Kapputte Becken - vielleicht doch eine Lösung

  • Dieser Thread befasst sich mit der Frage, was vielleicht doch noch getan werden kann, wenn das Lieblingsbecken (In meinem Fall ein 18" Paiste Sound Creation Medium bright Crash) trotz liebervoller Behandlung doch mal einen Riss bekommt.


    Nachdem die anfänglichen Selbstmordgedanken überwunden waren, hab ich das Schätzchen dann schweren Herzens zum nächsten Blechbearbeiter gebracht und ihm mein Problem geschildert. Glücklicherweise war dieser sehr motiviert, und erklärte sich sofort bereit, ca einen Zoll abzudrehen.


    Gesagt, getan nach 3 Tagen hatte ich das Blechle wieder, und OH WUNDER: auch wenn die für das Becken so markanten Obertöne leicht zurückgegangen sind und das Becken dadurch leicht an Durchsetzungkraft verloren hat, bleibt es trotzdem immernoch ein Spitzenteil, dass ich wieder mit Genuss spielen kann
    Selbst Gerald (Drumstudio1) der das Becken schon vorher angespielt hatte, war von dem Ergebnis überrascht.
    Hier ist die hervorragende Arbeit des Blechzuschneiders herauszuheben! Das Becken ist absolut rund, die Kanten sehr gut. Nur bei genauem Betrachten merkt man überhaupt, dass etwas an dem Becken verändert wurde (Abgesehen von der tiefen Hämmerung, die jetzt gleich am Rand anfängt. Der "hämmerungsfreie Ring" ist dem Zuschnitt zum Opfer gefallen)









    Ich weiß natürlich, dass ich hier nichts vollkommen neues präsentiere.
    Allerdings hatte ich durch das Lesen diverser anderer Threads zu dem Thema immer den Eindruck, dass das Abdrehen eines Beckens den Sound sollkommen ruiniert, und das wollte ich nur wiederlegen und damit eine Sinnvolle Alternative zu "wegschmeißen, neukaufen" zeigen.

  • Ich hatte kürzlich auch einen 16er(?) -Aveden auf einen 11er-Aveden
    abgedreht. Das Ding klingt nun zwar recht witzig, allerdings ist es als
    "richtiges" Crash nun logischerweise unnütz. Auch wie ein Splash klingt
    es nicht wirklich. Einem Bell kommt es wohl am nächsten....


    Sicherlich spielt bei der weiteren Brauchbarkeit des Beckens das abgetragene
    Material eine grosse Rolle. Ich habe noch ein 18er Amun, bei dem 1" abdrehen
    reichen sollte..... - ich glaube, ich werde das demnächst versuchen.


    Hat eigentlich hier schonmal jemand a la s.c.s. irgendwelche "verlorene"
    Becken handhammer-ge-treated und weiss darüber zu berichten?

  • hab mal ein Hihat Top auf die genannte Art und Weise repariert. jetzt hat das Becken eine andere Stimmlage und passt daher nicht mehr zum Bottom Becken.
    Das Materialgewicht am Rand fehlt einfach, dadurch entsteht bei gleichgebliebener Steifheit des Top ein höherer Ton. Bei einer Hihat macht es mehr Sinn, den Riss in Form eines stumpfen V auszuschneiden


    Schöner Beitrag, Glückwunsch zu dem neuen sicherlich gut klingenden Becken!

  • bei dir ist es halt so dass nicht allzu viel material weggekommen ist, bei einem unterschied von 16 auf 11 wie bei rockpommel macht das dann schon viel mehr aus.

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    Silence is golden. Duct tape is silver.

  • Super-interessanter Post! Und das Ergebnis ist überraschend gut gelungen. Auch von mir mal ein Lob an den handwerklich offensichtlich hochbegabten "Blechbearbeiter"... NEIN: Legierungs-Zuschnitt-Virtuosen! Das klingt in diesem Falle angemessener :-)

  • liebe tabellenbuch-freunde,


    kann mir mal einer sagen, auf welcher drehbank das gemacht wurde und wie das ding gespannt wurde? schaut für mich schlichtweg abgestochen aus, aber wie zentrier ich die sau so, daß es passt und krieg das flattern während des abstechens weg....


    danke und gruss
    tim

  • jo - Rabbis Teil wurde offenbar abgestochen.


    Tim,
    Laut unserer Mechanischen Werkstatt (habs nicht selbst verbastelt) wurde
    mein Becken erst grob mit der Blechschere beschnitten, dann grob an der
    Schleifmaschine gleichmässiger bearbeitet und anschliessend auf der Dreh-
    bank abgedreht. Das Becken wird in der Lochmitte durch einen Dorn fixiert
    und je höher die Drehzahl, desto weniger flattert das Ding.


    Soweit die Infos "meiner" Mechaniker. Ich selbst kann dazu wenig beitragen...

  • Also, dem Kerl der das Becken bearbeitet hat, gehört die Firma:


    Tilo Klöckner Blechzuschnitte
    Tel: 06074 - 696373
    63322 Rödermark


    Er hat übrigens gemeint, dass er das auch gerne öfter machen würde.
    20€ würde das dann kosten.


    Ich hab leider versäumt zu fragen, mit welcher Technik er mein Becken zugeschnitten hat

  • @ Tim: Glücklicherweise habe ich einen Dreher im Bekanntenkreis, dem ich meine gesammelten Werke zum Abdrehen in die Hand drücken konnte. Soweit ich mich erinnern kann hat er das so gemacht:


    - Ein "Hutförmiges" Kunstoff- oder Holzteil ins Dreibackenfutter gespannt und den äusseren Rand durch Abdrehen ausgerichtet, so dass es einen etwas kleineren Aussendurchmesser als der spätere Enddurchmesser des Beckens hat.
    - Das Becken wird dann mit der Unterseite gegen diese Scheibe gespannt, und zwar mit dem Reizdorn im Loch. Das genaue Ausrichten wird dann wohl mit kleinen Hammerschlägen auf den Rand erfolgt sein.
    - Anschliessend hat er erst mal querplan den äusseren Ring abgestochen.
    -Je nach Hämmerung und Beckenbeschaffenheit sieht der Rand dann nicht ganz so prickelnd aus (Rattermarken, ggf. überstehende Reste im Stich), also hat er dann von aussen längsrund den Rand geglättet und ist last but not least
    - mit feinem Schmirgel/Schlichtfeile über den Rand gegangen.


    Ich habe ihm drei Becken mitgegeben, ein 16" 302er zum Ausprobieren, ein 17" one-of-a-kind Meinl und ein 16" Sabian AAX Stage Crash. Am 302er habe ich ein paar Hämmerungsübungen absolviert, jetzt ist es vollends Schrott :rolleyes:, das AAX ist jetzt nur noch ca. 13" und geht in Richtung Bell und das Meinl klang ein gutes Jahr lang echt super (ca. 15"), hat aber wieder einen kleinen Riss bekommen. Bezüglich Umdrehungen und Vorschub kann ich Dir leider nichts sagen, aber wenn Bronze genauso besch.... zu bearbeiten ist wie Messing, muss man da ein gutes Händchen haben um geratter und ähnliches zu vermeiden. Ich tipp mal auf hohe Drehzahl und kleinen Vorschub.

    "Ich verlor bisher Filze, Sticks und einen Bassisten. Weiß der Geier was man damit will."
    Barumo, 2008

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