Beiträge von Seven

    Ich hab auf mehr Hochzeiten getrommelt und Technik gemacht als mir lieb war, auch wenn das eigentlich immer Events mit einer sehr positiven Stimmung waren. Nur insbesondere hier sollten sich Bands echt nicht unter Wert verkaufen. Das ist wirklich fast reine Dienstleistung und hat wenig mit musikalischer Kunst zu tun. Und wenn ein Kleid gerne 2000 EUR kostet, der Friseur alleine im hohen dreistelligen Bereich verdient, die Torte nicht billiger ist, pro Gast 100 EUR für Essen ausgegeben werden, dann sollte ein Musiker hier nicht der kleinste Posten auf der Rechnung sein.


    Ich mache für eine Band das Booking, die im Monat 2-3 Anfragen für Privatveranstaltungen wie Hochzeiten bekommen. In der Regel finden diese dann in Locations statt, wo die Raummiete alleine 3.000 bis 5.000 EUR beträgt. Und wenn man die Bands preislich dann ebenfalls in dem Rahmen platziert, ist das 90% der Paare zu viel. Man hat sich da eher sowas um die 1.000 EUR vorgestellt (inklusive Technik natürlich, und Beleuchtung des ganzen Raums, und Techniker, und Funkmikrofon für Ansagen, und Aufbau am Vortag und Abbau einen Tag später, und bitte noch diese drei Lieder ins Programm aufnehmen...)

    Früher (00er Jahre) hab ich in der Regel bar kassiert und durfte dann größere Bargeldbeträge mit mir rumtragen. Heute gibt es so gut wie nie Bargeld, sondern die Gage kommt nach Rechnungsstellung an die Band. Und wenn die Rechnung an ein "normales" Unternehmen geht, dann kann das auch 4-6 Wochen dauern bis die Gage ankommt. Und da auch Bands eine saubere Buchführung halten (sollten), wird auch bei Bands ohne Zahlungsbeleg (in der Regel gestellte Rechnung an die Band) nichts ohne Rechnung ausgezahlt. Ob derjenige, der dann die Gage ausbezahlt, dass instant macht oder bis zum Wochenende wartet, macht zeitlich nochmal einen Unterschied. Ich kenne es aber auch so, dass Subs die vereinbarte Gage direkt nach dem Gig überwiesen bekommen und die regulären Bandmitglieder später.


    Short: Vor 15 Jahren bin ich in der Regel mit der Gage im Geldbeutel nach Hause. Heute habe ich die Gage in der Regel nach 2 Wochen auf dem Konto.

    Aus meiner Sicht braucht es grundsätzlich (auch hier) eine Rollenverteilung.


    In vielen Stilrichtungen ist das richtige Timing wichtig und Timing-Schwankungen sind zu vermeiden. Das mag nicht für jeden Stil zutreffen und auch wenn im Pop-Rock-Bereich solche Schwankungen nicht die Regel sind, kann es natürlich einzelne Songs geben, wo Schwankungen als stilistische Mittel eingesetzt werden.


    Ich kann mich gut mit dem sinngemäßen Zitat von Mitch Dorge (Crash Test Dummies Drummer) anfreunden: "Mein Job als Drummer ist es, mit dem richtigen Tempo in einen Song reinzugehen, die Band in dem Tempo durch den Song zu bringen und am Ende gemeinsam aus Song rauszukommen."


    So interpretiere ich im Regelfall meine Rolle als Drummer. Jetzt ist die Wahrnehmung gerne unterschiedlich. Ich spiele auf den Punkt. Für den treibenden Bassisten bin ich Laid Back. Für den entspannten Gitarristen treibe ich. Und ein Song, der sich heute zu schnell anfühlt, kann sich bei gleichem Tempo morgen vollkommen korrekt anfühlen. Das gilt es meines Erachtens auch zu berücksichtigen. Und zumindest der letzte Punkt spricht für ein Spielen mit Klick; für alle.


