Ganz sicher trifft es u. a. genau das. Ich gebe mal wieder, was mir der Beamte bei der Anzeigenaufnahme dazu gesagt hat.
Er hat mir die Hintergründe erklärt, warum das für die eine Sisyphus-Arbeit ohne Ende ist. Die ebay-Kleinanzeigen laufen automatisiert, die Adresse bei Ermittlungsverfahren ist ja in Luxemburg. Also müssen die ein 10-seitiges Dokument in englischer Sprache ausfüllen, um den Betrug dort zu melden. Bearbeitungszeit und Rückmeldung stehen in den Sternen und wenn eine Antwort kommt, ist die oft nichtssagend oder abschlägig beurteilt. Wollen die an die Bankdaten bzw. an PayPal, sperren die sich aus Gründen des Datenschutzes und der Vertraulichkeit. Und oft wird ja - gerade bei PayPal - an "Freunde" überwiesen. Das ist eine rein automatisierte Geldtransfervermittlung, mit vollem Risiko. Wenn bei PayPal eine Ermittlung angestrengt wird, ist dann zusätzlich ein 17-seitiges Dokument von den Beamten auszufüllen, ebenfalls in englischer Sprache. Gewisse Aussichten hat man bei Zahlung mit Käuferschutz, bei "Freunde"-Zahlung jedoch in keiner Weise. Das alles nachzuverfolgen überfordert vollends die Beamten und das muss man durchaus realistisch sehen.
Im Klartext: Auch wenn diese Fälle gemeldet werden, ist das ein faktisch hoffnungsloses Unterfangen, der Aufklärungsfaktor geht gegen Null. Der Aufwand ist immens. Er hat mir die Dokumente gezeigt und sie Richtung Papierkorb gehalten, was die Aussichten anbelangt. Die werden der Sache nicht Herr und die Gesetzeslage (Datenschutz) verhindert leider ein übergreifendes Vorgehen, weil es keine (europaweite) Vereinheitlichung bei Internetbetrug gibt. Leichtes Spiel also für Betrüger, da hier keine restriktive Verfolgung möglich ist. Bei den abertausenden Deals in den Kleinanzeigen liegt das auf der Hand. Wir reden ja nur über Drums. Unsere Deals laufen im Wesentlichen über automatisierte Plattformen, seien es die Kleinanzeigen oder eben PayPal. Daher auch nur Vorsichtswarnungen der Betreiber. Jeder, der schon mal nach einem Smartphone, Tablet u. ä. gesucht hat, weiß, dass er im Vorfeld meist eine Warnmeldung bekommt mit der Aufforderung, das Zeugs direkt abzuholen und zu bezahlen. Mehr machen die nicht, die halten sich schön aus der Verantwortung.
So long!