Beiträge von martinelli

    Und zum Thema, ich bin Linkshänder und stelle auf einer kleinen Session mein Set gern zur Verfügung. Dabei achte ich auf eine kleine Umbaupause. Wir schaffen das in einer Minute. Mit ein wenig gutem Willen und einem durchdachten Setaufbau sollte soetwas anstandslos und mit einem vertretbaren Aufwand auch in einer Musikschule möglich sein.

    Das ist praktikabel. Ich habe solche Umbaupausen mehrfach erlebt, weil in meinem engeren Musikerumfeld gleich zwei Kollegen Linksaufbau spielen. Die sind mir lieber als manche Egomanen, die eine längere Umbaupause von Rechtsaufbau nach Rechtsaufbau brauchen als wir von Links nach Rechts und zurück.


    M.

    Mir fällt ein:

    • Es gibt viel mehr Linkshänder-Pianisten als Linkshänder-Klaviere. Gast-Pianisten bauen beim Gig normalerweise nicht um. :)
    • Engländer merken gar nicht, dass sie den Schaltknüppel ihres Wagens mit Links bedienen.
    • Die Linkshändigkeit am Rechtshänder-Schlagzeug bietet einem absoluten Anfänger auch Chancen. Daher halte ich es für fair, einem linkshändigen Anfänger den Rechtshänder-Aufbau zu empfehlen.

    Noch was zum offenarmigen Spiel (OHP):

    • Die linke Hand ist auch beim Rechtshänder nicht „schwach”. Beim fortgeschrittenen Batteur leistet sie einiges, was die Rechte nicht ohne weiteres übernehmen kann. OHP ist für meine Rechte mindestens genau herausfordernd wie für meine Linke. Will sagen: Jede Hand ist gut und vielleicht ist es ja egal, ob Linkshänders Rechte jetzt schwerpunktmäßig Snare oder Becken lernt.
    • Das Ride am angestammten Platz (rechts) hat viele Vorteile. Beim Umsteiger kann die Rechte das ja ohnehin bedienen. Beim Anfänger kommt es drauf an, ob die ersten, trivialen Fill-Ins mit Rechts oder Links beginnen sollen.
      • Beginnen einfache Fills mit Rechts, enden sie (in Lehrbüchern) meist auf Links. Von da fällt es bei OHP schwer, den Hi-Hat-Rhythmus mit Links weiterzuspielen. Später helfen Stickings, aber am Anfang (RLRL...) spricht das gegen OHP und für das Ride auf der rechten Seite.
      • Soll der Linkshänder seine ersten Fill-Ins mit Links beginnen, spräche das dafür, zumindest am Anfang das Ride nach links zu stellen. Es hat schon was, Fill-Ins mit links zu beginnen, auch wenn man das Notenmaterial vielleicht minimal anpassen muss. Jedenfalls kann es u.U. verhindern, dass das erste eigene Fill-Ins dem Klischee „Diddeldiddel-daddeldaddel-duddelduddel-doddeldoddel-Tsching” entspricht.

    M.

    Ich spiele seit 2010 ein Pearl Masters MCX mit Bassdrum 24", Hängetom 13", Standtom 16" und einer Snare 14"x6,5". Damit bin ich sehr zufrieden. Wie die meisten Schlagzeuge klingt das mit passenden Fellen und passender Stimmung gut. Es war eher ein Zufallskauf, aber mit einem ungeheuer guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Ausstattung war in der Preisklasse ungewöhnlich gut. Grenzenloses Lautstärkepotential würde ich selbst großen Trommeln nicht bescheinigen, aber etwas dickeren Kessel belassen (vs. schlucken) und senden (projizieren) unverstärkt schon mehr als meine Lieblingstrommeln.


    M.

    Paiste „Sound Creation"

    Ich hatte einem Freund in Not mal einige Becken o.g. Serie abgekauft. Der Zustand ist gut; die meiste Zeit waren sie in Sammlerhänden schonend gelagert. Drei davon benutze auch ich nicht und will sie daher verkaufen. Daher frage ich mal einfach, ob jemand die Becken kennt und eine Idee zur Preisgestaltung hat:

    Paiste Sound Creation Bell Ride 20"

    Paiste Sound Creation Dark Hi-Hat 14"

    Paiste Sound Creation Dark Crash 18"


    Danke,

    M.

