungen nur durch den Kostenaufwand, den die Industrie/GEMA zum Aufspüren der unberechtigten Verwertungen benötigt.


    Aber gerade da macht die Muskindustrie/GEMA eben ein Riesen-Geschäft: Sowohl Musikindustrie, GEMA als auch eben die entsprechenden Anwälte verdienen alle bestens mit den unberechtigten Nutzungen im www. Es ist ein eigener Industriezweig geworden mit Umsatzzahlen bis zu 2 Milliarden in den letzten 8-10 Jahren. Es bestehen bereits seit längerem ernsthafte Stimmen, die der Ansicht sind, dass die Musikindustrie mit der Verfolgung unberechtigter Nutzung mehr verdient, als wenn es diese nicht gäbe.


    Ein weiteres Bonbon ist hierbei ja grade, dass Einnahmen aus Abmahnungen nicht an den Urheber weiterleitet werden müssen, jeder Euro, der da nach Abzug der Kosten übrig bleibt, ist praktisch Nettogewinn. Hauptbestandteil dieses Geschäftsgebahrens ist aber eben inbesondere der Umstand, dass die Industrie in der Regel Rechtsverfolgungskosten geltend machen, die tatsächlich niemals entstanden sind und sich die Rendite dann anschließend teilen: Man könnte sowas - wenn nachgewiesen - vorsätzlichen Betrug nennen. (Interessant ist, dass wenn man diesen Umstand im Rahmen einer gerichtlichen Auseinandersetzung geltend macht, da werden die Kinderaugen auf der Gegenseite auf einmal ganz groß).


    Diese ganze Abmahngeschichte ist desweiteren natürlich auch ein Paradebeispiel für die Ausübung von wirtschaftlicher Macht und ihrem Sieg über die Rechtsordnung: Wurden früher noch ganze Staatsanwaltschaften praktisch lahmgelegt durch hunderttausende Strafanzeigen wegen Urheberrechtsverletzungen, sind es jetzt die Landgerichte, die vor der Flut kapitulieren und in verfassungsrechtlich höchst bedenklich Art und Weise Abmahnungsanträge und die davor gelagerten Auskunftsansprüche bei den Providern zur Ermittlung der IP "durchwinken", ohne sie zu prüfen. (Die Staatsanwaltschaften hatten seinerzeit zunehmend angefangen sich zu weigern, sich zum Büttel der Industrie machen zu lassen und entsprechende Ermittlungen nicht länger aufgenommen, durch die dann die Industrie an die Providerdaten kam. Daraufhin wurde das Gesetz geändert, nun konnten die GEMA und die Industrie - zivilrechtlich - einen Auskunftsanspruch bei Gericht geltend machen, sodass dann dort die Kapazitäten seither nicht länger ausreichen: Es mussten sogar an einigen Landgerichten Sonderkammern gebildet werden,die die Flut von Anträgen bearbeitet, wobei von bearbeitet nicht gesprochen werden kann: Die Anträge werden nur noch auf Vollständigkeit überprüft und ansonsten eben "durchgewunken". Abgesehen von der verfassungsmäßigen Bedenklichkeit -hier werden schließlich Telekommunikation-Daten quasi auf bloßen Zuruf preisgegeben- kostet das alles den Steuerzahler Millionenbeträge.


    Die Umsatzzahlen mal zur Vertiefung: Rund 2 Milliarden (!) Umsatz in den letzten 10 Jahren
    2011: 218.000 Abmahnungen Gesamtwert 165 Mios.
    2010: 570.000 Abmahnugen Gesamtwert 412 Mios.
    2009: 453.000 Abmahungen Gesamtwert: 290 Mios.
    (Zitiert aus gulli.com, link s.u.)


    Und das sind nur die offiziellen Zahlen der Abmahn-Schutz-Vereinigungen aus den per-to-per-filesahring Fällen (!), die Dunkelziffer dürfte bei weitem höher liegen.


    Wüsste man es als jemand, der beruflich schon damit hinreichend zu tun gehabt hat, nicht ohnehin schon, wurde die ganze Masche für die Öffentlichkeit doch auch spätestens durch die Wiki-Leaks-Veröffentlichungen von Unterlagen der größten Ermittlungsfirma (nebst Informationen eines Anwaltes direkt aus einer großen Abmahnkanzlei) hinreichend publik. Bei derartigen Umständen wundert man sich dann aber schon sehr, dass offensichtlich unter Musikern - wie hier - die wirtschaftliche Realität so völlig verkannt wird und im Gegenteil auf Kritik an der GEMA quasi schon hochsensibel reagiert wird, als wenn man den Untergang des Abendlandes fordern würde ("Unsinn", Schwachsinn", "sachlich daneben" etc.pp).


    Fazit:
    Die Industrie überschwemmt die Menschheit mit musikalischen und anderen urheberrechtlichen Tretminen im ww; gehen die dann im Wege der Urheberrechtsverletzungen hoch, hat die Musikindustrie einen höchst lukrativen Weg gefunden,hieraus immenses Kapital zu schlagen. Bei der Vorgehensweise, wie sie sich nachfolgend darstellt, muss man zu den "Tretminen" auch eigentlich schon "Köder" sagen.
    Bei der Rechtsverfolgung werden hierzu fiktiv Schadensersatzpositionen geltend gemacht, die in dieser Höhe nicht bestehen (genau genommen wird strafrechtlich höchst bedenklich vorgegangen). Dass dieses ganze Treiben nicht von den Staatsanwaltschaften oder den Gerichten gestoppt wird, liegt einfach daran, dass die staatlichen Organe mit einer derartigen Flut von Anträgen "zugescho/i/ssen" werden, dass eine rechtsstaatliche Bearbeitung gar nicht mehr möglich ist. Die Judikative reagiert sodenn einfach darauf mit der Einschränkung verfassungsrechtlicher Rechtspositionen der Bürger. Desweiteren wird - um der Flut der Verfahren Herr zu werden - eine Menge "Anscheinsbeweise" aufgestellt, die einseitig zu Lasten des Bürgers und zu Gunsten der Industrie gehen. Viele allgemeine Rechtsgrundsätze werden hierbei im Rahmen des Urheberrechtes schlicht über den Haufen geworfen. Diese ganze Inanspruchnahme von Gerichten verschlingt im übrigen Millionen an Steuergeldern, die wir alle aufbringen müssen, damit die Musikindustrie ihren Reibach machen kann. Dass von den eingenommen Geldern dann auch noch nicht einmal (bis auf geringe Teile des eigentlichen Lizenzschadens) irgendetwas beim eigentlichen Urheber finanziell ankommt, ist dazu denn auch nur traurige aber fast schon folgerichtige Fussnote dazu.


    Die Sachlage für mich ist daher relativ klar. Wer dagegen immer noch meint, dass die Musikindustrie nette-ritterliche Menschen wäre, die eigentlich nur den Schutz des Urheberrechts und des geistigen Eigentums auf ihre Fahnen geschrieben haben, lebt mE irgendwo im Lala-land: Es geht nicht um Urheberrecht, es geht - wie immer - um Kohle. Der Schutz des Urheberrecht ist da nur der Anlass und mittelbares Reflexziel. Und das Entscheidende: Es geht nicht einmal um die Kohle des Urhebers selbst, sondern um Kohle der Industrie und Handlungsgehilfen. Und das Ganze auch noch zu Lasten des Steuerzahler.


    Wenn man radikal formulieren und denken würde: Die Musikindustrie ködert im www Urheberrechtsverletzungen, deren anschließende Verfolgung unter betrügerischem Vorgehen - subventioniert durch den Steuerzahler - Millionen einspielt, Gelder, die sie durch berechtigte Nutzungen niemals eingespielt hätte.


    Ich halte dies für eine unzulässige Verknappung und Verkürzung, dem Treiben aber durch zustimmendes Kopfnicken zu salutieren und nicht zumindest zuzugeben, dass auf diesem Gebiet dringender Klärungs- und Änderungsbedarf besteht, kann ich nicht nachvollziehen.


