Schade, alles in allem übelste Soße und leider die Bestätigung des Voruteiles, das die aktuelle Musikszene offensichtlich nichts zu bieten hat. Solche Musik braucht man wie ne Blinddarmentzündung:
Den Diagnoseanfang machte Animations-Schwachmat Bo mit einem - ja soll man es überhaupt Song nennen ? - Auftritt, der in einem bunten Nachmittag des örtlichen Seniorentreff besser aufgehoben gewesen wäre. Ein Kellner war schon nicht mehr vonnöten, Bo nebst peinlichster WolfgangPetry-Frise servierte höchstpersönlich: ........................Nein, danke, hab' schon.
Bands wie Jennifer Rostock übernahmen dann die Vorbereitung der Anästhesie: Ein müder Abklatsch von "Ideal", aber ohne Hump'sche blauen Augen und eben auch ganz ohne GroßstadtCharme, stattdessen mit ländlicher Langweile.
Beruhigungstablette für die OP ? ......................... Nein Danke, hab schon.
Dann waren da noch irgendwelche dürftigen Schmalspur-Hiphopper, denen offensichtlich noch niemand gesagt hat, dass Sonnebrillen zu weißen Anzügen nicht mehr wirklich hip sind, egal wer da gerade wen fietschert, es mögen sich noch so viel Chicas in hohen Absätzen über die Tanzfläche mühen, emanzenmäßiges "Sista"-Gegröle eben auch nicht zwingend für einen ganzen Song reicht, zumal wenn der Gesang gelb ist und überhaupt Rap nach 20 Jahren so langsam nicht mehr darüber hinwegtäuschen kann, dass heutzutage nur noch der hipp-hoppt, der schlicht zu dämlich ist, sich eine Melodie einfallen zu lassen, und wenns nur eine ist, die man auf dem Kamm blasen kann.
Möchten Sie etwas Musik vor der Narkose ? ...................... Nein, danke, hab schon.
Die Gothic-Normannen waren fashionmäßig putzig - tre chic - egal ob die mit dem falsch singenden Wicki und seinen starken Männern oder die späteren Gewinner mit uns Willy, dem Conquerer, brandenburgischer Nichtschwimmer mit ausgeprägtem Sinn für das Humide: Zum Winnertitel fiel mir eigentlich nur ein "Kiel-holen".
Jetzt könnte es ein klein wenig weh tun: ............... Kein Problem, hab schon.
Nicht zu vergessen die Pop-Punk-New-Wave-Indie-Bands mit Songmaterial aus der Puppenkiste, einem Laith Al-Deen, der seine besten Ideen bereits aufgegessen zu haben schien und Sportfreunde Stiller, die außer einem schwachen Song gesellschaftspolitisch zumindest etwas Sinn gemacht haben.
Na, sehen Sie.... war doch gar nicht so schlimm ..... Tja, wie mans nimmt. Eigentlich ja schon, aber stimmt: Eigentlich auch völlig egal, wie der ganze Abend.
Hab die Kisten dann ausgemacht und mich selber therapiert: Purples Japan-Version von "Strange Kind of Women", dazu drei Grappa und schon hats tatsächlich nicht mehr weh getan.
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