Beiträge von martinelli

    Einige Leute, mit denen ich gesprochen habe, haben ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich. Natürlich gibt es Leute, bei denen die unten genannten Nachteile nicht auftauchen, weil sie einfach gut sind. Im Folgenden jedenfalls Beobachtungen eines Nicht-Experten in Sachen Muskeln & Gelenke.


    Ferse unten
    Wenn die Ferse auf der Trittplatte bleibt, erfolgt der Bumms aus dem Fußgelenk. Die beteiligten Muskeln dürften in Unterschenkel (Wade) und Fuß zu suchen sein. Anschließend nehmen deren jeweiligen Gegenmuskeln den Fuß sofort wieder hoch. Diese Technik hat bei mir enorme Vorteile: Ich kann so beliebige rhythmischen Figuren sauber spielen und auch die Dynamik sehr gut kontrollieren. Zudem ist es leichter, den Schlegel nicht am Fell anliegen zu lassen ("unburying the beater"). Einziger Nachteil für mich wäre, dass 16tel-Geratter auf dem Doppel-Pedal bei hohen Tempi nur ein paar Takte lang funktioniert.


    Ferse oben
    Bei hochgezogene Ferse erfolgt der Bumms meist ganz allein durch die Schwerkraft / Gewichtskraft des ganzen Beins.
    Unmittelbar vor dem Bumms erfolgt ein "Hochspringen" des Fußes (die Trittplatte kommt durch die Feder mit und bleibt dran). Das geschieht hauptsächlich aus Fuß- und Hüftgelenk mit entsprechender Muskelbeteiligung. Für mich ist das nicht so ermüdend - vielleicht, weil da mehr Muskeln und Gelenke beteiligt sind. Also schnelles 16tel-Geratter auf dem Doppelpedal geht da minutenlang ohne Anstrengung. Aber wehe, der Rhythmus ist komplexer oder es wird Dynamik verlangt - da ist die Bandbreite geringer. Letzter Nachteil: Bei mir liegt der Schlegel am Fell ("burying the beater"). Da gibt es auch Lösungen, z.B. auf sehr hohem Sitz, aber nicht mein Ding.


    Mein Fazit
    Man sollte beides können. Schön, dass man nach Belieben mittem im Stück wechseln kann.


    M.

    Ich hatte mit vielen Büchern zu tun, die technische Übungen enthalten. Meine Bestenliste:


    Dante Agostini, Methode de Batterie, Volume II
    George Lawrence Stone, Stick Control
    Jacques Delécluse, Méthode de Caisse-Claire (Verlag Alphose Leduc)


    Wenn ich Deine Frage richtig lese, dann suchst Du auch Bücher, in denen die (Schlag-) Technik an sich erklärt wird. Sowas habe ich bisher nie gesehen, und ich nehme an aus gutem Grund. Ich halte es auch für sehr schwer bis unmöglich, Schlagtechniken beschreiben zu wollen. Zudem finde ich es gut die eigentliche Technik (Stockhaltung, Akzente, Dynamik, Mehrfachschläge) mit einem Lehrer einzuüben, der auf die individuellen Eigenarten eingeht. Das ist auch durch Videos nicht zu erreichen, aber für Deine Zwecke sind DVDs eine gute Quelle. Die Unmenge an solchem Material ist bekannt.


    Nochmal zu den Büchern: Delécluse zeigt kurz eine Zeichnung zum Thema Stockhaltung, geht auf das Fördern der linken Hand ein, dann folgen Übungen (Noten). Der oben Zitierte Stefan Schütz erklärt die Schlagtechnik übrigens auch nicht - er wird wissen, warum.


    M.

    Obwohl ich keine E-Drums mag, habe ich mir für Übungszwecke ein Yamaha DTX400K gekauft und das scheint sein Geld (ca. 500 €) wert.


    Du kannst auf solchen Sets allerdings nur eingeschränkt das Trommeln erlernen. Für Dynamik und Technik (Rückprall, Doppelschläge, Wirbel etc.) taugen die nix.


    Man wird Dir vielleicht empfehlen, zumindest das Snare-Pad durch eines mit gespannten Netzfellen (Mesh-Heads) zu ersetzen oder später aufzurüsten, allerdings hilft auch das nicht. Als Aushilfe an so einem Set habe ich gemerkt, dass man auch mit diesen vom wirklichen Spielgefühl einer Trommel weit weg ist. Andere Lösungen mit echten Fellen habe ich nicht probiert, aber da bist Du m.E. auch schon in höheren Preissegmenten. Aber ich bin kein Elektro-Trommler und mein Yamaha-Set ist nur für Unabhängikeitsübungen.