    See


    twmc:
    http://www.lawblog.de/index.ph…ofortzahler-liegt-bei-25/


    http://www.internet-law.de/200…-juristische-analyse.html


    http://www.gulli.com/news/1813…mahnungen-2011-2012-02-14

    .................................
    Ich bin ja ein Freund von kontinuierlichem Üben und ein Verfechter von Gewebefellen, Neopren- und Gummimatten und Platz ist in der kleinsten Hütte, aber auf mich hört ja keiner/kaum jemand.


    Grüße
    Jürgen
    Superstar (-besitzer)

    ...... sagt der Mann, der im Gebein eh' eine recht durchtrainierte Muskulatur haben muss, da seine Roto-Toms in Basketballkorb-Höhe aufgehängt sind. Das hält selbstredend - auch ohne Fahrrad- fit. :)


    See

    der Vergleich mit dem Radfahren stimmt zwar schon, aber eben auch in jeglicher Hinsicht:


    Grundsätzlich verlernt man es nie wieder. Spitzenleistungen gehen aber mit der Zeit verloren. Radeln kann man auch noch nach einer x-jährigen Pause. Die Tour de France wirst du aber eben nach einer Auszeit nicht mehr gewinnen, du wirst sie noch nicht einmal durchstehen.


    Auszeiten und Pausen sollte man daher als Chance begreifen: alte Bahnen und Routinen wurde verlassen, das kann einen Neuanfang bedeuten, bei dem man Dinge neu angeht, ohne dass einem althergebrachtes im Wege steht (Stickhaltung, Aufbau des Sets etc.). Im übrigen ist Auszeit nicht gleich Auszeit: Wenn man in der Pause viel Musik gehört hat, vielleicht sogar andere, als früher, kann das prägen und man geht in musikalischer Hinsicht an vieles anders heran als vorher. Das kann sich positiv auswirken.


    Im übrigen nimmt selbstverständlich mit zunehmendem Alter die Zeit, die man am Set verbringt, naturgemäß immer mehr ab, es sei denn, man ist Profi. Job, Frauen, Kinder fordern ihren Tribut und der ganz normale AlltagsWahnsinn lässt einen allmählich in Sachen Drummen abgeklärter in die Welt schauen. Wenn in jungen Jahren noch der neueste Lick des persönlichen Drumheroes im Zentrum der eigenen Existenz zu stehen pflegte und nichts auf der Welt wichtiger war, als eben diesen einen Break zu lernen und zu üben, schleift sich das mit der Zeit eben ab bzw. kommt zwar ab und an wieder, ist aber der Sinuskurve des Lebens unterworfen. Der einzige Vorteil: Man daddelt nicht mehr so rum, das Üben ist konstruktiver, weil man weiss, dass einem weniger Zeit zur Verfügung steht.


    Ansonsten ist dem bereits zitierten Gillespie wohl nichts hinzuzufügen.


    See

    .......... wobei mich die ganze Diskussion hier schon so verunsichert hat, dass ich schon nicht mehr weiß, ob ich mit meinem Post mich nicht der schändlichsten Urheberrechtszerfetzung schuldigst gemacht habe: Gut, Max und Moritz sind tot, auch schon länger als 70 Jahre, also genauer Willi, der Barde. Aber Pippi, also Astrid L aus S. wohl nicht. Ist also derartiges Zitatentum verächtlich oder nicht ? Mal drüber nachdenken ....................

    derKritische: Schön, dann feuert scotty jetzt die üblichen Raubkopierer Argumente ab. Das langweilt und ich weiß jetzt schon was er in etwa schreit, wenn man seine Arbeit ohne Entgelt nutzen möchte. LANGWEILIG!

    okay, ich hatte mich aus der unsinnig gewordenen disku ja schon verabschiedet, aber wenn ich höre, dass es langweilig wird, muss ich einschreiten (nicht persönlich gegen dich gemeint kritischer):


    Hatte in einem meiner vorigen Post schon mal versucht, zu verdeutlichen, dass die ganze Disku hier an der wirtschaftlichen Realiität vorbeigeht, daher zur Vertiefung folgendes Bespiel: x begeht Urheberrechtsverletzungen mittels Herunterladens per File-sharing an 300 Titeln : Bei berechtigtem Herunterladen hätte er pro Titel 1 € gezahlt.


    1.Eigentlicher Schaden des Urhebers: 300,00 €


    "JETZT" ruft Pippi zu Max und Moriz" JETZT beginnt der Zaubertrick: "Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt"
    (.....................bitte Trommelwirbel .... wir sind schließlich im Drummerforum ...............)

    2. Das wird aus dem Schaden in unserer Realität


    A. Schadensersatz nach Lizenzanalogie
    Statt den eigentlichen Kaufpreis für die Datei anzusetzen,wird im Wege der sogenannten Lizenzanalogie verfahren: Hierbei wird oftmals auf entsprechende GEMA-Nutzungstarife zurückgegriffen (man beachte: der Geschädigte darf seine eigenen Tarife zu Grunde legen, Prozesspartei und Gutachter gleichsam in einer Person !): Im Wege der freien Schadenschätzung bestimmen deutsche Gerichte den Schaden pro Titel dann einfach mal auf zwischen 15,-- € und 300,--. Wir wollen da nicht zurückstehen und verdonnern X in unserem fiktiven Fall mal zu 100- € pro Titel.


    Bingo: 100,-- € x 300 Titel = 30.000,-- € !!!


    "Aber das war nur der erste Streich, der zweite folgt zugleich ?" fragt Max. "RÖCHTTIGG" lacht Pippi.


    2. Kosten der Rechtsverfolgung:


    Die GEMA/Musikindustrie hat nicht nur den Schaden wie oben jetzt über einen Rechtsanwalt geltend gemacht, sondern diesen auch mit einer Unterlassungsabmahnung beauftragt. Die Kosten des Rechtsanwalt belaufen sich angeblich auf:


    Gegenstandswert: 50.000,-- € (30.000,-- für die Lizenzanalogie und 20.000,-- für die Abmahnung)
    RA- Kosten = rund 1.360,-- € (wenn X außergerichtlich nachgibt und zahlt)
    RA-Kosten = rund 3.300,-- € (wenn x als armer Tropf nicht reagiert und vors Gericht gezogen wird)


    Wir halten als Zwischenergebnis fest:

    Eigentlicher Schaden: 300,00 €
    wird mittels rechtlichen Zaubertricks zu
    33.300,-- € !!


    Das nennen wir mal eine Rendite.


    ABER HALT: Es geht noch weiter !! Jetzt kommt wieder Pippi: " Ich habe ein Haus, eine kunterbuntes Haus .............


    Die arme GEMA und die arme Musikindustrie mögen wir denken. Müssen die doch tatsächlich mindestens 1.360,00 € Anwaltsgebühren ausgeben und treffen eventuell auf einen mittellosen Langzeitstudenten,der keine Kohle hat, weder die Lizenzen noch die Anwaltskosten auszugleichen.


    Doch was ist das ? Vor der Kanzlei der Abmahnanwälte fährt in der Dunkelheit ein Laster vor: 10.000 Abmahnungen werden ausgeladen, alle in dreifacher Ausfertigung (damit der Kanzlei keine Kopierkosten entstehen). "Bis nächste Woche" ruft der Fahrer nach dem Abladen und verschwindet so geheimnisvoll wie er gekommen war.