    Es gibt Schlagzeugstöcke namens „Adoro Silent Sticks”. Ein Kollege liebt sie und hat sie mir empfohlen, allerdings mag ich sie nicht und habe sie nach fünf Minuten für immer weggelegt. Das soll niemanden davon abhalten, es damit zu probieren. Leise sind die schon.


    Obwohl ich leise spielen kann und auch dünne „normale” Stöcke habe, habe ich seit der Jugend nicht mehr in einer gemeinsamen Wohnung geübt. Selbst zu Zeiten ohne Band habe ich mir einen kleinen, günstigen externen Übungsraum gemietet. Dann ist man übrigens auch für die Gründung einer eigenen Band gewappnet. Finanzstrategischer Input zum Erhalt der Partnerschaft: So ein eigner Proberaum kostet oft wenig pro Quadratmeter und man kann damit auch teuere Wohnfläche frei machen, indem man Stauraum oder sonstige Hobbys dorthin verlagert.


    M.

    Für böhmische Blasmusik und Einlagen aus Schlager und Rock eignen sich m.E. fast alle Snares. Das muss nicht heißen, dass sie Deinem persönlichen Wunsch-Sound entgegenkommen, wenngleich man mit Stimmung, Befellung, Teppich etc. einiges hinbiegen kann. Bei professionellen Blasmusik-Orchestern sieht man halt oft Metall- Snares mit 14" Durchmesser und mittlerer Tiefe. Holger Müller (Egerländer) spielt laut Pearl einen Alluminium-Kessel 14"x5".


    M.

    Hier wird oft Anhören als Lösung genannt, aber das haut nicht bei jedem hin. Bei mir zum Beispiel brennen sich dann Abläufe dann nicht ein.

    Wenn es auswendig gehen soll, hilft bei mir nur das Mitspielen, ohne dabei in Noten oder Notizen zu schauen. Mitspielen kann heißen mit der eigenen Band oder - wenn das die Probe zu sehr stört - zu einer Aufnahme. Aber jedenfalls lerne ich nur durch Spielen ohne Noten auswendig.


    Es kommt natürlich auch drauf an, wie genau man kopieren will (warum 1:1?) und wie die Musiker untereinander kommunizieren. Mit offenen Ohren dürften die genannten Titel auch ohne Noten und ohne Auswendiglernen hinzukriegen sein. Das würde ich zuerst mal probieren.


    M.

    Lilypond ist ja LaTeX für Musiker und gut. Allerdings nutze ich (obwohl LaTeX- und Kommandozeilen-Mensch) seit Jahren stattdessen Noteflight und bin so froh damit, dass ich damit gerne hausieren gehe.


    Noteflight läuft im Web-Browser. So kann man auf jedem beliebigen Rechner (mit Browser) seine Noten schreiben/editieren - also auch in der Mittagspause auf dem Firmenrechner. Das Installieren und Aktualisieren von Software entfällt komplett. Auch Datensicherung und Versionsverwaltung passieren betreiberseitig. Das Web-GUI inklusive Shortcuts etc. grenzt an Zauberei (sagt der Web-Experte in mir).


    Die freie Version erlaubt 10 Stücke und hat fast alle Features. Ich habe schon vor 6 Jahren die Vollversion (ohne jegliche Limits) abonniert. Der Spaß kostet mich pro Jahr 49 USD (ca. 45 EUR); das dünkt mich sehr günstig.


    Die Noten speichere ich als Einzelstimmen oder Gesamtsatz im PDF-Format auf mein Tablet (PadMu). Natürlich kann ich mir Sachen auch online abspielen lassen und Einzelstimmen oder den Satz als MP3 runterladen (z.B. damit sich Bandkollegen ihre Gesangsstimme anhören können).


    Will sagen: Seit 6 Jahren und 348 Notensätzen bin ich rundum zufrieden.


    Ende des Jubels,


    M.

    Mal zwei Details zu den beiden Fußmaschinen:

    (1) Der Stopper an der Fußspitze "fehlt" m.W. bei Yamaha. Den brauche ihn auch nicht.

