ah, es gibt noch Leute, die lesen alles zu Ende. Löblich. Danke !
Beiträge von Seelanne
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mal bei rover hereingehört:
I. Musik
Ich frag mich beim Durchhören: warum gibt es dieses Stück ? Hat für mich absolut nichts (was subjektiv ist, is klar). Die Existenz der Bridge ist mir bereits unklar, also der Sinn (unklarer als die meiner eigenen Existenz -- was schwer zu toppen ist). Mir ist auch schleierhaft, warum das Stück so viele Strophen und Refrains hat, wie es hat: In allen passiert exakt das Gleiche, selbst die Breaks sind identisch, da ist keinerlei Entwicklung, keine Dynamik. Wäre auch nicht schlimm, wenn's ein reiner Popsong wäre, der als Endlosloop vor sich hin dreht, aber dazu bedürfte einer Melodie, die zündet, einer Hookline die beißt, was aber nicht der Fall ist.
Nicht jede musikalische Iddee, die man hat, wird ein brauchbares Stück, dies hier gehört dazu. Schmeißt es auch dem Programm und spielt was nettes nach oder wartet auf ne bessere Idee.II. Sound
Snare: gefällt, aber sie steht so viel zu sehr über dem Rest. Ansonsten gilt, was der Duke hierzu gesagt hat.
Toms: sind demgegenüber relativ blass, trocken, ehrlich gesagt hör ich sie kaum.
BassDrum: mal was anderes, etwas wenig bauch, bin mir nicht so recht schlüssig, ob sie zusammen mit der snare ein stimmiges bid abgibt.See
Der Sänger geht nicht: "Es gibt kein richtiges Leben im Falschen".
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Köln-karten sind gebucht, aber sollte nicht A. Jackson am Bass sein ?
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Original von zorschl
Ich werfe mal eine andere These in den Raum: Irgendwann zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr nimmt die Bereitschaft ab, aktuelle kulturelle Ereignisse offen aufzunehmen, vermutlich, weil die hierfür notwendigen geistigen Kapazitäten entweder bewusst nicht bereitgestellt werden oder schlichtweg nicht mehr zur Verfügung stehen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Gruß
AlexSehr gewagt. Es wird wohl darauf ankommen, ob derjenige ein allgemeiner Durchschnittsmusikkonsument ist oder ein Musikliebhaber im engeren Sinne.
Wenn letzteres, dürfte es - ich bin da doch wohl kein Einzelfall - darauf hinauslaufen, das man mit der Zeit im Gegenteil einen immer weiteren Horizont bekommt. Ich jedenfalls höre heute mit 43 deutlich mehr Stilistiken als mit 19, mein Musikhorizont und -verständnis ist mit Sicherheit 50mal größer als seinerzeit, zum damaligen Zeitpunkt würde ich mich sogar eher als engstirnigen Musikreaktionär bezeichnen, der alles verdammt hat, was nicht exakt seiner Linie entsprach. Von dem quantitativen Unterschied mal ganz abgesehen: Was hat man mit 19 schon gehört ?Es gibt eine Borniertheit des Alters, so wie es eine Borniertheit der Jugend gibt. In Sachen Musik läuft sie auf das Gleiche hinaus: In diesem Sinne gibt es 60jährige, die frei sind wie ein Adler und 20jährige, deren inneres Gefängnis so eng ist, dass der Kopf rausguckt und die Youngsters deshalb meinen, sie wären draußen.
Der umgekehrte Fall von cookie mit seinem Verriß alle dessen, was nach Hendrix kommt, ist selbstredend ebenso kühn-falsch: Ich liebe Hendrix, "he's the man", und es steltl sich durchaus die Frage - wie bei allen Stilikonen - wie hätte sich die Mucke entwickelt ohne ihn, aber alles nach ihm zu verdammen, wohl kaum, dazu war sein Einfluß dann doch zu gering, allein schon, weil sein Musikstil bei aller revolutionären Freiheit dann doch stilistisch zu behaftet war in herkömmlichem Mustern.
