Beiträge von Moe Jorello

    Ööh, das sind doch alles verschiedene Modelle, oder? Der Erkenntnisgewinn ist in meine Augen daher eher klein.

    Sind verschiedene Modelle, ja, dennoch merkt man, wie sehr der Pitch nach unten geht, das ancrashen kompliziert und träge wird. Also für eine ganz grobe erste Einschätzung/Orientierung für "unbedarfte" ist das m.e. völlig okay. Das Video will ja auch keine akademische Abhandlung sein.

    Für mich ist Jazz jedenfalls ein lebenslanger Prozess des Hörens, Lernens, Verstehens und Suchens.

    Das unterschreibe ich komplett. Im Jazz gibt es eigentlich keinen Stillstand. Es gibt immer eine Weiterentwicklung von Stilistiken, von Arrangements, von Interpretationen aufgrund sich ändernder emotionaler Zustände, menschlicher Weiterentwicklungen, neuer technischer Möglichkeiten.


    Jazz ist dauernd in Bewegung , transformiert sich, verschmilzt, und teilt sich wieder auf. Wer meint er kenne DEN Jazz, der entwickelt sich vermutlich gar nicht weiter, sondern bleibt in einem kleinen Fragment des großen Ganzen verhaftet. Und weil Jazz sich beständig verändert, anpasst neue Wege geht, ist es natürlich schwer das Wesen des Jazz zu fassen. Und das macht das auch sicherlich vielen so schwer, den Jazz für sich zu begreifen und sich darin zu Hause zu fühlen. Dabei gibt es sicher für jeden einen Punkt, wo er den Einstieg in den Jazz schaffen kann. Zum Beispiel über Funk-Jazz.


    Aber wie soll man Jazz anpacken, wenn man nicht weiß wo man anfangen muss? Im Endeffekt braucht man eben irgendeinen Ausgangspunkt, ob Swing, Be-Bob, Dixie, Cool Jazz oder Free Jazz (such es dir nach Gusto aus), mit dem man sich beschäftigt, um dann für diesen Punkt das Wesen des Jazz, das Gefühl, die Emotionalität zu begreifen und für sich zu adaptieren und zu verstehen, weshalb dieses Lebensgefühl entstehen kann, dass man sagt: ich liebe dieses Lied, diesen Jazz, ich verstehe was die Musiker dort machen wollen, ich weiß wie ich interagieren muss am Schlagzeug.


    Von diesem Punkt aus, wenn ich den wirklich erreicht habe, kann ich die weiteren Schritte machen und mir neue Bereiche des Jazz Stück für Stück erschließen, die im besten Fall von diesem Urkern, von dem ich komme, sich heraus entwickelt haben. Denn dann habe ich halt schon ein Grundverständnis dessen, was gewesen ist und was daraus geworden ist und wie es sich weiterentwickeln kann. Es öffnet die Tür.


    Und dieses ständige "im Fluss sein" beim Jazz, die ganzen vielen verschiedenen Annäherungsarten aufgrund der Weite der Stilistiken, macht es wahrscheinlich auch sehr viel komplizierter beim Jazz als bei manch anderen Musikarten, "Fuß zu fassen", da man bei anderen Genres doch einen vergleichsweise weniger "lebenden Organismus" hat sondern musikalische Strukturen die viel gefestigter sind. Wer Rockdrumming Anno 2026 kann, wird beim Rockdrumming Anno 1970 weniger Probleme haben, das Wesen, den Vibe zu erfassen, als jemand der aus dem Dixie kommt und plötzlich Fusion Jazz mit Weckl und Corea spielen soll. Das sind zwei ganz weit voneinander entfernte Sachen, obwohl beides Jazz ist.


    Ich kann für mich nur sagen, ich kenne Fragmente des Jazz und werde ihn nie in Gänze kennenlernen, begreifen, verstehen, verinnerlichen. Ich habe von Klein auf einiges mit der Muttermilch aufgesogen. Ja, das macht den Einstieg und die Weiterentwicklung leichter. Ich werde aber Zeitlebens immer auf Teilbereiche des Jazz beschränkt bleiben, auch weil sich Jazz ständig erweitert, verändert. Aber das ist normal, das ist nicht schlimm. Finde deinen Sweet Spot und schaue, was dann noch darüber hinaus geht. Ich lerne ich auch beständig weiter. Und wenn man dann z.B. feststellt, mit Free Jazz kann man gar nichts anfangen, was man dazu spielt klingt 100% kagge, dann ist das absolut okay. Man ist deswegen nicht schlechter als Musiker.


