Beiträge von martinelli

    Ein Becken, das gespielt wird, wird quasi regelmäßig kalt geschmiedet. Alle Becken unterliegen einer permanenten langsamen Klangänderung, von tendenziell spitzerem und klarerem hin zu trockenerem und weicherem Klang mit geringerem Höhenanteil.

    "quasi regelmäßig kalt geschmiedet":

    Nein. Schmieden ist Stauchen und Strecken. Was wir mit unseren Schlegeln machen, sind elastische Verformungen, kein Schmieden.


    "permanente langsame Klangänderung":

    Das kann auch andere Ursachen haben, z.B. Gewöhnung an den Klang, Ablagerungen, Dreck, Reinigungsmittel, ...

    Hier wäre doch Raum für eine Forschungsarbeit, bei der die Frequenzspektren von Becken in Abhängigkeit von Zeit und Behandlung (gelagert, gespielt, verdreckt, geputzt, ...) gemessen werden.

    [...] weshalb man der Herstellung von z.B. Messerstahl nach dem Abschrecken des glühenden Stahl diesen nochmals "erwärmt" (mW auf ca, 300 - 40 Grad Celsius); dies soll geschehen, damit der Stahl nicht spröde bleibt. Kann man dies physikalisch nachvollziehen?

    Ja, kann man. Die Veränderung im Gefüge, wenn der Stahl "nochmals erwärmt" wird, ist wohldokumentiert; im übrigen sogar am Wechsel der Farbe zu erkennen. Das sagen meine praktischen Erfahrungen mit dem Härten (waren meist Meisel).


    M.

    Beim Lesen kamen (wieder) Fragen hoch, die ich der Doppelpedal-Gemeinde stellen will:

    1. Wenn es um BPM geht, welche Aufteilung ist dann gemeint? Heißt 200 BPM jetzt man spielt bei 200 Vierteln pro Minute Sechzehntel, erzeugt also 800 Anschläge pro Minute?
    2. In den Diskussionen klingt das immer so, als würden die meisten sich auf durchgehende Sequenzen gleicher Notenwerte fokussieren. Auch bei Livekonzerten höre ich fast nur durchgehende gleiche Werte. Ist das so, oder übt / spielt Ihr auch andere Rhythmen, also wo der Fluss von 16teln oder 32steln durch längere Werte unterbrochen wird?
      Also z.B. im eher progressiven Bereich oder als reine Übung so sowas wie dargestellt.
    3. Wird der Fußsatz bei nicht durchgehend gleichen Notenwerten genau wie der Handsatz gehandhabt oder ist im Fußbereich eher alternierend, also konsequent links-rechts im Wechsel?

    Vielen Dank schon mal für die Erleuchtung und sorry, wenn ein Teil der Fragen schon da war.


    M.

    Bist Du sicher, dass Du auf Snare und Becken wirklich gleich spielst, d.h. die Phrasierung / das Microtiming identisch sind? Es reicht ja nicht, dass bei beiden Ausführungen die Viertel auf dem Metronom liegen (oder zumindest um das Metronom kreisen). Zumindest bei mir klingt eine Nummer im gemäßigten Tempo oft hektisch, weil es zwar nur 90 oder 100 Viertel pro Minute sind, diese aber eben nicht genau kommen oder zwischen den Klicks was falsch ist.

    M.

    Die Tomarme passen ja auch in das Unterteil des Snareständers (z.B. zu sehen beim Yamaha Subkick).

    Und weil das bzw. auch der Fuß eines Beckenständers nicht hoch genug für ein Tom ist (die Tom-Halter sind 7/8") kann man den Dreifach-Halter von Yamaha dort hineintun, der seinerseits wiederum Aufnahmen mit 7/8" Durchmesser hat. In einen (oder zwei) von dessen Aufnahmen kommt dann ein Tom-Halter und man hat noch Platz für einen Beckenarm in 7/8" (da gibt es was günstiges bei Ratiopharm oder Gibraltar).