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äh ...... das Treffen ist doch nun schon etwas her. Und der Rauch hat sich erst jetzt verzogen und die Verletzten konnten erst jetzt geborgen werden? Unfaßbar. Wie ist es denn da abgegangen ?? :]
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Original von zorschl
Mal ernsthaft: Wenn man davon ausgeht, dass der Zustand unserer Gesellschaft vor 60 Jahren definitiv schlecht war und heutzutage wieder schlechter wird, so muss es dazwischen ja einen Zenit geben, den wir irgendwann überschritten haben. Wann soll das gewesen sein?Wie schon gesagt, die "früherwarallesbesserAttitüde" ist nicht mein Bier. Historische Gegebenheiten sind immer schlecht miteinander vergleichbar, zumal die Gegenwart die Vergangenheit immer als Ausrede verwenden kann und zugleich die Gnade des "Aus-dem-Rathaus-Kommens" hat, eben auch zugleich alles ausbaden muss, was die Vergangheit ausgeschwitzt hat.
Aber wenn ich den Zustand einer Gesellschaft an der Gleichzeitigkeit von Stärke und Macht ihrer Mitte auf der einen Seite gepaart mit gleichzeitiger Fähigkeit und Drang zur Neuerung andererseits bemesse, sowohl wirtschaftlich, politisch, sozial als auch kulturell (insbesondere eben auch musikalisch), wären es klar zweite Hälfte der 60iger und die 70iger.
Wirtschaftlich siehts derzeit für die breite Mitte in Zukunft düster aus: das Faß wird zur Sanduhr. Die politischen Spielräume sind nicht mehr vorhanden, da entweder Politik und Hochfinanz Hand in Hand gehen oder aber die Politik als wirtschaftliches Ruhekissen für Politiker selber keinerlei Gestaltungswillen oder Perspektivdenken mehr aufbringt:
Dass ein Staatsvolk seinen Politikern ein Heidengeld dafür bezahlt, dass diese sich in Demonstationen gegen Wirtschaftunternehmen hervortun, statt selber Wirtschaftspolitik zu betreiben, ist da jedenfalls die bildgewordene Bankrotterklärung. Ich stelle mir gerade vor, jemand hätte das Adenauer oder Schmidt vorgeschlagen.Und kulturell allgemein, insbesondere aber musikalisch stehen die 60iger und 70iger an Einfallsreichtum, Innovation und Phantasie für mich außer Frage. Und zwar nicht als Minderheitenprogramm für Auserwählte, sondern als gesellschaftliches und gesellschaftsprägendes Allgemeingut. Heutzutage ist populäre Musik nur noch populär im Sinne von verkaufbar.
Aber nochmal: Die Vergleiche helfen nicht weiter, ein Streit darüber auch nicht, man kann das Rad nicht zurückdrehen und sollte es daher auch nicht versuchen. Naja ............... in diesem Sinn ...................Brost !
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Will kein Spielverderber sein, aber wenn schon ein wallpaper vom df, dann bitte eins, wo das Copyright nicht bei Dritten liegt.
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Original von renttuk
diese immer wieder durchschimmernde"früher-war-alles-besser-attitüde" halte ich für ausgemachten unsinn.(das Zitat nur als Aufhänger genommen)
Ist sie auch. Genau wie das Gegenteil. Es ist halt anders, that's it. Darauf hinzuweisen, muß aber erlaubt sein, ebenfalls, die Andersartigkeit dann auch beim Namen zu nennen. Seltsamerweise DAS soll aber zunehmend verboten sein im Sinne einer modernen Beliebigkeit, nach der unter Berufung auf die allumfassende Freiheit der Subjektivität alles erlaubt, alles cool, alles toll, alles Musik sein soll, nur weil es auf zwei Stöckelschuhen auf 'ne Bühne eiern kann.
Das alles wäre ja auch alles überhaupt nicht übel, wenn diese musikalische Flachheit nicht allumfassend um sich greifen würde und mit der Zeit alles absorbiert, was nicht diesem kleinsten gemeinsamen Nenner entspricht. Die Beliebigkeit ist ja nicht unschuldig, sie hat ihre eigene Dynamik, sie frißt mit der Zeit alles, was nicht beliebig sein will, allein schon deshalb, weil nur mit Beliebigkeit Kohle zu machen ist, und um Kohle gehts, um nicht anders.
Lange Rede, kurzer Sinn: Sepp hat gesagt, jede Generation hat die Musik, die sie verdient. Schwierig, schwierig, da ja immer die letzte Generation gerade die Bedingungen der aktuellen Generation kreiert. Ich korrigier' dann auch mal für mich: Musik ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Und beides ist in meinen Augen eben nicht gerade in blendender Verfassung, im Gegenteil. Da hilft dann am Ende auch kein Chris de Burgh (der im übrigen der von Rimshot zitierten alten Dame von Herzen gegönnt sei).
