Beiträge von Seelanne

    dem Themenstarter geht es um Kontrolle, da ist knallharte 1:1 Wiedergabe gefragt, kein märchenhaftes Wunschkonzert.


    @psycho: Diese Selbstbauattitüde habe ich schon immer gehasst. Letztlich gewährleistet nur das FFC das wysiwyh (what you see is what you hear). Basta.

    anyway, das Ding ist der Knaller. Der markttechnische Clou besteht m.E. dabei in der offensichtlich kinderleichten Bedienung. Und ich denke auch, dass gerade beim Komponieren in Sachen sofortiger Umsetzung wegen der quasi nunmehr uneingeschränkten Library-Funktion von praktisch jeder AudioDatei keine Grenzen mehr gesetzt sind.


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    EDITH meint, dass in Sachen Urheberrecht eine neue Zeitrechnung angebrochen sein könnte.

    Sorry Majestic, find ich nicht okay, wie solche Anfragen abgebügelt werden. Wir sind hier in einem Fachforum. Etwas mehr Sinn für Akuratesse, wenn ich bitten darf. Daher:


    Bin mir nicht 100%ig sicher, aber hatte der Gibraltar SensiblePracticeMirror 207 nicht am besten abgeschnitten ? Hat bei handelsüblicher Entspiegelung 'ne 12fache konvex-konkav-Entzerrung und dieses FFC (FastFocusCenter), wodurch die detailgetreue Wiedergabe von 32tel Doubles ab 60 BPM (und das ist ja schließlch der Mainbereich) besonders gut gelingt. Zusätzlich: Stufenlose Rastereinstellung per Gewindeflansch statt wie sooft mit dem anfälligen und unflexiblen Blockflansch. Und das bei 79,80 €, ich denke, das ist okay, zum Üben die Optimallösung.


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    Heftig, 30 Seiten über einen Drummer. Das hat bislang wohl noch keiner geschafft:


    Ich hab noch nie irgendeine Musik gehört, in deren Kontext das typische Lang'sche Drummen Sinn gemacht oder auch nur für Furore gesorgt hätte. Dass er hunderte von Platten solide eingetrommelt hat, versteht sich bei der Qualität von selbst, aber wo ist sein musikalisches Statement ? Weniger hochtrabend: ich hab noch nix von ihm gehört, was mich anmacht.


    Aber: Lang ist wohl eher exemplarisch, denn speziell: Drummer haben immer die Arschkarte gezogen und sind auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass sie entsprechend gebucht werden oder in einen musikalischen Zusammenhang reinrutschen, der von Bewandnis ist (Was wäre aus Vinnie geworden, wenn es keinen Zappa gegeben hätte, also zumindest bekanntheitsmäßig).


    Aber anderen großen Drummern ist es seltsamerweise gelungen, TL nicht. Mag Zufall sein. Egal. Mein Leben hat sich durch das Hören und Sehen von Lang'schem Drummen jedenfalls nicht das Geringste geändert, man spricht da wohl von belanglos. Ihm wird dies nun wiederum egal sein. Also alles egal ..... ja, vielleicht ist das das Problem, was ich mit Drummen wie Lang habe: Drummen und Musik fängt an, egal zu werden. Aber auch das ist eben mein Problem, nicht seins.


    Ein Kontrapunkt dazu: Ich war 13 geworden und bekam ein Sparbuch von meinen Großeltern geschenkt. Dazu gab's von der Sparkasse eine Schallplatte für Neukunden, eigentlich ein Sammelsurium von akustischen Scheußlichkeiten und Idiotien - bis auf Stück Nummer 1.


    Ich legte die Platte auf: Sechs Noten einer Gitarre kommen aus dem Nichts, zerschneiden die Luft und heizen sie trotzdem dabei auf, eine kurze Beruhigung und was dann kam, flashte und elektrisierte mich vollständig, sowohl von der Musik her, als auch eben von den Drums, jeder Break, jeder einzelne Schlag: Hey Joe von Hendrix mit Mitch Mitchell an den Sticks. Ab sofort wollte ich nur noch eins: Drummen. So ist es bis heute geblieben. Wenn ich jemandem erklären müßte, was Drummen ist, was für mich die Essenz vom Drummen ist, würde ich ihm das vorspielen, das Ding trifft es. Mitchells Breaks auf 1:37 f., 2:12 f.und 2:35f. sind für mich schlicht das Geilste, was es auf Erden gibt; also nicht nur musikalisch: mehr geht nicht.


    Warum fällt mir das gerade ein ? Keine Ahnung...... Vielleicht aus dem gleichen Grunde, weshalb man auf Beerdigungen an Geburten denkt.



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    PS 1: Apropos P. Hilton, für die älteren hier: könnten wir uns darauf einigen: Thomas Lang ist der Ivan Lendl der Drums.