    "Bis nächste Woche, soll das heißen, dass die jede Woche ...... ? fragt Max.
    "Ja, sagt", Moritz, "so scheint es".
    "Falsch" ruft Pippi, "so IST es !!!" Nicht alle über den selben Wert, aber immerhin". Und ich verrate euch noch was: ratet mal, was die Auftraggeber an die Anwälte zahlen pro Abmahnung ! ...... Na, kommt schon, ratet!"
    "Hm, ich würde sagen, diese 1.360,00 €, wie angegeben" murmelt Moritz.
    "Wieder falsch !!!!" ruft Pippi und zieht den beiden eine lange Nase.
    "Wieviel denn ? Na, sag schon": Max wird ungeduldig.
    "3 x 100 geteilt durch 2" lacht Pippi.
    " ????" Max und Moritz sehen sich fragend an.
    "150,00 € !!! Ihr Schlauberger !!" Pippi lacht und gibt beiden eine kräftigen Schlag mit der flachen Hand vor die Stirn.
    "Heisst das etwa ......." stammelt Moritz ....
    "Genau: Die angeblichen Anwaltskosten stehen nur auf dem Papier, fiktiv, wenn ihr wisst, was das ist"
    "Was ?" ruft Max, "die machen also als Schaden etwas geltend, was die gar nicht als Schaden haben ?"
    "So ist es !!" Pippi beginnt mit ihrem Kopf so zu wackeln, dass ihr Zöpfe hin-und-her tanzen.
    "Moment": Moritz hebt die Hand ": bedeutet dass dann auch, dass die ganzen veröffentlichten Schadensberechnungen der Industrie und der GEMA über den angerichteten Schaden diese ganzen fiktiven Zahlen beinhalten ? Also Anwaltskosten und diese analaalago....... na, die sache mit der Lizenz, du weisst schon was ich meine."
    "Schlauberger Moritz, du hast es erfasst".
    " .... und was passiert, wenn dann doch jemand mal zahlt ?" fragt Max ratlos.
    "Dann wird brüderlich geteilt zwischen Anwalt und Industrie." lacht Pipp und zieht Max die Nase lang.
    "Im besten Fall bekommen beide insgesamt 33.300,-- €. Aber da das ja eh keiner zahlen kann, läuft es meistens im besten Fall auf so ca. 5000,-- € für jeden heraus.
    "Dann habe beide zusammen so um die 10.0000,- € aus einem eigentlichen Schaden von 300,00 € gemacht" stellt Moritz anerkennend fest.
    "Du Dummerchen" lacht Pippi, "was ist denn mit den anderen 23.300,-- € ?"
    "Na, der Typ kann sie doch nicht zahlen" ...... Max versteht die Welt nicht mehr.
    "Aber deswegen sind doch nicht weg. Du musst dir eins merken, lieber Max. Zahlen, insbesondere Rechnungen, kannst du zwar herbeizaubern, aber wegzaubern kann sie keiner."
    "Und nun ?" auch Moritz ist mit seinem Latein am Ende.
    "Man verkauft sie !" Pippi strahlt.
    "An wen ?"
    "An Inkasso-Unternehmen !"
    " Das heißt, die Musikindustrie verdient auch noch an den offenen 23.000,-- €, auch wenn sie schon aus 300,00 € zusammen mit ihren Anwälten 10.000,-- gemacht haben ?
    " JAHA !!!" ............. und schon hüpft Pippi den beiden davon ....
    " Pippi, verrate uns doch noch bitte, wie oft kommt das denn so vor in Deutschland und wieviel Umsätze machen die mit diesen Abmahnungen !!!" ruft Max hinterher.
    " In den letzten Jahren ........ "aber dann fängt Pippi wieder an zu singen.
    ..............................
    "Jetzt singt sie wieder dieses Lied" murmelt Max.
    "Ja, aber irgendwie klingt es jetzt nicht mehr so schön" Moritz zuckt die Achseln.
    "Die Zahlen stimmen auch nicht mehr, die sie da singt".
    "ja, stimmt, sie singt .............. man das passt ja gar nicht in die Melodie: "1000 x 1000 x 2000 """
    "Wieviel ist das ?" fragt Max.
    "Hm, ich würde sagen, rund 2 Milliarden" Moritz sieht Max fragend an.
    "Komm" sagt Max "Wir gehen"
    "Was hast du vor ?"
    " Weiss noch nicht ... komm,wie holen uns auch so einen Affen und so ein Pferd......."



    See

    Zitat von »seelanne«




    Abschließend kann ich jedenfalls nur sagen, dass es schön ist, dass die alten Sumerer nicht schon ein Urheberrecht auf ihr Rad engerichtet hatten mit einer - na sagen wir - 7000jährigen statt 70jährigen Geltungsdauer. Wir wären heute alle pleite.

    didi, hallo ? das war nen ironische Anmerkung meinerseits zur Relatitivät des Urheberbegriffes.


    Was ist eigentlich los mit einigen hier ?


    Dass das keine ernsthafte Aussage mit Anspruch auf geschichtliche Wahrheit ist, dürfte (neben dem Smilie) allein schon daran klar sein, dass es zu Zeiten der Sumerer noch überhaupt keine Geldwirtschaft gab (von der Begrifflichkeit des geistigen Eigentums mal ganz zu schweigen). Im übrigen wäre deine Anmerkung auch noch ohnehin falsch: selbst wenn ich das bierenst gemeint haben sollte: ich habe nicht behauptet, dass das Patent aufs Rad die Historie verlangsamt hätte, es hätte nur - ein ordentliches internationales Urheberrechtssystem vorausgesetzt- die Historie der anderen Nicht-Sumerer ne Menge Geld gekostet (ja, es sei denn, man hätte einen Wirtschaftskrieg und wenn der nichts geholfen hätte, einen richtigen Krieg geführt).


    Im übrigen habe ich jetzt wirklich mehrfach ausdrücklich ausgeführt, dass ich den Schutz des geistigen Eigentum für zwingend notwendig erachte (wenn man denn die heutige Gesellschaftsform so wie sie besteht oder in ähnlicher Modaliät befürwortet) und habe selbst auf die historische Bedeutung des Urheberbegriffs in der Disku hingewiesen. Warum du mir jetzt wieder damit kommt, ich würde unterstellen, das Urheberrecht würde die Entwicklung der menschlichen Zivilisation verlangsamen oder bedrohen, kann ich das nicht nachvollziehen. (Abgesehen davon ist genau genommen auch das aber nicht richtig: Für unseren Fortschritt haben andere wiederum einen hohen Preis gezahlt).


    Zitat von »Hammu«




    Und gäbe es das Urheberrecht schon seit, sagen wir mal seit 500 Jahren, könnten unsere Kinder auch "Alle Vöglein sind schon da", etc. nicht kostenfrei singen - folgende Generationen werden also garnicht erst solche kostenfreien Lieder (nur eben die dann schon uralten Volkslieder) zur Verfügung haben - sehr förderlich für die Entwicklung unserer Kultur .

    Das ist doch auch Quatsch, weil es eben genau die Fakten nicht berücksichtig, was geltendes Recht ist! Der Autor dieses Liedes ist schon seit 140 Jahren tot! Deshalb ist dieses Lied gemafrei.
    Genau dort greift die Begrenzungsregel nach hinten, die der Gesetzgeber mal so festgelegt hat. Ob jetzt 50 oder 70 Jahre nach dem Tod kann man diskutieren.
    Und wie ich oben drüber bereits schrieb: es fehlt der Nachweis, das das Urheberrecht die Entwicklung unserer Kultur behindert hat.
    Wer natürlich unter Kultur "Selbstbedienungskultur" versteht, den behindert geltendes Recht.
    Selbstbedienungskultur wird aber in allen Lebensbereichen unterbunden, da sie schlicht und einfach egoistisch und schädlich für eine Gesellschaft ist.

    in Zeiten des www seine Ausgangsposition auf deutsches Patent- und Urheberrecht zu stützen, ist mehr als fraglich.


    Bei unseren Gesetzen handelt es sich nicht um Naturrecht, welches vom Himmel gefallen ist, sondern um positives recht, was irgendwann mal gesetzt wurde, und was im übrigen auch zunächst nur in Deutschland - oder ähnlich in er EU - gilt. Dieses ist abänderbar und muss den Gegebenheiten angepasst werden. Bei Anpassungen sollte man aber eben im Auge haben, welche Entwicklungen von wem verursacht werden, woher die Probleme stammen und wie zu lösen sind. Das in unserer Gesellschaft reflexfartige Wegbeißen von Meinungen, die den bestehenden status quo - und damit den bestehenden Schutzmechanismus der Lobbyisten nicht von vorneherein den Vorrang einräumen, wird jedenfalls in Zeiten der Globalisierung und des www nicht zum Erfolg führen.