    Live hole ich in aller Regel die Band wieder zusammen, wenn etwas auseinander läuft. Wenn aber Lead Vocals, auf denen eben die primäre Aufmerksamkeit des Publikums liegt, daneben liegen, dann ziehe ich schon auch öfters den Rest der Band auf den Track der Lead Vocals, wenn es aus meiner Sicht der "geringere Schaden" ist. Da orientiere ich mich dann am Sänger oder der Sängerin, aber ich entscheide, dass ich den Rest der Band dorthin hole. Ich könnte ja auch versuchen den Sänger einzufangen.

    Moin.


    Bei Kleinkunst und 500 Personen (sitzend) reden wir aus meiner Sicht nicht unbedingt von etwas kleinem. Wenn ich bei Live-Musik/Tanzband und 500 Leute bin, stehen die meistens und einige Gäste sind ganz froh, wenn man sich unterhalten kann. Bedeutet: Wenn es 15 Meter vor der Band deutlich leiser wird, ist das oftmals sogar erwünscht.


    500 Personen bestuhlt komme ich grob auf eine zu beschallende Fläche von 12 Meter (Breite) x 25 Meter (Tiefe). Die Breite von 12 Metern ist dabei aus meiner Sicht die kleinere Herausforderung. Größer ist die Herausforderung, auch noch in den letzten Sitzreihen so etwas wie Sprachverständlichkeit hinzubekommen und das ohne die ersten Sitzreihen mit maximaler Lautstärke wegzublasen.


    Ich würde hier ein System in Erwägung ziehen, welches aus 4-5 Mid-Range Boxen und 1-2 Subs besteht. 2 Mid-Range Boxen würde ich links und rechts versuchen auf eine ordentliche Höhe zu bekommen (deutlich über die Köpfe der Zuhörer). Die Boxen sollten sich aber auch leicht nach unten neigen lassen.

    Dazu passend würde ich eine kleinere Nearfillbox für die ersten Zuschauerreihen mittig platzieren, denn bei 12 Meter Breite (oder mehr) hören die Gäste auf den vermeintlich besten Plätzen nichts von den Boxen links und rechts. Und dann würde ich nach 10-15 Metern noch 2 Delay-Lines stellen, um auch für Zuschauer auf den hinteren Reihen beschallen zu können. Wenn Sprache bei Eurer Kleinkunst weniger eine Rolle spielt, könnte man eventuell auf die Delay-Line verzichten.


    Ich hab da leider keine konkreten Erfahrungen mit Produkten in der Preisklasse. Ich habe mal auf dem Gebrauchtmarkt geschaut:

    db technologies DVX D10 und S09DP Aktiv-PA-System | 2450 EUR - Gebrauchte-Veranstaltungstechnik.de - Der Marktplatz für gebrauchte Veranstaltungstechnik
    DVX D10 und S09DP Aktiv-PA-System bestehend aus: 2x Aktives 2-Wege Top DVX D10 NICHT HP!!! 2x Schwenkbügel mit Quicklock Pin Montage 2x…
    gebrauchte-veranstaltungstechnik.de

    --> 2 potente Subs und 2 Tops die aus meiner Sicht für den Preis sehr gut spielen

    dazu: https://gebrauchte-veranstaltu…nkl+Case+und+Zubeh%C3%B6r

    --> 4 passende kleinere Tops für Nearfill, Delayline oder auch Monitoring.

    Da sollte preislich noch etwas drin sein, so dass man nur knapp über dem Limit landet. Dafür hat man aber auch ein Setup mit dem man erstmal sehr viel Kleinkunst machen kann.


    Ich merke beim Lesen dieses wirklich guten Threads, dass ich auf die Thematik "Bringt das Studium etwas? Braucht man das?" gar nicht so wirklich eingegangen bin.


    Nach meiner Wahrnehmung gibt es mittlerweile zahlreiche handwerkliche gute Musiker mit irgendeinem Abschluss. Ob das nun vom PIT/LAMA/LACM, der Popakademie in Mannheim, der Future Music School in Aschaffenburg oder einer vielen Universitäten ist, lasse ich mal offen. Da (insbesondere öffentliche) Arbeitgeber gerne Möglichkeiten nutzen, weniger Geld zu überweisen, weil formale Qualifikationen auf dem Papier fehlen, bringen solche Abschlüsse für das Unterrichten in vielen Fällen sicherlich etwas. Ob es allerdings wirtschaftlich sinnvoll ist, dafür 4 Jahre an einer Uni oder 1 Jahr in LA zu studieren, um dann pro Unterrichtsstunde 5 EUR brutto mehr zu bekommen? Mir bekannte Musiker die beim Unterrichten gute Stundensätze haben, haben (fast) alle irgendeinen Abschluss in Tasche bzw. gerahmt auf der Gästetoilette hängen.


