Beiträge von Moe Jorello

    Zitat

    Ich behaupte mal, dass die ganz große Mehrheit der Drummer nicht gescheit stimmen kann.

    Der Knackpunkt ist nicht das können sondern das wissen. Viele wissen gar nicht, dass man Trommeln Stimmen muss. Da wird einfach nur ein Fell aufgesetzt und angeschraubt und dann abgeklebt mit gaffa und Taschentüchern, bis jeder Jaulton weg ist. - und alles andere auch. Dann bleibt ein Plöck!. Und das ist dann eben kagge. Kommt dann jemand wie du und ich vorbei und zieht den Rotz von Taschentuch wieder ab, sind wir erschrocken ob des Klanges. Ich bin da inzwischen aber schmerzfrei und stimme das Set dann durch. Und wenn mich der Besitzer etwas pikiert fragt, was ich da mache, sage ich offen und ehrlich, aber freundlich: ich stimme das Set einmal ordentlich durch, weil es ja wohl schon länger nicht mehr gemacht wurde. Das kann noch viel besser klingen. Gibt dann etwas Grummeln erstmal, aber für gewöhnlich schnell die Einsicht, dass das wirklich was bringt. Am Ende waren die Leute immer doch erstaunt, wie gut ihr seit auf einmal klingt und dann wollen sie wissen, wie es geht. Man muss die Leute drauf stoßen und aufklären. Das können ist da weniger das Problem meiner Meinung nach. Es sei denn, der Schlagzeuger hat kein musikalisches Gehör. Das ist dann aber ein sehr grundlegendes Problem. Da hilft auch jedes Stimmschnickschnack-Tool nicht weiter.

    Puh, was wieder für ein Schmarrn auf den Markt geworfen wird. Kreativ in gewisser Weise sind sie ja, aber sonnig ist das alles nicht. 99 Prozent Bockmist. Alleine schon... Quadratische Form... Alu im Kessel. Wtf? Das schreckt mich als Kunden alles ab. Aber ich bin ja auch total old school. 🙄

    Erstens von Händlern direkt. Zweitens anhand der Prägestempel auf den Becken; z.b. Zultan Caz sind 100 Prozent Turkish. Und wenn du in der Türkei die Turkish-Becken vor Ort testest, merkst du, dass die Streuung da sehr viel moderater ausfällt als bei den Caz, bedeutet bessere Endkontrolle und striktere Soundprofilvorgaben.

    Auf den neuen Caz fehlt der Stempel... Bei den alten kann ich den Stempel bestätigen.

    Ach... siehe da. Das ist natürlich gemein, wenn sie die Stempel jetzt weglassen. Dann können die flott hin und her wechseln beim Hersteller, je nachdem wer "billiger" produziert. Find' ich nicht gut.


    fwdrums: Die Händlerinfo habe ich von zwei Beckenhändlern bekommen, mit denen ich mal gefachsimpelt habe, die zwar nicht Thomann sind, aber mit der Marktlage und Produktionsabläufen doch gut vertraut sind/waren (einer war in Hamburg, einer in Berlin). Die Infos sind gut und gerne fünf/sechs Jahre alt. Vielleicht hat sich seitdem was verändert, würde mich aber eher wundern. Gerade bei den Billig-Serien wird ja auf jeden Cent geschaut.... :|

    Erstens von Händlern direkt. Zweitens anhand der Prägestempel auf den Becken; z.b. Zultan Caz sind 100 Prozent Turkish. Und wenn du in der Türkei die Turkish-Becken vor Ort testest, merkst du, dass die Streuung da sehr viel moderater ausfällt als bei den Caz, bedeutet bessere Endkontrolle und striktere Soundprofilvorgaben.

    Ein Laden voll mit Becken - das klappt eigentlich nur, wenn du auch die entsprechende Kundschaft in deiner Nähe hast. Das klappt in Nashville sicher hervorragend mit all den Studios, Clubs, Musikschulen und Musikern drum herum. In Delmenhorst hingegen nicht.


