Einige Leute, mit denen ich gesprochen habe, haben ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich. Natürlich gibt es Leute, bei denen die unten genannten Nachteile nicht auftauchen, weil sie einfach gut sind. Im Folgenden jedenfalls Beobachtungen eines Nicht-Experten in Sachen Muskeln & Gelenke.
Ferse unten
Wenn die Ferse auf der Trittplatte bleibt, erfolgt der Bumms aus dem Fußgelenk. Die beteiligten Muskeln dürften in Unterschenkel (Wade) und Fuß zu suchen sein. Anschließend nehmen deren jeweiligen Gegenmuskeln den Fuß sofort wieder hoch. Diese Technik hat bei mir enorme Vorteile: Ich kann so beliebige rhythmischen Figuren sauber spielen und auch die Dynamik sehr gut kontrollieren. Zudem ist es leichter, den Schlegel nicht am Fell anliegen zu lassen ("unburying the beater"). Einziger Nachteil für mich wäre, dass 16tel-Geratter auf dem Doppel-Pedal bei hohen Tempi nur ein paar Takte lang funktioniert.
Ferse oben
Bei hochgezogene Ferse erfolgt der Bumms meist ganz allein durch die Schwerkraft / Gewichtskraft des ganzen Beins.
Unmittelbar vor dem Bumms erfolgt ein "Hochspringen" des Fußes (die Trittplatte kommt durch die Feder mit und bleibt dran). Das geschieht hauptsächlich aus Fuß- und Hüftgelenk mit entsprechender Muskelbeteiligung. Für mich ist das nicht so ermüdend - vielleicht, weil da mehr Muskeln und Gelenke beteiligt sind. Also schnelles 16tel-Geratter auf dem Doppelpedal geht da minutenlang ohne Anstrengung. Aber wehe, der Rhythmus ist komplexer oder es wird Dynamik verlangt - da ist die Bandbreite geringer. Letzter Nachteil: Bei mir liegt der Schlegel am Fell ("burying the beater"). Da gibt es auch Lösungen, z.B. auf sehr hohem Sitz, aber nicht mein Ding.
Mein Fazit
Man sollte beides können. Schön, dass man nach Belieben mittem im Stück wechseln kann.
M.