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Ynnus

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Donnerstag, 15. Dezember 2005, 18:29

Der tägliche Übungsablauf

Hallo zusammen,

ich hab einfach mal ein paar Fragen an erfahrene Schlagzeugspieler, wie das so mit dem Training aussieht. Es gibt sicher ein paar Beiträge die sich mit der Suchfunktion finden ließen, allerdings möchte ich es hier etwas genauer auf meine Situation zuschneiden, da jeder Drummer hier sicher andere Leistung erbringt und andere Möglichkeiten zum Üben hat usw.
Also, ich spiele seit knapp 4 Monaten, habe ein Drumset im Keller und spiele da etwa eine Stunde täglich dran. Im Zimmer steht noch ein Practisepad wo ab und an nach Lust und Laune (also nicht so regelmäßig wie es vielleicht gut wär?) ein paar leichte Rudiments geübt werden.
Dadurch, dass ich eben erst seit kurzem spiele, spiele ich nicht viel mehr als einen einfachen 4/4tel Groove mit 2 und 4 auf der Snare und 1, 3 und 3+ auf der Bassdrum und eben dazu 8tel auf der Hihat. Dazu ein paar leichte Fills (5-Stroke-Roll (Singles), und leichte Kombinationen aus Singles und der 5-Stroke-Roll (also mal einen Single, pause, dann 3 als Roll und dann Crash auf 1, und solche Sachen eben)).
Den Groove hab ich soweit variiert, dass ich auch mal die BD auf 1, 2+ und 3+ spiele oder 1 und 1+, 2+ und 3 usw. Also nur leichte Abwandlungen.
Hihat mit dem Fuß betätige ich erstmal nicht, nur leichte Regulierung der Stärke um eben den Sound der Cymbals zu verändern.
Ich spiel auch viel zu Musik, Liquido - Narcotic, Rammstein - Stirb nicht vor mir usw... (Nicht, dass ich es so super nachspielen könnte, aber man übt sich eben dran, Timing zu bekommen, für Spielen zu Musik).
Ich hab auch Unterricht bei einem Privatlehrer bei dem ich einmal die Woche eine halbe Stunde Unterricht habe. (Also nicht so lange).
Das gestaltet sich sehr praktisch, wir fangen am Set an und ich spiel einfach mal los und er sagt mir dann wie sich das anhört, was es zu beachten gibt, was besser werden muss, was sich gebessert hat usw.. Dass ich mal laut zählen soll, oder den Groove mitsingen (hilft tatsächlich ;) oder mit der Musik mal dynamisch mal lautere Strophen, mal leisere spielen soll, usw.)
Auf die Frage nach HiHat mit Fuß bedienen meinte er erstmal, dass ich das andere Zeug besser verinnerlichen sollte bevor ich dazu übergehe. Und das ich eben sehr ungeduldig sei und schnell immer was neues machen will.
Also erstmal das Altbewährte spielen und auf Sauberkeit achten.
(Dadurch bleibt natürlich der linke Fuß ein wenig auf der Strecke bisher, so meine Einschätzung der Sache). Also der Unterricht ist sehr praxisnah und bietet kaum Theorie. Letztes Mal haben wir dann zwar ein paar 16tel auf der HH gespielt, mit Akzent und dann BD mit reingebracht (und so eben einen leichten Groove aufgebaut) aber so richtig mit speziellen Übungen oder so ist da wenig.

Als ich mir jetzt diesen Thread hier durchgelesen habe: http://www.drummerforum.de/forum/thread.…htuser=0&page=2
kam mir so der Gedanke, dass ich zwar immer schön spiele und so, aber eben wenig solche Übungen mache, um unabhängiger zu werden mit dem Spielen.
Ich frage mich eben, ob die Art, wie ich übe und spiele, wirklich auf Dauer zum Ziel führt. (Mein Ziel ist nicht irgendwie der beste Drummer oder sowas zu werden aber ich möchte es doch schon einigermaßen beherrschen, dass ich sagen kann, dass ich schon ganz gut spielen kann. Also keine professionellen Vorstellungen.)
Die Frage ist, ob ich dann zwar das Spielen am Drumset ganz gut mitbekomme, die technischen Sachen, die Freiheit von Arm und Bein usw. aber alles auf der Strecke bleibt. (Eben nur der einstudierte Groove klappt, es aber happert wenn was Neues her soll oder Abwandlungen)
Ich schätze es gibt nicht DEN idealen Weg zum Erlernen eines Instruments aber vielleicht ja Ratschläge zum besseren Üben oder sogar Einwände gegen meine täglichen Übungsabläufe?
Ich meine, ich spiele erst 4 Monate und somit noch nicht so lange, was spielt man da so? Ist die Hihat per Fuß überhaupt schon ein Thema oder erstmal weniger wichtig? (Wie es mein Lehrer ja so erstmal hingestellt hat).
Sollte man anfangs mehr Wert auf korrekte Technik mittels vieler Rudiments legen oder kommt das auch mit dem Spielen am Drumset nach und nach mit? Hilf Spielen zu Musik überhaupt in den Anfängen oder ist es eher negativ, da man eventuell weniger Wert auf die korrekte Ausführung legt sondern mehr drauf los trommelt? (Wohingegen man vielleicht die musikalische Seite des Spielens mehr kennenlernt?)
Fragen über Fragen und ich hoffe ihr könnt mir da etwas weiterhelfen, ein paar Tipps geben oder so.

