Beiträge von nils

    Meine Trommelkarriere begann ca. 1973/74 auf einer Milupadose. Ich habe bei Nachbarn geklingelt, auf der Dose mit Kochlöffeln herumgetrommelt und dann den Deckel geöffnet, damit sie etwas Geld hineinwerfen konnten :D


    So richtig mit Schlagzeug begonnen habe ich aber erst mit 15, im Herbst 1984, und seither nicht mehr aufgehört. Das macht 37 Jahre, immerhin.


    Ganz zu Anfang hatte ich ein paar Monate Unterricht bei einem älteren Schüler aus meiner Schule. Nach dem Abi hatte ich unregelmäßigen Unterricht in einer Schlagzeugschule. Alles zusammen vielleicht ein Jahr. Ansonsten bin ich Autodidakt.


    Klar gab es mal Pausen, zuletzt war ich im Herbst/Winterlockdown wenig motiviert. Aber sobald Bandproben anstehen, hab ich immer wieder richtig Bock zu trommeln.


    Meine erste Band hatte ich bereits 1984 nach 6 Wochen Trommelei. Ich konnte nichts und die anderen auch nicht viel, aber wir haben es versucht, vor allem Cover einfacher Rocksongs wie Cocaine. Später hab ich dann in einer Tanz-und Showband gespielt, ich war jung und brauchte das Geld. Die Gigs waren oft im Sauerlandstern, man kann sich das ähnlich wie Apres-Ski vorstellen. Bis Ende der 1990er hatte ich eigentlich meistens Bands, dann wurde mein erster Sohn geboren und ich hab etwas kürzer getreten. Es dauerte aber nicht lange, dann hab ich mir wieder ne Band gesucht, eine ohne den Anspruch regelmäßiger Gigs, sozusagen zum Überwintern. Ab 2005 bis 2014 hatte ich Bandpause und hab nur in unterschiedlichen Formationen Gigs auf Zuruf gespielt. Seltsamerweise war das ohne feste Band die Zeit mit den meisten Gigs. Seit 2014 habe ich wieder feste Bands, erst Tobys Flying Circus (findet man auf Youtube) derzeit eine Jazz-ohne-Jazz-Band namens Kleinmusikverein und eine leicht schräge Rockband namens Flinte im Korn.

    (und nein, die Frequenz oder Amplitude haben mit der Geschwindigkeit nix zu tun)

    Es sei denn die Schallquelle ist explosiv. Dann breitet sich der Attack wegen der hohen Amplitude im Nachbereich deutlich schneller aus als mit der üblichen Schallgeschwindigkeit :-D

    Den Herren hier gibt es schon eine Weile, aber ich hab ihn gestern erst entdeckt: Ibrahim Malouf, seines Zeichens Trompeter, unterwegs mit einer fetten Band, die auch funky kann. Manchmal auf Abwegen in jazzige, aber, wie ich finde, durchaus passend für diesen Fred.


    Ibrahim Malouf live in Istanbul

    Stillstand kann ich nicht sehen.

    I. Ich denke, dass Kunst- bzw Musik-Konservatorien schon immer in gewisser Weise leblos und starr waren, der Entwicklung der Kunst selbst hinterherhinken und nur einen vergangenes Bild der Realität zeichneten bzw nie auf der Höhe der Zeit waren.

    Vielleicht muss man hier tatsächlich abgrenzen, was im akademischen Bereich passiert und was in einer Musikrichtung im echten Leben los ist. Ich hab vor ein paar Tagen mix Max (Luddie) über diesen Fred gesprochen. Er hat selbst Erfahrung als Dozent und sagte, dass man aus der Haltung "Ich bin hier der Dozent und das hat schließlich seinen Grund" schnell eine Neigung entwickelt, von den Schülern die Reproduktion des eigenen Tuns zu erwarten und entsprechend die bessere Reproduktion zu belohnen. Das ist auch leichter zu bewerten, als Kreative Eigenleistung.

    Musik wird zunehmend irrelevant sowohl im individuellen Leben als auch im gesellschaftlichen Kontext.

    Sie hat ihr gesellschaftsveränderndes Potenzial eingebüßt, das ist auch mein Eindruck. Aber auch ihre wirtschaftliche Bedeutung hat sich sehr verändert.

