Beiträge von Seelanne

    brauch ich nicht.
    Habe mir einfach mal den Luxus erlaubt, auch einfach mal Posts nur grob zusammenfassend über den Kamm zu scheren und in den mir passenden Topf zu werfen, ohne sie genau zu lesen. Macht wenig Spaß und Sinn, oder ?


    ...... und gut ist.


    See

    ??? das hat mit Angst vor schwindender Wertschätzung doch nix zu tun:
    Ich selber lege doch den Finger bei den Kollegen (und damit auch bei mir) in die Wunde und kritisiere das Verhalten der Anwälte. Desgleichen würde ich mir dann aber auch von anderer Seite wünschen, wenn es um die Ursache der ganzen Misere geht.


    Es geht mir im übrigen zunehmend auf den Zeiger, wenn man hier in den Topf geworfen wird mit irgendwelchen etwaigen Diskutanten aus irgendwelchen anderen Freds, die mal irgendwann in die gleiche Richtung geschossen haben und derlei dann gleich mit Worten wie "Unsinn" "Lächerlich" und dergleichen mehr betitelt wird.


    Wenn sich jemand hinstellt und sagt, ich bin Musiker, ich will maximale Kohle und daher auch das maximale Urheberrecht, GEMA finde ich im übrigen ohnehin Spitze, ihre Geschäftspraktiken sind desweiteren äußerst löblich, das soll man das tun, aber hier nicht versuchen, diese Haltung auch noch als die allein seligmachende Meinung hochzustilisieren und alle anderen als lächerliche Flachköpfe abtun.


    So..... nu bin ich endgültig raus aus dieser Disku. Die ist ja ohnehin unsinnig, da ja alles in Ordnung ist, ich sehe das allmählich auch ein.


    See

    1.Entschuldige, dass - bevor ich hier diskutiere - nicht alle deine Post in allen Freds hier im Forum vorher durchgelesen habe. Gelobe Besserung, wird nicht wieder vorkommen.


    2.Du scheinst dafür aber noch nicht mal die Posts zu lesen, die in diesem Fred gemacht werden: ich habe an keiner Stelle behauptet, Musiker müssten sich rechtfertigen, im Gegenteil: Wenn du meine Posts aufmerksam gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, dass ich grade bemängelt habe, dass der Urheber selber gar nichts an dieser ganzen Abmahngeschichte verdient und nur dort die Kassen voll gemacht werden, wo sie eigentlich gar nicht hingehört, von daher deine Kritik vollkommen fehl geht. Aber ich sehe schon: daher weht der Wind: Das finanzielle Selbstverständnis als Musiker. Okay, dagegen lässt sich nicht argumentieren ................ aber eigentlich auch nicht mit.


    3. Welchen Rückschluss soll man denn bei den Zahlen sonst ziehen ? Das würde dann doch mal interessieren. Und ob das nun eine originäre Erfindung ist (btw: das ist ein weißer Schimmel, Erfindungen sind immer originär), ist doch völlig wuppe. Ich wüßte aber zumindest keinen Wirtschaftszweig, bei dem das Abmahnwesen derart exorbitante Kohle einspielt, wie in der MI (die Filmbranche vielleicht noch).


    Gut, aber dann ist ja alles in bester Ordnung in Sachen Urheberrechtsschutz. Weitermachen .................

    Zitat von »seelanne«




    PS: Ich mag Titulierungen wie "absolut lächerlich", "Unsinn" und dergleichen nicht wirklich. Du bist mit derlei Begriffen relativ leicht bei der Hand.

    Nö. so leicht bin ich nicht bei der Hand. Nur qwenn immer wieder irgendein neue Chimere aus der Büchse der Pandora gezückt wird, die instrumentalisiert ins Felde geführt wird, aber der Sache gar nicht dienlich noch gerecht wird, kommen von mir solche Aussagen. Das hat auch mit gewissen Abnutzungserscheinungen zu tun, wenn man immer wieder mit den gleichen Mechanismen zugeschmissen wird, die gar nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun haben

    1. Neu ist die Chimäre nicht: ich vertrete diese Ansicht seit Beginn meiner Posts hier.
    2. Chimäre sind Trugbilder: ich hatte die Umsatzzahlen und den Werdegang von Abmahnverfahren im großen Stil detailliert dargelegt. Wüßte jetzt nicht, was daran trügersich sein sollte.
    3: Büchse der Pandora versteh ich nicht: Die einzige Büchse der Pandora im hiesigen Zusammenhang ist das www., nicht meine Beiträge.
    4. Thema des Posts ist seit geraumen Seiten der Schutz des Urheberrechts im www und wie er sich in der Realität darstellt. Warum meine Ausführungen jetzt nicht dienlich sein sollten, will mir nicht einleuchten, dass sie dir nicht schmecken, schon.

    Zitat von »pbu«




    Was hältst du von Leutis Gesetz zur endgültigen Gebührenbegrenzung für die 1. Abmahnung?

    1. Genau das meine ich!
    Und schon ist diese ganze Sache vom Tisch.
    2. Und ich bleibe auch dabei, dass diese Behauptung, dass sei ein lukratives neues und erwünschtes Geschäftsfeld der MI und der Rechteverwerter und in ihrem Sinne Unsinn ist.
    3. Wie ich schrieb, kann so etwas nur von Leuten kommen, die ihren Fuß noch nie wirklich in die Tür dieser Branche gesetzt haben.
    4. Vielleicht sprechen da auch eher die Denkweisen eines Anwaltes als die Denkweisen von Musikern, Producern, Verlagsleuten und Verwertern.
    Die denken nämlich normalerweise an ihren "normalen" Geschäftsmodelle und versuchen DIESE zu verteidigen!

    1. Super, als wenn das von dir als Vorschlag gekommen wäre. Im übrigen: Wenns so einfach wäre: toll, Fürchte nur, diese Regelung kommt nicht, wollen wir wetten ? (s.u.)
    (Man muss im übrigen dazu sagen: Mit der Regelung wäre noch nix gewonnen, da der Schadensersatzanspruch über die Lizenanalogie immer noch greift und die gerichtlichen gebühren ja dann immer noch höher sein können wie gehabt).


    2. Thema Unsinn: Sieh dir doch die Zahlen an und dann erzähl mir, was daran Unsinn ist.
    3. Solche Sachen kann nur von Leuten kommen, die sich (fast) jeden Tag mit sowas beschäftigen.
    4. Die Sache ist die: kein Anwalt wird von alleine tätig, der malt sich seine Aufträge nicht selbst, er wird beauftragt, von wem wohl ?? ;)


    Schließen wir es ab:
    Ich mach mit Dir ne Wette. Sollte das Gesetz der Begrenzung der Streitwerte auf 500,00 € für Urheberrechtsverletzungen im www bis Ende 2013 erlassen worden sein, so wie es jetzt geplant ist, zahle ich 100,00 € an den DrummerForum-Freundeskreis. Wenn nicht, zahlst du die 100,00. Einverstanden ?