    In diesem Sinne nicht vergessen, auch ein renommierter "Jazzer" kann fehl am Platz sein, wenn er im falschen Jazzbereich mitspielen soll. Buddy Rich bei Chick Corea? Brötzmann in einer New Orleans-Combo? Louie Bellsson bei Snarkey Puppey? Wird spannend. 😂

    Oh mist - da ist mein Post ja in die Hose gegangen...

    Nein, ist er nicht, er ist nur von manchen falsch interpretiert worden. Die Tücken der nur-verbalen-Kommunikation.


    Mattmatt: Klar, Jazz kann auch viele Noten haben, sehr oft hat er es auch - aber es ist halt kein Gesetz, dass es viel Noten sein müssen. Schönes Beispiel, dass mir da spontan einfällt: Moonlight Serenade von Glenn Miller oder It never entered my mind von Miles Davis. Es kommt halt immer drauf an, was man spielen möchte, was man bewirken möchte.


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    (Übrigens auch interessant, wie hier das Tempo mal angezogen und mal verschleppt wird, Nix da auf click).


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    Absoluter Schnapper. Glückwunsch! Alleine das Shellset ist schon mehr als 1.200 wert.

    Aaaalso, diesen "Seitenhieb" an die Jazzer, die nicht geliefert haben, damit hatte ich lustigerweise eher two, trommla, mich und einige andere als Adressaten gesehen und man kann und sollte das nicht so bierernst nehmen. Seht es entspannt. Bitte. Das der eine oder andere sehr viel Expertise in dem Bereich Jazz hat ist doch normal und das zweifelt auch keiner an, genausowenig, wie angezweifelt wird, dass hier der eine oder andere sehr gut im Bereich Recording, Metaldrumming, Trommeln stimmen, Instrumentenbau, Punkdrumming oder was anderem qualifiziert ist.


    Studium hin oder her: Es geht um Musik, die liebe zum Schlagzeugspiel, das ein Lied bereichert, nicht um akademische Leistungen, mit denen wir hier brillieren wollen. Ich habe auch meine akademischen Titel, dennoch können andere, die nicht das studiert haben, was ich studiert habe, sicher genausogut die Materie verstehen und beurteilen. Wenn nicht gar besser. Es ist nichts verkehrt daran, autodidakt zu sein. Es ist sogar sehr gut, weil es eben von großer Neugierde, Wissensdurst und Hingabe, Leidenschaft zur Materie zeugt. Sicher sind nicht ohne Grund einige der interssantesten Musiker Autodidakten bzw. nicht-akademischen Ursprungs. Was im Umkehrschluss aber nicht bedeutet, dass der Akdemiker langweiliger wäre. Es sind einfach zwei unterschiedliche Annäherungsarten an ein Sujet. Und das ist doch toll, wenn es mehr als nur eine Spur auf der Musik-Autobahn gibt.


    Und "authentisch". Können wir diesen Begriff bitte auch mal über Bord werfen? Es gibt keine "authentischen" Jazzer. Es gibt Musiker, die gut in einem oder mehreren Genres die musikalischen Herausforderungen umsetzen. Menschen, die einfach gut Jazz spielen können aus bereits dargelegten Gründen, so wie jemand anderes einfach verdammt gut Metal mit Doppelhuf spielen kann. Das müssen wir sicher nicht nochmal durchkauen, oder? Entweder ich spiele gut in einem Genre, weil ich das Genre kenne, damit "aufgewachsen bin", es lebe, genieße, liebe - oder ich wage mich erstmals oder nur selten dran, dann ist es natürlich "weniger relaxed"bis vieleicht auch verkrampft weil das Wesen des Genres noch nicht vertraut ist. Ich kann sicher auch Reggae spielen - ob das aber souverän klingt, ist eine andere Frage, denn ich spiele eigentlich nie Reggae - obwohl ich Bob Marley oder Jimmy Cliff super finde. Ist das schlimm? Nö. Wie schon mal gesagt: Es ist gut, sich an etwas zu versuchen, dazuzulernen, sich weiterzuentwickeln. Niemand verlangt hier Höchstleistungen und die Challenge hat ja nun keinen wirklich ernsten Charakter sondern ist doch eine schöne, spielerische Art, sich mit einem Genre zu befassen, dass man sonst vielleicht nicht so auf dem Schirm hat und die Chance bietet, sich weiterzuentwickeln, Ideen zu sammeln, schauen, wie andere eine Aufgabe angehen und zu erkennen, was am Ende überzeugend klingt oder was eben nicht so gut funktioniert.