    (2) Die Trittplatte von Yamaha ist m.W. glatter. Ich mag das. Bei Pearl kann man die Gummi-Noppen rausnehmen, dann ist es etwas besser.


    Rein subjektiv: Ich spiele die Pearl und würde mir eher die Yamaha kaufen. Genau genommen würde ich gar nicht mehr so viel Geld für Fußmaschinen ausgeben, weil ich ja nur ein einfaches, leichtes, quitschfreies Pedal brauche, bei dem man die Feder verstellen kann und das sich ohne Gefrickel an der Basstrommel montieren lässt. Bodenplatten mag/brauche ich auch nicht.


    M.

    Ich habe auch die In-Ear-Earplugs "Shure SE215-CL", aber ich finde die klingen zu blechern (Geschmackssache).

    Benutzt Du die mit die Einsätze aus Schaumstoff oder die aus Silikon?

    Ich glaube nämlich, dass dies einen großen Unterschied macht; mit den "Formschaumteilen" war ich sehr enttäuscht und in meiner Erinnerung war nach Austausch gegen die ebenso mitgelieferten gummiartigen Silikon-Einsätze auf einmal Bass da. Kann ich jetzt hier nicht mehr nachvollziehen, aber probier es mal einfach.


    M.

    Nicht-Antwort:

    Ich finde, beim Üben sollte man lernen, wie das Instrument ungefiltert klingt und man sollte auch leise bis mittlere Lautstärken zu beherrschen lernen. In Bands ist das anders, weil Gitarren und Gesang, gebündelt/gerichtet aus Lautsprechern, dort echte Bedrohungen darstellen. Aber muss ja jeder selbst wissen/merken.


    Antwort zu innen vs. außen:

    Ohrstöpsel sind vom Transport her sehr einfach, dezent und bühnentauglich. Außerdem hatte ich bei Über-Ohr-Dämpfung schon unerwünschte Nebengeräusche (dröhnende Bassdrum).


    Antwort zu Produkten:

    Alpine Musicsafe trägt sich ok, wie ich aus Erfahrung weiß. Er dämpft aber mit drei allen Einsätzen den Bereich von 1kHz bis 4kHz deutlich mehr als die Zonen drunter und drüber. Klingt aber angenehm.

    D'Addario dBud ist laut Herstellerangaben „geschlossen” ein wenig ausgeglichener; „offen” benutzt dämpft es eher im Bereich ab 2kHz, dort aber "fast linear".

    Der Hersteller von „Eargasm Standard Plug” zeigt für ebendiesen Dämpfer eine Dämpfungskurve, die dünkt mich - für einen bezahlbaren, nicht-angepassten Gehörschutz - zu schön (zu linear) um wahr zu sein. Ich werde berichten, weil ... den musste ich jetzt einfach mal bestellen.


    M.

    Du wirst lachen, bei mir gehört zum Erarbeiten eines Grooves tatsächlich oft Singen (Hookline, Basspattern, Gitarrenriff, was halt charakteristisch ist) und Tanzen.

    Die Buchempfehlung von BuddyRoach würde ich mal versuchen, oder jede andere Übung, bei der du eben dann die Hihat durchlaufen lassen kannst. Ich weiß, man hört das nie gerne, am Ende zählt vor allem, wie fleißig man sein Zeug übt.

    Von @Trommelfellaz erwähntes Singen fördert die Unabhängigkeit, weil es quasi eine fünfte Extremität ist. Das war auch dem von BuddyRoach empfohlenen Gary Chester sehr wichtig.

    Und trommla genau, es sind nicht weitere Bücher oder DVDs, die den Meister machen, sondern der Fleiß. Rhythmen, zu denen man die Hi-Hat treten kann, gibt es an jeder Ecke und man könnte sie sich sogar selber schreiben, aber die Stunden und Monate, die man daran übt, kann man weder runterladen noch kaufen. An Gary Chester bin ich seit zwei Jahren täglich dran und nichts hat mein Spiel je so verändert wie das. Dabei habe ich nicht einen neuen "Trick" gelernt und bin auch kein BPM schneller geworden. Nur besser; viel besser. :)


    M.

    meine Hi-Hats sind Musikinstrumente.