    See

    Ja, ich meinte nicht den 97a II (Zustand wie neu, unbenutzt), sondern das neue Vorhaben:


    http://www.verbraucher-papst.d…r-laesst-auf-sich-warten/

    ist das schon wieder was neue ?


    Ich wusste jetzt nur von der Glattbügelung von Streitwerten bei Urheberrechtsverletzungen im www auf 500,00 € durch Änderung des GKG.


    mal rechnen (1,3 + AuslP + 19 % ................. ) jau, ist wohl genau das gleiche.


    DAS wäre - wenn es kommt - ein echter Durchbruch. Fürchte aber, sowas kommt nicht. Das wäre ja geradezu radikal: Das werden die Lobbyisten schon verhindern.

    § 97 a II UrhG ??


    Absolute Zustimmung, geht in die richtige Richtung:


    In der Praxis hat sich das Ding aber noch nicht bewährt: Kernpunkt der Schwäche ist einfach, dass gerade bei den File-Sharing-Fällen § 97 a II UrhG von den Gerichten zumeist nicht angewandt wird.


    insgesamt wäre es aber schön, wenn der gesetzesentwurf zu den streitwerten tatsächlich kommt. das wäre ziemlich ein durchbruch.

    Wirfst du da nicht etwas durcheinander? Edit: Ich drücke es unverfänglicher aus: Vermischst du da nicht etwas?


    Was hältst du von Leutis Gesetz zur endgültigen Gebührenbegrenzung für die 1. Abmahnung?

    § 97 a II UrhG ??


    Absolute Zustimmung, geht in die richtige Richtung:


    In der Praxis hat sich das Ding aber noch nicht bewährt: Kernpunkt der Schwäche ist einfach, dass gerade bei den File-Sharing-Fällen § 97 a II UrhG von den Gerichten zumeist nicht angewandt wird.

    @ Seelanne:


    Mein Eindruck ist, dass Änderungsbedarf allseits erkannt wird.
    Den Bogen von der Gema zu betrügerischen Abmahnungen kriege ich nicht hin.
    Was hältst du denn von Wettbewerb unter den Verwertungsgesellschaften?

    dass das allseits erkannt wurde, mag sein, aber es wollen zu wenige ändern, da zu gut dran verdient wird.


    Zum Wettbewerb: Habe ich mir auch schon den Kopf drüber zerbrochen, aber letztlich befürchte ich nur eine Mulitplizierung der bestehenden Verhältnisse. Ein schlechter Zustand wird ja nicht dadurch besser, dass man ihn erstmal theoretisch verzweifacht. Sicherlich würde Wettbewerb eine Entzerrung der wirtschaftlichen Macht bedeuten, aber - wie gesagt - ob nun 1 oder 5 "Verwertungsgesellschaften" die Bevölkerung mit Abmahnungen überziehen, macht im Ergebnis keinen Unterschied, wenn nicht gleichzeitig etwas am System selbst geändert wird. Immerhin - das sei zugegeben - könnten so Verwertungsgesellschaften entstehen, die die Beteiligung der Urheber an den Schadensersatzforderungen unterstreichen und die Gewinnmargen kleiner ausfallen läßt.


    See

    Wie war das mit der Henne und dem Ei?
    .........................
    Das Thema Abmahnwirtschaft ist ein gesondertes und bedürfte einfach einer Regleung durch den Gesetzgeber, dass es nicht mehr ein so lukratives Geschäft für die Abmahnkanzleien ist.
    Und fertig ist die Geschichte.
    ....................

    ???????


    Wer schützt denn dann deiner Meinung nach noch das Urheberrecht, wer bezahlt die Schützenden und wer lässt sich denn dann noch abschrecken ???????????


    See


    PS: Ich mag Titulierungen wie "absolut lächerlich", "Unsinn" und dergleichen nicht wirklich. Du bist mit derlei Begriffen relativ leicht bei der Hand.

    naja, ich wiederhole: der springende Punkt ist, dass mE die GEMA und die Musikindustrie gar kein Interesse haben, das Urheberrecht stärker zu schützen. Was die landläufig erzählen, ist Augenwischerei und den Leuten Sand in die Augen zu streuen: Tatsächlich erfolgt dass, wie von mir im Max-und-Moritz-Post(Post315) skizziert wurde:


    Wie schon ausgeführt, ist die GEMA nicht dazu da, das Urheberrecht zu schützen oder selber zu verwerten, sondern Fremdverwertungen zu überwachen und hierbei zu kassieren. Je mehr Fremdverwertungen, desto höher die Rendite, also umso besser. Unberechtigte Fremdverwertungen unterscheiden sich nun von genehmigten Fremdverwertungen nur durch den Kostenaufwand, den die Industrie/GEMA zum Aufspüren der unberechtigten Verwertungen benötigt.


    Aber gerade da macht die Muskindustrie/GEMA eben ein Riesen-Geschäft: Sowohl Musikindustrie, GEMA als auch eben die entsprechenden Anwälte verdienen alle bestens mit den unberechtigten Nutzungen im www. Es ist ein eigener Industriezweig geworden mit Umsatzzahlen bis zu 2 Milliarden in den letzten 8-10 Jahren. Es bestehen bereits seit längerem ernsthafte Stimmen, die der Ansicht sind, dass die Musikindustrie mit der Verfolgung unberechtigter Nutzung mehr verdient, als wenn es diese nicht gäbe.


    Ein weiteres Bonbon ist hierbei ja grade, dass Einnahmen aus Abmahnungen nicht an den Urheber weiterleitet werden müssen, jeder Euro, der da nach Abzug der Kosten übrig bleibt, ist praktisch Nettogewinn. Hauptbestandteil dieses Geschäftsgebahrens ist aber eben inbesondere der Umstand, dass die Industrie in der Regel Rechtsverfolgungskosten geltend machen, die tatsächlich niemals entstanden sind und sich die Rendite dann anschließend teilen: Man könnte sowas - wenn nachgewiesen - vorsätzlichen Betrug nennen. (Interessant ist, dass wenn man diesen Umstand im Rahmen einer gerichtlichen Auseinandersetzung geltend macht, da werden die Kinderaugen auf der Gegenseite auf einmal ganz groß).


