Beiträge von martinelli

    Das ist das Schema "Down in the Alley".

    Wie kommst Du auf die Idee, die Musiker machten "einfach was sie wollen"? Sie spielen schlicht und ergreifend eben dieses Lied "Down in the Alley - auch wenn Du lieber einen 12-taktigen Blues hören würdest.


    Songtip:

    Suche mal nach "Turtle Blues" von "Big Brother & the Holding Company" auf dem Album "Cheap Thrills". Diese Version ist meines Wissens ohne Schlagzeug, sodass Du wunderbar dazu trommeln kannst - 12 Takte und harmonisch astreines Blues-Schema.


    M.

    Je länger ich selbst trommele, desto mehr

    merke ich, was für ein großartiger Drummer

    Ringo ist.

    Ich habe Beatles gehört, bevor ich getrommelt habe. Das Außergewöhnliche an Ringos Spiel war mir da und auch später als junger Schlagzeuger nicht aufgefallen, weil es einfach da war; weil es ohne Egotrip und recht subtil das jeweilige Stück geprägt hat. Ein Traum!

    Die Details hinter Ringos Spiel (z.B. Phrasierung, Instrumentierung, Kreativität) merkt man in der Tat erst mit wachsender eigener musikalischer Reife.

    M.

    Bei der Suche nach "All my loving" kam ich auf diesen Thread. Der passt insofern, als dass ich gerade die Biographie von Bernard Purdie gelesen habe.


    Blitzkritik: Schwer zu verstehen, warum so ein toller Musiker derartige Selbstdarstellung bis zum Narzismus nötig hat. Während die einen was zu sagen haben (Peter Erskine, "No Beethoven") oder sich selbst vom hohen Sockel stoßen ("Bob Dylan Chronicles"), geht es bei Purdie primär um sein glorreiches Emporkommen und die Schwächen der Anderen. Welche seiner Komplexe beim Werden entstanden sind und welche dieses erst möglich machten, weiß man nicht. Als Musiker ist und bleibt er eine Legende und (einer der etlichen) Wahnsinns-Groover.


    Trotzdem bin ich der Meinung, dass Ringo Starr und Phill Rudd die weltbesten Trommler ihrer Band waren/sind, die auch ein Purdie nicht ersetzen kann. Es gab da mal eine Show, wo ein (übrigens anerkennender, demütiger) Portnoy Beatles gespielt hat ...


    Und meine Frage zur Phrasierung von "All my loving" hat sich vielleicht erledigt (oder kommt als separater Thread wieder). :)


    M.

    Swing, Shuffle und Triplet Feel

    Leicht vereinfacht und in umgekehrter Reihenfolge würde ich sagen:

    • "Triplet Feel" kenne ich im Deutschen nicht; soll wohl "triolisch" oder "ternär" heißen. Dabei werden zwei Einzelnoten so interpretiert, als handle es sich um eine Triole, bei der die mittlere Note ausgelassen wird. Zwei Achtel werden also zur ersten und letzten Note einer Achteltriole.
    • Shuffle sind Rhythmen, bei denen eine Ebene (z.B. die Achtel) der Rhythmik triolisch / ternär (s.o.) interpretiert werden. Als Grundrhythmus würde der Schlagzeuger dabei alle Achtel (also alle Triolen mit ausgelassener mittlerer Note) auf Becken oder Snare spielen.
    • Swing bezeichnet im Allgemeinen einen Musikstil; Informationen gibt es im WWW zu Hauf.
      Wenn "Swing" oder "swing" in den Noten steht, fühle ich mich aufgerufen, das Stück in ebendiesem Stil zu interpretieren. Ein Kernelement dabei ist die Phrasierung. Für den Anfang tut es eine ternäre (s.o.) Aufteilung, bei der auf dem Ride-Becken das typische Swing-Grundmuster erklingt: Viertelschlag gefolgt von zwei triolischen Achteln (also erstes und letztes Achtel einer Achteltriole). Damit liegt man nicht ganz falsch, aber nicht nur im Ride-Muster, sondern auch bei der Phrasierung (Unterteilung der Notenwerte) gibt es ein riesiges Spektrum: Die Einzelnoten können weiter auseinander oder enger beieinander liegen als in ternärer Aufteilung. In sehr schnellen Tempi werden Achtel oft zu echten Achtel (binär), im mittleren Tempo eher ternär oder etwas zwischen binär und ternär und im ganz langsamen Tempo kann es auch weiter sein: Punktiertes Achtel plus Sechzehntel; erste und letzte Note einer Quintole ... Klingt kompliziert, aber das ist alles mehr gefühlt als berechnet.