    PS 2: Für die jüngeren zur Vollständigkeit:
    http://www.youtube.com/watch?v=m8Ebcx-mTns&feature=related
    !! Nur anhören, das ist besagte Studioversion, das Video ist ein nicht-synchrones Playback aus dem Fernsehen!!

    mal bei rover hereingehört:


    I. Musik
    Ich frag mich beim Durchhören: warum gibt es dieses Stück ? Hat für mich absolut nichts (was subjektiv ist, is klar). Die Existenz der Bridge ist mir bereits unklar, also der Sinn (unklarer als die meiner eigenen Existenz -- was schwer zu toppen ist). Mir ist auch schleierhaft, warum das Stück so viele Strophen und Refrains hat, wie es hat: In allen passiert exakt das Gleiche, selbst die Breaks sind identisch, da ist keinerlei Entwicklung, keine Dynamik. Wäre auch nicht schlimm, wenn's ein reiner Popsong wäre, der als Endlosloop vor sich hin dreht, aber dazu bedürfte einer Melodie, die zündet, einer Hookline die beißt, was aber nicht der Fall ist.
    Nicht jede musikalische Iddee, die man hat, wird ein brauchbares Stück, dies hier gehört dazu. Schmeißt es auch dem Programm und spielt was nettes nach oder wartet auf ne bessere Idee.


    II. Sound
    Snare: gefällt, aber sie steht so viel zu sehr über dem Rest. Ansonsten gilt, was der Duke hierzu gesagt hat.
    Toms: sind demgegenüber relativ blass, trocken, ehrlich gesagt hör ich sie kaum.
    BassDrum: mal was anderes, etwas wenig bauch, bin mir nicht so recht schlüssig, ob sie zusammen mit der snare ein stimmiges bid abgibt.


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    Der Sänger geht nicht: "Es gibt kein richtiges Leben im Falschen".

    Zitat

    Original von zorschl
    Ich werfe mal eine andere These in den Raum: Irgendwann zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr nimmt die Bereitschaft ab, aktuelle kulturelle Ereignisse offen aufzunehmen, vermutlich, weil die hierfür notwendigen geistigen Kapazitäten entweder bewusst nicht bereitgestellt werden oder schlichtweg nicht mehr zur Verfügung stehen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
    Gruß
    Alex


    Sehr gewagt. Es wird wohl darauf ankommen, ob derjenige ein allgemeiner Durchschnittsmusikkonsument ist oder ein Musikliebhaber im engeren Sinne.
    Wenn letzteres, dürfte es - ich bin da doch wohl kein Einzelfall - darauf hinauslaufen, das man mit der Zeit im Gegenteil einen immer weiteren Horizont bekommt. Ich jedenfalls höre heute mit 43 deutlich mehr Stilistiken als mit 19, mein Musikhorizont und -verständnis ist mit Sicherheit 50mal größer als seinerzeit, zum damaligen Zeitpunkt würde ich mich sogar eher als engstirnigen Musikreaktionär bezeichnen, der alles verdammt hat, was nicht exakt seiner Linie entsprach. Von dem quantitativen Unterschied mal ganz abgesehen: Was hat man mit 19 schon gehört ?


    Es gibt eine Borniertheit des Alters, so wie es eine Borniertheit der Jugend gibt. In Sachen Musik läuft sie auf das Gleiche hinaus: In diesem Sinne gibt es 60jährige, die frei sind wie ein Adler und 20jährige, deren inneres Gefängnis so eng ist, dass der Kopf rausguckt und die Youngsters deshalb meinen, sie wären draußen.


    Der umgekehrte Fall von cookie mit seinem Verriß alle dessen, was nach Hendrix kommt, ist selbstredend ebenso kühn-falsch: Ich liebe Hendrix, "he's the man", und es steltl sich durchaus die Frage - wie bei allen Stilikonen - wie hätte sich die Mucke entwickelt ohne ihn, aber alles nach ihm zu verdammen, wohl kaum, dazu war sein Einfluß dann doch zu gering, allein schon, weil sein Musikstil bei aller revolutionären Freiheit dann doch stilistisch zu behaftet war in herkömmlichem Mustern.


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    äh ...... das Treffen ist doch nun schon etwas her. Und der Rauch hat sich erst jetzt verzogen und die Verletzten konnten erst jetzt geborgen werden? Unfaßbar. Wie ist es denn da abgegangen ?? :]

    Zitat

    Original von zorschl
    Mal ernsthaft: Wenn man davon ausgeht, dass der Zustand unserer Gesellschaft vor 60 Jahren definitiv schlecht war und heutzutage wieder schlechter wird, so muss es dazwischen ja einen Zenit geben, den wir irgendwann überschritten haben. Wann soll das gewesen sein?


    Wie schon gesagt, die "früherwarallesbesserAttitüde" ist nicht mein Bier. Historische Gegebenheiten sind immer schlecht miteinander vergleichbar, zumal die Gegenwart die Vergangenheit immer als Ausrede verwenden kann und zugleich die Gnade des "Aus-dem-Rathaus-Kommens" hat, eben auch zugleich alles ausbaden muss, was die Vergangheit ausgeschwitzt hat.


