Beiträge von Moe Jorello

    Ich weiß das, weil es etliche Videos auf YT gibt, wo genau diese Unterschiede in der Produktion erkennbar sind - und das sind keine Werbevideos der einzelnen Hersteller. Einfach mal selbst gucken, sieht man sehr schnell, wie deutlich unterschiedlich gearbeitet wird. Die Japaner sind da viel perfektionistischer.


    Zu diesem Thema des in der Tradition und Mentalitätsgeschichte begründeten japanischen Hanges, alles noch perfekter als perfekt zu machen, gibt es ein Buch, dass das sehr anschaulich macht: Ikigai von Ken Mogi.

    Die unbrauchbare Freischwingaufhängung des Sonor AQ1 hatten wir ja hier im Forum schon.

    Und die SQ1 Aufhängung, die für verfärbte Lacke gesorgt hat... Das war auch ein böser Schnitzer, der nicht passieren dürfte.


    Aber tendenziell sind - und das ist leider ein Fakt - die Mängel bei den Amis eher zu finden als bei irgendwem sonst. Ich denke, die Produktion und Endkontrolle ist einfach einen Ticken "perfektionierter" als bei den Japanern als bei den Amis. Da hängen die Japaner gefühlt die Latte einfach höher - was aber auch nicht bedeutet, dass es auch dort mal zu einem Fauxpas kommen kann. Nur eben sehr viel seltener.

    Nur mal zwei Beispiele hierfür:

    Interessant finde ich ja, dass Ludwig die Gratungen z.B. per Hand macht, den Kessel auf dem Tisch per Hand drehend, während z.B. Tama das mit fest arretiertem Kessel und einer computergesteuerten Fräse macht, zwecks absoluter Präzision. Auch das Polieren geschieht bei Ludwig mit handgehaltenem Kessel am Polierband (Polieren nach Gefühl), statt, wie bei Tama, mit einem fest arretiertem Kessel, der dann mit Präzisionsmaschinen bis zu 20 Mal poliert (und lakiert) wird. Diese beiden Beispiele alleine dürften schon die Zahl der Qualitätsausreißer deutlich reduzieren, so dass B-Ware ab Werk von Tama einfach nicht zu finden ist. Ebensowenig bei Yamaha. Mir ist da jedenfalls nichts in dieser Art bekannt.


    Ich finde es, wie gesagt, einfach nicht gut, was Ludwig da macht, weil es das Image nur ramponiert. Und einen beschädigten Ruf wieder in Ordnung zu bringen, kostet über Werbung/Marketing etc. viel mehr Geld, als man mit dem Verkauf von zwei Dutzend B-Waren Sets verdient. Also betriebswirtschaftlich eher unsinnig.

    Das finde ich bedenklich, sowas auf den Markt zu werfen. Damit wird letzlich nur nochmals unterstrichen, dass die Fertigungsqualität bei Ludwig inkl. Endkontrolle einfach auf einem niedrigeren Niveau ist, als bei den Japanern. Wie du richtig feststellst, sowas würde bei Pearl, Yamaha, Tama so nicht durchgehen. Japaner haben einen Hang zur Perfektion und ein Set das nicht 1a ist, wäre ein Gesichtsverlust. Die japanische Mentalität ist einfach eine andere als die amerikanische.


    Aber ist der Ruf erst ruiniert, lebt's sich gänzlich ungeniert...

    Die lebenslange Ride Suche führt eben zu 80% nach Nottwil.

    Wie sang doch einst Klaus Lage? "Alles Lüge! Alles Lüüüüge!" ^^


    Mich juckt es ja immer noch in den Fingern, ein 21" HHX Complex ride in der light-Ausführung zu kaufen - aber ich habe tapfer den Geldbeutel zu gelassen. So spiele ich das meiste in Sachen Blues/Soul/Rock etc. immer noch auf dem 21" HHX Groove Ride. Jazz ist 'ne andere Kiste. Da wechsel ich mehr durch.


    Edit: Ach ja, Treffen zum Beckenvergleich. Schöne Idee. Ein Treffen im Norden, eines im Süden?

    Ach, die waren nur in der Zeit von 1969 bis 1977 eine Band, die sich aus Session Musikern (teils Academy Award Gewinner und Mitglieder der Wrecking Crew)) entwickelt hat, die Stadien mit 80.000 Leuten gefüllt und mehrere Billboard chart Top 10 Hits hatten - und ganz nebenbei den Soft Rock als Genre begründet. Das erste Album spielte so ein unbekannter Typ Namens Jim Gordon ein, bevor Mike Botts das Schlagzeug übernahm. Nichts von Belang....


