Beiträge von Katschi

    Ist der Verkäufer verrückt? Für 50 Öre ein Sonor Phonic in spermaweiß! Sieht ziemlich abgenudelt aus, solange die Kessel in Ordnung sind, ist das ein Geschenk.


    Die Maße mit bloßem Auge sind wohl:
    BD 22 x 14
    TT 13 x 9
    TT 14 x 10
    FT 16 x 16


    An einem Tom ist das silberne Phonic-Badge zu erkennen.
    Günstiger geht's wohl nicht, der Ort ist an der südbadischen Grenze zur Schweiz.
    Also vergleichsweise gerade um die Ecke bei mir (170 km), für euch Nordlichter.

    Wie sieht es denn hier in Deutschland mit den Bezugsquellen aus? Meist haben die üblichen Verdächtigen Sakae Trilogy nur rudimentär in den Shops. Der englische Markt ist hier viel dichter. Hat wer seriöse Erfahrungen? Sicher nicht nur für den Threadstarter interessant. Übrigens - auch das Gretsch Broadkaster hat diesen 3-schichtigen Ahorn/Pappel/Ahorn Kesselaufbau und geht somit in die gleiche Soundschiene. Dasselbe gilt wiederum für die Preiskategorie, die ist halt auch Oberklasse.

    Das Walnut Brown Burst ist wirklich sehr schön, vor allem in Hochglanzlackierung.


    Das hier ist zurückhaltend elegant. Kleiner Vorgeschmack auf mein Phonic-Restaurierungsprojekt, das kriegt die gleiche Folie: Delmar Black Indigo Sparkle


    Die Frage ist auch: Wann schaltet man das Radio ab? Manche Songs nehmen eine Wendung, wo man sich sagt: "Jetzt reicht's aber". Andere wurden schon so oft runtergenudelt, dass man sie einfach nicht mehr hören muss. Und bei anderen ist man nach einer halben Sekunde am Abschalten. Wenn man z. B. morgens noch relativ unbelastet in den Tag stolpert und nach Nachrichten, Verkehr und Wetter unvermittelt "Ooh baby, do you know what that's worth? Ooh heaven is a place on earth" (Belinda Carlisle) vor den Latz geknallt kriegt, ist der Zeigefinger reflexartig am Ausschaltknopf. So 'ne Grütze muss ich mir in der Frühe nicht antun. Da bin ich echt sensibel (geworden). Aber die Jungs in der Musikredaktion stehen da schon unter Strom.

    Also da ist wirklich keine Unrundung zu erkennen. Was ich allerdings bei Verkäufen immer tue, ist, das Loch in Nahaufnahme frontal zu fotografieren, damit sich der potenzielle Käufer von Anfang an ein Bild davon machen kann. Wenn es etwas schräg fotografiert wurde, bietet das schon Spielraum für Diskussionen.

    Die Spannreifen sind die ganz normalen verchromten, die seit den Mitt-Siebzigern verbaut wurden. Wenn die gut behandelt wurden, kriegst du die mit feinster Stahlwolle oder Chromputzmittel wieder hin wie neu. Stehen also genau für die Phonic/Phonic-Plus/Champion/Signature/Performer-Ära. Die verchromten Reifen mit Inlay wurden zuvor eingesetzt.

    Das ist schon eine 22"-BD, also klassisches Setmaß 22 x 14, 12 x 8, 16 x 16.


    Machen oder machen lassen, das genau ist der Punkt. Der Stegner hat eben die professionellen Geräte und Möglichkeiten, sodass er das einfach besser hinkriegt, gerade wenn es um den Anpressdruck geht, etc. Deswegen habe ich nicht selber foliert, kostet halt die Arbeitszeit, klar, aber das Ergebnis war es mir wert. Die Folie liegt absolut plan auf, wie bei einem neuen Set ab Werk. Der Schliff zur Gratung hin ist astrein. Ich hätte das so nicht hinbekommen. Allerdings dreht der Rest meiner Band langsam durch, weil die sich alle paar Monate an ein neues Set bzw. Finish gewöhnen mussten. Kennt man normalerweise nur von den Gitarissten :D. Im Proberaum ist erst einmal Schicht im Schacht, das Champion bleibt jetzt so, bevor die mich vierteilen.

    Und weiter geht's. Vor einigen Wochen hatte der Kollege bruzzi ein Champion erstanden, das ich ihm mangels Perspektive einfach abnehmen musste :D. Es lohnt sich, ihn zu besuchen und es hat richtig Spaß gemacht mit ihm zu fachsimpeln. Über Holz, über Staves, über Sustain - und darüber, auf welch vielfältige Wege man versuchen kann, einem Kessel den optimalen Klang zu entlocken. War ein sehr angenehmer Abend. Außerdem hatte er alle Beschläge schon auf Hochglanz gebracht und alle Gratungen nachgearbeitet, perfekter als das Original! Zudem hat er dem 12"-Tom eine Spitzgratung verpasst, es klingt dadurch offener gegenüber den normalen Rundgratungen. Das Folieren habe ich diesmal den Profis überlassen und beim Stegner mich für eine Delmar Pearl Charcoal entschieden, weil sie der "Blue Marble" Folierung, die es in den 70ern gab, am ehesten nahe kommt, wenn sie nicht sogar identisch ist. Die Bassdrum habe ich verschlossen, weil das 12"-Tom - na ja, freischwingend - auf einem passenden Snareständer aus dieser Ära montiert wird. Das Ergebnis ist 1A, meisterhafte Folierung by Stegner, Gratungen made by bruzzi.


    Bei der Gelegenheit: ich habe dieser Tage diverse Phonic-Kessel erworben (22 x 14, 13 x 9, 14 x 14, 16 x 16). Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich hier ein weiteres Folienprojekt starte bzw. die Kessel doch wieder veräußere. Das 14 x 14 ist ein Phonic Plus Hängetom. Ich habe aber komplette Hardware zum Umbau auf ein Floortom inkl. der Beine. Wer sich also bei dieser Konstellation angesprochen fühlt und ein eigenes Projekt starten will, kann gerne mit mir Kontakt aufnehmen, alle Infos kriegt ihr dann von mir.


    Und jetzt wieder Bilder:






    Das Thema ist halt immer das gleiche: Bauchiger Sound, druckvolle Bassdrum, klarer Ton, Punch. Das ist individuell interpretierbar und darunter versteht jeder was anderes, weil jeder anders empfindet. Mit einer 24 x 14er Wumme kriegst du vielleicht mehr Druck als mit den unhandlichen 22 x 20ern. Woran liegt's? Ein abendfüllendes Thema. Allgemein schematisch vorzugehen und zu sagen: Nimm dicke Kessel mit Übertiefen und mach Pinstripe drauf, wäre ein Weg, so Pi mal Daumen nach deinen Vorgaben. Und wenn dir der Sound nicht gefällt? Dann hast du ein hochindividuelles SQ2-Set, das du so schnell nicht wieder loskriegst. Ist echt nicht ganz einfach, geb ich zu. Sakae macht das ganz ordentlich. Auf deren Seiten sind qualitativ sehr gute Soundbeispiele der jeweiligen Serien.