    Diese ganze Abmahngeschichte ist desweiteren natürlich auch ein Paradebeispiel für die Ausübung von wirtschaftlicher Macht und ihrem Sieg über die Rechtsordnung: Wurden früher noch ganze Staatsanwaltschaften praktisch lahmgelegt durch hunderttausende Strafanzeigen wegen Urheberrechtsverletzungen, sind es jetzt die Landgerichte, die vor der Flut kapitulieren und in verfassungsrechtlich höchst bedenklich Art und Weise Abmahnungsanträge und die davor gelagerten Auskunftsansprüche bei den Providern zur Ermittlung der IP "durchwinken", ohne sie zu prüfen. (Die Staatsanwaltschaften hatten seinerzeit zunehmend angefangen sich zu weigern, sich zum Büttel der Industrie machen zu lassen und entsprechende Ermittlungen nicht länger aufgenommen, durch die dann die Industrie an die Providerdaten kam. Daraufhin wurde das Gesetz geändert, nun konnten die GEMA und die Industrie - zivilrechtlich - einen Auskunftsanspruch bei Gericht geltend machen, sodass dann dort die Kapazitäten seither nicht länger ausreichen: Es mussten sogar an einigen Landgerichten Sonderkammern gebildet werden,die die Flut von Anträgen bearbeitet, wobei von bearbeitet nicht gesprochen werden kann: Die Anträge werden nur noch auf Vollständigkeit überprüft und ansonsten eben "durchgewunken". Abgesehen von der verfassungsmäßigen Bedenklichkeit -hier werden schließlich Telekommunikation-Daten quasi auf bloßen Zuruf preisgegeben- kostet das alles den Steuerzahler Millionenbeträge.


    Die Umsatzzahlen mal zur Vertiefung: Rund 2 Milliarden (!) Umsatz in den letzten 10 Jahren
    2011: 218.000 Abmahnungen Gesamtwert 165 Mios.
    2010: 570.000 Abmahnugen Gesamtwert 412 Mios.
    2009: 453.000 Abmahungen Gesamtwert: 290 Mios.
    (Zitiert aus gulli.com, link s.u.)


    Und das sind nur die offiziellen Zahlen der Abmahn-Schutz-Vereinigungen aus den per-to-per-filesahring Fällen (!), die Dunkelziffer dürfte bei weitem höher liegen.


    Wüsste man es als jemand, der beruflich schon damit hinreichend zu tun gehabt hat, nicht ohnehin schon, wurde die ganze Masche für die Öffentlichkeit doch auch spätestens durch die Wiki-Leaks-Veröffentlichungen von Unterlagen der größten Ermittlungsfirma (nebst Informationen eines Anwaltes direkt aus einer großen Abmahnkanzlei) hinreichend publik. Bei derartigen Umständen wundert man sich dann aber schon sehr, dass offensichtlich unter Musikern - wie hier - die wirtschaftliche Realität so völlig verkannt wird und im Gegenteil auf Kritik an der GEMA quasi schon hochsensibel reagiert wird, als wenn man den Untergang des Abendlandes fordern würde ("Unsinn", Schwachsinn", "sachlich daneben" etc.pp).


    Fazit:
    Die Industrie überschwemmt die Menschheit mit musikalischen und anderen urheberrechtlichen Tretminen im ww; gehen die dann im Wege der Urheberrechtsverletzungen hoch, hat die Musikindustrie einen höchst lukrativen Weg gefunden,hieraus immenses Kapital zu schlagen. Bei der Vorgehensweise, wie sie sich nachfolgend darstellt, muss man zu den "Tretminen" auch eigentlich schon "Köder" sagen.
    Bei der Rechtsverfolgung werden hierzu fiktiv Schadensersatzpositionen geltend gemacht, die in dieser Höhe nicht bestehen (genau genommen wird strafrechtlich höchst bedenklich vorgegangen). Dass dieses ganze Treiben nicht von den Staatsanwaltschaften oder den Gerichten gestoppt wird, liegt einfach daran, dass die staatlichen Organe mit einer derartigen Flut von Anträgen "zugescho/i/ssen" werden, dass eine rechtsstaatliche Bearbeitung gar nicht mehr möglich ist. Die Judikative reagiert sodenn einfach darauf mit der Einschränkung verfassungsrechtlicher Rechtspositionen der Bürger. Desweiteren wird - um der Flut der Verfahren Herr zu werden - eine Menge "Anscheinsbeweise" aufgestellt, die einseitig zu Lasten des Bürgers und zu Gunsten der Industrie gehen. Viele allgemeine Rechtsgrundsätze werden hierbei im Rahmen des Urheberrechtes schlicht über den Haufen geworfen. Diese ganze Inanspruchnahme von Gerichten verschlingt im übrigen Millionen an Steuergeldern, die wir alle aufbringen müssen, damit die Musikindustrie ihren Reibach machen kann. Dass von den eingenommen Geldern dann auch noch nicht einmal (bis auf geringe Teile des eigentlichen Lizenzschadens) irgendetwas beim eigentlichen Urheber finanziell ankommt, ist dazu denn auch nur traurige aber fast schon folgerichtige Fussnote dazu.


    Die Sachlage für mich ist daher relativ klar. Wer dagegen immer noch meint, dass die Musikindustrie nette-ritterliche Menschen wäre, die eigentlich nur den Schutz des Urheberrechts und des geistigen Eigentums auf ihre Fahnen geschrieben haben, lebt mE irgendwo im Lala-land: Es geht nicht um Urheberrecht, es geht - wie immer - um Kohle. Der Schutz des Urheberrecht ist da nur der Anlass und mittelbares Reflexziel. Und das Entscheidende: Es geht nicht einmal um die Kohle des Urhebers selbst, sondern um Kohle der Industrie und Handlungsgehilfen. Und das Ganze auch noch zu Lasten des Steuerzahler.


    Wenn man radikal formulieren und denken würde: Die Musikindustrie ködert im www Urheberrechtsverletzungen, deren anschließende Verfolgung unter betrügerischem Vorgehen - subventioniert durch den Steuerzahler - Millionen einspielt, Gelder, die sie durch berechtigte Nutzungen niemals eingespielt hätte.


    Ich halte dies für eine unzulässige Verknappung und Verkürzung, dem Treiben aber durch zustimmendes Kopfnicken zu salutieren und nicht zumindest zuzugeben, dass auf diesem Gebiet dringender Klärungs- und Änderungsbedarf besteht, kann ich nicht nachvollziehen.