    Aber wenn ich den Zustand einer Gesellschaft an der Gleichzeitigkeit von Stärke und Macht ihrer Mitte auf der einen Seite gepaart mit gleichzeitiger Fähigkeit und Drang zur Neuerung andererseits bemesse, sowohl wirtschaftlich, politisch, sozial als auch kulturell (insbesondere eben auch musikalisch), wären es klar zweite Hälfte der 60iger und die 70iger.


    Wirtschaftlich siehts derzeit für die breite Mitte in Zukunft düster aus: das Faß wird zur Sanduhr. Die politischen Spielräume sind nicht mehr vorhanden, da entweder Politik und Hochfinanz Hand in Hand gehen oder aber die Politik als wirtschaftliches Ruhekissen für Politiker selber keinerlei Gestaltungswillen oder Perspektivdenken mehr aufbringt:
    Dass ein Staatsvolk seinen Politikern ein Heidengeld dafür bezahlt, dass diese sich in Demonstationen gegen Wirtschaftunternehmen hervortun, statt selber Wirtschaftspolitik zu betreiben, ist da jedenfalls die bildgewordene Bankrotterklärung. Ich stelle mir gerade vor, jemand hätte das Adenauer oder Schmidt vorgeschlagen.


    Und kulturell allgemein, insbesondere aber musikalisch stehen die 60iger und 70iger an Einfallsreichtum, Innovation und Phantasie für mich außer Frage. Und zwar nicht als Minderheitenprogramm für Auserwählte, sondern als gesellschaftliches und gesellschaftsprägendes Allgemeingut. Heutzutage ist populäre Musik nur noch populär im Sinne von verkaufbar.


    Aber nochmal: Die Vergleiche helfen nicht weiter, ein Streit darüber auch nicht, man kann das Rad nicht zurückdrehen und sollte es daher auch nicht versuchen. Naja ............... in diesem Sinn ...................Brost !


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    Zitat

    Original von renttuk
    diese immer wieder durchschimmernde"früher-war-alles-besser-attitüde" halte ich für ausgemachten unsinn.


    (das Zitat nur als Aufhänger genommen)


    Ist sie auch. Genau wie das Gegenteil. Es ist halt anders, that's it. Darauf hinzuweisen, muß aber erlaubt sein, ebenfalls, die Andersartigkeit dann auch beim Namen zu nennen. Seltsamerweise DAS soll aber zunehmend verboten sein im Sinne einer modernen Beliebigkeit, nach der unter Berufung auf die allumfassende Freiheit der Subjektivität alles erlaubt, alles cool, alles toll, alles Musik sein soll, nur weil es auf zwei Stöckelschuhen auf 'ne Bühne eiern kann.


    Das alles wäre ja auch alles überhaupt nicht übel, wenn diese musikalische Flachheit nicht allumfassend um sich greifen würde und mit der Zeit alles absorbiert, was nicht diesem kleinsten gemeinsamen Nenner entspricht. Die Beliebigkeit ist ja nicht unschuldig, sie hat ihre eigene Dynamik, sie frißt mit der Zeit alles, was nicht beliebig sein will, allein schon deshalb, weil nur mit Beliebigkeit Kohle zu machen ist, und um Kohle gehts, um nicht anders.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Sepp hat gesagt, jede Generation hat die Musik, die sie verdient. Schwierig, schwierig, da ja immer die letzte Generation gerade die Bedingungen der aktuellen Generation kreiert. Ich korrigier' dann auch mal für mich: Musik ist ein Spiegelbild der Gesellschaft. Und beides ist in meinen Augen eben nicht gerade in blendender Verfassung, im Gegenteil. Da hilft dann am Ende auch kein Chris de Burgh (der im übrigen der von Rimshot zitierten alten Dame von Herzen gegönnt sei).


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    Zitat

    Original von schdaeff


    Tja, dass er das eben tun kann...


    30 Jahre Schlagzeug spielen und davon leben können - sicher mehr als der Großteil dieses Forum (inklusive meiner Wenigkeit ;( ;) )


    also da bin ich besseres von Dir gewohnt =)


    Ist jetzt jeder, der vom Drummen leben kann, gleich ein Hero ? Dass er davon leben kann, freut mich ja für ihn, er dürfte sogar außerdordentlich gut davon leben, alle gegönnt, aber wir reden wohl nicht über Bankkonten, sondern übers Drummen. Und da gilt: nett ? ja ! cool ? ja ! besonders ? ....... Nein. Zum Ausrasten seh ich wirklich kein Grund.


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    immer wieder: ich mag den Schmitz, er groovt, aber was ist daran für einen Typen, der seit ca. 30 Jahren jeden Tag nichts anderes zu tun hat, als zu drummen, so besonders ?


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