    Und Marius, meine Signatur hat ja einen gewissen Hintergrund, weiß nicht, ob du den kennst. Peter Erskine bezog sich in einem Interview damit auf das Spiel des Schlagzeugers im musikalischen Kontext. Man spiele für die Musik, für das Lied, nicht um den anderen Mitmusikern oder dem Publikum zu beweisen, was man technisch alles drauf hat. Wenn ein Lied ganz "simpel" gespielt schön klingt, klingt es schön und braucht nicht mehr. "You don't have to show off". Lass die Licks, Fills, Doppebass weg, wenn sie das Lied eher zerstören. ;)


    PS: Mit Bezug auf druffnix möchte ich anmerken, dass auch die Liebhaber des Jazz nicht alles im Jazz toll finden. Es gibt sehr viele Jazzmusiker, mit denen ich z.B. nichts anfangen kann. Brötzmann .. oder Ornette Coleman. Und auch der hochgelobte Miles Davis, was er in späteren Jahren gemacht hat, fand ich persönlich total uninspirierend, langweilig. Jack DeJohnette haut mich ebenfalls überhaupt nicht vom Hocker. So what? SIe mögen bzw. mochten ihre Musik und hatten ihre Fans. Alles gut. Mehr muss nicht.

    Oliver, das ist jetzt aber wirklich gemein. :D Dann müssen vermutlich alle Jazzer bei der nächsten Death-Metal-Challenge antreten, damit wieder Gleichstand herrscht.


    Und da nun auch die Diskussion um Studium und so aufkreuzt: Jazzer zu sein, (wie gesagt, ich tue mich mit der Kategoriesierung, dem Schubladendenken etwas schwer) hängt doch nicht essentiell davon ab, ob jemand Jazzmusik studiert hat. Klar, gewissen Harmonien, Akkordstrukturen und so weiter lernt man da intensiv kennen und vieles andere mehr, aber ich wage mal keck in den Raum zu werfen: Louis Armtstrong hat nicht Jazz studiert. Auch kein Glenn Miller oder Louie Bellsson, Tony Williams oder Gerry Mulligan, Und auch Joe Morello hatte klassische Violine ursprünglich studiert. Nix da mit Jazz.


    Jazz ist ja auch unter anderem ganz viel Einstellung, Lebensgefühl. So wie man den Blues lebt, lebt man auch den Jazz. Die Wege, die dahin führen, können, wie immer, sehr unterschiedlich sein.

    Schau mer mal. :) Ich werde die Tage das Playalong nehmen und wenn ich Zeit habe undauch wieder fit bin mein krudes Gedaddel mit dem EAD10 quick&dirty aufnehmen und dann ebenso quick & dirty zusammenbasteln. Für Beispielaufnahmen reicht das ja allemal und es geht ja nur drum, was man machen könnte, also Ideen aufzeigen.

    Den Wechsel Besen-Sticks-Besen kann man machen, völlig legitim. Wenn man den "Rutsch zurück" zum Besen aber nur schwer hinbekommt, dann würde ich sagen: Bleib bei Sticks oder aber Besen. Weder mit dem einen noch dem anderen macht man erstmal grundlegend etwas falsch. Der Wechsel zwischen Besen und Sticks sollte natürlich geübt werden - auch ich überlege immer dreimal, ob das Stück einen sauberen Wechsel für mich innerhalb meiner Fähigkeiten ermöglicht oder nicht. Wenn nein, dann entscheide ich mich für eins davon, meist die unaufringlichere Variante, Besen. Lieber dezent als zu dominant.


    Übrigens: Auch die Kombination aus 1 (cross)Stick und 1 Besen ist eine mögliche Option, wenn man in RIchtung Bossa bei einem Jazzstück gehen will. Und auch nur mit Mallets (und abgelegten Strainer) könnte man sicher etwas hübsches kreieren - in dem Fall würde man die Melodie eher auf Toms, Snare und Becken sanft "malen". Das wäre dann eine ganz perkussive untermalung.