    Die einzigen Drumstores, die überleben können, benötigen andere Intrumente drum herum, die das Geld bringen. Gitarren, Flöten, Geigen, E-Pianos usw. Drums sind zwar optisch eher groß, die Zahl der Nutzenden ist aber im Vergleich zu anderen Instrumenten eher klein und damit der Umsatz begrenzt.

    Zultan hat eine enorme Streuung denn es ist günstig eingekauftes Zeug, z.B. bei Turkish. Auftrag: Macht X becken n 18 Zoll. Klang so in etwa. und dann wird eben schnell produziert. Große Endkontrollen bleiben angesichts des Preises auf der Strecke. Ex und Hopp sozusagen, wobei es dennoch einige wundervolle Caz Becken gibt.


    Sabian macht sowohl vollständig maschinelle Hämmerung (z.B. AA) als auch handgeführte maschinelle Hämmerung im Mix mit Handhämmerung (HHX). In den ganz teuren Serien gibt es auch komplett handgehämmertes. Bei meinem Artisan Elite ist z.B. absolut alles Handarbeit, selbst die Glocke wird per Hand herausgehämmert und nicht gepresst. Und alles wird wie Wein gelagert und reift in einer Kammer zwischenzeitlich. Das alles kostet dann auch was...


    Zildjian macht alles mit automatisierter maschineller Hämmerung inzwischen - auch bei den Keropes und Constantinoples. Ob das besser ist, ist Gefühlssache am Ende. Der Preis ist deswegen aber nicht gesunken. Honi soit qui mal y pense...


    Paiste macht von Hand geführte maschinelle Hämmerung bei den teuren Serien (2002, Giant Beat und Co) wenn ich das richtig erinnere.


    Meinl macht von maschinell bis handarbeit alles, wobei die hangehämmerten Rohlinge für Byzance und Co in der Türkei vorbereitet werden und nur noch bei Meinl "veredelt" werden. Also quasi letzte Klangkorrekturen (Hämmerung), polieren und Qualitätskontrolle.

    Masterwork macht durchaus gute Becken, die kann man ruhig mit ins Studio und auf die Bühne nehmen. Einige Becken von denen sind kleine Schötze und mehr als das wert, was sie kosten. Diese Perlen zu finden ist natürlich immer nicht ganz leicht.


    Ich habe selbst noch einige Becken von denen hier herumliegen, Custom und Jazz-Master (spiele ich zwar fast nicht mehr, aber was soll's...). Die Streuung ist jedoch in der Tat größer als bei den ganz großen Namen, wie Istanbul, Sabian, Meinl und Co., da muss man manchmal schon aufpassen. Ich hatte mal ein 16er und ein 18er Crash von denen vor mir, die waren lustigerweise tonal identisch - was natürlich nicht so schön ist. Aber generell machen die sehr ordentliche Becken zum fairen Preis.

    Helfen Whataboutisms, das Dilemma zu lösen? Zwischen suboptimalen Arbeitsbedingungen und Sklaverei erkenne ich gewisse Unterschiede.

    Natürlich habe ich das jetzt etwas sarkastisch zugespitzt. Das weißt du auch. Aber: wenn niemand sich traut, einen Schritt aus dem Scheisshaufen heraus zu wagen, bleiben wir eben im Scheißhaufen drin. Ist das besser?


    Dass jede Veränderung auch "Kollateralschäden" mit sich bringt, ist ja allgemein bewusst. Das Ende der Slaverei hat auch dem einen oder anderen auf die eine oder andere Art geschadet. Die Frage ist ja eher, wo man am Ende hin will und ob es die "Zugeständnisse", die man auf dem Weg dorthin eingehen muss, wert ist. Ich finde es ethisch-moralisch betrachtet besser, eben nicht prekäre Arbeitsverhältnisse zu unterschtützen, da diese den Menschen mehr Schaden als nützen. Aber belassen wir es dabei.