Grüße,

Ynnus

Paladin

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2

Donnerstag, 15. Dezember 2005, 19:11

ich lese mir deinen roman heute abend durch wenn ich zeit habe, aber ich kann dir eben gern noch meinen kleinen übungsablauf schildern ;)

ich komme in den proberaum stelle die heizung aus und setz mich ans werk!

erstmal spiele ich ein halbe stunde was ich will. meist bin ich dann nach etwa 10 minuten sehr unzufrieden mit mir und spiel erstmal 10 minuten mit meinem metronom bis ich so einen hals habe, dass ich wieder frei spiele.
doch durch meine 10 minuten mit metronom, spiele ich jetzt einigermaßen schön auf den punkt und tue dies noch die nächste halbste stunde so und probiere neue sachen aus und halt was noch so spaß macht. dann kommt die arbeit.

ich widme mich den aufgaben die mir mein schlagzeuglehrer gestellt hat und mache zwisch drin noch ein paar rythmus-übungen. alles ganz locker wie du siehst ;)

und wenn ich dann noch bock habe spiele ich wieder frei bis ich meine dass es gut für heute ist und fahre nach hause.

diese prozedur findet alle 2-3 tage statt.
Willst du dich von etwas trennen, dann musst du es verbrennen,
Willst du es nie wiedersehn´, lass es schwimmen in BENZIN

3

Donnerstag, 15. Dezember 2005, 19:49

Also mein Übungsablauf sieht so aus:

- 20min Rudiments (mit Metronom!)
- 1 Std. Übungen vom Lehrer (is meistens Koordinationszeug, mit Metronom!)
- 1 Std. nach Musik spielen (das mach ich ohne Metronom, weil ich persönlich finde das Metronom schränkt einen hier ein wenig ein, is aber subjektiv)

Die Zeiten variieren bei mir je nach Laune ;)

Meine Tipps sind:
- Üben am besten mit Metronom, das stärkt das Timing-Gefühl ungemein (auch wenns am Anfang nervig ist)

- Verschiedene Musikstile ausprobieren! Je bunter desto besser und du musst nicht alles 100% nachspielen. Ich weiss es klingt kitschig aber Musik kommt aus der Seele und sollte nich zu "mechanisch" sein.

- Immer locker bleiben und nicht krampfhaft versuchen komplizierte Sachen zu spielen. Schritt für Schritt klappt einfach alles. Erst etwas neues versuchen, wenn du dir bei den alten Sachen sicher bist und sie beherrschst.

- NIE DEN MUT VERLIEREN!

Und zu guter letzt noch was, was mir mein Lehrer einmal gesagt hat:
Schlagzeug spielen ist kein Sport, hier geht es nicht um Wettbewerb, sondern vielmehr um Spaß an der Sache! Es wird immer jemanden geben, der besser ist als du aber solange du Freude an dem Instrument hast kann dir das vollkommen egal sein! :)

Jack77

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4

Donnerstag, 15. Dezember 2005, 21:23

Hi,

will jetzt nicht auf alle Punkte antworten, aber zum Thema linker Fuß und Hi-Hat würde ich, wenn auch nicht in Deine Grooves eingebaut, zumindest die Füße alleine Paradiddles spielen lassen.
Eben wie die Hände auch...das baut langsam aber sicher etwas die Muskulatur auf. Natürlich bringt Dir das nichts in Sachen Koordination..aber immerhin.

Vielleicht hast Du ja Spaß dran...versuchs mal...

Gruß und viel Motivation weiterhin..

Jack

Klawi 82

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  • »Klawi 82« ist männlich

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5

Freitag, 16. Dezember 2005, 10:44

Ich mach es ähnlich, wie meine Vorschreiber. Erst ein bisschen frei spielen (10 Minuten bis Viertelstunde), dann mit Metronom neue und (noch) komplizierte Sachen spielen(20-30 Minuten). Dann wieder ein bischen "die Sau rauslassen" (nur zum lockern, also ca. 10 Minuten). Danach wieder zurück ans Metronom (in etwa für eine Viertelstunde). Wegen meiner Defizite bei den Rudiments schnapp ich mir danach nochmal für ne Viertel- bis halbe Stunde die Snare. Das zieht sich zwar hier und da, aber durch gelegentliche Aufnahmen (so alle 2 bis 3 Wochen) merke ich dann doch fortschritte, was mich motiviert weiter zu üben.

Die ganze Prozedur mach ich so ca. 2 mal die Woche, plus 2 Proben mit der Band, was das Spielen zur Musik trainiert. Zu CDs spiele ich nur zu Hause, nicht am Set, und auf nem ausrangierten Mousepad und Heel-Down aufm Teppich. Das schult zwar nicht die Technik, aber immerhin das Timing und das Nachvollziehen der Musik an sich. Und es bringt mich auf neue Ideen, was Fills und Variationen angeht.

rapid

ES-EL

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Registrierungsdatum: 14. September 2003

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6

Freitag, 16. Dezember 2005, 11:12

Relevante Links zum selben Thema:
http://www.drummerforum.de/forum/thread.php?threadid=10167
http://www.drummerforum.de/forum/thread.php?threadid=12066
http://www.drummerforum.de/forum/thread.php?threadid=9626
Wer schon einmal sein Vorgehen, seine Zeiteinteilung schilderte,
wird es wahrscheinlich nicht nochmals machen...