    See


    twmc:
    http://www.lawblog.de/index.ph…ofortzahler-liegt-bei-25/


    http://www.internet-law.de/200…-juristische-analyse.html


    http://www.gulli.com/news/1813…mahnungen-2011-2012-02-14

    .................................
    Ich bin ja ein Freund von kontinuierlichem Üben und ein Verfechter von Gewebefellen, Neopren- und Gummimatten und Platz ist in der kleinsten Hütte, aber auf mich hört ja keiner/kaum jemand.


    Grüße
    Jürgen
    Superstar (-besitzer)

    ...... sagt der Mann, der im Gebein eh' eine recht durchtrainierte Muskulatur haben muss, da seine Roto-Toms in Basketballkorb-Höhe aufgehängt sind. Das hält selbstredend - auch ohne Fahrrad- fit. :)


    See

    der Vergleich mit dem Radfahren stimmt zwar schon, aber eben auch in jeglicher Hinsicht:


    Grundsätzlich verlernt man es nie wieder. Spitzenleistungen gehen aber mit der Zeit verloren. Radeln kann man auch noch nach einer x-jährigen Pause. Die Tour de France wirst du aber eben nach einer Auszeit nicht mehr gewinnen, du wirst sie noch nicht einmal durchstehen.


    Auszeiten und Pausen sollte man daher als Chance begreifen: alte Bahnen und Routinen wurde verlassen, das kann einen Neuanfang bedeuten, bei dem man Dinge neu angeht, ohne dass einem althergebrachtes im Wege steht (Stickhaltung, Aufbau des Sets etc.). Im übrigen ist Auszeit nicht gleich Auszeit: Wenn man in der Pause viel Musik gehört hat, vielleicht sogar andere, als früher, kann das prägen und man geht in musikalischer Hinsicht an vieles anders heran als vorher. Das kann sich positiv auswirken.


    Im übrigen nimmt selbstverständlich mit zunehmendem Alter die Zeit, die man am Set verbringt, naturgemäß immer mehr ab, es sei denn, man ist Profi. Job, Frauen, Kinder fordern ihren Tribut und der ganz normale AlltagsWahnsinn lässt einen allmählich in Sachen Drummen abgeklärter in die Welt schauen. Wenn in jungen Jahren noch der neueste Lick des persönlichen Drumheroes im Zentrum der eigenen Existenz zu stehen pflegte und nichts auf der Welt wichtiger war, als eben diesen einen Break zu lernen und zu üben, schleift sich das mit der Zeit eben ab bzw. kommt zwar ab und an wieder, ist aber der Sinuskurve des Lebens unterworfen. Der einzige Vorteil: Man daddelt nicht mehr so rum, das Üben ist konstruktiver, weil man weiss, dass einem weniger Zeit zur Verfügung steht.


    Ansonsten ist dem bereits zitierten Gillespie wohl nichts hinzuzufügen.


    See

    .......... wobei mich die ganze Diskussion hier schon so verunsichert hat, dass ich schon nicht mehr weiß, ob ich mit meinem Post mich nicht der schändlichsten Urheberrechtszerfetzung schuldigst gemacht habe: Gut, Max und Moritz sind tot, auch schon länger als 70 Jahre, also genauer Willi, der Barde. Aber Pippi, also Astrid L aus S. wohl nicht. Ist also derartiges Zitatentum verächtlich oder nicht ? Mal drüber nachdenken ....................

    derKritische: Schön, dann feuert scotty jetzt die üblichen Raubkopierer Argumente ab. Das langweilt und ich weiß jetzt schon was er in etwa schreit, wenn man seine Arbeit ohne Entgelt nutzen möchte. LANGWEILIG!

    okay, ich hatte mich aus der unsinnig gewordenen disku ja schon verabschiedet, aber wenn ich höre, dass es langweilig wird, muss ich einschreiten (nicht persönlich gegen dich gemeint kritischer):


    Hatte in einem meiner vorigen Post schon mal versucht, zu verdeutlichen, dass die ganze Disku hier an der wirtschaftlichen Realiität vorbeigeht, daher zur Vertiefung folgendes Bespiel: x begeht Urheberrechtsverletzungen mittels Herunterladens per File-sharing an 300 Titeln : Bei berechtigtem Herunterladen hätte er pro Titel 1 € gezahlt.


    1.Eigentlicher Schaden des Urhebers: 300,00 €


    "JETZT" ruft Pippi zu Max und Moriz" JETZT beginnt der Zaubertrick: "Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt"
    (.....................bitte Trommelwirbel .... wir sind schließlich im Drummerforum ...............)

    2. Das wird aus dem Schaden in unserer Realität


    A. Schadensersatz nach Lizenzanalogie
    Statt den eigentlichen Kaufpreis für die Datei anzusetzen,wird im Wege der sogenannten Lizenzanalogie verfahren: Hierbei wird oftmals auf entsprechende GEMA-Nutzungstarife zurückgegriffen (man beachte: der Geschädigte darf seine eigenen Tarife zu Grunde legen, Prozesspartei und Gutachter gleichsam in einer Person !): Im Wege der freien Schadenschätzung bestimmen deutsche Gerichte den Schaden pro Titel dann einfach mal auf zwischen 15,-- € und 300,--. Wir wollen da nicht zurückstehen und verdonnern X in unserem fiktiven Fall mal zu 100- € pro Titel.


    Bingo: 100,-- € x 300 Titel = 30.000,-- € !!!


    "Aber das war nur der erste Streich, der zweite folgt zugleich ?" fragt Max. "RÖCHTTIGG" lacht Pippi.


    2. Kosten der Rechtsverfolgung:


    Die GEMA/Musikindustrie hat nicht nur den Schaden wie oben jetzt über einen Rechtsanwalt geltend gemacht, sondern diesen auch mit einer Unterlassungsabmahnung beauftragt. Die Kosten des Rechtsanwalt belaufen sich angeblich auf:


    Gegenstandswert: 50.000,-- € (30.000,-- für die Lizenzanalogie und 20.000,-- für die Abmahnung)
    RA- Kosten = rund 1.360,-- € (wenn X außergerichtlich nachgibt und zahlt)
    RA-Kosten = rund 3.300,-- € (wenn x als armer Tropf nicht reagiert und vors Gericht gezogen wird)


    Wir halten als Zwischenergebnis fest:

    Eigentlicher Schaden: 300,00 €
    wird mittels rechtlichen Zaubertricks zu
    33.300,-- € !!


    Das nennen wir mal eine Rendite.


    ABER HALT: Es geht noch weiter !! Jetzt kommt wieder Pippi: " Ich habe ein Haus, eine kunterbuntes Haus .............


    Die arme GEMA und die arme Musikindustrie mögen wir denken. Müssen die doch tatsächlich mindestens 1.360,00 € Anwaltsgebühren ausgeben und treffen eventuell auf einen mittellosen Langzeitstudenten,der keine Kohle hat, weder die Lizenzen noch die Anwaltskosten auszugleichen.