    Fazit für mich:

    Wer jedenfalls glaubt, dass es in der heutigen Zeit in Sachen GEMA und Urheberrecht um den armen kleinen Musiker geht, der seine CD veröffentlichen will, lebt in Wolkenkuckucksheim. Das Urheberrecht bzw. besser gesagt die Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen, gerade im Internet, ist selbst eine völlig eigener Markt mit ungeheuren Umsätzen geworden, am dem natürlich Papa Staat auch immer gerne mit verdient. Die Verfolgung von unberechtigten Nutzungen urheberrechtlich geschützter Werke spielt allen Beteiligten Kohle in einer Höhe ein, bei der man wie Fug und Recht behaupten kann, dass dieses Geld bei ordentlicher Nutzung niemals eingespielt worden wäre. Als Bespiel: Eine große Anwaltskanzlei aus Deutschland hat unlängst Abmahntitel im Werte von rund 80 Millionen Euronen zum Ankauf (!) auf den Markt geschmissen. Und das ist nur eine - zugegeben sehr große - Kanzlei und bezog sich auch nur auf eine urheberrechtliche Abmahnsparte.


    Das Urheberrecht muss jedenfalls grundlegend reformiert und international angeglichen werden. Da sind Gedankenansätze gefragt, die nicht im althergebrachten Gedankenmorast steckenbleiben. Institutionen wie die GEMA, die bereits in der Gegenwart und in der Vergangenheit auf nationaler Ebene erhebliche Probleme mit grundlegenden Dingen wie Transparenz, demokratische Meinungsbildung und gerechtes Entgeltsystem an den Tag gelegt hat, traue ich da für diese Zukunft nichts zu.


    Viel Spass noch.


    See

    1. Sorry, ich habe nicht versucht, irgendjemandem das Wort zu reden, sondern einen Tatbestand, nämlich eine bestimmte hier angesprochene Mentalität, aufzugreifen und einen Erklärungsversuch unternommen. Wenn man die ach so üble "Sauger-Mentalität" nämlich angehen will, wäre es sinnvoll , sich über die Ursachen und die Identität dieser Gruppe Gedanken zu machen. Die Zielgruppe der Sauger, nämlich die 12 - 25 jährigen kannst du mit Floskeln über das Urheberrecht nicht beeindrucken, zumal, wenn exakt diese Zielgruppe als Werbezielgruppe von Geburt an mit Musik zum Schleuderpreis zu jeder Tages- und Nachtzeit vollgepumpt wird. Wenn die Werbeindustrie und die Musikindustrie in ihrem Bestreben, sich möglichst eine junge, hippe und zugängliche Käuferschicht heranzuzüchten, eine entsprechend tumbe Nachwuchsgesellschaft gebiert, die inhaltsleer dem goldenen kalb "Geiz ist geil" hinterherhechelt, exakt diese Zielgruppe nun aber das Zaubermittel "www" in die Hand bekommt, so müssen wir einfach feststellen, dass das Sprichwort von den Geistern, die man rief, recht passend ist.


    2. Der Unterscheid von Kaffee und Musik als Konsumgüter liegt doch auf der Hand, dafür braucht man auch keinen Wirtschaftsstudium: Kaffee musst du morgen wieder erneut kaufen, wenn du ihn heute verbraucht hast, ne CD kannst du auch in 20 Jahren noch hören. Das ist doch grade das Problem des geistigen Eigentums, dass es jederzeit erneut nutzbar ist, ohne es wieder erneut erwerben zu müssen (daher ja auch der Umstand der "Lizenz"). Einmaligkeit gibts nur (solange auch das nicht mitgeschnitten wird) beim Live-Erlebnis.


    Im übrigen bin ich nun auch raus aus der Disku, hier nur noch eine Knobelei von Zweistein für die GEMA-Verfechter:


    Das musikalische Urheberrecht gründet sich in erster Linie auf den Schutz der Musik- bzw. Tonfolge. Diese Folgen sind endlich und von einem heutigen Computer von der Rechenleistung locker produzierbar. Wenn nun alle diese Daten bei der GEMA angemeldet werden, ist fortan keine Musik mehr urheberrechtlich frei. Das musikalische Urheberrecht wäre in sich erschöpft. Es könnte keine Tonfolge mehr erfunden bzw. komponiert werden,die nicht schon geschützt ist. Und mehr noch: allein die Bearbeitung der entsprechenden Anträge würde die GEMA auf Jahre hinaus lahm legen. Verbunden mit dem gesetzlich normierten Kontrahierungszwang und der sich daraus ableitenden Verpflichtung, Verstössen zwingend nachzugehen, würde es bei der GEMA sodenn nur noch eine Direktive geben "Der Letzte macht das Licht aus". Schon das Abschließen kann ausfallen.


    Abschließend kann ich jedenfalls nur sagen, dass es schön ist, dass die alten Sumerer nicht schon ein Urheberrecht auf ihr Rad engerichtet hatten mit einer - na sagen wir - 7000jährigen statt 70jährigen Geltungsdauer. Wir wären heute alle pleite. ;)


    See

    1. Nein, ich habe derlei Sauger-Mentalität nie das Wort geredet und halte auch nix davon. Von mir aus könnte das www ohne Musik bestehen und sich der Kauf auf dien Plattenladen nebenan beschränken. Ja, ich weiss, jetzt kommt der Einwand: "Das geht doch nicht, wie sollen die Künstler denn ihre Werke verkaufen ?". Und genau da sind wir dann an dem von mir skizzierten Punkt.


    2. Dein Kaffee-Vergleich hinkt: Künstlerische Werke sind keine Verbrauchsgüter. Würde sich die Datei nach einmaligem Anhören in die binären Jagdgründe verabschieden oder die CD auflösen, wäre der Vergleich zutreffend, so aber nicht. (btw: Das wäre dann wohl die moderne Variante eines "one-Hit-wonders" :D )

    ...es geht zur Zeit aber eben vornehmlich um die Zusammenhänge, in denen diese Thematik hier jetzt diskutiert wird. Es sind wahrscheinlich sehr regelmäßig keine Stammgäste von Großraumdiskotheken, die hier Stimmung machen. Es sind die "Freies Netz" - Aktivisten, die ihre Visionen untermauern wollen. Insofern ist eben die Stilistik der Diskutanten mehr als nur probates Mittel zum Zwecke der (durchaus begrüßenswerten) Änderung der Gema-Strukturen. Vielmehr dürften sie von vielen als direkte Aufforderung zum "weiter so" verstanden und umgesetzt werden.


    Mir stellt sich die Frage, was sich DIESE Kritiker der Gema (und der anderen "Dons" der Contentmafia)erwarten?


    Einge Seiten zuvor schreibt jemand, man könne CDs eigentlich auch für 3- 4 Euro verkaufen können. Für den Preis gibts z.B. ein Dreierpack "no-name" Socken im Angebot, 2-3 Dosen Ravioli, eine Packung Billig-Zigaretten oder etwas über 2 Liter Super bleifrei...Wertschätzung wurde ebenfalls irgendwo genannt, scheint dann aber doch eher auf immaterieller Ebene praktiziert zu werden.

    ja, alles richtig, ändert aber nichts an der grundlegenen GEMA-Kritik und führt mich im übrigen wieder an den Punkt, den ich schon angesprochen hatte:


    Was erwartet man denn, soll eine CD heutzutage einspielen, wenn der Vertreiber dafür gesorgt hat, dass sie überall zuhaben ist und demzufolge auch mit ein paar Mouseclicks unrechtmäßig erworben werden kann. Die Frage ist doch die (jedenfalls für mich):


    Wenn ich auf Grund Ausnutzung sämtlicher mir zur Verfügung stehender technischen Möglichkeiten dafür Sorge, dass auf dem gesamten Erdball ein jeder Erdenbürger, sofern er Internet hat, zu jeder Tages- und Nachtzeit auf mein Produkt zugreifen kann, also auch ein Itelmene in Kamschatka morgens um 4:35 Ortszeit, dann soll der Preis der CD für ihn wieviel betragen ?