    Das Problem bei Subkulturen ist ja leider, dass sie erst so richtig sichtbar werden, wenn sie quasi vorbei sind, außer man ist Teil davon.

    Touché!

    Mir erscheint es so, als müsstest Du dir erstmal darüber Gedanken machen, was für dich "Relevanz" bedeutet.

    Die Definition ist in der Tat schwierig und manchmal erst im Nachhinein möglich. Ich komme ja aus der MINT Ecke und dort lässt sich bei Forschung an den Außengrenzen des Bekannten auch nicht verlässlich vorhersagen, ob etwas relevant wird. So, wie bei der m-RNA-Technik. Die haben viele Jahre vor sich hin geforscht und hatten Impfstoffe nicht mal explizit als Ziel, und plötzlich ist es ein Meilenstein.

    Den Vergleich mit den Naturwissenschaften finde ich auch schwierig. Da werden neue Technologien entwickelt und kombiniert, Stoffe synthetisiert etc. Viele Phänomene werden jetzt überhaupt erst erkannt/messbar. Aber auch dort braucht man "altbackene" Methoden (hauptsätze, newton,..) und erfindet nicht jedesmal die Mathematik neu.

    Selbstverständlich wird in den MINT-Fächern ein Bildungskanon vermittelt, auf dessen Grundlage es dann weitergeht. Dieser sollte aber mit dem Bachelor (früher Vordiplom) im Wesentlichen durch sein. Ab dann geht es um eigene wissenschaftliche Arbeit mit dem klaren Ziel, Neuland zu betreten. Genau das erkenne ich in der akademisierten Musik nicht.

    Teilweise auch, weil wir uns davor verschließen bzw. wir der "neuen" Musikgeneration die Innovation und teilweise sogar die Daseinsberechtigung absprechen. Das haben die Älteren vor uns genauso gemacht.

    Erwischt. Bei mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich ein übersteuertes Autotune höre. Shit.

    Es gibt keine tote Musik, es sei denn, sie wird nicht gespielt.

    Für mich ist Musik tot, wenn sie lediglich aus Reproduktion besteht. Ich habe selbst viel Covermucke gespielt (ich war jung und brauchte das Geld), aber für mich war das damals musikalisch betrachtet schon tot und ich konnte es nur ertragen, weil ich auch eine Band mit eigener Musik hatte.

    erst ist es Anarchie, nachher dann irgendwann mal reaktionär

    Verknöchert=>tot.

    Nur weil die Noten gleich bleiben klingt es nicht gleich.

    Nur weil es nicht gleich klingt, ist es noch nicht lebendig. Wie viel kreative Eigenleistung steckt in der Interpretation?

    Schaut man sich die Weltorchester an, sieht man die sich stets verjüngende Struktur. Alleine diesbezüglich scheint akademische Lehre zu funktionieren.

    Mittlerweile können akademisierte Instrumentalisten entscheiden, sich als Dienstleister für Schlager bis HipHop zu betätigen. (Funktioniert nachweislich)

    Nun ja, man nimmt halt die, die am besten reproduzieren können, in der Klassik und im Bereich der Mietlinge der Popularmusik.

    Dein (potenzieller) Schlagzeuglehrer wird immerhin dafür bezahlt

    - dir zuzuhören

    - mehr zu können als du

    - dir neue Sachen beizubringen

    Also entspann dich, die Rollenverteilung ist klar und der Erwartungshorizont des Lehrers sicherlich eher eng begrenzt.

    Sehr geil natürlich! Viel Spaß. :)

    Danke!

    Mensch Nils,

    willste jetzt auch noch "rumeiern" extra üben? 8)

    Das kann ich auch ohne zu üben :-D

    Tatsächlich fummele ich da in den letzten Tagen ein bisschen mit herum. Leider ist mein SPDSX gerade in der Reparatur, sodass das Experiment gerade pausiert.

    Die ersten Tests haben erschreckend gut funktioniert!

    Das stimmt hoffnungsvoll. Wir haben in der Band schon verschiedene Sachen ausprobiert, aber so richtig gut fanden wir das alles nicht. Das hier könne das ändern.

    Hallo zusammen,


    ich hatte davon gehört und tatsächlich steht es auf der Website:

    Und mit der dynamischen Tempo-Anpassung passt Live das Tempo automatisch dem eingehenden Audiosignal an – für das Zusammenspiel mit anderen Musiker:innen oder Hardware wie Drum Machines.