    M.

    Man muss auch nicht aus allem eine wissenschaftliche Arbeit machen ;)

    Ich hätte mich ja gar nicht getraut zu fragen wie ich ein größeres Loch machen kann. :D

    Aber im Ernst, so viel kann man da jetzt nicht kaputt machen. Außer man hat zwei linke Hände und versucht das Loch mit einer Schere zu machen. Dann sollte man vielleicht jemanden um Hilfe bitten der schon mal irgendwo ein Loch reingemacht hat. (Im Idealfall sogar ein rundes ;) )

    Ich erspare Euch mal die wissenschaftliche Ausführung und sage nur, dass man es beim Bohren frei aus der Hand sehr wohl versemmeln kann; dass 20 Zoll nicht auf Heimwerker-Standbohrmaschinen passen; dass ich keine Drehbank habe (das wäre genial) ...

    und dass ich die lausigen 0,6mm Bronze erfolgreich, gleichmäßig rund und spurenfrei mit Schleifpapier abtragen konnte.

    Danke für die Tips,

    M.

    ...

    Wie groß ist das Loch den jetzt?

    Und wie groß soll es werden?

    Das Becken geht jetzt gerade locker über eine übliche Beckenaufnahme (z.B. Yamaha), hat aber dann kein Spiel mehr. Das sind etwa 11,5mm, wohl von den historischen 7/16 Zoll. Bis zu den heute üblichen 1/2 Zoll (12,7mm) sind das gerade mal 1,2mm.

    Standbohrmaschine ist leider zu klein für den Beckendurchmesser, aber ...


    Ist ja doch nur Bronze...

    Stimmt; daher werde ich mal versuchen, ob ich nicht umlaufend ca. 0,6mm mit Schleifpapier (erst grob, dann polierend) abgragen kann.


    M.

    Kleine Lochdurchmesser in der Kuppe scheint es nicht nur bei sehr alten Becken zu geben, sondern ich musste feststellen, dass meine gerade erstandenen Paiste Sound Creation (1980er) das gleiche Problem haben. Ich erwäge aus verschiendenen Gründen, das Problem nicht an der Aufnahme (am Stativ) zu lösen, sondern die Kuppenlöcher zu vergrößern.


    Hat jemand Kuppenlöcher sauber und zur eigenen Zufriedenheit vergrößert?

    Wenn ja, dann: Wie?


    Vielen Dank,


    M.

    Ich behaupte mal, erst mal sind für die genannte Anwendung alle dünnen B20-Becken geeignet, insbesondere wenn sie nicht zu groß sind.

    Genau.

    Kleiner macht leiser und dünnere Becken klingen meist tiefer bzw. weniger aggressiv.


    Budget hin oder her: Die Alternativen zu meinen 2oo2 sind edel, waren aber dank Gebrauchtmarkt nicht teuer; kostet halt etwas Zeit. Man kann schrittweise, mit Crash-Becken beginnend vorgehen. Ob das K-Custom, Istanbul Mehmet Traditional (z.B. Paper Thin) oder Sabian HHX sind, ist Geschmacksache.


    M.

    Aber wer zum Snaretuning allgemein die "Masshoff-Methode" empfiehlt, hat den Sinn eh nicht begriffen. Es geht nicht um eine bestimmte Standardstimmung, sondern um eine Grundstimmung, die es erlaubt, mittels nur einer Stimmschraube die gesamte Snare schnell umzustimmen und dabei immer einen vernünftigen Sound zu erhalten.

    Das ist eine mögliche Anwendung für die vorgeschlagene Stimm-Methode, aber nicht die einzige.

    In diesem Thread ging es darum, per Fernberatung eine Metallsnare in den Griff zu bekommen, wobei ich allerdings gar nicht so genau weiß, wo der Threadstarter hinwill. Jedenfalls kriegt auch der Ungeübte so eine trockene Ausgangsposition und kann die auch noch einfach in der Höhe modifizieren. Schaden kann das nicht. (Nein, die Snare geht davon nicht kaputt.)