    Das grundsätzliche Problem sehe ich halt darin, dass die Musikindustrie durch die Überflutung mit ihren Produkten selbst dafür gesorgt hat, dass einerseits der Preis nach unten geht und andererseits eben die Möglichkeit des unrechtmäßigen Erwerbs eben auch nur einen Mouseclick entfernt ist. Wirtschaftlich gesprochen: Wenn ich einen Markt mit einem Wirtschaftsgut geradezu überschwemme und eine Ressource schrankenlos mache, mache ich mir die Preise selber kaputt.


    Daher meine ich, dass die Musikindustrie selber dafür gesorgt hat, dass die künstlerischen Werke abgewertet werden, von daher es eben auch nicht verwundert, dass in der Meinung der normalen Leute diese Produkte denn auch nur noch entwertet wahrgenommen werden. Sind sie aber einmal ideell entwertet, kann ich jemandem nur schwer klar machen, dass er dafür Geld bezahlen soll. Oder anders: Wenn ich durch Airplay etc. dafür sorge, dass ein Durchschnittsbürger die neue Lady-Gaga-CD bei Neuerscheinung 20 x am Tag bei jeder Gelegenheit (Kaufhaus, Fahrstuhl, Zahnarzt, Radio etc.) um die Ohren gehauen bekommt (ob er will oder nicht), kann ich demselben Bürger schwer klar machen, dass wenn er abends am Computer sitzt und das Stück sich dann doch das 21te mal anhören will und dazu in einem Filesharing-Forum einen Klick macht, dafür zahlen zu müssen geschweige denn hierbei ein Unrechtsbewusstsein haben soll.


    Anzumahnen, der Nutzer und User des Internets sollte sich der Wertigkeit der Künstlerwerke unter diesen Umständen bewusst bleiben und die große Verwunderung darüber, warum denn keiner mehr Musik als werthaltig ansieht, die man vorher selber entwertet hat, ist da einfach relativ scheinheilig. (In seiner Scheinheiligkeit erinnert das Szenario etwas an die privaten TV-Sender, die erst die Niveau auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verringern, um dann anschließend angesichts neuerlicher Pisa-Studien pharisäerhaft den Kopf zu schütteln).


    Deswegen dann auch meine Kritik an der GEMA, die ja letztlich Teil des Systems ist bzw. dessen Vollstrecker: Es geht ihr weder um den Schutz des geistigen Eigentums (den sie ja gar nicht gewährleisten kann), noch um den Schutz DER Künstler, da bislang ja in erster Linie nur die Großkopferten geschützt wurden und eben nicht die Künstler schlechthin, die kleinen gingen und gehen der GEMA schon immer quer am Allerwertesten vorbei. Es geht ihr vielmehr nur um die finanzielle Korrektur der Folgen eines Systems, welches sich anfängt, selber zu fressen.


    Zwar komme ich nicht umhin, jedesmal die Ironie in derartigen Geschichten humoristisch zu schätzen, dass es aber ein so hohes Gut wie künstlerische Werke betrifft, ist zutiefst bedauerlich.


    In dieser Situation aber immer nur nach dem Gesetzgeber bzw. nach immer höheren Gebühren zu rufen, ist zwar aus Sicht der GEMA nachvollziehbar, ändert aber nichts am Problem und führt an der Lösung vorbei.


    See

    LiteMB: Ich habe einfach nach "GEMA Schule" gegoogelt, an prominenter Stelle wird dann die Präsentation eines GEMA-Referanten zu dem Thema ausgespuckt, da habe ich das her. Sicherlich plapper ich auch nur nach, was ich mit - zugegeben minimalem- Aufwand irgendwo im Netz recherchiert habe. Da gibt es zum einen besagtes Gesetz sowie einen Pauschalvertrag, der aber nach meinem Verständnis insbesondere für Veranstaltungen greift und insofern nach meinem Verständnis für jede Veranstaltung vereinbart wird.


    Im Prinzip ist es aber nicht von Belang, wie die Regelung für Schulen im Detail aussieht, der Punkt ist, dass es eine vergleichbare Regelung für KiTas anscheinend nicht gibt, womit die GEMA eine Angriffsfläche bietet.


    Das Konstrukt GEMA dient einem sinnvollen Zweck, die Ausführung ist aber völlig verquer, daher sollte es nicht verwundern, wenn die Sympathiewerte für diesen Verein irgendwo im Minusbereich dümpeln. Abschaffen als realistisches Ziel ist natürlich Quatsch, als These für den Diskurs aber legitim (sofern als solche kenntlich gemacht, aber mittlerweile kennen wir ja unsere Sprücheklopfer und Krawallbrüder hier im Forum). Letzendlich ist eine Reformierung wohl sicherlich Minimalkonsens. Was die Aufteilung des Kuchens angeht, können die ohnehin adipösen Mitglieder mit kleineren Stücken gut leben, während die Krümelesser vielleicht auch mal mehr als Krümel kriegen. Die Vorstandsbezüge kann man prima an den ÖD anpassen (was den ÖRen auch gut zu Gesicht stände), dann gibt wahlweise mehr zu verteilen oder weniger einzusammeln. Nur ohne Druck aus der Politik wird man die Besitzstandswahrer dazu selbstverständlich nicht bewegen können, und hier schließt sich der Kreis: Breit aufgestelltes GEMA-Bashing erzeugt Druck bei der Politik (Mäntelchen im Wind und so). Sicherlich, je fundierter die Kritik ist, umso besser, aber meiner Meinung nach heiligt der Zweck bisweilen die Mittel, und da darf man auch gerne mit Dreck werfen. Hier geht es nämlich nicht gegen die kleinen Schwachen, sondern gegen die großen Starken. Und dass das offensichtlich wirkt, hat ACTA übrigens bewiesen (scnr)...

    Didi: Schön, dass wir uns da verstehen, nur dass die GEMA nix dafür kann, sehe ich anders, aber so long.


    Ich sehe das aus einem anderen Politikverständnis: Es geht nicht um den Austausch sachlicher Argumente, um am Ende den für alle optimalen Konsens zu finden. Es geht um das Vertreten von Maximalpositionen unter Einsatz sämtlicher rhetorischer Waffen, um am Ende das Optimum für die eigene Klientel zu erreichen. So funktioniert Politik. Also, wenn sich überhaupt was ändern soll, immer feste drauf (aber nicht so feste, als dass der Gegner das wiederum gegen einen Verwenden kann, das ist die Kunst dabei...).

    volle Punktzahl und absolute Zustimmung, trifft auch grade den Kern und den Anlass meiner geäußerten Globalkritik an der GEMA:


    1. In einer Gesellschaft und Teil einer Zivilisation, die sich mittlerweile -und bereits seit Jahrhunderten - als Geistesgesellschaft versteht und auf vornehmlich geistiger Arbeit gründet, muss geistiges Eigentum geschützt werden, die Frage ist eben nur: wie.


    2. Die GEMA als bestehendes Konstrukt ist da ein verqueres Gebilde, an dem eigentlich - bis auf die Zielsetzung- so ziemlich alles seltsam, sonderbar und unverständlich-unsinnig ist, was man so beleuchtet, sowohl was das demokratische Selbstverständnis angeht, als auch eben die Transparenz und eben die (bisherige) Abrechnungspraxis.


    3. Bei In-Frage-Stellung einer solchen mächtigen Institution in der politischen Diskussion da nun mit sachlich fundiert-ausgewogenen Meinungen und vorsichtig-höflicher Kritik zu operieren, bringt - das wissen wir - gar nichts. Wer anderes behauptet, hängt dann doch einer zu verklärenden Auffassung vom politischen Diskurs nach. Das System reagiert nicht auf Argumente, sondern auf Druck. In unserer Gesellschaft reagieren althergebrachte Machtpositionen daher nur auf radikale Kritik, sinnvoll-abwägende Sachkritik ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Die Verantwortlichen, gleich ob jetzt bei der GEMA, in der Politik etc. wissen ja in der Regel, wie die Shice dampft und sie riecht, sodass man mit rein sachlicher Kritik eigentlich sogar auch offene Türen einrennt - nur ändern will man es eben nicht, da zuviele wirtschaftliche und anderweitige lobbyistische Interessen dagegen stehen.