    M.

    Das scheint mir ein guter Kauf mit wenig Verlustrisiko zu sein.

    Mein erstes ernsthaftes Schlagzeug war ein Pearl Export und ich hatte lange Spaß (und Einkommen) damit.

    Bzgl. Becken:

    Ich hatte mein Set mit sehr günstigen Becken gekauft - und es nicht bereut.

    Irgendwann entwickelt man seinen Geschmack und erst dann ist die Zeit reif, hochwertige Ware zu kaufen. (Leider wechselt der Geschmack über die Jahre, aber der Gebrauchtmarkt erlaubt gute Sachen zu kaufen und zu auch wieder zu verkaufen.)

    Weggeworfenes Geld sind für mich eher Mittelklassen-Kompromisskäufe; mittelteuere Becken, die man irgendwann doch ersetzt und für die man gebraucht nix mehr bekommt.


    Hab' jetzt erst mal Spaß am Herantasten an die Trommelei und viel Freude im Drummerforum.


    M.

    Vielleicht ist am Aufbau ja doch was zu machen.

    Mein Set hatte ich bewusst mit zwei Hängetoms und einem Standtom bestellt, obwohl ich meist "1oben 2 unten" spiele.

    Ein 10er Hängetom kommt relativ weit links, wo man es recht tief runterlassen kann.

    Das 13er Hängetom hängt in Standtom-Position, also links neben dem 16er Standtom, an einem Stativ.


    Sowas halte ich auch als 12-13-16 für praktikabel. Stimmung und Fellauswahl könnten das 12er deutlich von dem 13er abheben.


    M.

    Das Set ist kein Spielzeug und daher würde ich relativ normales Verhalten erwarten, d.h. der Sound kann durch Wahl der Felle und Stimmung in die gewünschte Richtung gebracht werden. Bei einem sehr offenem, extrem nachhallenden Wunsch-Ton mag es Grenzen geben, aber für viele Rock-Sounds kann das Kesselmaterial auch zum Vorteil gereichen..

    Wenn die fehlenden anderthalb Innendämpfer nicht beizukriegen sind, würde ich alle ausbauen. Meist braucht man die ja sowieso nicht.

    M.

    Ich kenne auch den umgekehrten Fall, dass ich an ein fremdes Set komme, welches mich plötzlich in einer Weise inspiriert, ...

    Guter Punkt. Geht mir auch manchmal so; deutlicher, als wenn man am eigenen Aufbau was verändert.


    Generell komme ich mit Fremd-Sets gut zurecht, bin aber auch kein Spitzentrommler. Mir reicht es, wenn die Beine/Füße entspannt stehen (dann stehen Bassdrum und Hi-Hat auch richtig) und wenn ich die Snare (Abstand, Höhe, Winkel) einstellen darf. Dass ich an Ride und Crash nicht drankomme, ist mir noch nie passiert. 1-2 Toms im Wendekreis und ich bin bei 95%.

    Ich spiele aber weder Oberliga noch Akrobatik. Die Kollegen aus Stilrichtungen, wo viele Schläge und Doppenfuß-Kicks zum guten Ton gehören, dürften da stärkere Einbußen haben.


    M.

    Alternative zur "wooden participation box":

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    Andere Alternative - sage ich jetzt als E-Drum-Belächler:

    Wenn es nicht anders geht, kann man mit dem billigsten E-Drum-Set zumindest Koordination/Unabhängigkeit und Timing in Schuss halten.


    M.

    Wenn man grundsätzlich schon bei den GEWA SPS Taschen ist, dann muss man sich folgendes überlegen: [...]

    Dennoch sind es im Schnitt 35 Euro Aufpreis pro Trommel, damit aus einer Tasche eine Case wird. Dafür aber äußerst stabil und mit lebenslanger Garantie.