    Ich kann mir schon vorstellen, dass jemand, der nicht regelmäßig in der Big Band oder Jazz Ensemble spielt, sich dabei trotzdem "wohlfühlt" - vielleicht auch jemand, der sogar regelmäßig solche Sachen spielt, aber dennoch weit von Moe Jorello entfernt ist.

    Oh, danke für die Blumen! 8) ^^


    So, jetzt habe ich mir doch schon alles angehört und viel hier gelesen und möchte einiges hier gerne beitragen. Es ist nicht einfach, alles in Worte zu fassen, denn es ist ja nun ein gaaaanz weites Feld, das wir hier betreten haben, aber ich hoffe, meine Audführungen sind irgendwie nachvollziehbar - wenn auch nicht der Weisheit letzter Schluss.


    Erstmal Hut ab, dass sich so viele, die wohl bislang wenig mit Jazz vertraut sind, sich der Challenge gestellt haben. Als "Nicht-Jazzer" ein Jazz-Stück einspielen und hier präsentieren, das macht sicher nicht jeder mit, das erfordert gewissen Mut. Daher: Mein aufrichtiger Respekt an alle.


    Was mir aufgefallen ist:


    Fast alle probieren ein Swing-Pattern. Der ein oderer andere wandert in einen Backbeat-Modus. Niemand hat probiert, das Stück mit Bossa zu unterlegen, keiner versuchte sich darin, das Stück NUR mit Besen zu begleiten. Bedeutet: Alle haben relativ identische Vorstellungen, wie dazu gespielt werden "sollte". Das ist schon mal Spannend, denn jeder scheint also ein recht festes Bild von "Jazz" bereits vor Augen zu haben. Dass keiner es ausscließlich mit Besen probiert hat (es gab nur einen Teilansatz dazu) ist etwas schade, denn dieses Stück wäre dafür ein sehr guter Kandidat m.E. Ich hatte beim Anhören der Vorgabe übrigens sofort instinktiv zum Besen gegriffen.


    Was noch aufgefallen ist - ja, das Timing hat hier und da bei dem einen oder anderen nicht ganz gepasst, aber das ist jetzt nicht soooo wicktig für mich. Wichtiger ist mir, dass die Leichtigkeit und Zurückhaltung teils fehlt. Einiges klingt - Pardon - etwas zu steif (Und damit meine ich nicht die Stickhaltung). Die Ursache dahinter vermute ich in : Es herrschte vielfach zu wenig Relaxtheit am Set, aber dafür war zu viel Konzentration auf "bloß alles richtig spielen" gelegt worden. Manche haben sich also wohl zu viel Stress gemacht. Wer gestresst spielt, verliert meist den leichten, sanften Flow, der gerade solchen Liedern wohltut.


    Dann: Viel zu viele Noten, Leute. Die Kunst, weniger zu spielen, diese stärker zu beachten, das hätte dem einen oder anderen gut getan. Jazz, das bedeutet viel compen, viele Noten, tausend Ghostnotes, schnelle Swinpattern auf dem Ride, Hihat-gefrickel. Quatsch mit Soße! Gerade einem solchen Stück muss sich das Schlagzeug mächtig zurüchalten. Der Schlagzeuger ist nur dezente Begleitung (die Side-Percussion) für die beiden tragenden Instrumente, Sax+ Piano. Wenn das Schlagzeug dominant auffällt, sind es zu viele Noten. Un sehr oft wurde der Fokus von den Protagonisten weg zum Schalgzeug glenkt. Macht weniger, Leute. Hat Mut dazu. Gebt der Melodie Luft zum atmen. Lasst es einfach "schön klingen".


    Und ... Dynamik - ein viel zu selten beachteter Part des Spiels. Welcher Teil wird lauter gespielt, wo hingegen leiser, welches Instrument, Snare, Bassdrum, Ride, Hihat, Tom, darf wie laut sein im Kontext, um das harmonische Miteinander aller Instrumente in der Band nicht zu stören und im richtigen Moment eine Akzentuierung zu schaffen und die anderen Musiker musikalsich emporzuheben? Man spielt für den Song - für nix anderes. Dessen "Gefühl" muss erfahren, verinnerlicht und harmonisch transportiert werden, zum Leben erweckt. Das ist etwas, woran man arbeiten kann, Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung hilft. Stück für Stück. Und viel Jazz hören, in allen Varianten. Und im besten Fall: Disktuieren/beraten mit den Mitmusikern, Feilen, bis es passt.