    Bist Du Pianist oder Keyboarder? Was echte Instrumente und elektronische Trigger angeht, ist meine Meinung: Man sollte die Möglichkeiten, den Spaß und auch die Tücken von Trommeln, Fellen, Stimmung, Becken etc. von Anfang an mitbekommen, weshalb ich nicht mit elektronischem Kram beginnen würde.


    M.

    andererseits kann der Werkstoff Stein im Falle eines Sturzschadens aufgrund fehlender Elastizität wahrscheinlich deutlich weniger ab als Holz, Metall oder Acryl. Sprich, es reicht vermutlich schon zum Totalschaden, wenn das Stativ mit Snare mal umkippt.


    Ich würde mal sagen, vor allem sind Parkett- oder der Fliesenboden der Gefahr eines Totalschadens ausgesetzt. :)


    M.

    In Post Nr. 8 (Jürgen) steht eigentlich alles drin, und da ist - wie so oft - das Interessanteste im Kleingedruckten.


    Aber wie wir wissen: Manche brauchen einfach Snare, Tom 1, Tom 2, Standtom, dazu einen Rhythmus und ein Fill:


    buff - chack - buffbuff - chack (3x)
    diddeldiddel - daddeldaddel - duddelduddel - doddeldoddel - psch!


    :)


    M.

    Remo Powerstroke 3 auf beiden Seiten, vorne mit seitlich angebrachtem Loch (gerade groß genug für Grenzflächenmikrofon).
    Bin wohl nicht der einzige hier, der damit so gut wie gar keine Dämpfung braucht.


    Der Unterschied zum Powerstroke 4 würde mich interessieren, aber ich habe das noch nicht ausprobiert.


    M.

    Akzeptabel für mich wäre nur das mitzählen auf der Hi-Hat etc., also B.

    Ich zähle, bspw., unseren Gitarristen ein, er spielt 8 Takte sein Intro, ich komme dazu und bringe uns sanft zum Click zurück

    Damit habe ich Erfahrung. Eine sichere Art, den Groove kaputtzumachen. Die "sanfte" Korrektur ist für Musiker und Zuhörer fühlbar, vor allem, weil sie eher bremsend denn beschleunigend sein wird. Gilt auch für die Methode "Klick für alle": Wenn die Band nicht tempofest ist, dann wird der Klick sie nur in ein Korsett pressen, in dem sie sich weder wohlfühlen noch elegant bewegen werden. Das merkt der Zuhörer.


    Gut ist, in jeder Probe zwei bis drei Nummern als Timing-Übung für die Band gestalten: Klick über die Anlage, und zwar 60% bis max. 90% des eigentlichen Song-Tempos. Das ist sehr aufschlussreich! Jeder in der Band muss verstehen, dass der Schlagzeuger eben nicht der Einbremser für alle ist, sondern dass jeder für die Tempogestaltung mitverantwortlich ist.


    Ein Metronom gehört für mich nicht auf die Bühne, weil ich handgemachte Musik mit allen musikalischen Ausdrucksformen bieten will. Tempo ist extrem wichtig (frei nach Mozart). Das heißt aber nicht, dass ein Song mit konstanten BPMs durchgerotzt wird. Hier sind sehr gute Musiker dem Metronom und den Drum-Loops um Welten voraus. Die Stones auch, aber das ist wieder was anderes. :)


    M.

    Rein subjektive Meinung meinerseits:


    Ich glaube, dass man durch Üben die Präzision enorm, das Tempo aber nur in engen Grenzen erhöhen kann.


    Wenn Dein Herz dran hängt: Ferse hoch und mal probieren, wie schnell es dann geht. Bekommst Du die von Michelchen in Post 9 verlinkten Übungen dann locker hin?
    Die Technik muss so gewählt werden, dass man diese einfachen Übungen von Anfang zügig (>116bpm) unverkrampt spielen kann. Erst wenn diese Voraussetzung gegeben wäre, würde ich systematisch und bei langsamen Tempi daran arbeiten. Klingt gemein, aber: Wenn das bei Dir in keiner Fußstellung geht, dann würde ich es bleiben lassen und mich auf andere Sachen konzentrieren.