    Doch was ist das ? Vor der Kanzlei der Abmahnanwälte fährt in der Dunkelheit ein Laster vor: 10.000 Abmahnungen werden ausgeladen, alle in dreifacher Ausfertigung (damit der Kanzlei keine Kopierkosten entstehen). "Bis nächste Woche" ruft der Fahrer nach dem Abladen und verschwindet so geheimnisvoll wie er gekommen war.


    "Bis nächste Woche, soll das heißen, dass die jede Woche ...... ? fragt Max.
    "Ja, sagt", Moritz, "so scheint es".
    "Falsch" ruft Pippi, "so IST es !!!" Nicht alle über den selben Wert, aber immerhin". Und ich verrate euch noch was: ratet mal, was die Auftraggeber an die Anwälte zahlen pro Abmahnung ! ...... Na, kommt schon, ratet!"
    "Hm, ich würde sagen, diese 1.360,00 €, wie angegeben" murmelt Moritz.
    "Wieder falsch !!!!" ruft Pippi und zieht den beiden eine lange Nase.
    "Wieviel denn ? Na, sag schon": Max wird ungeduldig.
    "3 x 100 geteilt durch 2" lacht Pippi.
    " ????" Max und Moritz sehen sich fragend an.
    "150,00 € !!! Ihr Schlauberger !!" Pippi lacht und gibt beiden eine kräftigen Schlag mit der flachen Hand vor die Stirn.
    "Heisst das etwa ......." stammelt Moritz ....
    "Genau: Die angeblichen Anwaltskosten stehen nur auf dem Papier, fiktiv, wenn ihr wisst, was das ist"
    "Was ?" ruft Max, "die machen also als Schaden etwas geltend, was die gar nicht als Schaden haben ?"
    "So ist es !!" Pippi beginnt mit ihrem Kopf so zu wackeln, dass ihr Zöpfe hin-und-her tanzen.
    "Moment": Moritz hebt die Hand ": bedeutet dass dann auch, dass die ganzen veröffentlichten Schadensberechnungen der Industrie und der GEMA über den angerichteten Schaden diese ganzen fiktiven Zahlen beinhalten ? Also Anwaltskosten und diese analaalago....... na, die sache mit der Lizenz, du weisst schon was ich meine."
    "Schlauberger Moritz, du hast es erfasst".
    " .... und was passiert, wenn dann doch jemand mal zahlt ?" fragt Max ratlos.
    "Dann wird brüderlich geteilt zwischen Anwalt und Industrie." lacht Pipp und zieht Max die Nase lang.
    "Im besten Fall bekommen beide insgesamt 33.300,-- €. Aber da das ja eh keiner zahlen kann, läuft es meistens im besten Fall auf so ca. 5000,-- € für jeden heraus.
    "Dann habe beide zusammen so um die 10.0000,- € aus einem eigentlichen Schaden von 300,00 € gemacht" stellt Moritz anerkennend fest.
    "Du Dummerchen" lacht Pippi, "was ist denn mit den anderen 23.300,-- € ?"
    "Na, der Typ kann sie doch nicht zahlen" ...... Max versteht die Welt nicht mehr.
    "Aber deswegen sind doch nicht weg. Du musst dir eins merken, lieber Max. Zahlen, insbesondere Rechnungen, kannst du zwar herbeizaubern, aber wegzaubern kann sie keiner."
    "Und nun ?" auch Moritz ist mit seinem Latein am Ende.
    "Man verkauft sie !" Pippi strahlt.
    "An wen ?"
    "An Inkasso-Unternehmen !"
    " Das heißt, die Musikindustrie verdient auch noch an den offenen 23.000,-- €, auch wenn sie schon aus 300,00 € zusammen mit ihren Anwälten 10.000,-- gemacht haben ?
    " JAHA !!!" ............. und schon hüpft Pippi den beiden davon ....
    " Pippi, verrate uns doch noch bitte, wie oft kommt das denn so vor in Deutschland und wieviel Umsätze machen die mit diesen Abmahnungen !!!" ruft Max hinterher.
    " In den letzten Jahren ........ "aber dann fängt Pippi wieder an zu singen.
    ..............................
    "Jetzt singt sie wieder dieses Lied" murmelt Max.
    "Ja, aber irgendwie klingt es jetzt nicht mehr so schön" Moritz zuckt die Achseln.
    "Die Zahlen stimmen auch nicht mehr, die sie da singt".
    "ja, stimmt, sie singt .............. man das passt ja gar nicht in die Melodie: "1000 x 1000 x 2000 """
    "Wieviel ist das ?" fragt Max.
    "Hm, ich würde sagen, rund 2 Milliarden" Moritz sieht Max fragend an.
    "Komm" sagt Max "Wir gehen"
    "Was hast du vor ?"
    " Weiss noch nicht ... komm,wie holen uns auch so einen Affen und so ein Pferd......."



    See

    Zitat von »seelanne«




    Abschließend kann ich jedenfalls nur sagen, dass es schön ist, dass die alten Sumerer nicht schon ein Urheberrecht auf ihr Rad engerichtet hatten mit einer - na sagen wir - 7000jährigen statt 70jährigen Geltungsdauer. Wir wären heute alle pleite.

    didi, hallo ? das war nen ironische Anmerkung meinerseits zur Relatitivät des Urheberbegriffes.


    Was ist eigentlich los mit einigen hier ?


    Dass das keine ernsthafte Aussage mit Anspruch auf geschichtliche Wahrheit ist, dürfte (neben dem Smilie) allein schon daran klar sein, dass es zu Zeiten der Sumerer noch überhaupt keine Geldwirtschaft gab (von der Begrifflichkeit des geistigen Eigentums mal ganz zu schweigen). Im übrigen wäre deine Anmerkung auch noch ohnehin falsch: selbst wenn ich das bierenst gemeint haben sollte: ich habe nicht behauptet, dass das Patent aufs Rad die Historie verlangsamt hätte, es hätte nur - ein ordentliches internationales Urheberrechtssystem vorausgesetzt- die Historie der anderen Nicht-Sumerer ne Menge Geld gekostet (ja, es sei denn, man hätte einen Wirtschaftskrieg und wenn der nichts geholfen hätte, einen richtigen Krieg geführt).


