Beiträge von Moe Jorello

    "Das ist für mich zu viel Zirkus Roncalli und zu wenig Musik."


    Ich sehe seit jeher das Ganze eher als ein Kunst-Projekt von drei technisch versierten Musikern, die sich in keine Schublade stecken lassen wollen und bei denen Regeln dafür da sind, gebrochen zu werden. Und über Kunst lässt sich vortrefflich streiten. Ich finde es zumindest interessant, auch wenn ich immer noch nicht weiß, ob ich das in der Summe alles gut finde. Aber es mag ja auch nicht jeder Kubismus, Dadaismus oder sowjetischen Realismus. 🙂

    Ich glaube, auf dem Niveau, auf dem die Männer sich bewegen geht es zu einem gewissen Anteil auch gar nicht mehr darum, einen „angenehmen“ Höreindruck zu hinterlassen, (...)

    Ich denke, da liegst du nicht ganz verkehrt mit deiner Analyse.

    Hmmm.. Bei dem Namen "Aristocrats" kommt mir nach wie vor immer was anderes zuerst in den Sinn.


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    Die Folgen der Kindheitssozialisierung... 😁


    Sorry für off-topic. 🤭

    Nö. Das war in der Vergangenheit auch immer so, dass einige Sachen diverser Hersteller temporär als Sonderaktion rabattiert wurden, von Thomann bzw. anderen Händlern. Und später war dann der alte Preis wieder da.


    Schmeiß das Produkt auf den Markt zum "Sensationspreis", damit wird es bekannt, erhält dann hoffentlich den Ruf ein supergutes Produkt zu sein - und steigert so Image und Nachfrage. (Marketing durch die kaufenden Masse). Mehr Leute wollen es dann und sind bereit, mehr Geld für das "legendäre" Teil hinzulegen. Das funktioniert mit Musikinstrumenten und allem anderen auch und das seit Jahrzehnten. Egal ob das jetzt ne Sonor ist oder Sabian oder Fender, DocMartins, Converse, VW oder Ford.

    As said: Tension locks/tune safe anbauen und das Problem sollte weitgehend erledigt sein. Gibt es von Sonor, Tama und noch einigen anderen. Welche man am besten findet - Geschmackssache schäte ich mal. Viele behaupten, die von Tama seien die besten am Markt. Kann ich aber nicht bestätigen oder verneinen, da ich an meinen Snares kein solches Extra brauche. (Lucky me...)


    Hier eine Auswahl an diesen Tune Safe Tools.


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    Hab die Band gerade eben erst (Freitag) in der Fabrik in Hamburg erstmals live gesehen. Wahnsinn, wie die als Trio den Raum dicht machen und Gas geben. Ganz großes Kino! Live ein absolutes Erlebnis.

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    Wenn eine Firma sich selbst nicht zu erst nimmt....😅

    Glaubt ihr wirklich, dass die Mehrheit oder viele nicht-Drummer glauben, dass es in der Regel so abläuft??

    Gegenfrage: Wie viele glaub(t)en wohl, dass Top Gun, Searching Private Ryan, Der Pate, Fargo oder Apocalypse Now ein Abbild der Realistät seien?


    Die Sowjet-Führung glaubte ernsthaft, dass die James Bond Filme von anno Dazumal ein Abbild der Realität seien, bzgl. der technischen Möglichkeiten der Geheimdienste des Westens.


    Man sollte die potenzielle Dummheit von Menschen nie unterschätzen.

    Gab es da nicht noch ein Schlagzeuger, über den geredet wurde, der in der Klappse gelandet ist oder gar sich das Leben genommen hat?

    Da meinst du vermutlich Jim Gordon, der war aber psychisch schwerstkrank, Schizophrenie und noch andere neurologische Defekte, die bei ihm viel zu spät entdeckt/diagnostiziert wurden (Zunächst meinten Ärzte, er habe ein Alkoholproblem, was aber falsch war). Der hatte Stimmen im Kopf gehabt, die ihm u.a. befohlen hatten, seine Mutter zu töten - was er auch tat, auf brutalste Art. Bis zu seinem Tod blieb er in einer medizinischen und psychiatrischen Gefängnis-Anstalt verwahrt.

    Dass musikalische Leiter verrückte Fanatiker sein können, verbal unter der Gürtellinie und skrupellos, Musiker zu ersetzen, wenn die Leistung nicht gleich stimmt, glaube ich aber schon.

    Das bestreite ich ja auch gar nicht. Es ist nur nicht usus. Nehmen wir nur mal den Bereich der klassischen Musik: 129 öffentlich finanzierte Konzert-, Opern-, Rundfunk- und Kammerorchester gibt es in Deutschland laut unisono. Hinzu kommen einige private Orchester und etliche kleinere nicht professionelle oder semi-professionelle Orchester. Hinzu kommen dann Big-Bands/Orchester abseits der Klassik. Macht viele, viele, viele Orchester unterschiedlicher Couleur. Die Zahl der Meldungen über "musikalische Fanatiker" in Relation zur Anzahl der musikalischen Ensembles spricht dagegen, dass Bekloppte landauf landab die Orchester leiten und Musiker drangsalieren würden. Zu Verurteilungen vor Gericht kam es nur in wenigen Fällen. Um aus einem Bericht von "Politikkultur" zu zitieren:

    Zitat

    Grenzüberschreitungen bleiben meist Einzelfälle; das wissen auch die Juristinnen und Juristen aus der unisono-Rechtabteilung zu berichten.

    Und die Grenzüberschreitungen im Orchesterbetrieb sind mehrheitlich sexueller Art, Mann gegen Frau, Frau gegen Mann, und dies auch mehrheitlich innerhalb der Orchestergruppe und eben nicht auf die Chefs bezogen. (Und das meiste davon ist im Zuge von me-too medial nicht selten aufgebauscht präsentiert und ausgeschlachtet worden. Sensationspresse eben.)