    Wichtiger an diesen (Hoch)Schulen ist aus meiner Sicht auch wieder das Netzwerk. Man kommt einfach mit so vielen Leuten in Kontakt und wenn man "Pech" hat, kommen dann Dinge von alleine ins Laufen. Ich hatte während und nach dem Abi mal eine Zeit, wo ich mit einigen Jungs gejammt habe und ich die Chance hatte bzw. gefragt wurde in einer Band einzusteigen, die später mal wirklich national bekannt wurde. Nicht weil ich besonders gut gewesen wäre. Aber ich war zur richtigen Stelle am richtigen Ort und da kam der Gedanke irgendwie (auch) auf mich. Und der richtige Ort ist vermutlich eher die Popakademie als eine mitteldeutsche Kleinstadt. Auf der anderen Seite ist dort die Konkurrenz dann auch ungleich größer. --> Wenn es den einen besten Weg geben würde, wären alle auf diesem unterwegs.

    Ich würde mich im Kern den Vorrednern anschließen:

    Zitat

    Viel wichtiger ist im Profibereich zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle zu sein, die richtigen Leute zu kennen und immer liefern zu können.

    Das ist aus meiner Sicht eine gute Formulierung für "Es braucht Talent, Fleiß und Glück". Talent hast Du. Ob Du genug Fleiß mitbringst kann ich nicht beurteilen. Und das Glück kann man zumindest dahingehend forcieren, dass man sich ein großes Netzwerk aufbaut und in dem Netzwerk sich einen Ruf erarbeitet. Wichtiger als das absolute Gehör oder das absolute Timing ist meines Erachtens "kein Arschloch zu sein". Ich kenne ein paar Leute aus der "Bundesliga" flüchtig. Die sagen von sich selbst: Ich bin nicht der Beste, aber ich glaube mit mir kann man es ein paar Wochen im Studio oder im Tourbus ganz gut aushalten. Und ich kenne Musiker, die die Chance hatten auf große Karriere und sich dann mit dem eigenen Mundwerk im Weg standen.


    Anderer Aspekt: Man sollte das Ganze aus meiner Sicht mit einem spitzen Bleistift und finanziell auch bis zum Lebensende planen. Was braucht es zum Leben? Wie sind die eigenen Vorstellungen und Ansprüche? Das mag sehr nüchtern klingen, aber niemand will irgendwann in der Armut enden. Anekdote dazu: Ich kenne Musiker, die in den 80ern in guten Monaten 5stellige Nettoeinkommen hatten. Davon ist heute nichts übrig. Altersvorsorge wurde nicht betrieben. Die müssen heute mit Mitte/Ende 70 Dinge für Geld machen, die sie nicht machen wollen und erzählen in guten Momenten von den guten Alten Zeiten.


    Weitere Anekdote: In Corona hab ich zwei Arten Musiker kennengelernt, die von der Musik ihren Lebensunterhalt bestreiten: Erste haben lange und laut auf die Politik geschimpft, weil ihnen nicht geholfen wurde. Andere wurden von der Politik gut unterstützt und haben daher viel Lob übrig gehabt. Was war der Unterschied? Erstere haben wesentliche Teile des Einkommens vorher schwarz erzielt. Entsprechend floss dann während Corona auch kein Geld vom Staat, denn ein Ersatz für "Schwarzgeld" wurde meines Wissens nicht eingeführt. Die anderen haben das immer offiziell gemacht und dann auch ausreichende Unterstützung bekommen. Es ist allen klar, dass in der Branche gerne mal ein Euro schwarz gezahlt wird. Einiges an Kultur wäre - meiner Vermutung nach - auch sonst gar nicht bezahlbar (Man denke an den Live-Auftritt in einer kleinen Kneipe.) Aber eine berufliche Karriere würde ICH nie auf Schwarzgeld bauen. Von weiteren Risiken in dem Kontext will ich gar nicht reden. Ich will Dir auch gar nichts unterstellen.