    Im übrigen habe ich jetzt wirklich mehrfach ausdrücklich ausgeführt, dass ich den Schutz des geistigen Eigentum für zwingend notwendig erachte (wenn man denn die heutige Gesellschaftsform so wie sie besteht oder in ähnlicher Modaliät befürwortet) und habe selbst auf die historische Bedeutung des Urheberbegriffs in der Disku hingewiesen. Warum du mir jetzt wieder damit kommt, ich würde unterstellen, das Urheberrecht würde die Entwicklung der menschlichen Zivilisation verlangsamen oder bedrohen, kann ich das nicht nachvollziehen. (Abgesehen davon ist genau genommen auch das aber nicht richtig: Für unseren Fortschritt haben andere wiederum einen hohen Preis gezahlt).


    Zitat von »Hammu«




    Und gäbe es das Urheberrecht schon seit, sagen wir mal seit 500 Jahren, könnten unsere Kinder auch "Alle Vöglein sind schon da", etc. nicht kostenfrei singen - folgende Generationen werden also garnicht erst solche kostenfreien Lieder (nur eben die dann schon uralten Volkslieder) zur Verfügung haben - sehr förderlich für die Entwicklung unserer Kultur .

    Das ist doch auch Quatsch, weil es eben genau die Fakten nicht berücksichtig, was geltendes Recht ist! Der Autor dieses Liedes ist schon seit 140 Jahren tot! Deshalb ist dieses Lied gemafrei.
    Genau dort greift die Begrenzungsregel nach hinten, die der Gesetzgeber mal so festgelegt hat. Ob jetzt 50 oder 70 Jahre nach dem Tod kann man diskutieren.
    Und wie ich oben drüber bereits schrieb: es fehlt der Nachweis, das das Urheberrecht die Entwicklung unserer Kultur behindert hat.
    Wer natürlich unter Kultur "Selbstbedienungskultur" versteht, den behindert geltendes Recht.
    Selbstbedienungskultur wird aber in allen Lebensbereichen unterbunden, da sie schlicht und einfach egoistisch und schädlich für eine Gesellschaft ist.

    in Zeiten des www seine Ausgangsposition auf deutsches Patent- und Urheberrecht zu stützen, ist mehr als fraglich.


    Bei unseren Gesetzen handelt es sich nicht um Naturrecht, welches vom Himmel gefallen ist, sondern um positives recht, was irgendwann mal gesetzt wurde, und was im übrigen auch zunächst nur in Deutschland - oder ähnlich in er EU - gilt. Dieses ist abänderbar und muss den Gegebenheiten angepasst werden. Bei Anpassungen sollte man aber eben im Auge haben, welche Entwicklungen von wem verursacht werden, woher die Probleme stammen und wie zu lösen sind. Das in unserer Gesellschaft reflexfartige Wegbeißen von Meinungen, die den bestehenden status quo - und damit den bestehenden Schutzmechanismus der Lobbyisten nicht von vorneherein den Vorrang einräumen, wird jedenfalls in Zeiten der Globalisierung und des www nicht zum Erfolg führen.


    Fazit für mich:

    Wer jedenfalls glaubt, dass es in der heutigen Zeit in Sachen GEMA und Urheberrecht um den armen kleinen Musiker geht, der seine CD veröffentlichen will, lebt in Wolkenkuckucksheim. Das Urheberrecht bzw. besser gesagt die Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen, gerade im Internet, ist selbst eine völlig eigener Markt mit ungeheuren Umsätzen geworden, am dem natürlich Papa Staat auch immer gerne mit verdient. Die Verfolgung von unberechtigten Nutzungen urheberrechtlich geschützter Werke spielt allen Beteiligten Kohle in einer Höhe ein, bei der man wie Fug und Recht behaupten kann, dass dieses Geld bei ordentlicher Nutzung niemals eingespielt worden wäre. Als Bespiel: Eine große Anwaltskanzlei aus Deutschland hat unlängst Abmahntitel im Werte von rund 80 Millionen Euronen zum Ankauf (!) auf den Markt geschmissen. Und das ist nur eine - zugegeben sehr große - Kanzlei und bezog sich auch nur auf eine urheberrechtliche Abmahnsparte.


    Das Urheberrecht muss jedenfalls grundlegend reformiert und international angeglichen werden. Da sind Gedankenansätze gefragt, die nicht im althergebrachten Gedankenmorast steckenbleiben. Institutionen wie die GEMA, die bereits in der Gegenwart und in der Vergangenheit auf nationaler Ebene erhebliche Probleme mit grundlegenden Dingen wie Transparenz, demokratische Meinungsbildung und gerechtes Entgeltsystem an den Tag gelegt hat, traue ich da für diese Zukunft nichts zu.


    Viel Spass noch.


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    1. Sorry, ich habe nicht versucht, irgendjemandem das Wort zu reden, sondern einen Tatbestand, nämlich eine bestimmte hier angesprochene Mentalität, aufzugreifen und einen Erklärungsversuch unternommen. Wenn man die ach so üble "Sauger-Mentalität" nämlich angehen will, wäre es sinnvoll , sich über die Ursachen und die Identität dieser Gruppe Gedanken zu machen. Die Zielgruppe der Sauger, nämlich die 12 - 25 jährigen kannst du mit Floskeln über das Urheberrecht nicht beeindrucken, zumal, wenn exakt diese Zielgruppe als Werbezielgruppe von Geburt an mit Musik zum Schleuderpreis zu jeder Tages- und Nachtzeit vollgepumpt wird. Wenn die Werbeindustrie und die Musikindustrie in ihrem Bestreben, sich möglichst eine junge, hippe und zugängliche Käuferschicht heranzuzüchten, eine entsprechend tumbe Nachwuchsgesellschaft gebiert, die inhaltsleer dem goldenen kalb "Geiz ist geil" hinterherhechelt, exakt diese Zielgruppe nun aber das Zaubermittel "www" in die Hand bekommt, so müssen wir einfach feststellen, dass das Sprichwort von den Geistern, die man rief, recht passend ist.


    2. Der Unterscheid von Kaffee und Musik als Konsumgüter liegt doch auf der Hand, dafür braucht man auch keinen Wirtschaftsstudium: Kaffee musst du morgen wieder erneut kaufen, wenn du ihn heute verbraucht hast, ne CD kannst du auch in 20 Jahren noch hören. Das ist doch grade das Problem des geistigen Eigentums, dass es jederzeit erneut nutzbar ist, ohne es wieder erneut erwerben zu müssen (daher ja auch der Umstand der "Lizenz"). Einmaligkeit gibts nur (solange auch das nicht mitgeschnitten wird) beim Live-Erlebnis.


