Alles anzeigenTop-40-Band ist ja quasi das Radio unter den Bands - früher lief das unter Tanz- und Showband (ob getanzt wird oder nicht).
Die Erfahrungen, die ich damit im Proberaum wie auf der Bühne gemacht habe, will ich mal böse pauschalisieren:
Spitzenmusiker ohne Erfahrung in dem Bereich klingen als Band nur mäßig und sind mit dem Band-Sound unzufrieden.
Das soll so klingen wie das Original, und das tut es auch zuhause, aber hier ist die Gitarre zu laut, dem Gesang fehlt Druck, das Keyboard nervt, ...
Daher fummeln sie ständig am Mischpult. Beim Gig mit Fremdmixer halten den Techniker für einen Dilettanten.
Mittelprächtige und Spitzenmusiker mit viel Erfahrung klingen gut und rund, hören sich gegenseitig und kriegen den Sound irgendwie ohne Geheimrezept hin. Wenn sie sich selber mixen, steht der Sound nach Soundcheck und den ersten drei Nummern für den ganzen Abend, ohne dass man noch großartig Fader bewegen müsste. Die Rückkopplung (Gesang-"Nachregeln", weil Gitarre & Keyboard ohne menschliche Einwirkung lauter geworden sind) bleibt aus und die Musiker konzentrieren sich auf die Musik und gesunde Selbstdarstellung.
Um "mit Erfahrung" zu werden, sollte man im Proberaum keine technischen Geschütze auffahren, sondern sich vernünftig anordnen und versuchen, lebendig und ausgewogen zu klingen. Das ist besser als das übliche Gefrickel.
Drummer mit Kopfhörer und Probekeller mit In-Ear-Monitor. Sorry, das ist für mich (!) voll die Lachnummer.
Macht Musik!
M.
In der Aussage würde ich sagen, dass ich in Teilen anderer Meinung bin. Auf gleicher Ausdrucksebene entgegnend würde ich sagen. Voll der Bullshit.
Pauschalisieren ist immer gut. Nicht.
Spitzenmusiker ohne Top40 Erfahrung (?)) klingen als Band mäßig? Habe ich andere Erfahrungen sammeln dürfen.
Daheim mit Kopfhörer den Originalsound zu bekommen, der im Kontext in Probe und auf der Bühne nicht funktioniert? Das kenne ich auch zur Genüge.
Daher wird dann am Mischpult gefummelt? Kenne ich weniger so. Wenn es vom Sound nicht passt, dreht aus meiner Erfahrung eher jeder selbst an seinem Sound.
Auch mittelprächtige und Spitzenmusiker (Wer legt eigentlich fest was solche sind?) können bescheiden klingen.
Ich habe NOCH NIE einen perfekten oder sehr guten Sound bei einer Band gehört, die sich selbst von der Bühne gemischt hat. Guten Sound durchaus. Aber immer mit Luft nach oben.
Und wenn bei Spitzenmusikern mit Erfahrung den ganzen Abend nichts mehr gedreht werden müsste, bräuchten ja die "Heroes" eigentlich kein Personal am Pult mehr.
Ich würde Dir empfehlen, mal einem guten Tontechniker bei der Arbeit zuzusehen. Insbesondere wenn dieser eine (sehr) gute Band mischt.
Die Empfehlung - die auch schon von Jürgen kam - "erstmal ohne Technik klarzukommen", finde ich dagegen sehr wichtig und richtig. Richtige Anordnung und Disziplin bei der Lautstärke sind für einen guten Sound immer von grundlegender Bedeutung.
Ich probe seit über 20 Jahren fast ausschließlich mit IEM. Warum? Weil mir selbst ein dezent gespieltes Rock-Schlagzeug einfach auf Dauer zu laut ist. Ich möchte anders als manche Musiker aus meinem Umfeld gerne noch einige Jahre die Grillen zirpen hören.
Außerdem spiele ich lieber mit einem hervorragenden Sound auf den Ohren und habe dadurch sehr viel mehr Spaß an meinem Hobby.
Problematisch wird es, wenn Musiker sich mit IEM isolieren und die eigene Lautstärke nicht im Griff haben. Konkret: Nur weil ich mit IEM als Trommler es angenehm laut empfinde, kann ich im 100er Club das Kit nicht verdreschen wie ein Beserker und dann noch erwarten,
dass der Sound für den Rest auch passt.
Das Arbeiten mit guten, erfahrenen, umgänglichen, verständnisvollen und freundlichen Musikern macht allen Beteiligten sicherlich mehr Spaß und führt zu besseren Ergebnissen.
7.