Wege zum eigenen Stil? Meinungs-/Erfahrungsaustausch und Tipps

  • Das eigene Päckchen besteht zur Hälfte aus den eigenen Persönlichkeitseigenschaften und zur anderen Hälfte aus dem familiären Umfeld bzw. die Prägung durch alles, was damit zusammenhängt. Schlussendlich kommt aber natürlich auch dazu, was man draus macht und in gewissem Rahmen hat man immer eine Wahl.


    Na, das fasst es doch recht gut zusammen. Weiter oben drohtest du einfach, ein wenig in eine andere Richtung abzugleiten, die schwerer argumentativ zu unterlegen wäre, weil es sich so las, als wäre das alles in den Genen festgelegt - und dem ist ja nicht so. ;)


    Ich finde es übrigens sehr erbaulich, mit dir darüber so offen zu diskutieren.


    Und Rampen hat natürlich recht, wenn er schreibt, dass die Veranlagung (Genome) bei Leuten wie Moon oder Carey eine Rolle spielt. Doch auch ier, wie überall, spielt das Äußere eine Rolle. Und es wäre - mal rein als Gedankenspiel - sicher interessant, sich mal auszumalen, ob so ein "verrückter Hund" wie Moon im sozialen Umfeld von Carey auch so ein prägender, wilder Drummer geworden wäre oder eher handzahm, bzw. ob Carey in Moons Umfeld eher ein durchgeknallter Drummer geworden wäre. Also irgendwie hätte es sie beide verändert. In welchem Maße und in welche Richtung? Who knows...

    "You don't have to show off" - Peter Erskine


  • Na, das fasst es doch recht gut zusammen. Weiter oben drohtest du einfach, ein wenig in eine andere Richtung abzugleiten, die schwerer argumentativ zu unterlegen wäre, weil es sich so las, als wäre das alles in den Genen festgelegt - und dem ist ja nicht so. ;)


    Das Lustige mit den Genen ist ja, dass die "springen" können und jeder Neugeborene ein eigenständiger Mensch ist. Die weitere Prägung ist natürlich maßgeblich. Aber ich bin vielleicht eines der besten Beispiele dafür, wie wenig grundlegende Persönlichkeitsmerkmale mit "Familienstammbäumen" verknüpft sind. Aber vielleicht - sollte ich noch zur Arterhaltung beitragen - werden meine Kinder ja auch so wie einige Leute aus meiner Familie :whistling:


    Zitat

    Ich finde es übrigens sehr erbaulich, mit dir darüber so offen zu diskutieren.


    Ich würde das nicht alles so schreiben, wenn ich damit nicht was Konstruktives zum Thema beitragen könnte. ;)

  • Ich habe mich (und meinen Stil) in späteren Jahren bewusster geändert als in früheren Jahren, wo ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht habe. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass sehr viel aufnehmen und die Aufnahmen anhören im Sinne einer Selbstreflektion durchaus viel bringt. Wenn ich beim Trommeln für mich denke "Wow, dass fühlt sich grade richtig gut an" und ich dann beim späteren Hören herausfinde, dass sich subjektiver Eindruck beim Spielen und objektive Betrachtung beim Hören unterscheiden, habe ich eine Aufgabe. Ich habe ja in der Regel eine Vorstellung wie ich klingen will und dann brauche ich eine Kontrolle, wie nah ich an diesem Ziel bin. Ich merke das beispielsweise bei Fills, die mir grundsätzlich gefallen, aber nicht wenn ich sie spiele. Oder bei Grooves die nicht so rund laufen oder nicht so nach vorne gehen, wie ich es selbst beim Spielen empfinde.


    Abseits davon: Ich werde insbesondere als Aushilfe immer wieder dafür gelobt, dass es mir gut gelänge, die Band "zusammenzuhalten". Das ist sicherlich kein Stil im engeren Sinne, hängt aber damit aus meiner Sicht auch zusammen.

  • Doch noch ein ernst gemeinter Senf von mir zu meinem "Stil" dazu, obwohl ich nach meinem Ermessen noch nicht ganz "ausgereift" bin ...


    Man sagte mir schon ein paar mal, dass ich meinen eigenen Groove und meine eigene Handschrift hätte. Davon abgesehen, dass manche auch der Meinung sind, dass ich technisch relativ gut wäre - was ich allerdings nicht ganz so sehe. Denn ich bin Autodidakt. Allerdings ist gerade letzteres vielleicht der Grund für meinen "eigenen Groove". Ich halte die Sticks zudem bspw. recht weit unten und erzeuge damit viel Punch, spiele insgesamt aber gerne dynamisch mit Betonungen und vielen Ghostnotes (das "finale" Rosanna Cover bspw. werde ich stellenweise mit weitaus mehr Ghostnotes als im Original spielen) und kann auch leise ...
    Gleichzeitig wird mir generell ein gutes Feeling, Band-dienliches Spiel und Kreativität im Bandkontext bei eigener Musik nachgesagt.


    Ich würde das aber nicht nur positiv konnotieren. Denn das ist ja auch das Interessante an einem eigenen Stil: Das muss nicht nur etwas Gutes sein. Bspw. kann der eigene Stil nicht überall dazu passen. Man muss also Nischen finden, die man damit gut bedienen kann.



    Beim Mixing stelle ich das übrigens selbst fest. Sowohl in Wettbewerben als auch in anderen Vergleichen war oft zu hören, welcher Mix von mir war. Und ich habe mich die letzten Jahre nicht hingesetzt und mir bewusst Gedanken darüber gemacht, dass ich einen Wiedererkennungswert haben und mich von der Masse absetzen möchte, sondern aus purer Leidenschaft mit Begeisterung und Perfektionismus immer weiter gefeilt, um meinem gewünschten Sound näher zu kommen. Aber auch hier ist der springende Punkt, dass dieser Sound nicht jedem gefällt und nicht zu jeder Produktion passt. Aber es gibt natürlich ein paar Abnehmer und es werden mehr ...


    Vielleicht wird jetzt auch verständlich, warum ich hier so skeptisch war. Denn bei mir ist es quasi andersrum: Ich hatte zunächst völlig intuitiv meinen eigenen Stil ausgearbeitet, ohne bewusst darüber nachzudenken. Demgegenüber werde ich in Zukunft aber immer öfter dazu gezwungen sein, mich anzupassen und halt einfach 'nen Job abzuliefern. Zumindest gehe ich davon aus.


    Ich mach mir mittlerweile aber auch bewusster über meinen Stil Gedanken, bin dabei aber vor allem mit spielerischen Feinheiten, Set-Aufbau / Gear und vor allem auch Sound beschäftigt. Letzteres aber vor allem in der Recording- und Mixing Schiene und das hat weniger mit Stil und mehr mit dem Ansammeln von Know How und Qualitätssteigerung zu tun.


    ...


    So viel mal zu mir selbst. Ich will nicht von mir auf andere schließen ;)

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