    4. Im politischen Diskurs muss dann eben auf den groben Klotz der Hartnäckigkeit und Uneinsichtigkeit der noch gröbere Keil der Kritik gesetzt werden, sonst kommt gar nichts in Bewegung. Im übrigen dienen radikalere Formulierungen auch eben oftmals der Befreiung von althergebrachten Denkmustern, was insbesondere dann sinnig ist, wenn die Herausforderungen, vor denen man steht (bsp. Internet) mit herkömmlichen Positionen nicht zu meistern sind.


    Die GEMA wäre dann auch im übrigen nicht der erste Fall, bei dem eigentlich wegen eines gar nicht mal so sinnigen Anlasses (Diskothekenbesteuerung) eine Grundsatzdebatte auf die Tagesordnung kommt, die schon längst überfällig war.


    See

    Zitat von »seelanne«




    ich hab eigentlich nur das - zugegeben etwas blumiger - ausgesprochen, was die Enquette Kommission des deutschen Bundestages vom 23.11.2011 zum Thema Verwertungsgesellschaften festgestellt hat. Hier wurden eben insbesondere die Fragen der Transparenz (u.a.auch bzgl. Gegenseitigkeitsverträgen) und der demokratischen Mitbestimmung angemahnt und durch die Blume ausgesprochen, dass - wenn die GEMA das nicht selber auf die Reihe bekommt - der Gesetzgeber tätig werden müsste. Im übrigen wurde eine stärkere Aufsicht der GEMA gefordert und in diesem Zusammenhang sogar die Übertragung der Aufsicht weg vom Patentamt hin zu einer bundesrechtlichen Regulierungsbehörde gefordert. In diesem Zusammenhang kann dann ja auch mal erwähnt werden, dass das Patentamt bereits im Hinblick auf die GEMA-Beteiligung an CELAS eine Prüfungsverfahren eingeleitet hat.

    .... Ich muss sagen, dass ich deine blumige Interpretation dieses Dokumentes für mich nicht nachvollziehbar ist. Da ich es selst schon gelesen hatte, kam mir dein Fazit fremd vor. Habe ich das damals gelesen? Das steht nach meinem Dafürhalten so nicht drin, jetzt wo ich es noch einmal überflogen habe. Wenn du natürlich das Sondervotum am Ende des Berichtes der Partei der Linken zum Votum der gesamten Enquetekommission machst(weil dies noch am eheseten deiner "Interpretation" nahe kommt), wo doch nur wenige Zeilen drüber z.B. die CDU in ihrem Sondervotum nahezu das Gegenteil fordert, dann ist das jetzt auch nicht gerade korrekt, dies als Gesamtvotum zu verkaufen... Die Kritik an einer Tochtergesellschaft der GEMA(CELAS), der die Enquete Kommission auch den Status einer Verwertungsgesellschaft in Abdrede stellt, bezieht sich aber zunächst mal nur auf diese Tochtergesellschaft.

    Gut, dann unterscheiden sich unsere Interpretationen. Ich jedenfalls lese das im politisch-diplomatischen Kontext, der ist stets vorsichtig-förmlich. Wenn Du meinst, dass dieser vorsichtiger Formulierungsstil darauf schließen läßt, dass es eigentlich gar nix bedeutet, dann ist das halt deine Interpretation. Bei derartigen berichten habe ich mir angewöhnt zwischen den Zeilen zu lesen. Wenn die UNO zbsp. verlautbaren lässt, dass sie die Menschenrechssituation in einem Staat als "bedenklich" ansieht, meinen die auch nicht "bedenklich", der geneigte Zuhörter muss sich halt die entsprechenden Bilder von Folterkellern dazu denken. (bevor du wieder drauf anspringst: nein, ich vergleiche die GEMA nicht mit einem zweifelhaften Regime)


    Ich für mich finde dagegen es schon als erstaunlich, dass die GEMA überhaupt direkt angesprochen wird - der Wink mit dem Gesetzgeber ist für mich ebenfalls ein solcher mit dem Zaunpfahl.


    Dein Auseinanderdividieren von GEMA und CELAS finde ich dagegen schon etwas arg gestelzt: ja, es ist ein Tochterunternehmen, was aus einem Nutzungsrecht auf einmal zwei machen soll , mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass dann GEMA und CELAS gegebenenfalls auch zweimal kassieren können.

    Das Patentamt hat übrigens heute schon als Schiedsstelle die Aufsicht über die GEMA Tarife und dort wird gerade die Prüfung der neuen Tarife eingeleitet. Wlso nix von Forderung die GEMA vom Patentamt überwachen zu lassen Zitat: Die Verwertungsgesellschaften unterliegen der staatli- chen Aufsicht durch das Deutsche Patent- und Marken- amt (DPMA) Wie man sieht, soll deine Interpretation es erscheinen lassen, als habe die Kommission den Eindruck gewonnen, die GEMA müsse wegen komischer Dinge vom Marken und Patentamt überwacht werden, steht aber gar nicht im Bericht. DIE STEHEN SCHON IMMER UNTER DER AUFSICHT....

    Didi, ich mag es so gar nicht, wenn - um im Rahmen einer Diskussion die eigene Stellung zu retten - Dinge behauptet werden, die der jeweils andere nicht gesagt hat:
    Ich habe an keiner Stelle behauptet, dass die GEMA keiner Kontrolle unterläge und die Kommission jetzt erst deren Überwachung angeregt habe. Wen Du meine Zeilen mit der nötigen Aufmerksamkeit gelesen hättest, wäre Dir aufgefallen, dass ich davon gesprochen habe, dass die Kommission eine STÄRKERE Aufsicht befürwortet und daher die Übertragung der Aufsichtskontrolle "weg vom Patentamt" hin einer eigenen bundesrechtlichen Regulierungsbehörde als sinnvoll erachtet. Die Aufsicht soll also vom Patentamt zur einer extra-Behörde verlagert werden.
    Wenn Du nun klarzustellen meinst, dass es ja schon immer eine Aufsicht geben würde und ich das fehlerhaft übersehen habe, kann ich nur sagen: Nein, du liest einfach oberflächlich. Dass es eine bisherige Kontrolle durchs Patentamt gab, weiß und wußte ich und habe es auch selber geschrieben. Der Hinweis in Großbuchstaben war überflüssig.


    Zitat von »seelanne«




    und: hälst du das PRO-Abrechnungsverfahren - soweit es überhaupt nachvollziehbar ist - für okay ?

    Das Pro Abrechnungsverfahren ist bereits Geschichte. Wie ich bereits sagte, man sollte sich besser erst informieren, bevor man loswettert!
    Das Pro Verfahren ist auf der Mitgliederversammlung am 27.6.12 nach langen Jahren der Kritik INNERHALB der GEMA abgeschafft worden!

    Oh, am 27.06.2012 wurde also das PRO-verfahren endlich abgeschafft ? Dann bin ich ja glatte 7Tage zu spät gewesen. Das ist ja ein Ding, da kann man mal sehen, wie relativ der Begriff von "Geschichte" doch ist. Stimmt, das lässt ja dann alles in einem anderen Licht erscheinen, dann ist ja alles in Ordnung ................ Entschuldige, aber ich habe auch noch was anderes zu tun, als jeden Tag in die Kabeluntiefen des www zu kriechen, um herauszuknoblen, was die GEMA in den letzten Tagen grade wieder mal so treibt.


    Das ProVerfahren war ne Abzocke und ne Geldbeschaffungsmaschinerei für die, die ohnehin schon genug Kohle haben. Das wurde nun nach langen der Kritik abgeschafft. Splendid. Auffällig nur, dass dieser Unfug Jahre angedauert hat und erst auf Druck von außen - bzw. von benachteiligten Mitgliedern - geschehen ist.