    Würden Misshandlungen und Sadismus etc. im Stile von Whiplash so weit verbreitet sein, ganz ehrlich, dann würde doch kein Mensch mit zwei Cent Verstand diesen Berufsweg überhaupt einschlagen, oder? So doof kann man doch nicht sein. Die Orchester wären zum krepieren verurteilt, wenn es überall toxisch zugehen würde.


    Vielleicht auch ein Ding zum Nachdenken: hat irgendein populärer Musiker gesagt, Whiplash sei ein Abbild der Realität? Mir ist da nichts in der Hinsicht bekannt. Gegenteiliges hingegen schon. Und das vielfach.


    Nichts desto trotz: Idioten gibt es überall, weil Menschen einen Hang zur Idiotie besitzen. Darüber braucht man nicht zu streiten. 😉

    Das sind aber - mit Verlaub - Einzelfälle und die Mehrzahl dieser medial bekannten Fälle bezogen sich auf sexuelle Übergriffe meines Wissens. Der Film hingegen suggeriert, dass sadistisches Fehlverhalten "normaler Orchesterbetrieb" sei (obgleich der Typ am Ende rausgeworfen wird). Und das finde ich einfach nicht passend. 🤷🏼‍♂️

    Ich glaube, wir reden gerade aneinander vorbei. Niemand bezweifelt, dass es Druck gibt im Profigeschäft. Das ist völlig normal. Es wird natürlich erwartet, dass du pünktlich bist, vorbereitet und sauber abliefert. Klar. Aber dieser sadistische Kasernenumgang, die psychische Abwertung, dieses toxische, mobbinghafte Gebaren, das im Film dominiert, das ist eben nicht usus, wie vom Film suggeriert. Und falls ein Orchesterchef das eine Weile praktizieren sollte, naja, der Gang zum Arbeitsgericht ist nicht weit, die Entlassung eines Soziopathen und Narzissten nicht wirklich schwer.

    Also, die, die ich kenne und mit denen in in Workshops und auch abseits davon zusammen über die Jahre hinweg werkelte, ob Piano, Bass, Sax, Trompete oder Gesang, fanden den Film alle zwar unterhaltsam, aber weitgehend fern der zumindest hiesigen Realität. Soweit aber auch nur meine persönlichen Erfahrungen bzw. Rückmeldungen. In der Bigband der Hamburger Polizei und bei der NDR Bigband z.B. sei sowas jedenfalls nicht präsent, und auch nicht denkbar, was im Film kolportiert wird. Wenn du da andere Erfahrungen gemacht haben solltest, so be it. In meinem Umfeld ist jedenfalls der Film als stark überzeichnet eingeordnet/abgetan worden.

    Na klar, ist halt Hollywood, da muss es dramatisch zugehen... 😉

    #102

    Eben. Und wenn ein realistischer, dokumentarischer Film geschaffen worden wäre, wäre keiner ins Kino gegangen, keiner würde einen Oscar bekommen, keiner würde Millionen verdienen.


    Für die Amis ist Show das A und O, egal, ob Musik, Sport, Film. Das darf man einfach nicht vergessen und in diesem kulturellen Kontext muss man solche Filme sehen und analysieren.


    Wie sehr dort alles dem Faktor Show untergeordnet wird ist mir auch erst bewusst geworden, als ich mehrfach die Staaten bereist hatte. Und da war es egal, ob du in Kalifornien, New York, Florida oder sonstwo bist. Selbst die Elite Unis, wie Stanford, Columbia, Berkeley usw. waren und sind durchtränkt von "Greatest show on earth"-Psychologie und Kommerz. Und auch die Jazzclubs in News York ordnen inzwischen alles dem Show und Kommerz-Faktor unter. Blue Note und Village Vanguard leben von Mythenbildung, Verherrlichung, Marketing und austarierten Shows zwecks Gewinnmaximierung. Zwei Sets pro Abend, strikte Zeitvorgaben, genaue Showvorgaben, was wann gesagt wird, geschieht, strikte "Verzehrregeln" für Besucher, strikte Zeiten für Ein- und Auslass. Das ist reine UnterhaltungsINDUSTRIE inzwischen.

    Konkurrenzkampf ist in der Branche da, klaro. Wo denn nicht? Nur das Bild im Film wirkt doch extrem überzeichnet. Finde ich jedenfalls. Es zeigt wirklich nirgends, warum jemand Musik machen will, warum es ihm wichtig ist, was er daran liebt. Es zeigt nur, "ich lasse mich gerne foltern".

    . Bei klassischen Orchestern ist es zumindest so wie in dem Film

    Wage ich zu bezweifeln. Pardon, ich glaube da einem Peter Erskine mehr als dir. Der spielt ja nun seit Jahrzehnten in allen möglichen Orchestern und schult auch junge Drummer.


    Ich habe auch in allen Jazz-Workshops (auch mit Big Band) nie erlebt, dass ein Musik-Prof dermaßen Scheisse agiert. Ganz im Gegenteil. Da wurde positiv motiviert und Konkurrenz gefördert und nicht drangsaliert. Und wenn jemand was nicht gepackt hat, wurde ihm eine andere Rolle zugeteilt, wo er sicher war und sich wohl fühlte und weiterentwickeln konnte und eben nicht gequält wurde. "Du musst das jetzt aber hinkriegen!!!!"


    Sicher, es gibt harte Konkurrenz aber der Film ist überzeichnet. Hollywood eben.


    Zitat

    Was in dem Film abgeht, erinnert mich mehr an die gute alte russische Schule im klassischen Bereich.

    Mich erinnert es an Full Metal Jacket. Private Schneewittchen....