    Edit : Ach ja, sind auch in der Music Hall of Fame im Bereich Vocal, aber... Wie gesagt, nicht wirklich wichtige Band in der Musikgeschichte.

    Fellwechsel ist super einfach... Wechselt irgendwer die Felle so oft wie seine Unterhose? Meine Remos sind nun schon mehrere Jahre auf meinen Sets aufgezogen und klingen immer noch gut. Just saying... schneller Fellwechsel ist mir als Verkaufsargument da einfach zu banal.

    Die meisten Pedale der Einstiegsserien von z.b. Tama, Gibraltar und Pearl sind robust genug und laufen auch rund genug, da muss man sich heutzutage keine großen Gedanken machen. Die sind auch tausendmal besser als z.b. ein Anfang 80er "high-end" Pedal von Sonor das zwar wie ein Panzer gebaut ist, aber genauso schwerfällig ist. Da muss man also heutzutage nicht tief in die Tasche greifen, gerade gebraucht, um was ordentliches zu haben.


    Ich habe live z.b. sehr oft das Classic Pedal von Tama im Einsatz und... Da gibt es nix zu meckern. Läuft 1a - und kostet nur einen Bruchteil meiner Yamaha direct drive Pedale.

    Ich verstehe nicht, warum immer das Imperialstar empfohlen wird. Jeder Hersteller hat günstige Serien im Portfolio, und das Imperialstar mit den Plaste-Spannreifen auf der Bassdrum wirkt nur einfach billig.

    Weil das Ding einfach total robust ist und ewig hält. Deshalb. Die Spannreifen mögen nicht superhübsch sein, aber das Teil ist einfach ein solides Arbeitspferd für Einsteiger und quasi überall erhältlich. So wie auch das Pearl Export.

    Das will ich auch in Zukunft noch machen

    Na, ob das mal in zehn Jahren noch bestand hat. Musikalische Vorlieben ändern sich im Laufe des Lebens sehr oft, bzw. erweitern sich.


    Doll draufhauen ist unnötig. Mit der passenden Technik und den passenden Sticks (Wird oft untesschätzt von unerfahreneren Drummern) kannst du laut genug für alles spielen, zugleich aber deine Becken und den Geldbeutel schonen.


    Wenn du dir ein Sabian AA Set oder ein Zildjian Avedis Set o.ä. holst, machst du schon mal nicht grundlegend etwas verkehrt, weil diese Becken in einer Vielzahl von Musikstilen passen. Aber: Jeder Tipp, den wir dir hier geben können, ist mit Vorsicht zu genießen, weil eben der persönliche Geschmack sehr stark variiert. Der eine mag keine Paiste 2002, der andere liebt sie. Dennoch haben sich einige "gehen so fast immer Sets" wie AA/AAX HH/HHX, Avedis, K, 2002, Pure Alloy, Bycance herauskristallisiert.


    Schau doch mal für eine grobe Orientierung auch mal bei den Videos von mycymbal.com / Memphis Drum shop rein. Die haben unendlich viele Becken aufgenommen - in einer Qualität, die eine erste halbwegs seriöse Beurteilung auch ermöglicht. Das könnte dir bei der Suche/Erstorientierung vielleicht ganz behilflich sein.

    Der Unterschied zwischen den AA und HHX ist sehr deutlich im Video. Das erkennt aber eher der Drummer, denn das Publikum. Das hört eh nur Däsch, däsch, däsch! Und Pling pling pling!


    Das eine als Live Set und das andere als Studio Set anzupreisen ist jedenfalls nicht verkehrt. Man kann aber auch andersherum glücklich werden. Oder mit nur einem Set.

    Es gibt aber eben auch das Gegenteil, wo einfach wegen Schlamperei und mangelnder Skills Sachen anders bzw. vereinfacht gespielt und irgendwie hinrotzt werden

    Das klingt dann ja auch dahingerotzt und nicht wirklich gut. 😅


    Ich habe gar kein Problem, wenn jemand aufgrund seiner Limitationen ein Stück bewusst reduziert, solange es sich dann auch noch relativ ordentlich anhört, es also solide spielt. Und wenn es four on the floor zu Joe Bonamassa oder Sepultura oder Shakira ist. Jedenfalls ist mir das sympathischer als jener Drummer, der sich in Selbstüberschätzung auf etwas stürzt, nur um dann live übel zu scheitern. Das schmerzt dann dreifach. Drummer leidet, Musik leidet, Publikum leidet.