    Neu in Live 11 LiteLive

    Dynamische Tempo-Anpassung
    kann das Tempo automatisch dem eingehenden Audiosignal anpassen. So ist die Software ein dynamisches Bandmitglied und nicht der Taktgeber, dem alle folgen müssen.

    Das ist doch mal ne Perspektive. Im Prinzip müsste man damit sogar die Midi-Clock damit steuern und für externe Geräte nutzen können.

    Zumindest kann ich tempomäßig rumeiern, wie ich will, die virtuellen Instrumente folgen mir. Wie geil ist das denn?


    Will ich haben.


    Nils

    Viele Gitarristen haben den Amp auch seitlich auf der Bühne stehen in Bauch-/Brusthöhe, so dass er zur Bühnenmitte strahlt. Ich glaube, das kann recht gut für den Bühnen- und auch FOH Sound sein! Hatte ich mal vorgeschlagen, weil ich das schon oft gesehen habe

    Genau so ein Aufbau war damals das Ergebnis unserer monatelangen Stellproben. Alle Amps seitlich und leicht nach oben gerichtet, sodass auf den Monitoren nur noch Gesang sein musste. Und ich hab in der Mitte gesessen und wunderbar alles hören können.

    Und wer ist unzufrieden?

    Der Gitarrist.

    Weil er seine Vollröhre voll dröhnen hören möchte.

    Typischerweise steht der Amp auf dem Boden, der Gitarrist genau davor und klagt, dass er sich nicht richtig hört. Allen anderen fallen aber schon die Ohren ab. Man hat halt keine Ohren an den Knien.


    Für mich am Schlagzeug ist InEar auch nicht so richtig befriedigend, da fehlt auch etwas Wumms. Ich hab das mal bei einem Bekannten probiert, der einen Buttkicker montiert hatte, das war wiederum sehr schön.

    II. Aber vielleicht treibt einen bei solchen Gedanken auch eher um, dass gar nichtmal die Konservatorien, sondern die Musik als Ganzes ihre Bedeutung zunehmend verliert.

    Du breitest da sehr interessante Gedanken aus, die das Ursprungsthema des Freds in eine neue Richtung weiterentwickeln. Vielen Dank. Ich muss jetzt erst mal drüber nachdenken, bevor ich mehr dazu schreibe.

    sind Avishai Cohen oder Snarky Puppy z.B. Jazz?

    Für meine Ohren ist Snarky Puppy auf jeden Fall Jazz - für meinen Geschmack zu viel davon. Virtuos ja - aber mein Hintern bewegt sich nicht, zu verkopft für mich.

    entfalten doch erst durch deren kommerzielle Nutzung außerhalb des akademischen Umfelds gesellschaftliche Relevanz (siehe z.B. die Geschichte des MP3-Formats). Wenn Du aber jetzt Kreativität mit dieser gesellschaftlichen Resonanz gleich setzt, wie ich es vermute, dann machst Du aber meines Erachtens einen Fehler.

    Es gibt so viel Forschung, die nicht kommerziell genutzt wird und trotzdem Relevanz entwickelt, z.B. zum Klimawandel, aber auch zu politischen und gesellschaftlichen Fragen, um ein emotional aufgeladenes Beispiel zu nennen: Gendertheorie.


    Die Annahme meines Ausgangsposts ist: es gibt Musikrichtungen, in denen nicht viel oder keine Bewegung mehr ist. Allen voran wäre das die Klassik, da gilt ja als jung und zeitgenössisch, was nach 1900 komponiert wurde. Vielleicht kennt hier jemand ja enorm viele junge (=noch lebende) Komponisten, die in diesem Musiksegment aktiv sind, dann wäre ja Leben drin, egal, ob ein großes Publikum erreicht wird oder nicht. Davon ist mir aber nichts bekannt. Die Bluesszene kommt mir auch so vor. Da wird mit großem Tamtam das immergleiche gefeiert. Den Jazz hatten wir ja schon.