    Im übrigen bin ich nun auch raus aus der Disku, hier nur noch eine Knobelei von Zweistein für die GEMA-Verfechter:


    Das musikalische Urheberrecht gründet sich in erster Linie auf den Schutz der Musik- bzw. Tonfolge. Diese Folgen sind endlich und von einem heutigen Computer von der Rechenleistung locker produzierbar. Wenn nun alle diese Daten bei der GEMA angemeldet werden, ist fortan keine Musik mehr urheberrechtlich frei. Das musikalische Urheberrecht wäre in sich erschöpft. Es könnte keine Tonfolge mehr erfunden bzw. komponiert werden,die nicht schon geschützt ist. Und mehr noch: allein die Bearbeitung der entsprechenden Anträge würde die GEMA auf Jahre hinaus lahm legen. Verbunden mit dem gesetzlich normierten Kontrahierungszwang und der sich daraus ableitenden Verpflichtung, Verstössen zwingend nachzugehen, würde es bei der GEMA sodenn nur noch eine Direktive geben "Der Letzte macht das Licht aus". Schon das Abschließen kann ausfallen.


    Abschließend kann ich jedenfalls nur sagen, dass es schön ist, dass die alten Sumerer nicht schon ein Urheberrecht auf ihr Rad engerichtet hatten mit einer - na sagen wir - 7000jährigen statt 70jährigen Geltungsdauer. Wir wären heute alle pleite. ;)


    See

    1. Nein, ich habe derlei Sauger-Mentalität nie das Wort geredet und halte auch nix davon. Von mir aus könnte das www ohne Musik bestehen und sich der Kauf auf dien Plattenladen nebenan beschränken. Ja, ich weiss, jetzt kommt der Einwand: "Das geht doch nicht, wie sollen die Künstler denn ihre Werke verkaufen ?". Und genau da sind wir dann an dem von mir skizzierten Punkt.


    2. Dein Kaffee-Vergleich hinkt: Künstlerische Werke sind keine Verbrauchsgüter. Würde sich die Datei nach einmaligem Anhören in die binären Jagdgründe verabschieden oder die CD auflösen, wäre der Vergleich zutreffend, so aber nicht. (btw: Das wäre dann wohl die moderne Variante eines "one-Hit-wonders" :D )

    ...es geht zur Zeit aber eben vornehmlich um die Zusammenhänge, in denen diese Thematik hier jetzt diskutiert wird. Es sind wahrscheinlich sehr regelmäßig keine Stammgäste von Großraumdiskotheken, die hier Stimmung machen. Es sind die "Freies Netz" - Aktivisten, die ihre Visionen untermauern wollen. Insofern ist eben die Stilistik der Diskutanten mehr als nur probates Mittel zum Zwecke der (durchaus begrüßenswerten) Änderung der Gema-Strukturen. Vielmehr dürften sie von vielen als direkte Aufforderung zum "weiter so" verstanden und umgesetzt werden.


    Mir stellt sich die Frage, was sich DIESE Kritiker der Gema (und der anderen "Dons" der Contentmafia)erwarten?


    Einge Seiten zuvor schreibt jemand, man könne CDs eigentlich auch für 3- 4 Euro verkaufen können. Für den Preis gibts z.B. ein Dreierpack "no-name" Socken im Angebot, 2-3 Dosen Ravioli, eine Packung Billig-Zigaretten oder etwas über 2 Liter Super bleifrei...Wertschätzung wurde ebenfalls irgendwo genannt, scheint dann aber doch eher auf immaterieller Ebene praktiziert zu werden.

    ja, alles richtig, ändert aber nichts an der grundlegenen GEMA-Kritik und führt mich im übrigen wieder an den Punkt, den ich schon angesprochen hatte:


    Was erwartet man denn, soll eine CD heutzutage einspielen, wenn der Vertreiber dafür gesorgt hat, dass sie überall zuhaben ist und demzufolge auch mit ein paar Mouseclicks unrechtmäßig erworben werden kann. Die Frage ist doch die (jedenfalls für mich):


    Wenn ich auf Grund Ausnutzung sämtlicher mir zur Verfügung stehender technischen Möglichkeiten dafür Sorge, dass auf dem gesamten Erdball ein jeder Erdenbürger, sofern er Internet hat, zu jeder Tages- und Nachtzeit auf mein Produkt zugreifen kann, also auch ein Itelmene in Kamschatka morgens um 4:35 Ortszeit, dann soll der Preis der CD für ihn wieviel betragen ?


    Das grundsätzliche Problem sehe ich halt darin, dass die Musikindustrie durch die Überflutung mit ihren Produkten selbst dafür gesorgt hat, dass einerseits der Preis nach unten geht und andererseits eben die Möglichkeit des unrechtmäßigen Erwerbs eben auch nur einen Mouseclick entfernt ist. Wirtschaftlich gesprochen: Wenn ich einen Markt mit einem Wirtschaftsgut geradezu überschwemme und eine Ressource schrankenlos mache, mache ich mir die Preise selber kaputt.


    Daher meine ich, dass die Musikindustrie selber dafür gesorgt hat, dass die künstlerischen Werke abgewertet werden, von daher es eben auch nicht verwundert, dass in der Meinung der normalen Leute diese Produkte denn auch nur noch entwertet wahrgenommen werden. Sind sie aber einmal ideell entwertet, kann ich jemandem nur schwer klar machen, dass er dafür Geld bezahlen soll. Oder anders: Wenn ich durch Airplay etc. dafür sorge, dass ein Durchschnittsbürger die neue Lady-Gaga-CD bei Neuerscheinung 20 x am Tag bei jeder Gelegenheit (Kaufhaus, Fahrstuhl, Zahnarzt, Radio etc.) um die Ohren gehauen bekommt (ob er will oder nicht), kann ich demselben Bürger schwer klar machen, dass wenn er abends am Computer sitzt und das Stück sich dann doch das 21te mal anhören will und dazu in einem Filesharing-Forum einen Klick macht, dafür zahlen zu müssen geschweige denn hierbei ein Unrechtsbewusstsein haben soll.


    Anzumahnen, der Nutzer und User des Internets sollte sich der Wertigkeit der Künstlerwerke unter diesen Umständen bewusst bleiben und die große Verwunderung darüber, warum denn keiner mehr Musik als werthaltig ansieht, die man vorher selber entwertet hat, ist da einfach relativ scheinheilig. (In seiner Scheinheiligkeit erinnert das Szenario etwas an die privaten TV-Sender, die erst die Niveau auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verringern, um dann anschließend angesichts neuerlicher Pisa-Studien pharisäerhaft den Kopf zu schütteln).