    Mal nur so nebenbei gefragt, was ist dem Sklaven auf dem Baumwollfeld lieber, der harte, dreckige Job, der ihn und ihre Kinder ernährt, oder gar kein Job, weil wir überheblichen Westler als wichtiger Absatzmarkt uns einbilden, damit irgendwem irgendwas Gutes zu tun, nachdem wir Jahrzehnte durch unser Konsumverhalten vielleicht sogar Anreize für den Anbau von Baumwolle geschaffen haben?


    Es gibt gewisse ethische Standards. Ob man sie einhalten will, muss jeder selbst wissen.

    Schlagzeuge werden ja mittlerweile auch fast alle in China gefertigt

    Auch da muss man unterscheiden zwischen konzerneigenen Werkstätten und irgendwelchen OEM Werkstätten. Yamaha und Tama haben z.B. Werkstätten in China, das sind aber japanische Fertigungsstätten in China (und eben nicht 100% chinesische Fertigungsstätten), das Personal arbeitet dort also nach japanischen sicherheitstechnischen Standards. Das Personal wird zudem in Japan bzw. vom Mutterkonzern entsprechend geschult und besser entlohnt als ein Trommelbauer eines etwaigen chinesischen Subunternehmers. Auch das ist bekannt.


    Im Endeffekt kannst du nur für dich die Entscheidung treffen: Was kannst du dir leisten und was willst du dir leisten und was nimmst du bis zu einem gewissen Grad dabei in Kauf?


    Klar, türkische Becken klingen vielfach gut. Von mancher kleineren Schmiede dort würde ich aber inzwischen nichts mehr kaufen wollen, weil ich nicht bereit bin, die "Arbeitsbedingungen" dort zu unterstützen. Dann kaufe ich lieber nichts, als billig und moralisch fragwürdig. Oder ich habe dann eben nur drei Becken (integrer Hersteller) am Set statt sieben (fragwürdiger Produktionsart).

    Meintest Du damit, dass man ein Depp ist, weil man sich keine teuren Hosen leisten kann?

    Nein, aber das ist die Denke mancher Unternehmen: "Irgendein Depp wird sich schon finden". Du weißt schon. Irgendjemand, der eben nicht hinterfragt, wie Preise zustandekommen, warum manches auf den ersten Blick billiger, langfristig aber teurer ist - von Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit ganz zu schweigen. Hauptsache, der Rubel rollt.


    Schau dir einfach mal an, was in Sachen Werkraumausstattung und Arbeitssicherheit zu sehen ist in den Videos diverser Hersteller: Die einen arbeiten in gut eingerichteten Werkstätten mit kompletter Schutzmontur (Sichtschutz, Gehörschutz, Feuerschutz, Arbeitsschuhe), die in der anderen Firma rennen mit Sandalen und T-Shirt in irgendeinem dunklen Loch umher, haben keinen Lärmschutz parat, beim abdrehen keine Schutzbrillen auf und und und.

    Doch, man darf auch anderes kaufen - muss dann halt nur tiefer in die Tasche greifen - siehe Sabian, UFIP und Paiste z.B. ... Oder - wenn man schon von Hosen spricht - greift man dann eben z.B. zu Fjällräven, Vaude, Patagonia und Co für 200 und mehr Euro statt zur Temu 08/15 Fenschang Super-Spezial-Outdoor-Hose für 19,99. Erste sind umweltgerecht produziert und achten auf faire Arbeitsbedingungen, Löhne, Arbeitsschutz, Sozialabsicherung und Nachhaltigkeit, haben guten Kundenservice, gute Materialien im Einsatz und eine Qualitätskontrolle, die dem Namen auch verdient - letzterem ist das alles sch**egal. Hauptsache, ein Depp kauft das - weil eben günstig.


    Man kaufe ein Zultan oder Wuhan und und ein zweites selbiger Reihe dazu. Passen sie zusammen? Lotterie. Sind die gut entgratet? Lotterie. Sind die gut "imprägniert" worden nach der Produktion? Lotterie. Hatten die Arbeiter überhaupt irgendwelche Schutzkleidung/Schutzbrillen parat? Nun ja...