    Mein unpsychologischer Ansatz: Such Dir einen soliden Job für Wasser, Brot und Dach über dem Kopf, der Dir genug Raum und Flexibilität für ein tolles Hobby lässt. Wenn Du in Deinem Leben schon viele Downs hattest und die Musik Dich da gut rausholen kann, dann lass der Musik diesen Platz im Leben. Ich befürchte, dass Einkommen aus musikalischer Tätigkeit bei "Ups & Downs" auch einer gewissen Schwankung unterliegen. Das würde ich vermeiden wollen.


    my 2 cents

    Erstmal einen Moment gebraucht, bis ich verstanden haben, dass es nicht um eine Tom-Kombination 10-13-16 geht. :D


    Ich habe in früheren Jahren mal so ein Kit mit relativ flachen Kessel getestet: 22x8, 10x5, 12x5, 14x5 oder sowas in der Richtung. Das fand ich klanglich eigentlich nicht grundverkehrt. Es haben zwar "Eier" gefehlt, aber einen runden Ton mit Sustain bekommt man schon raus. Eine Kollege hatte vor einigen Jahren seine Standard-Poprock-Cover-Gigs mit so was gespielt auf Bühnen mit ca. 500 bis 2.000 Besuchern. Abgenommen klang das "ganz normal".


    Ist halt die Frage, ob Du "normalen Sound bei wenig Platzbedarf" oder eher "kleine Trommeln mit kleinem Sound" suchst. Ist aus meiner Sicht eine Frage des Ansatzes. Da gibt es kein richtig oder falsch aus meiner Sicht.

    Die Geschichte:

    Ich hatte früh das Glück gebraucht an einen Satz Paiste 3000er Crashes (17+19), 2002er Ride (20) und Zildjian K Hihat (14) zu kommen. Das hat mir gut gefallen. China wurde ein 14er Paiste 2000 (klein weil günstig) Und dann ein 12er Splash Paiste Alpha Splash (weil Crashes neu so teuer waren) Die 17er und 19er habe ich bei sehr viel Üben irgendwann geschrottet wie auch das Splash Die relativ alte und durchgenudelte K Hihat wollte durch so eine Hi-Fi HH (Z/K) ersetzen. Die habe ich heute auch noch. Das 2002er Ride war net so meins. Im Unterricht hatte ich ein 20er K Custom Ride, was ich mir für 490 DM gekauft habe und was ich immer noch besitze. Fazit: Geblieben sind bis heute das K Custom Ride und das Z/K Hihat, auch weil ich die damals schon gekauft habe weil ich den Sound mochte und nicht weil es günstig war.


    Dann kam die Zeit mit 14-15-16-17 Paiste Line Crashes. Damit war ich relativ zufrieden. Dazu kam noch ein 17er K China. Die Paiste Crashes wurde ich sehr gut wieder los und habe umgestellt auf eine Nummer größer bei einem Sabian Deal. HHX Evolution in 16 und 18 und AAXplosion in 17 und 19. Genauso in dem Set getestet und gewählt. Spiele ich bis heute. Dazu kam irgendwann noch ein 18er HHXtreme, was aktuell auch mein Lieblingscrash ist. Und als Ride kam zum K Custom noch ein 22er HHX Legacy. Die HiFi-HH (Z/K) ging zurück ins zweite Glied. In den Vordergrund rückte die 14er Sabian Paragon, die wieder dunkler und damit näher an der alten 14er K HH lag. Ride und HH habe ich auch immer noch.