    Meine persönliche Befürchtung ist, dass wir im Bereich Rock/Pop allmählich auch auf so eine Erstarrung mit etabliertem Betrieb und wenig Neuem zusteuern, auch erkennbar an Einrichtungen wie der Pop-Akademie. Machen wir uns nix vor: selbst Techno ist schon über 30. Wo findet man heute neue spannende Bands, innovative Musik, Subkultur mit Potenzial, das nächste große Ding zu werden.

    dann haben bei uns vor allem geholfen:

    Sehr gut! Ich hab mal mit einer Band wochenlang Stellproben gemacht, bis wir alle Instrumente nur noch über die jeweils zugehörigen Lautsprecher abgebildet haben und auf dem zentralen Monitor nur noch die Gesangsstimmen drauf waren. So haben wir auf der Bühne dann auch aufgebaut. Die Tonleute waren glücklich mit uns.

    Wähernd "weiße" Musik-Wissenschaftler und - schlimmer noch - Musiker mit ihren Sinnen versuchen "schwarze" Musik zu verstehen versuchen, zögen die Farbigen einfach weiter und seien schon lange wieder mit etwas Neuem beschäftigt.

    Interessante These, die der Autor vertritt. Klingt ein wenig nach Identitätspolitik für mich - "schwarze Musik nur schwarzen Musikern". So wie bei der unseligen Diskussion, ob eine weiße Übersetzerin die Gedichte einer schwarzen Dichterin übersetzen kann/darf. Für mich ist Musik als universelle Sprache zwar in ihrer individuellen Ausprägung stark kulturell geprägt, aber insgesamt egalitär. Denk- und Spielverbote gehören nicht zu meinem Wertekanon, das Konzept der kulturellen Aneignung trennt für mich mehr, als dass es verbindet und ist aus meiner Sicht im Kern rassistisch.


    Was mich noch interessiert: wohin meint der Autor, sind die Farbigen denn weitergezogen, womit sind sie jetzt beschäftigt?

    ich finde der Canon der gelehrt wird gehört schon - erneuerert - ergänzt.

    Da stimme ich durchaus zu, meine Hauptkritik ist aber, dass es Inhalte geben sollte, die über einen Bildungskanon hinausgehen.

    Vielen Dank für eure interessanten Beiträge! Ich finde, dass die Diskussion hier sich gut entwickelt.

    Das sehe ich nämlich nicht als seine vornehmliche Aufgabe. Das Konservatorium soll die Fähigkeiten am Instrument bzw. an der Stimme vermitteln (und das, wie du selber bemerkst, auf hohem Niveau). Es liefert das technische Rüstzeug für die Weiterentwicklung. Das kann man durchaus traditionell nennen, ist aber Voraussetzung für höhere Weihen…

    Es mag durchaus sein, dass der akademische Bereich in der Musik sich so sieht und seine Aufgabe so interpretiert. Ich komme selbst aus einem MINT-Fach und dort ist der Anspruch ein ganz anderer, nämlich an der Spitze der Entwicklung zu stehen, Innovationstreiber zu sein. Deswegen irritiert mich dieser Ansatz, einen feststehenden Bildungskanon zu vermitteln, anstatt selbst innovativ zu sein und dabei die Studierenden mitzunehmen.


    Darüber hinaus nehme ich aber die angesprochenen Bereiche Klassik und Jazz als innovationsarm, ja, geradezu erstarrt wahr. Ich weiß nicht, ob das eine Folge der Akademisierung ist, oder die Akademisierung erst dann erfolgt, wenn die Erstarrung bereits eingetreten ist.

    Jazz braucht eigentlich auch eine Prise Anarchie, wenn er lebendig bleiben soll. Ein Graus für europäische Musiklehrende.

    Warum ist das so? Ist das in den bildenden Künsten ebenfalls so?

    Kreativität und akademisches Wissen sind zwei Komplexe, die höchstens zufällig miteinander eine Verbindung eingehen

    Warum nur? Wie ich schon schrieb, ist das in den MINT-Fächern ganz anders. Im Bachelor wird viel Grundwissen eingebimst, aber spätestens ab dem Master muss wissenschaftliche Arbeit geleistet werden, die zwangsläufig eine Form von Kreativität erfordert.

    Dass Pop- und Elektronische Musik mittlerweile an moderneren Unis behandelt werden ist doch cool. Musik im allgemeinen ist ja nichts festgefahrenes, sondern befindet sich stetig im Wandel. Wo genau eine "Verknöcherung" entsteht, nur weil man bestimmte Stile studieren kann, sehe ich irgendwie auch nicht (falls das auch eine deiner Aussagen war, wenn ich das nicht falsch verstanden habe).

