Generell: Scheisse kann man nicht polieren. Was vor dem Mikrofon schon nix klingt, bekommt man niemals wirklich gut, auch nicht mit dem besten Pult und dem besten Outboard Equipment.
Dann sind gute Mikrofone der nächste Teil der Kette. Was hier schon schlecht oder gar nicht aufgenommen wird, kann man später nicht wieder hinzufügen. Fehlen hier Bässe oder Höhen oder verzerrt es, dann ist das Kind im Brunnen.
Als nächstes kommt dann (gescheite Kabelwege vorausgesetzt) der Preamp. Da gibts Rauschgeneratoren, sehr neutral klingende Preamps, schön färbende Preamps etc.
So nun sind wir beim EQ angelangt (eventuell liegen Compressor und Gate noch davor, je nach Routing). Hier ist erlaubt was gefällt. Es wird nicht nach Schema gemischt sondern so das es klingt. Wenn das Tom schon linear klingt, wieso noch 10 db bei 100 hz addieren? Und generell eher mal eine Frequenz ziehen/absenken als Frequenzen reindrehen/anheben. Andererseits sind die Potis voll bezahlt und werden bei Bedarf auch voll genutzt. Wenn man mal einen Regler auf Anschlag bewegen muss, dann keine Angst davor, solange es am Ende klingt ist (fast) alles erlaubt.
Grade bei Anfängern ist es aber meist besser, eher wenig zu drehen oder ganz die Finger vom EQ zu lassen, denn man kann mit einem EQ mehr kaputtmachen, als man verbessern kann. Ansonsten ist das alles learning-by-doing. Und nicht nach Schema arbeiten, sondern immer live hören, was man denn da so grade zurechtdreht. Und immer mal überprüfen ob das auch am Ende was bringt, oder ob das Signal ohne EQ net doch besser klingt.
Soviel zum grundsätzlichen Umgang mit den Gerätschaften. Orientierungswerte wurden ja schon gepostet.