    Zitat von »seelanne«




    PS: der Vergleich mit der GEZ war ein stilistischer, kein inhaltlicher, wie ausdrücklich zu lesen.

    Zitat von Drumdid: Das macht ihn nicht weniger unsinnig, sondern er agiert mit typischen Mitteln von Stimmungsmache, man nenne im Zusammenhang mit etwas, was man als schlecht darstellen möchte, was in breiten Teilen der Gesellschaft auch sehr negativ bewertet wird und schon färbt das eine auf das andere ab oder schafft einen bestimmten Nutzen für die eigene Position, ohne dass es einen inhaltlichen Zusammenhang gibt. Frei nach dem Motto: findet ihr Kinderschänder scheisse? Dann wählt NPD! ...

    Dein Abwehr und Beissreflx in Sachen GEMA scheint ein großer zu sein: Der von mir angestellte Vergleich war sinnig. Dass Du die Parallellen verkennst, ist nicht mein Bier: Ibn beiden Fällen ging es um Maßnahmen einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft einerseits ( GEZ) und einer mittels konkreter Rechtsvorschriften quasi zur Beliehenen qualifizierten privatrechtlichen Organisation (GEMA), die beiden in den konkreten Fällen zwar rechtmäßige Maßnahmen durchgeführt haben, wo sich aber trotzdem jeder normale Mensch mit gesundem Menschenverstand an den Kopf packt und sich fragt, in welcher Welt wir leben. Das ist die Parallelle, die ich -da ja rechtens - zumindest stilistisch zu bemängeln mir erlaubt habe.Dass derartige Vorgänge für dich nicht hinterfragbar, wurde zur Kenntnis genommen.

    (Aber zum Glück verliert der universelle Hassgegner GEZ ab dem 1.1.13 auch endlich seine Funktion, wenn er durch die Haushaltsabgabe ersetzt wird.
    Dann hört auch endich dieses GEZ gebashe auf. Wenn ich mir vorstelle, was für eine tV und Rundfunklandschaft in d existierte, gäbe es nur den Dreck der Privaten und keinen ÖR. Da will ich gar nicht dran denken...)

    Die GEZ ist eine unnötiges Monstrum, was Unsummen an Kohle verschlingt. Statt die Rundfunkgebühren ganz normal über feste Abgaben zu finanzieren, wurde ein Verwaltungswasserkopf gebildet, der die Rundfunkgebühren selber nochmals belasten. Die Kosten für die GEZ betragen rund 164 Millionen jährlich. Aber auch die Gesetzesänderung zum 11.1.2013 wird da nicht wesentliches neues bringen. Über den äußerst zweifelhaften Umgang mit personebezogenen Daten wollen wir mal lieber ebenfalls schweigen, das ist ein - für die GEZ - recht unrühmliches Feld.


    In Sachen GEMA allgemein bleibt es jedenfalls dabei:


    Auf dem unwegbaren Gelände des geistigen Eigentums und des Urherberechts ist die GEMA ein monopolistisches Gebilde, welches die rein privat-wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder schützt. Hierbei wurde sie mittels Gesetzen nebst einer Vielzahl von Monopolbestimmungen, Anscheinsbeweisen und Beweislastumkehrungen ordentlich vom Gesetzgeber ausstaffiert, so, wie es eigentlich sonst nur eine öffentliche Behörde erhält. Es stellt sich hier hier schon die Frage, wie eine privatrechtliche Organisation mit derartigen rechtlichen Hilfsmitteln und Machtfülle versehen werden kann. Wenn dies aber schon geschieht, dann sollte man schon eine gehöriges Maß an Transparenz und demokratischem Selbstverständnis erwarten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es hieran zuweilen doch mangelt.


    Der Schutz des geistigen Eigentums war und ist im übrigen dabei nur ein moralischer Denkmantel: Die GEMA schützt nicht das geistige Eigentum (und kann es ja auch faktisch gar nicht schützen). Es geht vielmehr um die Kapitalisierung der Tatsache, dass das Eigentum grade nicht geschützt werden kann: Um die Kapitalisierung der Nutzungsrechte geht es und um nichts anderes, es geht - wie immer - um Kohle. Die GEMA ist dabei streng genommen auch keine Verwertungsgesellschaft, sie ist vielmehr eine Urheber-Polizei, nicht sie verwertet das geistige Eigentum von Künstlern, sondern sorgt dafür, dass bei FremdVerwertungen kassiert wird. (Deswegen ja auch hier schlechter Ruf.)


    Dagegen ist im Prinzip ja auch nichts zu sagen, aber der konzeptionelle Unterschied ist natürlich schon entscheidend:


    Sollen Werke nicht geschützt werden, sondern eben möglichst häufig aufgeführt und abgespielt werden, um hierbei Tantiemen zu kassieren, gerät man leicht in die abstruse Rolle eines Musterschülers bei einer Klausur, der die Lösung zwar stolz an die Tafel malt, aber anschließend seine Mitschüler ermahnt, bitte nicht abzuschreiben. Will sagen: Wer auf maximale Verbreitung seiner Werke setzt, darf sich nicht wundern, wenn dem Feld der Rechteverletzung überhaupt der Boden bereitet wird.


    Und da sind wir dann auch schon beim entscheidenden Punkt: Wer zur Verbreitung seines Werkes alle erdenklichen modernen Medien nutzt, die Medien (bsp. beim Übergang vom Vinyl zur CD) sogar dazu nutzt, doppelt und dreifach bei den Kunden abzukassieren, wer jede erdenklich technische Neuerung ausnutzt, um die Werke an den Mann zu bringen (Internet), der muss sich der Gefahren dieser Nutzung bewusst sein. Hier nimmt es sich schon als seltsam anmutendes Verhalten aus, einerseits seine Geschäfte mit und mittels der neuen Medien machen zu wollen, andererseits dann aber wieder, wenn eben diese Medien ihre Pferdefüße zeigen, dann nach dem Gesetzgeber zu rufen, der gefälligst doch das geistige Eigentum schützen soll und die Werk-Diebe ihrer gerechten Strafe zuführen soll.


    Denn wo steht eigentlich geschrieben, dass geistiges Eigentum grenzenlos gelten soll ? Bei sachlichem Eigentum leuchtet die Frage seltsamer Weise unmittelbar ein: Mein eigener sündhaft teurer Oldtimer darf nicht geklaut werden, okay. Stell ich aber das Auto auf den Marktplatz aus, um Kohle für die Besichtigung zu kassieren und mich als toller Hecht feiern zu lassen, lass dabei aber den Schlüssel stecken und mach auch noch die Fenster runter, ist das Diebstahl einfach Geschäftsrisiko, wahlweise Dämlichkeit. Real würde ich sogar noch eine Bußgeld von der Polizei kassieren wegen Schaffung einer Gefahrenquelle und Veranlassung von einer Straftat.


    Wenn der Künstler das gleiche aber im Internet mit seinem geistigen Eigentum macht, dann soll das anders sein. Daher die Frage: Kann bzw. muss man bei entsprechender Publizierung von Werken in der Öffentlichkeit, insbesondere im Internet, nicht einfach auch mal eine Pflicht postulieren, gewisse Fremdnutzungen einfach hinnehmen zu müssen ? (Über das Ausmass kann man ja diskutieren.)


    Zur GEMA kann man einfach sagen: Der beste Schutz vor geistigem Diebstahl ist immer noch, das Werk nicht zu publizieren. Aber das will ja eben keiner, es geht um maximale Verbreitung und damit maximalen Gewinn. Wer A sagt, muss aber auch B sagen: dann reden wir auch über maximales Risiko. Die Konzeption des Urheberrechts und auch des GEMA-Systems ist eben ein anderes: man will A haben, aber nicht B. Für mich ein Paradox.