    mattmatt und hebbe haben ja schon einiges geschrieben, was ich so unterschreibe. Aber mal ganz grundsätzlich: Es gibt eigentlich keine Jazzer, Rocker, whatever. Nur Musiker. Das sind wir alle. Der Zufall hat es lediglich ergeben, dass der eine einfach mehr Jazz oder Pop oder Rock oder Metal spielt. Man ist also Musiker mit Schwerpunkt Jazz oder... Jede Stilistik hat natürlich ihre Besonderheiten und ich bin sicher, dass jede/r hier im Forum rein theoretisch genauso ein "Jazzer" sein kann, wie ein Punkdrummer. Es ist halt lediglich eine Frage, wie intensiv man sich mit der Materie beschäftigt, wie beflissen man lernt, experimentiert, weiter dazulernt und Erfahrung sammelt. Was in der Sozialisation prägenden Einfluss hatte macht den nächsten Schritt natürlich einfacher, weil bereits ein Grundverständnis für eine Stilistik da ist. Wer als Kind z.B. Elvis Presley mit der Muttermilch serviert bekommt, versteht eher worum es beim Rock&Roll geht, als jemand, der Vivaldi zu trinken bekam; der muss sich den Elvis eben noch zusätzlich erarbeiten.


    Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. Versteift euch nicht zu sehr auf "der ist Jazzer", der das ist "Rocker", der da ist "Metaller". Ich spiele viel Jazz, habe auch sehr viel damit in all den Jahren auf der Bühne gestanden, an Jazzz-Workshops mit renommmierten Jazz-Musikern teilgenommen. Dennoch sehe ich mich primär als Musiker, denn auch im Bereich Blues, Soul, Pop, Funk, Rock und Latin fühle ich mich musikalisch wohl und spiele diese Stile regelmäßig. Ich habe das alles und noch viel mehr als Kind/Teenager regelrecht aufgesogen und davon langfristig profitiert. Und daher sehe ich auch vieles nicht in solchen "Grenzen", sondern denke da oft Genreübergreifend. Wenn Herbie Hanckock Pop Songs verjazzt, und dazu Pop-Musiker wie Pink und Enrique Iglesias dazustellt, warum nicht? Entdecke die Möglichkeiten - nutze die Möglichkeiten.


    Was ist Jazz?

    Alles ist Jazz. Nichts ist Jazz.


    Jazz ist sehr viel Swing. Ja. Aber irre viel Jazz gibt es eben auch mit ganz anderen Rhythmen, auch der 4/4 Backbeat kann da vorkommen.


    Jazz ist vor allem eins: Vielseitig.


    Und was aus dem immensen Werkzeugkasten der Rhythmen und Spielarten passt, und das oft innerhalb eines Stückes in sehr variierender Form, das diktiert letztlich die Kompostion, dessen Melodie, die Sprache des Stückes also und dann auch was die Musiker in der jeweiligen Konstellation draus machen wollen. Eine Funk-Jazz-Interpretation erfordert eher eine andere Spielweise, Dynamik, Phrasierung als eine Big-Band- als eine Bossa-Interpretation. Ein Trio wird ein Stück gänzlich anders interpretieren und arrangieren, als eine Big-Band oder 10-köpfige Latin-Jazz-Combo.


    Lasst die Schubladen mal lieber weg. Denkt weit, entdeckt die Möglichkeiten. Und lasst euch nicht entmutigen, wenn etwas nicht gleich "perfekt" für euch klingt. Erfahrung,, v.a. auch durch das Mitspielen mit anderen, ist das A und O und bringt ans Ziel. Jeder kann jazzen. Ob das aber jeder will, bleibt jedem selbst überlassen. Und ich finde es toll, wenn sich jeder an Jazz versucht - oder Reggae oder was weiß ich was. Hauptsache wir lernen dazu und werden dadurch insgesamt sicherer, relaxter, vielseitiger und damit: interessanter.

    Haha, ich habe sowohl die Challenge als auch das Voting gar nicht mitbekommen, erst als alles vorbei war. Angesichts der Diskussionen hier muss ich mir nun doch mal alles anhören, alleine um zu hören, ob da jemand "authentisch" oder "weniger authentisch gespielt hat. Und mir dann meine Meinung zu bilden. Schöne Aufgabe für die kommenden Tage...