    [...] machen die 170 Euro den Kohl auch nicht mehr fetter, als er eh schon ist.

    Wenn man das will. Ich hatte auch Hardcases, bin aber bei Gewa SPS gelandet. Ich trage und fahre alles selbst im eigenen PKW, da packt mir keiner ein Endstufenrack drauf.

    • Hardcases verrutschen, wenn man sie aufeinander oder auf andere Sachen stellt oder quer legt. Die SPS halten da besser.
    • Vom Handling (auf, zu, beladen, tragen) finde ich Gewa SPS auch angenehmer/schneller.
    • Gewicht spielt insbesondere bei der Bassdrum eine Rolle: 24"x18" tragen sich alleine nicht gut, weil der Schwerpunkt weit weg vom Körper liegt. Da brauche ich nicht noch 11kg Verpackung.
    • Habe ich schon gesagt, dass die SPS auch noch innen wie außen schön sind und zur Not einen schönen Notenständer abgeben?

    Aber klar: Hätte ich Roadies, dann gäbe es auch SKB oder eine gefütterte Riesenkiste mit Rollen. Und Trägern.


    M.

    Tatsächlich hat sich meine Meinung zu Becken im Laufe der Jahre gar nicht so stark verändert. Allerdings dann doch wieder so stark, dass ich das ein oder andere Becken, was zweifelsfrei gut war und mir auch eine zeitlang sehr gut gepasst hat, wieder verkauft habe.

    Ach so, verkaufen! Hätte ich das gewusst. Naja, sehen wir es als Investment; Bronzescheiben statt Goldbarren.


    Mal ernsthaft: Ich habe zwar auch ein paar wenige Fehlkäufe wieder verkauft, aber was mir mal gefallen hat, darf bleiben. Der eigene Geschmack hat ja auch so seine Phasen und da kommt vieles wieder.


    M.

    Sehr edle, absolut neuwertige 14" x 8" Mahagoni-Snare von Gretsch.

    Abmessungen, Holzauswahl, Bauweise, Felle und Spannreifen sind für fette Rocksounds gemacht. Aber nicht falsch verstehen: Die Snare spricht sehr fein an (hochwertiger Teppich) und hat je nach Befellung und Stimmung eine irre Bandbreite - ob Bigband, Musikverein, Tanzmusik, Soul, Funk Hardrock, Ganz-Hard-Rock, ... eigentlich für alles.


    Warum ich sie verkaufe? Kein Witz: Ich habe diese Snare bei einem Gewinnspiel (Drums & Percussion) gewonnen. Nun hatte ich aber bereits drei erstklassige Snares 14x8, darunter auch Mahagoni, nämlich meinen Liebling Pearl Free-Floating. A propos: Die Sonor Designer 1408 ML in Bubinga-Finish ist auch feil - stelle ich später ein.


    Zustand: Aus Neugierde habe ich die Gretsch Swamp-Dawg ein paar Mal angeschlagen und dann in einen Koffer gepackt und trocken gelagert. (Koffer verkaufe ich aber nicht.) Die Original-Felle befinden sich drauf und haben praktisch keine Gebrauchsspuren.


    Preisvorstellung:

    Listenpreis sind fast 600 EUR, Straßenpreis 489 EUR.

    Mich dünkt, 75% vom Straßenpreis, also 366,75 EUR, machen ein Schnäppchen draus.

    Für Selbstabholer 359,- EUR

    Abholung in Trier

    Inkl. Versand innerhalb Deutschlands 368,- EUR



    Ich halte es auch für völlig unlogisch ein Galgenbecken-Ständer zu benutzen,

    (man ergänze) ... wenn man mit dem geraden Ständer bis an die Position kommt, wo man das Becken braucht.

    Links z.B. sind die Hi-Hat-Becken im Weg; ich bekomme ein Crash auf einem geraden Stativ nicht nahe genug ran. Ähnliches beim Versuch, über einer großen Bassdrum (an Tom-2-Position) ein Ride-Becken aufzuhängen. Da brauchen viele einen Galgen. Ansonsten bin ich auch ein Freund gerader Stative.

