Hallo,
es ist wirklich ein sehr interessantes Thema, da sich sicher jede Person schon Mal gefragt hat, wie es ist das Hobby (nicht Mal unbedingt nur Musik) zum Beruf zu haben. Und anfänglich dachte ich auch, dass ich hier nichts beitragen könnte. Ich möchte dennoch etwas dazu sagen.
Zunächst finde ich es super für dich, wenn du aus deinem Loch rauskommst und die Musik dir dabei hilft.
Ich denke, zum Spielerischen braucht man nichts erwähnen, du hast hier mehrmals gezeigt, was du kannst. Und Selbstständigkeit vs. Sicherheit würde hier mehrmals treffend analysiert. Selbständiger zu sein war für mich (wegen der Sicherheit auch) nie ein Thema, ich hatte ein prägendes Beispiel zu Hause. Mein Vater hat sehr gut verdient, aber sehr viel gearbeitet. Dieser Aspekt, dass von nichts nichts kommt, ist dir aber sicher bewusst.
Gleichzeitig ist es ein innerer Drang von dir, das habe ich auch schon mehrmals hier mitbekommen und da möchte ich dir raten, mache es.
Zu der Lehrtätigkeit:
Was mir hier im Kopf schwirrt ist dieses: "Der größte Experte ist nicht immer der beste Lehrer". Ich kenne dich nicht persönlich und kann deine didaktischen Fähigkeiten nicht beurteilen.
Ich glaube von mir selbst sagen zu können, dass ich Recht gut rechnen kann, ein gutes technisches Verständnis habe und das auch gut erklären kann - solange der Zuhörer mitmacht. Mir ist es nämlich gleichzeitig ein völliges Rätsel, wie man (und ich habe in den letzten Jahren viele getroffen) so gar kein Verständnis für Zusammenhänge haben kann und da stoße ich an meine Grenzen etwas erklären zu können und verliere die Geduld.
Bezug zur Lehrtätigkeit: mein Lehrer hatte (genauso wie mein Meister in der Berufsausbildung) da viel Geduld und Kreativität. Bei vielen Übungen hab ich mich sicherlich saublöd angestellt und er fand immer eine Möglichkeit die Übung so anzupassen, dass ich es doch geschafft habe. Diese Fähigkeit habe ich nicht.
Will sagen: Hast du die Muse die nächsten 30-35 Jahre Schülern etwas beizubringen, also wirklich denen, die sich schwer tun?
Ich kenne einige Lehrkräfte, die frustriert sind (oh, die Kinder sind so dumm), weil sie sich aus fachlicher Sicht für den Beruf entschieden haben. Aufhören ist keine Option, so eine Vergütung im höheren Dienst beruhigt einfach.
Zusätzlich zur Sicherheit als Familie kann ich noch ergänzen:
Meine Frau fiel Anfang des Jahres Mal aus gleichzeitig Kinder in Quarantäne. Ich war dann eben einige Zeit zu Hause. Geld über die Krankenkasse rückerstattet, kein Problem. Wie das bei Selbständigkeit aussieht, weiß ich nicht. (Zusätzlich habe ich jetzt nochmal mehr Respekt vor Alleinerziehenden).
Gibt viele Sachen zu Bedenken. Aber ich sehe, du machst dir die Entscheidung nicht leicht und ich glaube, deswegen triffst du die richtige.