    M.

    Becken für Minimalbudget: Ein gutes, am Rand gerissenes Becken kann man geschenkt oder für 20 EUR bekommen und es klingt oft noch wie neu. Man kann ein Loch ans Ende des Risses bohren oder den kompletten Riss ausschneiden, um Weiterreißen zu verhindern. Die beiden Becken, die man mir kaputtgehauen hat, habe ich bereits verschenkt, aber vielleicht liest ja jemand mit, der auch ein gerissenes K-custom rumliegen hat. Ansonsten bietet der Gebrauchtmarkt "modifizierte" (schlecht geflickte) Markenbecken für wenig Geld, und es gibt auch solide Serien, die "intakt gebraucht" erschwinglich sind, z.B. Paiste 505.


    Snaresound für nix: Im Zweifel - besonders wenn jemand nicht gut stimmen kann - empfehle ich für das Schlagfell immer den"Trick", den Udo Masshof erklärt (etwa ab Mitte des referenzierten Videos). Dazu dann noch ein einen 3cm breiten Reifen mit Außendurchmesser 14" aus einem alten Fell ausschneiden und drauflegen. Wenn das zu stille wird, kann man auch nur ein Segment dieses Kranzes auflegen. Ich gehe davon aus, dass die Felle halbwegs für eine Snare geeignet und noch ohne Beulen und Risse sind.


    M.

    Obwohl ich die Idee prinzipiell gut finde, frage ich mich doch: Warum lässt man ein Becken verändern, anstatt den Gebrauchtmarkt zum Verkauf und Ankauf zu bemühen? Ist es, um ein Unikat zu bekommen? Gibt es auch Reinfälle, z.B. dass ein 22er Ride auf 20" abgedreht dann doch nicht gefällt und sich so "entstellt" auch gar nicht mehr verkaufen lässt?


    M.

    Bei mir machen Marke und Serie der Fußmaschine eigentlich keinen Unterschied. Das kann ich sagen, nachdem ich über die Jahre ein Dutzend Pedale aller Preisklassen von DW, Pearl, Yamah und Tama hatte. Auch mit 100-Euro-Pedalen komme ich super zurecht. Das einzige, mit dem ich nicht zurecht kam, war ein teueres direktgetriebenes Doppelpedal.


    Was bei mir den Unterschied macht, kann man ohne Neukauf leicht verändern:

    • Federspannung zu stark: Das kann müde machen, Schmerzen (Knöchel, Knie, Hüfte) erzeugen und den Schlag ausbremsen. Das Gegenteil, nämlich zu schwache Federspannung, habe ich eigentlich nie erlebt.
    • Schlegel im Stillstand zu nah am Fell, d.h. Winkel zwischen Schlegel und Fell zu klein: Man hat keinen "Anlauf", verkrampft, kann Schmerzen bekommen und trotzdem bleibt die Bassdrum verhalten leise.
    • Schlegel zu kurz eingestellt: Gibt weder Bums noch Wohlklang und der Rückprall ist auch nicht, wie er sein sollte.
    • Schlegel zu leicht: Ich brauche Trägheitsmoment. Mit diesen Iron-Cobra-Scheibchen komme ich z.B. gar nicht klar.

    Natürlich will ich niemanden davon abhalten, sich mal was neues zu gönnen, sondern eher die Erwartungen dämpfen. Nix spielt sich von selber ...


    M.

    Ein Becken, das gespielt wird, wird quasi regelmäßig kalt geschmiedet. Alle Becken unterliegen einer permanenten langsamen Klangänderung, von tendenziell spitzerem und klarerem hin zu trockenerem und weicherem Klang mit geringerem Höhenanteil.

    "quasi regelmäßig kalt geschmiedet":

    Nein. Schmieden ist Stauchen und Strecken. Was wir mit unseren Schlegeln machen, sind elastische Verformungen, kein Schmieden.


    "permanente langsame Klangänderung":

    Das kann auch andere Ursachen haben, z.B. Gewöhnung an den Klang, Ablagerungen, Dreck, Reinigungsmittel, ...