    [keine Anklage der sondern ruhige Ansprache]


    Natürlich gehören immer zwei zu einer Eskalation dazu. Ich bin mir bewusst, dass orinocco meinen Beitrag nicht gutheißen wird und habe eine Weile überlegt und abgewägt, ob ich antworten sollte. Ich bin in der Sache im Großen und Ganzen Unparteiisch und hätte auch gegen Marius (mit dem ich ja auch einst angeeckt war) das Wort ergriffen, wenn die Rollen gerade vertauscht wären. (Und ja, Marius sollte auch in der Sache jetzt nicht Öl ins Feuer gießen, der letzte Beitrag hat wieder Eskalationspotential, wenn man ihn so lesen möchte).


    Ich habe, soweit möglich, abwägend und "sachlich" formuliert, wissend, dass das in dieser reinen Schriftform schwer ist, es so auch wirken zu lassen. Vielleicht liest es sich für den einen oder anderen als scharfe Anklage, so sollte es aber nicht klingen, es sollte eher ein Aufruf zu mehr Ruhe und weniger "wirren Anklagen" sein und zum Reflektieren animieren. Ich weiß, dass ich ihm da etwas auf die Füße trete, doch manches, wie etwa der Vorwurf, hier würde etwas verschwinden, ist so irritierend, dass ich da dann doch Bedarf sehe, ihm zu verdeutlichen, wie das auf mich und sicher auch andere wirkt. Verstörend und das Klima vergiftend.


    Ich habe kein Problem damit, wenn orinocco, Marius oder Klaus Meyer oder Isabell Krawuttke bestimmte Dinge problematisch sehen oder kritisieren. Aber dann bitte fundiert und nicht Verschwörerisch. Ich habe kein Problem damit, wenn jemand Contra gibt - solange es nicht ehrverletzend, verleumdnerisch, Kindergartenmäßig ist. Das hilft weder in der Sache, noch menschlich betrachtet.


    Und damit nicht weiter Rambazamba herrscht, wäre ich dafür, hier demnächst wieder dicht zu machen, bis sich die diversen Parteien Gedanken zum allgemeinen Umgang im Forum und zum eigenem Handeln gemacht haben. Denn - so wie es aussieht - nagt es immer noch hier und da bei den beteiligten Personen am Gemüt.


    Ich hoffe, dass dieser Beitrag jetzt auch so verstanden wird, wie er intendiert ist.


    [/Ruhige Anprache aus]

    Mit Verlaub, orinocco, einiges was du schreibst, klingt ziemlich stark nach Verschwörungstheorien-Firlefanz und entbehrt für mich und sicher auch 99% der Leute hier jeder rationalen Grundlage. Ich bin ja nun auch schon mehr als ein Jahrzehnt hier und was du da "unterstellst", habe ich hier nicht erlebt. Beiträge verschwinden hier auch nicht. Die Mods handhaben das hier sehr, sehr transparent.


    User verschwinden aus diesem Forum aus den diversesten Gründen. Hobby-Aufgabe, einfach keine Lust mehr auf Foren im Internet, neuer Lebensabschnitt, da gibt es 1000 Gründe, warum jemand für sich entscheidet, "okay, ich lass es mal ruhen und sage "ciao"". Du interpretiert rein, dass alle möglichen Leute mit Sticheleien, Beleidigungen und ähnlichem hier weggeekelt worden seien. Das alleine schon so in den Raum zu stellen, finde ich ziemlich anmaßend, verleumdnerisch und unsympathisch.

    Zitat

    BTW. ich erinnere, allein das Thema Rechtschreibung (ziemlich Aufgebauscht) hatte zu so manchen, und das war imho noch ein

    eher weniger Beweggrund (auch Streitgrund), zu so mancher Reaktion geführt

    Dass das Thema Rechtschreibung hier thematisiert wurde, hatte einen triftigen Grund, denn - Pardon, wenn ich dir jetzt auf die Füße trete - deine vielfach gefühlt wirren bis lieblos hingeworfenen Satzfragmete und kryptischen Formulierungen sind etwas, was viele hier Jahrelang mächtig genervt hat, und wo man sich fragen musste, ob du alle hier veräpplen willst - bist du dann endlich mal die Güte hattest, zu erklären, dass du nicht wie andere einen Satz, geschweige denn einen ganzen Absatz formulieren kannst.