    Jeder Trommler hat andere Präferenzen und Stärken; auch sehr gute Drummer können nicht alles. Falls Du also keine passende Technik für das Geratter findest, sollte Dich das nicht entmutigen.


    M.


    P.S.: Als Haarspalter nehme ich die Vorlage zum Thema Doppelpedal bei verschiedenen Tempi auf. :)

    Habe nicht ganz verstanden, was Deinem Catalina fehlt.
    Die Kesselgratung und Abmessungen sind Deinem Wunsch-Sound doch absolut zuträglich.
    Die Lautstärke wird hautpsächlich durch den Anschlag (durch Dich) bestimmt. Dein Catalina hat zwar große Kessel (wir ich sie übrigens auch spiele), aber es ist m.W. nicht für unbeherrschbare Lautstärke bekannt.


    Auch wenn ich das Gefühl kenne, dass es einfach mal Zeit / Lust für was Neues ist:
    Ich würde mein Geld sparen, bis es für ein richtig gutes Set (neu oder gebraucht) reicht.


    M.

    Tom-Montage und andere Fragen der Bautechnik münden selten in einer Lösung fürs Leben.


    Ich bin absoluter Fan davon, die Toms auf die Bassdrum zu montieren. Dieser Aufbau ist für mich wesentlich flexibler, weil ich die Beckenständer viel freier positionieren kann.

    Bei mir wird alles sehr frei positioniert: Tom 1, Tom 2, Ride, Crash 1 und Crash 2 haben alle jeweils ein eigenes Stativ. Splash, China und Cowbell haben Haltearme mit Klammern. Um dennoch relativ leicht zu sein und Gerangel im Fußraum zu unterbinden, habe ich die Hardware allerdings sehr gut auswählen müssen.


    bohrt eigentlich ein Hersteller ab der Oberklasse noch die BD?

    Vor ein paar Jahren hatte ich mir Yamahas allerfeinstes Maple Custom gekauft und es gab die Option "ungebohrt" gar nicht. Fand ich schon seltsam.


    M.

    Herr Vorher-Prince-Genannt hat nicht nur tolle Musik geliefert, sondern auch den Schlagzeugern dieser Welt einen guten Dienst erwiesen:


    Soweit ich das mitbekommen habe, hatte er wohl fur die ganze Kiste von wegen "ich bin kreativ weil ich was zusammen-sample" nicht viel übrig. Ein "DJ" macht keine Kunst, und wenn man wiederverwendet ("klaut"), dann spielt man das gefälligst auch selber, war wohl seine Masche. Das soll er, zumindest laut SWR1-Bericht, ziemlich klar bekundet haben. Zitiert hat er gerne (das hat Mozart auch), aber dann aber selber gespielt. Und es soll man nur keiner glauben, dass alles, was gesamplet klingt, nicht doch selber gespielt ist. Wer die Michael-Jackson-Geschicte kennt, weiß, was am Drumset möglich ist. (Sugar-Feet beweißt das in "This is it" ja bestens.


    DJs in die Hölle. Deppen!


    M.


    P.S.: Edith sagt, ich habe zuviel getrunken, aber recht.

    Für und Wider wurden ja genannt und eigentlich ist ja alles Geschmackssache. Daher zu meinem Geschmack: Ich würde mich für ein Hängetom 14"x12" entscheiden. Das ist klanglich sehr gut in der Mitte und erlaubt weitere Aufbau-Möglichkeiten:


    Es kann links vom Standtom, quasi in Position "Standtom 1" montiert werden.
    Ergonomisch gut sein kann aber auch, die Toms 10 und 12 um einen nach links zu verschieben. Das würde z.B. heißen ein Doppel-Tom-Stativ nach links für 10-12, an das rechte Stativ über die Bassdrum das 14er und dann die Standtom zum krönenden Abschluss rechts.


    Am besten teilen sich 3 Hängetoms mit einem Rack, weil man dann in beliebigen Schritten weiter links oder rechts rücken kann. Sowas hatte ich mal, aber wer will heute schon ein Geländer um seinen Vorgarten?


    Zudem gibt es nette Experimentiermöglichkeiten wie 14-16, 12-14-10-16 oder 12-14 für den kleinen Tanztee.


    M.