    Für ein Metronom nehme ich technische Instrumente.

    100% Zustimmung. Wenn es zur Musik passt, dass Viertel getreten werden, ist ja nix dagegen zu sagen, Viertel zu treten. Aber als Ersatz für ein Metronom wäre das zumindest für mich grober Unfug. Die kann man, wenn man es für sinnvoll erachtet (was durchaus ein guter Ansatz sein kann) im Kopf mitzählen oder singen, aber: Geh mir nicht mit dem "Chick-Chick" auf den Senkel, nur weil Du so besser das Tempo halten kannst.


    Ich vermute - was aber nicht den Tatsachen entsprechen muss -, dass dies hinter der Antwort von Jürgen K mitschwingt. Wenn nicht: Das ist zumindest meine Meinung.


    M.

    Becken zwischen 90 und 120 Euro könnte man mit dem Händler des Vertrauens oder der Suchfunktion im Online-Handel sondieren. Aber leider wird bei dem Budget kein vernünftiges Crash-Becken rauskommen. Noch ein bisschen sparen und dann was Richtiges vom Gebrauchtkauf wäre eine Lösung.


    Die Strategie könnte sein: Nichts kaufen, nur weil es zu den anderen 302-Becken passt, sondern überlegen, wie man mittelfristig klingen will. Es muss ja auch nicht unbedingt Paiste sein. Es ist nix Falsches dran, Becken verschiedener Hersteller zu mischen.


    Im Übrigen würde ich mich eher nach einem dünnen 18"-Crash umsehen. Abgesehen davon, dass mir ein 16er als einziger Crash zu klein wäre, könntest Du ein 18er dann auch zusätzlich zum 16er spielen, wenn Dir jemand ein altes Beckenstativ schenkt.


    M.

    Ich hab kein einziges Becken von oben erwähnten Firm

    Das würde an der (nicht sehr wissenschaftlichen) Statistik nix ändern, weil: Aus dem Marktanteil von Zildjian ergibt sich das geschätzte Gesamtvolumen; wobei die Zahl komplett falsch ist, wenn die neuerlich unterstellten 800.000 Sabian-Becken pro Jahr stimmen.


    Fazit: Es werden viele Becken produziert, aber auch sehr viele bestellt; warum auch immer.


    Mich hat es einige Anschaffungen gekostet, bis ich wusste, was mir gefällt. Die Sachen habe ich nicht weiterverkauft, von daher liegt mein Schnitt in den letzten zehn oder zwanzig Jahren schon über dem, was "man so kauft". Verkauf habe ich übrigens nichts während der Zeit und das würde ja bestätigen, dass einfach mehr gekauft wird, als benötigt.


    M.

    Es wird viel produziert und wohl viel gekauft, denn nicht-verifizierte Quellen sagen:

    • Zildjian habe in 2022 einen Umsatz von 50.000.000 USD gemacht, die im Schnitt 200 USD kosten; also ca. 250.000 Becken; 30% bis 35% Marktanteil.
    • Sabian habe 2019 einen Umsatz von 23.000.000 USD gemacht und einen Marktanteil von 25% bis 30% gehabt. (Inzwischen angeblich 800.000 Becken/Jahr, womit Umsatz und Marktanteil ja deutlich gestiegen wären - aber die Zahl könnte auf einem Irrtum basieren.)
    • Paiste und Meinl haben einen Marktanteil von 10% bis 15%.

    Sehr konservativ gerechnet/gerundet/geschätzt komme ich auf 800.000 gefertigte Becken pro Jahr.

    Dem stehen locker 2.000.000 Schlagzeuger gegenüber. (Es gibt Zahlen, die unterstellen alleine den USA 1.000.000 Schlagzeuger.) Wenn dann also jeder von uns im Schnitt alle zweieinhalb Jahre ein Becken kaputthaut/runterschmeißt/verliert und ersetzt, dann wird es da schon eng. Vor allem, weil das Gear Acquisition Syndrome (GAS) ja - nebenläufig - selbst Schlagzeugbesitzer ohne ernsthafte Trommelabsicht dazu bringt, das Set im Wohnzimmer mit K-Custom und HHX zu dekorieren.


    M.