Wäre toll, wenn man fünf Jahre vorausschauen könnte. Eine "Pause" im Sinne von bewusstem Aufhören kam mir nie in den Sinn. Obwohl es unvermeidliche Phasen in Familie und Beruf einfach gab. Das muss man aber annehmen und sich der jeweiligen (Lebens-/Arbeits-)Situation stellen. Meine Erfahrung: Es findet sich immer ein Weg, seien es Trockenübungen, seien es auch nur Ab- und An-Gigs oder gelegentliches Spielen im Proberaum. Selbst wenn du die Stöcke eine Zeit aus der Hand legst, läuft dir immer jemand über den Weg. Es gibt genügend "Gleichgesinnte", denen es in diesen Abschnitten nicht anders geht. Ich habe solche Phasen nie als Rückzug oder gar Aufgabe empfunden und eher mehr Musik gehört als gespielt. Du kriegst damit im Laufe der Jahre auch ein wesentlich breiteres Spektrum und Musikverständnis, das dir dann hilft, wenn du nach längeren Pausen wieder häufiger (oder besser: konsequenter) spielen kannst. Früher ging es mir mehr um Drumming, heute mehr ums Mitspielen, um das Einbringen dessen, was ich musikalisch fühle. Heute spiele ich viel relaxter und das macht mir viel mehr Freude.
Wichtig finde ich auch zu akzeptieren, dass es kein Beinbruch ist, wenn es mit dem Spielen, der Technik etc. eine Zeitlang nicht immer weiter bergauf geht. Sonst hätte ich Musik zum Beruf machen müssen. Ausbildung/Studium, Familie und was dir sonst noch alles widerfährt, fordern halt auch ihren Platz, aber das bleibt ja nicht für ewig so. Wenn das Schlagzeugspielen schon immer dein Ding war, dann wirst du auch Pausen überstehen. Bevor du irgendwann ab 40 im Keller versackst und Modelleisenbahnschienen verlötest (au weia, könnte Ärger geben
), setz' dich lieber ans Set und spiel "Locomotive Breath". Macht deutlich mehr Spaß ![]()