    M.

    Zufällig gefunden und für interessant befunden: Man trommelt (Mausklick oder besser eine Taste) und kriegt Punkte je nach Genauigkeit.

    Klickst Du Can you keep perfect time (test)!


    Taste tippen ist was anderes als Trommeln, aber trotzdem lustig und sogar aufschlussreich: Timing, Präzision, Nutzen von Unterteilen und/oder Mitzählen?

    Also eine Maschine bin ich nachweislich nicht, sondern lande auch schon mal deutlich unter 800 von 1000 Punkten, nach Eingewöhnung auch schon mal gerne über 900.


    Und selbst?


    M.

    Ja, wenn Du mit einer Hand die Son-Clave 2-3 spielst und mit der anderen Hand die Son-Clave 3-2, dann kann man von Polyrhythmik sprechen. Das mag eine nette Übung sein, aber sonst auch nix. Es hat mit afro-kubanischer Musik nicht direkt zu tun, außer, dass kubanische Mitmusiker Dich wahrscheinlich steinigen würden, wenn Du das machst. Bin aber auch kein Insider.


    Wenn Du Dich mit Polyrhythmik beschäftigst, landest Du (per Literatur etc.) oft in der afro-kubanischen Musik. Das liegt daran, dass dort die verschiedenen Rhythmusinstrumente oft sehr eigenständige Rhythmen spielen, die dann zusammen den jeweiligen Stil/Tanz ergeben. Schlagzeuger, die gleichzeitig mehrere dieser Stimmen spielen, betreiben zwangsläufig Polyrhythmik. Dazu gehören auch die Kapriolen, die El Negro" so oft über der per linkem Fuß durchlaufenden Rumba-Clave macht.


    Um Deine Frage zu beantworten, ob Polyrhythmik das gleiche wie Son-Clave ist: Nein.

    Polyrhythmik ist das Überlagern (gleichzeitige Spielen) mehrerer sebständiger Rhythmen.

    (Son-) Clave ist ein zweitaktiger Clave-Rhythmus, der vielen afro-kubanischen Tänzen unterliegt.

    M.

    Meine persönliche Erfahrung: Es ist egal.

    Das wichtigste passiert im Kopf, das zweitwichtigste in Körper des Bedieners, dann kommt lange nichts und erst bei den letzten fünf Prozent, nämlich der bei der eventuell angestrebten Hochgeschwindigkeits-Akrobatik, kommt das Material zur Geltung.


    M.

    Es geht hier ja nicht um Sinn und Unsinn eines neuen Billigschlagzeugs, daher erspare ich mir diesbezügliche Kommentare.


    • Bassdrum: Wenn die große Trommel nicht separat besetzt ist und es von der Ergonomie her (wie klein ist der kleinste Schlagzeuger im Verein) hin haut, dann in der Tat mindestens 22", besser (aber über Budget) wären 26".
    • Mapex: Habe ich für einen Musikverein vor Jahren gekauft und es bitter bereut. Schrauben an Beckenstativen doll gedreht.
    • Pearl: Für mich der Stabilo Boss unter den Marken, daher wäre Pearl Export auch meine Wahl, aber kein 8"-Tom.

    Pearl-Export-Snare 14x5,5 ca. 100 EUR

    Pearl-Export-Bassdrum 22x18 ca. 250 EUR

    Pearl-Export-Standtom 14x14 ca. 130 EUR

    Pearl-Export-Hängetom 12x8 ca. 100 EUR

    => Neuware im gesponsorten Budgetbereich unter 600 EUR.


    Hardware: Was am alten Set fehlt (Tomhalter, Multiklammer) oder kaputt ist, einfach für wenige Zehner über den Gebrauchtmarkt ergänzen.


    M.