    Es ist nicht nur das Produkt an sich sondern vor allem das viele drumherum, was den Preis diktiert.


    Und dass eine limitierte Reihe wie die von Portnoy mehr kosten dürfte, sollte jedem klar sein, der ein wenig das 1x1 der Marktmechanismen kennt. Ob einem der leicht andere Klang den Preisunterschied zu ähnlichen Produkten von Sabian wert ist, das ist eine ganz individuelle Frage.

    Da macht ihr euch das aber wieder zu einfach. Was in sehr kleinen Margen mit viel Handarbeit produziert wird ist tendenziell einfach teurer als das, was maschinell in Masse gepresst wird - und die Lohnkosten des Landes als auch aktuelle Rohstoffpreise vor Ort spielen auch immer eine Rolle.


    Ja, Wuhan mag billig sein - die Verarbeitung/Haltbarkeit ist aber naja und bei Arbeitnehmerrechten und Arbeitsschutz gelten in China halt andere Standards als in Kanada oder der Schweiz oder Deutschland.


    Aber das nur am Rande. Kauft, was euch glücklich macht, das andere lasst links liegen.

    Sakae kommt langsam wieder - und startet mit dem, was am meisten Geld abwirft: Hochpreissegment. Hoffen wir, dass die Rückkehr besser verläuft als damals bei Premier nach der Insolvenz.

    Der Unterschied ist schon nicht so klein, die brilliante Ausführung ist heller, pingiger, kristalliger vom Klang. (Mir zu penetrant beim direkten Vergleich damals) Die traditionelle Ausführung ist m.E. deutlich wärmer vom Klang und vielseitiger einsetzbar. Die brilliante Ausführung ist für Pop, Rock und so sehr gut nutzbar, wenn aber auch z.B. Soul, Blues, ein Big-Band-Einsatz geplant ist, ist das traditional die m.E. deutlich bessere Wahl. Das ist quasi die "Allrounder-Waffe", die ich sehr oft am Start habe, ausgenommen kleinere Jazzlocations (Da ist es dann zu laut und zu wenig crashbar). Da greife ich dann immer auf leichtere, noch wärmere, dunklere Rides zurück.

    Das verlinkte Bild ist nicht meine Sammlung, Gottlob! (Sonst würde meine Frau aber doch meckern 😄). Das war nur zum zeigen, welche es da alle gibt von den Starphonics.

    Nö, nie besessen und eine Kirchenglocke als Snare reizt mich null. Alle Starphonics und auch die Star habe ich günstig geschossen, alle für weniger als 400. Die Star Bubinga sogar für 300 ocken auf eBay (statt neu 900) in einer Versteigerung z.b. ... ich war der einzig bietende. Lucky me.

    Dann habe ich das Photo mit dem Starphonic-Berg in deinem Vorstellungsthread vor einer Weile falsch interpretiert, ich dachte tatsächlich, dass das alle deine wären 8|

    Das war Star, Starphonics und SLP. Ist inzwischen aber etwas reduziert. Und ja, das waren alle meine. Aber was zu viel ist, ist zu viel.

    Eben drum ist der Preis von 2.500 Euro um so absurder.

    Aber hattest/hast du nicht selbst unter deinen diversen Starphonics eine Bell Brass? Die kostet doch auch schon über schlappe 2.000 EUR.

    Nö, nie besessen und eine Kirchenglocke als Snare reizt mich null. Alle Starphonics und auch die Star habe ich günstig geschossen, alle für weniger als 400. Die Star Bubinga sogar für 300 ocken auf eBay (statt neu 900) in einer Versteigerung z.b. ... ich war der einzig bietende. Lucky me.

    Eben drum ist der Preis von 2.500 Euro um so absurder. Bei Craviotto legt man in etwa 1.400 für sowas hin, wenn ich mich richtig erinnere. Wozu also mehr als 1000 Euro aufschlag? Für einen nostalgischen Namen? Wer sich veräppeln lassen will - bitte schön, bleibt ihm freigestellt.