    Bestimmte Dinge analysieren, verstehen, reproduzieren, klar, das hat alles seinen Sinn, seine Berechtigung und mich als jungen Menschen hat es eine gute Weile auch technisch und musikalisch erstmal vorangebracht. Es kann aber auch irgendwann limitieren. Und genau wenn es zur Limitation führt und nicht mehr bereichert, sollte man, finde ich, ernsthaft anfangen zu reflektieren, was man da macht und warum und wieso es vielleicht gut wäre, jetzt einen anderen, freieren Weg einzuschlagen. Seine eigene Persönlichkeit einzubringen und den eigenen "Sound" zu finden. Und dieser Punkt kam bei mir dann irgendwann, als ich mich mit Jazz ernsthaft zu beschäftigen begann (und nicht als Hintergrundmusik es im Radio dahin plätscherte). Bei manchen kommt der Punkt sehr früh, bei anderen später, bei manchen nie. Jeder ist da anders. Wichtig ist am Ende nur, dass man -wie auch immer - Spaß am Musizieren hat und behält. Das Niveau auf dem man Musik macht, der Grad der Perfektion, das ist da dann doch ein wenig zweitrangig, wenn wir ehrlich sind. Oder?


    Und wie bereits gesagt, manches kann ich nicht spielen wie andere. Ist so und das ist ja auch gar nicht schlimm. Dafür kann ich wieder anderes, was andere nicht oder nicht so gut können. Das ist bei allen Musikern so und es wäre ja doch sehr traurig, wenn wir alle dasselbe und noch dazu immer gleich gut könnten. Dann müsste ich nicht zu Wolfgang Haffner, oder Dave Weckl ins Konzert gehen. Weil... Kann ich ja selbst genau so spielen. Puh, wäre das uninspirierend. Das Ende aller Kreativität. Es lebe die Vielfalt.


    PS: Zitat aus Leben des Brian, weil es so schön ist...

    - Kinder, ihr seid alle verschieden....

    - ...Ich nicht!


    PPS: Unterricht nehmen ist übrigens nie verkehrt. Denn genau da bekommt man manchmal diesen Wink mit dem Zaunpfahl: Löse dich jetzt einmal von der Vorlage und sei du selbst.

    Bei mir kann man es vermutlich so zusammenfassen: zuerst als Jugendlicher einfach frei nach Schnauze gespielt, auch mangels genauer Kenntnis gewisser Techniken. Es ging nur um Spaß haben. Dann kann der Ehrgeiz als junger Erwachsener, begann die genauere Auseinandersetzung mit der Materie; man lernte jeden Schlag von Keith Moon, Ringo, Bonham, White, Baker usw. auswendig und spielte es dann genau so nach. Alles andere war nur ärmlich... "Beste Coverband" sozusagen - nur war man da eigentlich noch wirklich ein Musiker oder nur schnöder Reproduzent von Dingen?


    Dann kam der Jazz mit Mitte/Ende 20er hinzu und ich lernte, dass viele Köche viele Versionen von leckerem Brei bei gleich bleibenden Zutaten kochten. Das 1:1 wurde ganz schnell langweilig und die Kreativität kam wieder zum Zuge. Gottlob!


    Seitdem spiele ich zwar in Anlehnung an bestimmte Stile und Musiker, mache aber meine eigene Kiste draus, nicht unbedingt zum Nachteil des Songs, wie mir mehrfach attestiert wurde (Manches von Frank Beard oder Jack DeJohnette finde ich z.b. einfach nicht gut gemacht, am Song vorbei gespielt. Das geht auch anders. Manches, wie von Gadd, Blakey, Jones und Co. kann ich einfach nie so spielen, wie sie es tun (klingt einfach nicht authentisch), also wird hier anders gespielt, aber passend).


    Die Neuinterpretation bietet eben besondere, neue Räume, Möglichkeiten, Facetten. (Wenn ich das Original hören will, dann nehme ich die originale CD/Platte aus dem Regal und gut ist). Dass "frei nach Schnauze" der eigentlich künstlerisch viel wertvollere Weg ist, hatte ich etwa zehn Jahre lang einfach nicht wahrnehmen wollen - sicher auch, weil eben überall die perfekten Covers gespielt wurden. Auf Festivals, auf Dichröhre usw... "Das muss GENAU SO klingen" (Musikerpolizei).


    Wenn mir jetzt jemand sagt, der und der spielt das aber anders, dann zucke ich mit den Schultern und sage: "Ja, mag sein ... und?"


    Von daher würde ich die Jugendsünde, "frei nach Schnauze spielen", nicht als Jugendsünde bezeichnen wollen. Denn diese Unbekümmertheit war künstlerisch tausendmal produktiver und authentischer als die "ich kopiere 1:1"-Phase. Das zu erkennen, dauerte aber eben ein wenig.