Thema gut, Beiträge gut: ein schöner Fred; danke Luddie.
Eigentlich schon fast alles gesagt: Könner können auch auf Coladosen, Nichtskönner nichts auf einem SQ2 und überhaupt ist heute alles qualitativer, dafür völlig überhypt.
Stimmt alles, das Entscheidene ist, dass tatsächlich die Frage des Equipments mehr im Vordergrund und deutlich mehr Platz einzunehmen scheint, als die Frage des Spielens, der Technik und der Musikalität. Fragt sich , warum ? Nun, man könnte meinen, Equipmentdiskussionen lassen sich leichter kommunzieren als die Fragen von Musikalität etc. pp. Weiterhin ist die Equipemntfrage auch eine Frage des Alters: In jüngeren Jahren ist man halt verrückt nach all den glitzernden superdupergeflanschten vorgedämpften ExtraDry-HeavyUltra-HyperMaple-oddmeter-VintageEdges: Kinder lieben halt Lametta und das Bedürfnis wird von der Industrie ja gerne bedient, mit was sollte man sonst Geld verdienen. Und der Unterhaltswert wäre noch zu nennen: Es macht Spass, zu parlieren und zu streiten, es ist funny, zu fach-simpeln.
Denke aber, es liegt an was anderem: Es ist der tief in der Drummerseele sitzende Aspekt: "ich will auch das können, was der da kann". Und die menschliche Natur ist nun einmal so beschaffen, dass der Ausweg in dem leichteren Equipmentkauf gesehen wird, als in der schwierigeren Lösung des Übens und der Arbeit. Insbesondere habe ich den Verdacht, dass viele sich mit der Equipmentfrage auch um die simple Erkenntnis herumdrücken wollen, dass sie eigentlich kein Talent haben und Bäcker werden sollten (was auch ein schöner Beruf ist). Profis und Könner haben jedenfalls zum Beispiel viel weniger mit diesen ganzen Geschichten zu tun, als Amateure. Gut, Amateure sind ja auch Liebhaber, Profis müssen ihren Lebensunterhalt damit verdienen, aber ich bleib dabei: Die ganze Equipmentreiterei ist ganz putzig, wird jedoch viel zu ernst genommen und das deshalb, um sich mit nichts anderem beschäftigen zu müssen, nämlich mit Musik, was zuweilen auch eine doch recht anstrengende Sache sein kann.
Wenn die Erkenntnis da wäre, dass das Equipment eigentlich die letzte Frage ist, die ein Drummer sich beantworten muss, wäre viel gewonnen: Zeit, Nerven und Geld. Insoweit wars in dieser Hinsicht jedenfalls früher tatsächlich einfacher: Man wurde nicht von außen so gehypt, man hatte seine Sachen, spielte die eine Zeit lang und fertig.
See