Der Musikalienindustrie geht es seit Jahren nicht gut. Die Preissteigerungen für Holz und Metalle wirken sich auf die Preise der Instrumente aus. Inflation und damit einhergehend Lohnsteigerungen spiegeln sich in den Instrumenten wieder. Dass die Preise nach oben gehen, ist nicht neu. AUch nicht verwunderlich. Das Gejammer ist aber wie eh und je groß. Warum? Weil es im Geldbeutel schmerzt - bei den meisten. Bei den Luxussegmenten, tja, einen Dagobert Duck interessiert es weniger, ob das Teil 3.000 oder 6.000 kostet. Wenn er es haben will, dann will er es haben. Siehe auch Mercedes, Rolex, Luxusyacht, Privatjet usw. Man sollte also den Luxusmarkt getrennt betrachten. Er ist nicht rational vom Preis. Denn er bedient primär das Marktelement "Image".
Ja, es gibt bestimmte Dinge, die sind teuer und Liebhaberei. Die Kosten für ein bereits erwähntes Tama Star kann ich komplett nachvollziehen, weil hier tatsächlich auch eine japanische Philosophie übertragen auf den Trommelbau gelebt wird. Perfekte Handwerkskunst - das findet man in Japan in anderer Form ja auch - Samuraischwerter, Teezeremonien, Zen-Gärten, Bonsai. Da werden Aufwand und Zeit dem Ziel der Perfektion untergeordnet (Gerald hat das ja auch schon schön erläutert - und auch in Videos sieht man, dass Zeit irrelevant ist, denn das Ziel ist die perfekte Trommel). Das bedeutet dann aber auch wirklich absolute Perfektion, besondere Ästhetik und: entsprechend hohe Preise.Logisch.
Bezogen auf den Trommelbau steht natürlich die legitime Frage im Raum: Ist es das wert? Das ist eine Frage der Perspektive. Wenn man vom handwerklichen Perfektionismus aus das Ganze betrachtet: Ja. Wenn man es vom musikalischen Mehrwert her betrachtet: Nein. Denn ein Mittelklasseset leistet alles, was unsereins benötigt. Und auch ein Simon Phillips klingt auf einem alten Starclassic genauso gut wie auf einem Tama Star. Ein Dave Weckl klingt an einem Stage Custom genauso gut wie an einem PHX.
Aber zurück zum Handwerklichen: Schaue ich mir an, was Ludwig und Gretsch da im Gegensatz zu. z.B. Tama handwerklich an den Tag legen, so muss ich sagen: Nee, das kommt da einfach nicht ran. Es ist weit ab von der Perfektion eines Tama Star z.B. Die Messlatte ist da einfach enorm hoch. Aber für "Made in USA" kann man in den USA eben absurde Preise verlangen. Nationalstolz rulez. Inwieweit Sonor noch wirkliches "Handwerk" betreibt, vermag ich nicht zu sagen. Aber: Die Produktionskosten sind in D höher als in manch anderen Ländern - und auch das sieht man am Preis. Der Preis ist also nicht unbedingt immer nur eine Aussage üer die handwerkliche Qualität.
Dass es überteuertes Zeug gibt - unbestritten. Aber nicht alles ist überteuert - auch bei den Top-Marken nicht.
Und weil die Frage vorher aufkam, ob eine Starphonic wirklich Made in Japan ist: Ja. Die Starphonics werden in derselben Werkstatt in Japan hergestellt, in der auch die Star-Drumsets hergestellt werden.
Becken sind ein eigenes Thema, das würde ich hier lieber ausklammern wollen, sonst ufert es total aus.