    Splashes habe ich teilweise mal 2 8er und 2 10er von Ufip gespielt. Seit einigen Jahren jeweils ein AAX und ein HHX in 10". Bin ich zufrieden mit. Reicht mir


    Dann kam Meinl ins Spiel. Meinl Byzance Extra Dry Dual Hihat in 15" war dann die Erweiterung des Kontrasts. Die drei Hihats (13 Z/K, 14 Paragon, 15" Extra Dry Dual) bilden im Spektrum alles ab was ich spielen könnte. Aus der Byzance Serie kamen dann noch ein 20er Vintage Pure Ride (als Crash) und ein 20" Dark Extra Dry Thin Crash. Das ist dann Crash-seitig der Kontrast zu den eher Hi-Fi Sabian Crashes.


    Ich wähle das Besteck je nach Anlass. Bis vor ein paar Wochen war ich in einem Projekt mit eher Songs aus älteren Jahrgängen. Da war dann eher die Meinl Ecke passend. Aktuell gehts mit ner anderen Truppe in die Richtung Hardrock. Da passt nun die Sabian Richtung wieder besser. Die AAXplosion fand ich bissi zu laut/schrill. Daher habe ich mir noch ein 17er HHXtreme und ein 19er HHX Complex Thin Crash geholt. Die AAXplosion sind aber (noch) nicht verkauft. Ich wollte halt gerne ein Setup von 4 Crashes spielen; meistens sind es aber eher 2. Egal. Haben ist besser als brauchen.


    Was ist meine Philosophie?

    • Becken sollten zum Stil passen. Meint für mich: Mit den HHX kann ich eigentlich alles spielen. Mit den Meinl Vintage/Dry würde ich nicht alles spielen. Es gibt also sicherlich "Allround-Becken".
    • Crashes kleiner als 17" spiele ich nicht mehr. Das 16er HHX spielt eigentlich auch nur noch zusammen mit dem 17er K China als Trash. Und die Crashes dürfen gerne dünn sein. Ich mag den glockigen 2002er Sound gar nicht mehr; früher fand ich den toll. Crashes sollten für mich schnell ansprechen (=dünn sein) und tonal nicht unangenehm klingen (=eher größere als kleinere Becken)
    • Beim Ride habe ich gerne eine Bell die ich auch gut treffen kann. Und dann braucht es manchmal etwas mit viel Ping und dann mal was mit weniger Ping. Vielleicht fehlt mir noch ein Ride mit noch mehr Wash. Schauen wir mal. Wirklich vermissen tue ich es nicht.
    • China, Trash, Splashes: Ja hab ich. Wirklich brauchen tue ich das nicht. Spiele es nach Lust und Laune.
    • Was ich sehr bewusst gewählt/gekauft habe, bleibt lange bei mir. Was ich primär aus Preisgründen gekauft habe, ist heute nicht mehr im Bestand.

    My 2 Cents

    Mein jüngster Cousin ist Jahrgang 1997. Mit ca. 10-12 Jahren sollte er ein Drumset bekommen. Ich habe seinen Eltern ein Millenium empfohlen für ca. 300 EUR seinerzeit. 16-8-10-13 und 12er Snare oder sowas in der Richtung. Aufbau ging ganz ordentlich. Die Messing Becken waren so lala. Aber auch mit den Werksfellen war das aus meiner Sicht für einen Anfänger absolut in Ordnung seinerzeit. Nach 2-3 Jahren gelegentlichen Trommelns war es dann erstmal ruhiger im Hause und die Eltern waren glücklich, nicht 1000 EUR ausgegeben zu haben. Nach weiteren 4-6 Jahren wurde entstaubt und es hat sich daraus keine Karriere entwickelt, aber bis heute trommelt der mittlerweile 24jährige regelmäßig auf dem Kit. Ich habe ihm mal ein ordentliches Crash zur Dauerleihgabe überlassen, die Fußmaschine wurde mal getauscht und vor 1-2 Jahren kam mal ein neuer Satz ordentliche Felle drauf. Wir haben es dann gemeinsam gestimmt und ich war nicht enttäuscht. Klar kann man das nicht vergleichen mit einem Collector oder SQ2 und auch nicht mit einem Mittelklasse-Set, das man heute für 600 EUR gebraucht kauft. Und natürlich macht es nicht wirklich Spaß die Kiste zu stimmen. Aber da das Kit nie eine Bühne gesehen hat und daher nie aus dem Raum bewegt wurde, ist auch nichts kaputt gegangen in all den Jahren. Ob man mit 24 Jahre und einer Affinität zu Rock Musik auf ner 16er Bassdrum trommeln will ist ne andere Frage. Aber er möchte keine 500 EUR in gebrauchtes was auch immer Kit investieren und hat weiterhin Spaß auf dem Millenium Kit; seit über 12 Jahren. Und damit ist die wichtigste Anforderung erfüllt.