    Menschen erwarten in jedem Forum einen korrekt formulierten Satz lesen zu dürfen. Subjekt, Prädikat, Objekt. Inklusive passender Satzzeichen. Dein (Pardon!) Wortsalat war Jahrelang das genaue Gegenteil davon - aus für viele Menschen völlig unbekannten Gründen. Da darfst du dich ehrlich gesagt auch nicht wundern, dass manch einer sich echauffierte. Ich kann das völlig nachvollziehen.


    Bzgl. Marius, ja er ist ein temperamentvoller Mensch, aber auch er ist im Laufe der Jahre umgänglicher geworden, finde ich. Reifer, wie ein guter Wein sozusagen. Du musst ja nicht ein guter Freund von ihm sein, aber ihm alle Nase lang "vor das Scheinbein treten" muss wirklich nicht sein. Sind wir hier im Kindergarten? Von erwachsenen Menschen erwarte ich eigentlich, dass sie gewisse Fomen des sozialen Miteinanders praktizieren. Dazu gehört auch, einfach mal zu schweigen bzw. sich aus manchen Threads einfach mal fernzuhalten. Und bei dir würde es wirklich generell erfrischend wohltuend sein, wenn du nicht zu allem und jedem irgendwas schreiben würdest, denn das meiste ist völlig off-topic (sondern es überhaupt einen Topic beinhaltet).

    Zitat

    Man könnte gewissen Umständen, mal generell auf den Grund gehen die Dinge aufarbeiten.

    Wenn du das auch auf dich beziehen würdest, wäre das vermutlich nicht ganz verkehrt.

    Ich denke, niemand wird jemals so viel Leichtigkeit und Swing ins Rockdrumming bringen, wie Paice. Im Vergleich zu Ian wirkt das alles - obgleich technisch sauber - irgendwie für mich optisch viel hölzerner und klanglich weniger dynamisch. Das ist zwar alles sehr, sehr gut gespielt, aber wie gesagt... Zu wenig Swing und Leichtigkeit. Paice ist eben Paice. 🤷🏼‍♂️ Bei dem sah es irgendwie nie aus, als wenn er sich am Set verausgaben und am Limit spielen würde und sich groß konzentrieren müsste. Das flutschte einfach so natürlich dahin bei ihm....

    Aber immerhin kann man auf social media nicht komplett anonym bleiben, so wie hier. Zumindest nicht ohne Fake-Account.

    Naja, das stimmt ja auch nur bedingt. Aufgrund der IP ist jede "Anonymität" im Netz eigentlich eine Illusion. Und seien wir ehrlich, viele von uns haben doch Bilder von den Konzertgigs etc. hier drin. Wer wissen will, wie unsereins aussieht, findet auch unser Konterfei recht schnell.


    Zitat

    Hier im drummerforum geht's zum Glück noch vergleichsweise sehr sachlich, nett und niveauvoll zu. Dennoch müsste man meiner Meinung nach auch mal härtere Geschütze auffahren, um das zu erhalten und zu schützen.

    Wenn diese Situation eintreten sollte, dass es nicht mehr zumutbar ist, was manche äußern, werden die Mods und Administratoren bestimmt entsprechend handeln. Da würde ich mir nicht so viel Gedanken jetzt machen. Die haben das bisher doch ganz gut im Griff gehabt. Jedem kann man es nicht immer recht machen. Das ist unmöglich. Aber für alle erträglich ist hier es doch eigentlich zumeist, denn jeder "Knartsch" endet doch irgendwie immer gütlich hier bislang.


    Zitat

    Und ein netter und freundlicher Ton in allen Ehren. Ich finde es andererseits auch sehr nervig, wenn man penibel genau auf jedes Wort achten muss - bis hin zur aufgesetzten Freundlichkeit, die nicht mehr echt ist. Auf sowas kann ich auch gern verzichten.

    Niemand verlangt von dir oder anderen, dass sie sich verstellen sollen. Kritik sollte jeder äußern dürfen. Die Frage ist nur: Wie mache ich das? So, dass der andere gleich auf 180 ist oder so, dass er sagt: Okay, du hast eine andere Meinung. Find ich persönlich vielleicht doof, aber ich akzeptiere das. Und wenn man sich nicht einig wird ist das auch nicht schlimm und dann antwortet man eben einfach nicht - und es verläuft dann automatisch im Sande. Mein Tipp generell: Einfach mal durchatmen bevor man hitzig antwortet. Fünf Minuten Pause. Hilft immer und tut nicht weh. :)