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..... das kann man gar nicht oft genug sagen.

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Original von schdaeff
Tja, dass er das eben tun kann...30 Jahre Schlagzeug spielen und davon leben können - sicher mehr als der Großteil dieses Forum (inklusive meiner Wenigkeit
)also da bin ich besseres von Dir gewohnt

Ist jetzt jeder, der vom Drummen leben kann, gleich ein Hero ? Dass er davon leben kann, freut mich ja für ihn, er dürfte sogar außerdordentlich gut davon leben, alle gegönnt, aber wir reden wohl nicht über Bankkonten, sondern übers Drummen. Und da gilt: nett ? ja ! cool ? ja ! besonders ? ....... Nein. Zum Ausrasten seh ich wirklich kein Grund.
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immer wieder: ich mag den Schmitz, er groovt, aber was ist daran für einen Typen, der seit ca. 30 Jahren jeden Tag nichts anderes zu tun hat, als zu drummen, so besonders ?
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..................... also doch Bassist.
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Simon war und ist ein echter Killer am Set. Der Typ ist live ein Tier, spielt immer für den Moment und spontan, spielt nicht auf Nummer sicher und hat seinerzeit in seiner upandcomin'- Zeit, den 80igern, Breaks erfunden, die vor ihm kein anderer gebracht hat.
Wenn ich 'ne Liste mit den 50 geilsten Licks all times machen müßte, wäre Simon mehrfach vertreten. (Nebebei hat - unter anderem - er uns damals von der damals ganz voherrschenden Steve-Gadd-Pappkarton-Sound-Soße erlöst.)Er hat ein unheimliches Talent für Kreierung eines Drumsparts und Licks, eine WahnsinnsTechnik und Unabhängigkeit, ein MörderTiming und er groovt Und hat seinen eigenen Sound und Stil, was will man von einem Drummer eigentlich mehr ? Er ist einer der besten Drummer aller Zeiten. (Dass er den Toto-Rentenvertrag unterschrieben hat, mein Gott, was solls.)
Nö, er ist kein Elvin Jones, kein Tony Williams und kein Steve Gadd, aber wer ist das schon ? Und ja, mein Geschmack hat sich schwerpunktmäßig auf andere Drummer verlagert. Aber Simon nicht gut finden, ich weiß nicht, ist man dann noch Drummer .................... oder schon Bassist ?

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alles hat ja seine Berechtigung, von daher: irgendwo interessant ....................... aber irgendwo ist nirgendwo. Schlagzeug interessiert mich nur in Zusammenhang mit Musik.
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[" ich halte Simon Philipps übrigens nicht für so sonderlich gut
Tscha, so hat jeder seine Ansichten. Nicht jede muss richtig sein.
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Original von fwdrums
Ja dreciger Dreck, verdreckter!
............Insgeheim habe ich gehofft, daß sie nicht mehr so gut wären wie früher. Und nun das. Ein echter Tiefschlag.
fwdrums
Ja und Nein: Sie sind halt verändert. Ich mag die Jackets der 90iger lieber, die Mischung war da mehr in meinem Sinne als heutzutage (und Kennedy mag ich immer noch mehr als Baylor), aber die Dichte Ihres Spiels hat sich zweifelsohne noch mehr vergrößert, es ist ja sehr selten, dass man eine Combo hört, in dem alle so phrasieren, als wenn wirklich eine einziger alle Instrumente spielt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in Sachen Zusammenspiel es überhaupt besser machen kann: es gibt ja häufig bei guten Bands diese Momente, wo das Zusammenspiel so dicht ist, dass es fast weh tut, aber bei den Wespen ist das offensichtlich der absolute Normalzustand. Alle haben eine Rhythmik, einen Groove, dass es fast gespenstisch ist.
Gespenstisch aben auch gerade die Soli von Ferrante. Einige Soli schienen wirklich aus dem Nichts zu kommen bzw. im Nichts zu schweben. Ohne Witz: die wirkten zeitweilig übernatürlich, frei schwebend manchmal ohne scheinbaren Bezug zum Stück und trotzdem in jeder Sekunde in Time: bei einem Solo hat er anfangs 2 Minuten lang nur einen einzigen Akkord pro Takt gesetzt, auf irgendwelchen verqueren alternierend-versetzten 32tel Zählzeiten, so dass das Solo förmlich "aus der Zeit sprang".
