Der Irrtum steckt bereits in der Frage:
Nicht Drummer polarisieren, ihre Fans und die Medien sind es:
Drummer, grade die besten, sind zumeist ganz nette uneingebildete Zeitgenossen, die sich selber sehr gut einschätzen und einordnen können, die wissen, was sie können und was nicht und auch, welche Umstände oder Zufälle sie dazu gebracht haben, dort zu sein, wo sie grade sind. Alles völlig unaufgeregt. Die Erfahrung hat gezeigt: Je grandioser der Drummer, desto bescheidener, gleiche Gegebenheiten also wie im Leben ganz allgemein, nur einige wenige Ausnahmen bestätigen da die Regel.
Wer die Angelegenheit aber pervertiert und eben polarisiert, sind marktschreierische Medien, die mal wieder den neuen Messias erblickt haben wollen oder sogenannte und selbsternannte Fans, die so wenig Hirn und Balls und insbesondere eigene Lebensinhalte haben, dass sie das Fan-Sein als Lebens- und Glaubensinhalt sehen und dementsprechende Hass-, oder Neid-Attacken auf andere Drummer reiten oder deren Fans dann wieder zurückschießen. Die Medien tun dazu dann auch noch ihren Senf zusätzlich dazu. Es ist das gleiche Phänomen wie beim Fussball, bei Religionen etc.. Und erst durch dieses ganze Gezerre, Gehype und Gebashe geraten dann die betroffenen Drummer selbst in die Auseinandersetzung und werden für Dinge verantwortlich gemacht, die lediglich durch ihre Fans oder eben die Reaktion auf ihre Fans bzw. durch Medien entstanden sind und müssen sich auf einmal mit Vorwürfen auseinandersetzen, für die sie nichts können.
Das Ergebnis ist wirklich fatal: Habe es selbst schon erlebt, dass mir ein Drummer gehörig auf die Nüsse ging, bevor ich überhaupt mal `ne Note vom dem gehört hatte. Eben das Schicksal derer, die in der Öffentlichkeit stehen: sie werden nicht als die wahrgenommen, die sie sind, sondern als die, zu denen sie von anderen gemacht wurden.
Deswegen: kein Drummer, der mir auf die Eier geht, nicht mal Jordison, Ulrich oder Portnoy. Aber wenn mir irgendein Vollpfosten erzählen will, dass dies die Krone der Drumschöpfung sei und partout nicht davon lassen will, mich mit seinem bescheidenen Wissen zu missionieren und vollzutexten, dann werde auch ich unklug und gerate in den bedauerlichen Kreislauf, wie oben beschrieben. Der Unterscheid zu früher: Heute nehme ich die sich anschließende Diskussion nicht ernst, sondern nur noch sportlich. Der Vorteil: Man kann dann auch besser Foul spielen.
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