    Hier wäre doch Raum für eine Forschungsarbeit, bei der die Frequenzspektren von Becken in Abhängigkeit von Zeit und Behandlung (gelagert, gespielt, verdreckt, geputzt, ...) gemessen werden.

    [...] weshalb man der Herstellung von z.B. Messerstahl nach dem Abschrecken des glühenden Stahl diesen nochmals "erwärmt" (mW auf ca, 300 - 40 Grad Celsius); dies soll geschehen, damit der Stahl nicht spröde bleibt. Kann man dies physikalisch nachvollziehen?

    Ja, kann man. Die Veränderung im Gefüge, wenn der Stahl "nochmals erwärmt" wird, ist wohldokumentiert; im übrigen sogar am Wechsel der Farbe zu erkennen. Das sagen meine praktischen Erfahrungen mit dem Härten (waren meist Meisel).


    M.

    Beim Lesen kamen (wieder) Fragen hoch, die ich der Doppelpedal-Gemeinde stellen will:

    1. Wenn es um BPM geht, welche Aufteilung ist dann gemeint? Heißt 200 BPM jetzt man spielt bei 200 Vierteln pro Minute Sechzehntel, erzeugt also 800 Anschläge pro Minute?
    2. In den Diskussionen klingt das immer so, als würden die meisten sich auf durchgehende Sequenzen gleicher Notenwerte fokussieren. Auch bei Livekonzerten höre ich fast nur durchgehende gleiche Werte. Ist das so, oder übt / spielt Ihr auch andere Rhythmen, also wo der Fluss von 16teln oder 32steln durch längere Werte unterbrochen wird?
      Also z.B. im eher progressiven Bereich oder als reine Übung so sowas wie dargestellt.
    3. Wird der Fußsatz bei nicht durchgehend gleichen Notenwerten genau wie der Handsatz gehandhabt oder ist im Fußbereich eher alternierend, also konsequent links-rechts im Wechsel?

    Vielen Dank schon mal für die Erleuchtung und sorry, wenn ein Teil der Fragen schon da war.


    M.

    Bist Du sicher, dass Du auf Snare und Becken wirklich gleich spielst, d.h. die Phrasierung / das Microtiming identisch sind? Es reicht ja nicht, dass bei beiden Ausführungen die Viertel auf dem Metronom liegen (oder zumindest um das Metronom kreisen). Zumindest bei mir klingt eine Nummer im gemäßigten Tempo oft hektisch, weil es zwar nur 90 oder 100 Viertel pro Minute sind, diese aber eben nicht genau kommen oder zwischen den Klicks was falsch ist.

    M.

    Die Tomarme passen ja auch in das Unterteil des Snareständers (z.B. zu sehen beim Yamaha Subkick).

    Und weil das bzw. auch der Fuß eines Beckenständers nicht hoch genug für ein Tom ist (die Tom-Halter sind 7/8") kann man den Dreifach-Halter von Yamaha dort hineintun, der seinerseits wiederum Aufnahmen mit 7/8" Durchmesser hat. In einen (oder zwei) von dessen Aufnahmen kommt dann ein Tom-Halter und man hat noch Platz für einen Beckenarm in 7/8" (da gibt es was günstiges bei Ratiopharm oder Gibraltar).

    M.

    Das scheint mir ein guter Kauf mit wenig Verlustrisiko zu sein.

    Mein erstes ernsthaftes Schlagzeug war ein Pearl Export und ich hatte lange Spaß (und Einkommen) damit.

    Bzgl. Becken:

    Ich hatte mein Set mit sehr günstigen Becken gekauft - und es nicht bereut.

    Irgendwann entwickelt man seinen Geschmack und erst dann ist die Zeit reif, hochwertige Ware zu kaufen. (Leider wechselt der Geschmack über die Jahre, aber der Gebrauchtmarkt erlaubt gute Sachen zu kaufen und zu auch wieder zu verkaufen.)

    Weggeworfenes Geld sind für mich eher Mittelklassen-Kompromisskäufe; mittelteuere Becken, die man irgendwann doch ersetzt und für die man gebraucht nix mehr bekommt.


    Hab' jetzt erst mal Spaß am Herantasten an die Trommelei und viel Freude im Drummerforum.


    M.