    Deswegen dann auch meine Kritik an der GEMA, die ja letztlich Teil des Systems ist bzw. dessen Vollstrecker: Es geht ihr weder um den Schutz des geistigen Eigentums (den sie ja gar nicht gewährleisten kann), noch um den Schutz DER Künstler, da bislang ja in erster Linie nur die Großkopferten geschützt wurden und eben nicht die Künstler schlechthin, die kleinen gingen und gehen der GEMA schon immer quer am Allerwertesten vorbei. Es geht ihr vielmehr nur um die finanzielle Korrektur der Folgen eines Systems, welches sich anfängt, selber zu fressen.


    Zwar komme ich nicht umhin, jedesmal die Ironie in derartigen Geschichten humoristisch zu schätzen, dass es aber ein so hohes Gut wie künstlerische Werke betrifft, ist zutiefst bedauerlich.


    In dieser Situation aber immer nur nach dem Gesetzgeber bzw. nach immer höheren Gebühren zu rufen, ist zwar aus Sicht der GEMA nachvollziehbar, ändert aber nichts am Problem und führt an der Lösung vorbei.


    See

    LiteMB: Ich habe einfach nach "GEMA Schule" gegoogelt, an prominenter Stelle wird dann die Präsentation eines GEMA-Referanten zu dem Thema ausgespuckt, da habe ich das her. Sicherlich plapper ich auch nur nach, was ich mit - zugegeben minimalem- Aufwand irgendwo im Netz recherchiert habe. Da gibt es zum einen besagtes Gesetz sowie einen Pauschalvertrag, der aber nach meinem Verständnis insbesondere für Veranstaltungen greift und insofern nach meinem Verständnis für jede Veranstaltung vereinbart wird.


    Im Prinzip ist es aber nicht von Belang, wie die Regelung für Schulen im Detail aussieht, der Punkt ist, dass es eine vergleichbare Regelung für KiTas anscheinend nicht gibt, womit die GEMA eine Angriffsfläche bietet.


    Das Konstrukt GEMA dient einem sinnvollen Zweck, die Ausführung ist aber völlig verquer, daher sollte es nicht verwundern, wenn die Sympathiewerte für diesen Verein irgendwo im Minusbereich dümpeln. Abschaffen als realistisches Ziel ist natürlich Quatsch, als These für den Diskurs aber legitim (sofern als solche kenntlich gemacht, aber mittlerweile kennen wir ja unsere Sprücheklopfer und Krawallbrüder hier im Forum). Letzendlich ist eine Reformierung wohl sicherlich Minimalkonsens. Was die Aufteilung des Kuchens angeht, können die ohnehin adipösen Mitglieder mit kleineren Stücken gut leben, während die Krümelesser vielleicht auch mal mehr als Krümel kriegen. Die Vorstandsbezüge kann man prima an den ÖD anpassen (was den ÖRen auch gut zu Gesicht stände), dann gibt wahlweise mehr zu verteilen oder weniger einzusammeln. Nur ohne Druck aus der Politik wird man die Besitzstandswahrer dazu selbstverständlich nicht bewegen können, und hier schließt sich der Kreis: Breit aufgestelltes GEMA-Bashing erzeugt Druck bei der Politik (Mäntelchen im Wind und so). Sicherlich, je fundierter die Kritik ist, umso besser, aber meiner Meinung nach heiligt der Zweck bisweilen die Mittel, und da darf man auch gerne mit Dreck werfen. Hier geht es nämlich nicht gegen die kleinen Schwachen, sondern gegen die großen Starken. Und dass das offensichtlich wirkt, hat ACTA übrigens bewiesen (scnr)...

    Didi: Schön, dass wir uns da verstehen, nur dass die GEMA nix dafür kann, sehe ich anders, aber so long.


    Ich sehe das aus einem anderen Politikverständnis: Es geht nicht um den Austausch sachlicher Argumente, um am Ende den für alle optimalen Konsens zu finden. Es geht um das Vertreten von Maximalpositionen unter Einsatz sämtlicher rhetorischer Waffen, um am Ende das Optimum für die eigene Klientel zu erreichen. So funktioniert Politik. Also, wenn sich überhaupt was ändern soll, immer feste drauf (aber nicht so feste, als dass der Gegner das wiederum gegen einen Verwenden kann, das ist die Kunst dabei...).

    volle Punktzahl und absolute Zustimmung, trifft auch grade den Kern und den Anlass meiner geäußerten Globalkritik an der GEMA:


    1. In einer Gesellschaft und Teil einer Zivilisation, die sich mittlerweile -und bereits seit Jahrhunderten - als Geistesgesellschaft versteht und auf vornehmlich geistiger Arbeit gründet, muss geistiges Eigentum geschützt werden, die Frage ist eben nur: wie.


    2. Die GEMA als bestehendes Konstrukt ist da ein verqueres Gebilde, an dem eigentlich - bis auf die Zielsetzung- so ziemlich alles seltsam, sonderbar und unverständlich-unsinnig ist, was man so beleuchtet, sowohl was das demokratische Selbstverständnis angeht, als auch eben die Transparenz und eben die (bisherige) Abrechnungspraxis.


    3. Bei In-Frage-Stellung einer solchen mächtigen Institution in der politischen Diskussion da nun mit sachlich fundiert-ausgewogenen Meinungen und vorsichtig-höflicher Kritik zu operieren, bringt - das wissen wir - gar nichts. Wer anderes behauptet, hängt dann doch einer zu verklärenden Auffassung vom politischen Diskurs nach. Das System reagiert nicht auf Argumente, sondern auf Druck. In unserer Gesellschaft reagieren althergebrachte Machtpositionen daher nur auf radikale Kritik, sinnvoll-abwägende Sachkritik ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Die Verantwortlichen, gleich ob jetzt bei der GEMA, in der Politik etc. wissen ja in der Regel, wie die Shice dampft und sie riecht, sodass man mit rein sachlicher Kritik eigentlich sogar auch offene Türen einrennt - nur ändern will man es eben nicht, da zuviele wirtschaftliche und anderweitige lobbyistische Interessen dagegen stehen.


    4. Im politischen Diskurs muss dann eben auf den groben Klotz der Hartnäckigkeit und Uneinsichtigkeit der noch gröbere Keil der Kritik gesetzt werden, sonst kommt gar nichts in Bewegung. Im übrigen dienen radikalere Formulierungen auch eben oftmals der Befreiung von althergebrachten Denkmustern, was insbesondere dann sinnig ist, wenn die Herausforderungen, vor denen man steht (bsp. Internet) mit herkömmlichen Positionen nicht zu meistern sind.


    Die GEMA wäre dann auch im übrigen nicht der erste Fall, bei dem eigentlich wegen eines gar nicht mal so sinnigen Anlasses (Diskothekenbesteuerung) eine Grundsatzdebatte auf die Tagesordnung kommt, die schon längst überfällig war.


    See