Vielleicht aber zum Tiefschlag noch ein kleiner Jab und ein finaler UpperCut :P: Baylor's Solo war wirklich geil, der Typ hat alles gegeben und ist wirklich heiß, ich meine, der spielt sich wirklich den Arsch ab mit einer Energie, dass man pausenlos zusehen könnte.
Okay, jetzt der Gong und etwas Luft zugefächelt: Die erste Hälfte war mir einen Tacken zu improvisationslastig, eien Impro jagte die nächste, ohne dass die Stücke als solche hinreichend als Basis gesetzt wurden. Im zweiten Part wurds dann anders: Es wurden einige ältere Stücke genommen und - jedenfalls für mich - stimmte die Mischung zwischen Soli und Basis dann perfekt. Offenbar aber auch für andere: Die Stimmung im Publikum wurde immer besser, was sich dann auch auf die Musikanten übetrug, die sichtlich Spass hatten.
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gastierten gestern wie angekündigt im Dortmunder Domicil.
Was soll man sagen: Dichter kann man wohl nicht zusammenspielen. Die musikalische Kommunikation untereinander ist über die Jahre derart gewachsen, dass die Band wie ein einziges Lebewesen atmet, perfekt zu beobachten besonders in den fast wie zufällig hingeworfenen Themen und Unisono-Parts.
Jimmy Haslip überraschte mit fast kindlich-überschäumender Spielfreude. Der immer höflich-zurückhaltende Russel Ferrante spielte Soli, die nicht von dieser Welt waren: poetisch-lyrische Meisterwerke mti Herz und Hirn, zum Schwelgen und Flashen gleichermaßen geeignet. M. Baylor drummte und groovte wunderbar, ein echter LiveDrummer, der in der Begleitung der Solisten echte Risiken eingeht auch auf die Gefahr hin, dass er einen Lick mal vereiert, kein lackierter auswechselbarer DrumCyborg, sondern wirklich ein Unikat. Einzig seine beständige gebrochenen 16tel-Hihat-Figuren können auf die Dauer auch etwas nerven. Bob Mintzer sowohl am Sax als auch am MidiSax ..... ja ..... kann man schwer in Worte kleiden, sicherlich einer der besten Saxophonisten aller Zeiten in einer sehr guten Verfassung ..... in der im Gegensatz zum Original leicht veränderten "The Spin"-Version konzentriert bis in die Haarspitzen gelang ihm eine Intensität, die selbst die Mitstreiter überraschte.
Ca. 300 Leute wollten die Zauberer sehen, der Rest der Nation sieht DsDS. Wohl bekomm's.
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Fällt für mich unter "Verschlimmbesserung":
Nichts bessser geworden, nur anders, aber vieles schlechter (nebst langsameren Seitenaufbau).See
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Für musikalisch hochwertige und anspruchvolle Lyrik bekommt ein Sender keinen Cent.So sagen die Fernsehmacher, aber genauer betrachtet ist es die moderne
Variante von Pilatus zynischem "Was ist Wahrheit ?":Jahrzehntelang versorgen uns die Fernsehsender mit exakt ausgeklügeltem Schwachmatenfraß auf einem geistigen Niveau, wo ausgefuchste Regenwürmer locker mithalten könnten, jahrzehntelang wird das Volk mit geistigem Unrat vollgemüllt. Und jetzt, nach Jahren der Absorbierung dieses ganzen Trashes, stellen sich die gleichen Urheber dieses Mistes hin und stellen achselzuckend fest, dass das Publikum ja schließlich keine Qualität mehr wolle. Die Scheinheiligkeit von Medienmacher wird nur noch vom Zynismus der Scheinheiligkeit von Politikern überboten: "Sire, das Volk hat Hunger, es hat kein Brot." "Dann soll es Sachertorte essen".
Entscheidend dabei ist nicht, das es Sendungen wie DSDS gibt. Entscheidend ist, dass es nur noch Sendungen auf diesem Niveau gibt. Die einzigen Verantworlichen sind die Medienmacher selbst, kein irgendwie gearteter ominöser Zeitgeist, genausowenig wie die vielzitierte Globalisierung ein biblische Plage, sondern lediglich ein Ausrede für Politiker ist, die zu faul und zu geschmiert sind, um ihrer Herr zu werden.
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