    Und wer die Meinung vertritt, dass das alles Müll sei der in die Tonne gehört. Bitte schön. Jedem seine eigene Meinung. Ich habe hier eine andere, auch wenn ich mir selbst so ein Kit nie kaufen würde.

    Das Argument mit der Stativeinsparung zieht ja nun auch nicht wirklich. Wie man auf dem Bild sieht, steht zumindest am linken Set ja auch ein separates Stativ an der Hihat, wenn auch ein niedriges. Und diese Mikroarme direkt an den Stativen, hmm also ich weiß nicht... Da mögen ja Gummipuffer dran sein, aber so gut entkoppelt das dann doch nicht. An einem Hihatstativ mag das vielleicht noch gehen, aber an einem Beckenstativ würde ich das nicht wollen, so gerne wie die resonieren und Schwingungen übertragen können.

    Wenn ich ein Stativ nutze, würde ich immer von oben abnehmen und am ehesten auf den Anschlagpunkt vom Stick ausrichten. Von unten mache ich nur mit Klemme. Und ich befestige das Mikro eigentlich immer mit Klemme am Beckenständer, den die getretene Hihat-Maschine überträgt noch mehr Gerumpel als ein Beckenstativ. Zudem besteht die Gefahr, dass sich durch die Bewegung die Mikrofonklemme löst oder das Mikrofon in der Klemme.


    Aber klar: Das kann man immer weiter treiben. Ich kenne Trommler die akzeptieren keine Klemmmikrofone an den Toms, weil durch die Masse das Ausschwingverhalten der Trommeln negativ beeinflusst wird. Stimmt aus meiner Sicht auch. Die Frage ist, wer das im Live-Kontext hört.


    Ich betrachte das immer aus einer Gesamtrelation heraus. Ich habe eine Band, wo ich beim Anhören von Live-Mitschnitten stellenweise "komische" Hihat Sounds hatte. Bis ich gemerkt habe, dass dies immer bei Songs passiert, wo der Sänger live auf den Drum-Riser springt und über sein Gesangsmikrofon dann so viel Hihat eingefangen wird.


    Wenn ich eine kleine Bühne habe oder eine Bühne mit ungünstigen Reflektionen, habe ich soviel HH in insbesondere den Gesangsmikrofonen, dass ich mit dem HH Mikro den Sound kaum noch beeinflussen kann.

    Ich würde schauen bzw. besser hören, wie weit die Bassdrum sich durchsetzt bzw. überhaupt hörbar ist in einem unverstärkten Setup. Eventuell mal jemanden rumlaufen und hören lassen. Wenn die Bassdrum komplett untergeht, ist das bei Rockmusik in aller Regel nicht gut. Dann würde ich die Bassdrum DEZENT über die 12/2er laufen lassen. Es ist ja nicht so, dass 12/2er gar kein Bass könnten. Die können eben kein druckvollen Bassdrumsound laut wiedergeben. Aber mit einem relativ hohen Lowcut und eventuell etwas Anhebung gegen 4 und 10k kann man das leicht dazumixen, so dass man die Bassdrum zumindest "irgendwie" wahrnehmen kann.

    Ich hatte mir mal ein billiges Einsteiger-Set gebraucht zugelegt, damit ich es als Feld-Wald-und-Wiesen-Set nutzen kann.

    Das meine ich ernst.