    Ich sehe die Gefahr, dass POP und Elektro die selbe Verknöcherung droht, wie in den vorher angesprochenen Bereichen. Ich weiß auch nicht, was zuerst da ist: die Verknöcherung oder die Akademisierung.

    Zur Frage: ich denke, dass eine gewisse Konstanz die Voraussetzung dafür ist, eine Vorlesung darüber zu halten. Wenn das Wissen im nächsten Jahr schon wieder überholt ist, wird Lehre ja ineffektiv. Also ja: es kann wohl sein, dass wenn ein Genre soweit ist, gelehrt zu werden, die Innovationstreiber bereits weitergezogen sind.

    Einen Kanon an Grundwissen braucht jedes Fach. Im späteren Verlauf betritt man in naturwissenschaftlichen Studiengängen, und vermutlich auch in Geisteswissenschaften, allerdings Neuland.

    Musik ist zum aller größten Teil Handwerk.

    Konservatorium, Hochschule, etc. ist einer der Wege das Handwerk zu erlernen.

    Da unterschiedet sich Musik offenbar von anderen Fachrichtungen, wie ich oben schon schrieb.

    Zwei Beispiele:

    Eine Fahrschule soll aus dir keinen Rennfahrer machen, sondern einen sicheren Verkehrsteilnehmer.

    Ein Fußballverein vermittelt Mannschaftssport, Tore schießt der kreative Individualist.

    Stimmt, allerdings sind die genannten Bildungsträger für ich eher mit Schulen zu vergleichen, weniger mit Unis oder Hochschulen.

    Hallo zusammen,


    ich möchte hier eine These zur Diskussion stellen, die man durchaus als steil bezeichnen kann. Bitte fühlt euch provoziert, aber nicht beleidigt, sondern lasst euch dazu hinreißen, hier eine vielleicht engagierte, aber sachliche Debatte zu führen.


    "Musik, die man am Konservatorium studieren kann, ist tot, das Leben ist längst entwichen."


    Als Verlängerung von Zappas Bonmot "Jazz ist nicht tot, er stinkt nur ein bischen" stelle ich hier in den Diskussionsraum, dass Musik, die den akademischen Bereich erreicht hat, als Innvationstreiber nicht mehr taugt. Die Kunst ist längst entwichen und man pflegt nur noch das Brauchtum. Zugegebenermaßen auf hohem Niveau, technisch und instrumental sicher auf sehr viel höherem Niveau, als zu den lebendigen Tagen der jeweiligen Stilrichtung, aber eben ohne echtes Leben drin.


    Dieses Schicksal teilt aus meiner Sicht der Klassikbereich mit allen Nebenarmen - alle kennen Mozart und Beethoven, Wagner ist auch noch bekannt, die 12-Töner wie Stockhausen hat man in der Schule mal gehört, aber wer kennt schon Penderecki und andere zeitgenössische Komponisten, wie die Top 10 der von "bachtrack" ermittelten:

    1 John Williams, 2 Arvo Pärt, 3 James MacMillan, 4 Philip Glass, 5 John Adams, 6 György Kurtág, 7 Eric Whitacre, 8 John Rutter, 9 Thomas Adès, 10 Steve Reich. ? Mit Ausnahme von John Williams, der für Star wars komponiert, kenne ich keinen.

    Ja, es gibt sicher noch Vertreter, die Neues machen, aber es kommt wenig an die Oberfläche der öffentlichen Wahrnehmung, es ist halt nicht mehr populär. Dann ist der Jazz betroffen, der als Tanzmusik begonnen hat und über die Jahre so weit ins Intellektuelle abgedriftet ist, dass er an den Hochschulen ganz gut aufgehoben ist.

    Und so langsam aber sicher, und so weh es tut, geht auch der Rock und der Pop diesen Weg der Verknöcherung. Zuerst konnte man Popularmusik an privaten Einrichtrungen studieren, mittlerweile aber auch an öffentlichen. Droht dieses Schicksal auch dem elektronischen Bereich?


    So, ich bin gespannt auf eure Beiträge.


    Bitte bleibt höflich und sachlich, nicht dass die Mods hier eingreifen müssen.


    My2Cents, Nils