    Ebenfalls paradox und auffällig, wie sonderbar herausragend das geistige Eigentum geschützt wird: Nach § 54 UrhG wird auf alle technischen Geräte, die der Vervielfältigung dienen, eine "GEMA (bzw. VG Wort)-Aufschlag" erhoben, um quasi prophylaktisch etwaige Urheberrechtsverletzungen schon auszugleichen, bevor sie überhaupt begangen werden. Das überrascht: ein Hersteller von Waffen muss an die Krankenkassen keinen Aufschlag abführen für die etwaige potentielle Verletzung und Tötung eines Menschen durch eben diese Waffe.


    Da bin ich aber auch schon ziemlich offtopic geraten. Egal. Cheers.


    See


    Warum das alles mit den Absätzen nicht so funktioniert hat, keine Ahnung.

    ich hab eigentlich nur das - zugegeben etwas blumiger - ausgesprochen, was die Enquette Kommission des deutschen Bundestages vom 23.11.2011 zum Thema Verwertungsgesellschaften festgestellt hat. Hier wurden eben insbesondere die Fragen der Transparenz (u.a.auch bzgl. Gegenseitigkeitsverträgen) und der demokratischen Mitbestimmung angemahnt und durch die Blume ausgesprochen, dass - wenn die GEMA das nicht selber auf die Reihe bekommt - der Gesetzgeber tätig werden müsste. Im übrigen wurde eine stärkere Aufsicht der GEMA gefordert und in diesem Zusammenhang sogar die Übertragung der Aufsicht weg vom Patentamt hin zu einer bundesrechtlichen Regulierungsbehörde gefordert. In diesem Zusammenhang kann dann ja auch mal erwähnt werden, dass das Patentamt bereits im Hinblick auf die GEMA-Beteiligung an CELAS eine Prüfungsverfahren eingeleitet hat.


    und Zwangsmitgliedschaft: Wie mans nimmt, nein, keine rechtlich im Sinne der Mitgliedschaft in Innungen oder berufsständischen Einrichtungen, aber ne faktische, weil Monopol, oder hast du in Sachen Verwertungsgesellschaften die Auswahl ? Wäre mir neu.


    und: hälst du das PRO-Abrechnungsverfahren - soweit es überhaupt nachvollziehbar ist - für okay ?


    PS: der Vergleich mit der GEZ war ein stilistischer, kein inhaltlicher, wie ausdrücklich zu lesen.

    Sorry, aber die gesamte Konstruktion der GEMA, ihr System, ihre undurchsichtige Abrechnungspraxis, ihre vollkommen untransparente Geschäftspolitik und ihr etwas eigentümliches demokratisches Selbstverständnis - grade auch im Umgang mit eigenen Mitgliedern - gepaart mit quasi hoheitlichen Befugnissen ist angesichts der Jahreszahl, die wir schreiben, ein Anachronismus in fast jeglicher Hinsicht : Solch verschrobener Verband verbunden mit solcher Machtfülle läßt sich im wohlverstandenen demokratischen Licht immer eher wie ein sektenhafter Geheimbund als denn ein Hüter von Rechten erscheinen.


    Der rechtliche Trick dabei ist natürlich, dass die GEMA zum einen eben nicht rein privatrechtlich ist - sonst könnte sie sich die meisten Böcke gar nicht schießen und hätte gar nicht soviel Macht -- sondern eben eigentlich schon fast staatlich-hoheitlich Beliehene ist, die - wie alle derartigen Zwitter-Gewächse - dann aber, wenns hart auf hart kommt, doch wieder nicht den Regeln des öffentlichen Rechts unterliegt (und damit auch rechtsstaatliches Handeln nicht an den Tag legen muss) und sich in die zwielichtigen Untiefen des Privatrechts zurückziehen darf.


    Inhaltlich hat sich die gesamte Geschäftspraxis der GEMA vom Schutz des Urheberrechtes verwandelt zu einem reinen Finanzriesen, der so viel Geld scheffeln will, wie er eben kann. Dabei wird das Urheberrecht sogar ja schon mittlerweile als Anlass genommen, auf Basis eines bloß abstrakten Gefährdungsgedanken Kohle zu kassieren. GEMA -gebühren auf Speichermedien (USB-Sticks bsp): Ich meine, gehts noch ? Das ist ungefähr so, als wenn jeder, der Gitarrenseiten und Drumsticks kauft, eine GEMA-Gebühr mitbezahlen muss, weil er theoretisch mit dem Instrument urherberrechtlich geschützte Titel spielen kann. Aber ich bin sicher, auch diese Lücke wird noch geschlossen. Ich bin da eigentlich ganz guter Dinge. Vielleicht sollte man in Zukunft gleich bei Geburt ne GEMA-Abgabe zahlen müssen, weil man mit seinen Stimmbändern ja schließlich irgendwann in seinem Leben mal urheberrechtlich geschütztes Liedgut öffentlich in die Weltgeschichte hinauspfeift.


    In Sachen Stil brauchen wir ebenfalls nicht weiterzudenken: Die Abgabenanforderung bei öffentlichen Kindergärten wegen Vervielfältigung von Kinderliednoten ist da nur die Spitze einer Schildbürgerei, die den Umtrieben der GEZ in nichts nachstehen. (Letztere hatte z.Bsp. einst Hochschulen hunderttausende Euronen in Rechnung gestellt, weil die Unis Fernseher zum Abspielen von Lehrvideos bereithalten!).


    Daher machen wir uns nix vor: Die armen Künstler werden von der GEMA nicht geschützt, sondern die Musikindustrie, nebenbei schützt sich die GEMA natürlich vorrangig selbst, wie jeder ordentliche Zwangsmitgliedschaftsverband: die einmal erworbenen Pfründe müssen selbstredend bewahrt werden. Die Musikindustrie ist aber selbstverschuldet in der Hölle: Wer einem Robbie Williams bsp. seinerzeit 100 Millionen für einen Plattendeal zahlt, soll von mir aus dahingehen, wo die Sonne relativ selten scheint bzw. befindet sich dort - einmal angekommen - in zutreffend angemessener Umgebung.


    Just my 5 cent.


    See


    PS: Zahlt die GEMA eigentlich selber gesonderte "Erfinderabgaben" an den Erfinder des USB-Sticks ? ;)

    und keine Version ist wie die andere.



    Einfach KLASSE!!

    super version: danke !!


    das stück nutzt und nutzt sich einfach nicht ab, ein echter klassiker. einer der schönsten titel ever.


    jetzt muss ich nur noch vinnie davon überzeugen, dass die Dark energy besser sind als die 602er und mein Lebenswerk ist vollbracht.


    See

    Ich kenne keine Schlagzeugerinnen, die mich je begeistert hätten oder die ich mir hätte als Lehrerin vorstellen können.


    Aus meiner Sicht sind Männer die besseren Schlagzeuger.

    Ich muss zugeben, ich habe auch keine weiblichen Vorbilder. So traurig das auch klingen mag, aber an Drummer wie Abe Laboriel jr. etc. kommen Frauen bis jetzt nicht dran.

    Tja, gegen Vorurteile kann man wenig machen, sind sie doch zumeist aus Nichtwissen geboren, dass aber selbst ne Frau keine Geschlechtsgenossinnen zu nennen weiß, irritiert dann doch sehr:


    Vielleicht mal Anspieltips zur größten Drummerin aller Zeiten


    I. Herbie Hancock Acoustic
    http://www.youtube.com/watch?v=VKVTf0VfuEo&feature=related


    (das ist Part 1, auch alle anderen Parts 2,3,4,5 sind auf youtube zu sehen)


    --- was sie da spielt, ist musikalisch gesehen eigentlich schon nicht mehr menschlich


    II.Solo


    http://www.youtube.com/watch?v=DKl2kXJ_AmE&feature=related



    III. Solo in 7/4 (schlechte Audioquali, aber es reicht, um zu hören, was da abgeht):


    http://www.youtube.com/watch?v=pXGT6sny7QI



    IV. Sonstiges
    Einer ihrer schönsten Soli ist auf der Future2Future DvD von Hancock. Leider nicht im Web erhältlich. D.h. Future 2 Future schon. aber nicht das Solo.



    Also mir reicht die Dame, um alle Vorurteile ad acta zu legen.


    See