    Ich glaube ein Crap Set braucht jeder, der sich auf Konzertsettings einlässt die er nicht kontrollieren kann. Für einen reinen Daheim Kellertrommler ist es vermutlich wieder nicht so notwendig. Solang das Ding so halbwegs wie ein Schlagzeug klingt, reicht das für solche Konzerte auch völlig.


    lg

    Für ein Crapset ist zumindest mir mein Geld zu schade. Wenn ich eines meiner Kits in solche „unkontrollierbaren“ Situationen gebracht habe, dann habe ich Regelungen getroffen, um Schäden zu vermeiden:

    • Nutzung eigener Becken je Kollegin
    • Nutzung eigener Snare je Kollege
    • Erstattung eines Schlagfellsatzes durch Veranstalter/Kollegen für das Bereitstellen meines Kits


    Wenn das nicht möglich ist, steht mein Kit nicht auf der Bühne und ich trommle über ein Kit einer Kollegin. Ich habe in solchen Fällen öfters auch dem Kit-stellenden Kollegen ein Snarefell als Dank geschenkt.


    Aber ich kann verstehen, wenn jemand ein Crapset besitzt und nutzt. Für mich bleibt jedes meiner Drumkits aber in erster Line ein Nutzgegenstand. Daher sammle ich (bislang/noch) keine Kits, sonder kaufe primär nach Bedarf; was meine Frau gegebenenfalls anders sieht. 8o

    1. Ich will ein Schlagzeug zu Hause haben und ich will nicht für jede außerhäusliche Probe dieses Schlagzeug auf, ab, auf, ab und dann wieder zu Hause wieder aufbauen. Zumindest nicht wenn die Proben halbwegs regelmäßig stattfinden. Das ging früher aus finanziellen Gründen nicht.


    2. Wenn ich zahlreiche Gigs spiele, würde ich gerne ein Kit "ready to go" gepackt haben, weil ich weder in Proberaum noch daheim immer wieder das Kit ab und wieder aufbauen mag. Das wäre dann also schon das Dritt-Kit.


    Zu beidem kann man sicherlich "Faulheit" oder "Luxus" in den virtuellen Raum rufen. Aber ich habe zumindest für mich rationale Gründe für eine gewisse Anzahl von Kits. In jedem Proberaum eins und eins für Gigs. Mehr brauche ich nicht. Weniger sollten es aber auch nicht unbedingt sein.


    Ich bin eher auf dem Trip, unterschiedliche Kits zu haben (Größen, Sound, Design, Hersteller, etc.). Also 22-10-12-16, 24-13-16 und 20-10-14 zum Beispiel.

    Bei Becken dann einmal wenige, große Vintage Becken (15 Hihat, 22 Ride, 22 Crash, 20 Crash) und einmal eher Pop-Stand (13 Hihat, 20 Ride, 16 Crash, 18 Crash, 8 Splash). Letzten Endes kann ich alles was ich von mir selbst zu spielen erwarte auf "one up, one down" trommeln. Oft wird es dann "two up, one down" oder an weniger faulen Tagen auch mal "two Up, two Down". Ich merke über die Jahre das sich Geschmack stellenweise etwas ändert, aber das Ganze auch wellenförmig ist. Was ich vor 20 Jahren Scheiße fand, finde ich heute nicht gut. Was ich vor 20 Jahren gut fand, vor 10 Jahren dann nicht mehr so mochte, ist vielleicht heute weiter oben auf der Beliebtheitsskala.


    Wichtig ist mir persönlich ein gewisses Mindestmaß an Qualität. Wenn ein Kit deutlich von der Qualität abfällt, macht es mir einfach keinen Spaß darauf zu spielen und dann baue ich am Ende doch wieder ein besseres Kit auf. Wenn das Basix Custom also subjektiv deutlich weniger Spaß macht als das Sonor Vintage, dann würde ICH auch überlegen. Aber dann wäre es wohl kein zweites Sonor Vintage, sondern eher was "ergänzendes" wie z.B. ein Tama oder ein Mapex. Wenn Sonor Vintage, dann würde ich in derselben Farbe andere Kessel nehmen. Also das bestehende 22-12-13-14-16 "ergänzen" um 24-10-18, um dann 22-10-12-14 und 24-13-16-18 spielen zu können. Oder halt 20-8-10 ergänzen und dann 20-8-12-14 und 22-10-13-16 spielen zu können. Dann hast Du auf einem Qualitätsniveau etwas mehr Bandbreite.