Beiträge von Seven

    Zitat von »Seven«
    Zitat von »m_tree«
    Guter Sound ist wie schon gesagt Definitionssache.


    Guter Sound ist vor allem erst einmal Geschmacksache. Das was Du als "guten Sound" definierst kann mir absolut nicht zusagen.


    Definitionssache, Geschmackssache ... Synonymsache, Korintenkackerei?


    Falsch.


    Zitat

    Das war keine generelle Aussage. In einem Bierzelt, in das mehrere Tausend Menschen passen (und auch drin sind!), tut bestimmt keinem das akustische Schlagzeug in den Ohren weh, der weiter als 5m davon entfernt ist. Aus dem Grund hatte ich das auch wie folgt formuliert:


    Kommt drauf an. Aber so generell ausgedrückt tendenziell falsch.


    Zitat

    Bei den meisten ist das zwar wirklich so, aber das liegt meistens daran, dass deren Drummer nicht viel weiter können als einen sturen Beat zu halten, der auch fast immer gleich gespielt wird, nur in jeweils angepasstem Tempo.


    Kommt drauf an. Aber so generell ausgedrückt tendenziell falsch.


    Zitat

    Dass ich da etwas vorbelastet bin hängt evtl. damit zusammen, dass im oberfränkischen (Bamberger) Raum beinahe jedes Livekonzert standard top40 Cover ist. Das ist deutschlandweit die dickste top40 Coverhochburg, kann man sagen.


    Wohl richtig.


    Offenbar leben wir nicht in derselben Welt.

    Das Pearl Masters ist die Einstiegsserie von Pearl. Angesiedelt irgendwo zwischen Millenium und Basix. Wobei letzteres definitiv besser ist,
    sowohl von der Verarbeitung wie vom Sound. Generell kommt Pearl nicht an Tama ran - hinten nicht, vorne nicht. Ich spiele selber Pearl und
    ärgere mich, es gekauft zu haben, dabei habe ich mir wenigstens ein untere Mittelklassenset gegönnt. Sound ist unterirdisch (kannste hier
    im Forum fragen) aber was am schlimmsten ist, ist die Farbe. Ich hatte rot bestellt


    Endlich sprichst Du es mal aus. Ich vermute Dir geht es nun VIEL besser :D

    Guter Sound ist wie schon gesagt Definitionssache.


    Guter Sound ist vor allem erst einmal Geschmacksache. Das was Du als "guten Sound" definierst kann mir absolut nicht zusagen.


    Was ist mit folgendem Szenario:
    Band A spielt in einem kleinen Club harte Rock-Musik. Der Drummer spielt schwerste Zildjian Zymbel der Z-Serie und eine Snare in 14x8 mit einem Gewicht von fast 10 Kilo.
    Dazu haut der Kollege auf alles was was nicht wegläuft mit seinen 2B Sticks und richtig Energie rein. Das Kit klingt an sich prima. ABER: Die Stimme kommt nicht gegen den Lärm an,
    die lauten Becken klingen sehr aufdringlich laut in den Ohren und bei jedem Snareschlag zuckt das gesamte Publikum vor Schmerz zusammen. Zudem kann der Sänger sich nicht wirklich hören
    und seine Intonation ist für die Füße.


    Band B spielt in einem kleinen Club harte Rock-Musik. Der Drummer spielt ein E-Drum. Die Sounds klingen ein wenig synthetisch, aber das fällt nur ca. 10% der anwesenden Gäste (alles Musiker)
    auf. Dafür hat die gesamte Band einen ausgewogenen und sehr druckvollen Sound. Es tut nichts im Ohr weh, es schiebt und drückt aber ganz gewaltig. Die Becken und Snare sind nicht zu laut,
    der Monitorsound scheint sehr gut, da der Sänger jeden noch so hohen Ton auf Anhieb trifft.


    Da das Schlagzeug bekanntlich kein Solo-Instrument ist, sondern so gut wie immer im Band-Kontext eingesetzt wird stellt sich nun die Frage:
    Was gefällt dem Publikum besser? Wird das Publikum den schädelspaltenden Sound der 10 Kilo-Glockenbronze-Snare höher bewerten als den optimal bezüglich Frequenz und Lautstärke
    passenden Sound der leider ein wenig nach Synthetik klingt?


    Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin kein E-Drum-Fan, habe nie eins besessen und plane keines zu kaufen. Aber so generelle Aussagen gehen mir ein wenig auf den... you now what ;)
    Weitermachen.

    Die Physik lässt sich eben nicht so einfach überlisten.
    Ein Raum von 120x30 Meter und dann eventuell noch mit einer hohen Decke und viel glatten (Beton)Flächen ist leider ein Alptraum, wenn man einen guten Sound haben will.
    Ich hatte mal einen Auftritt in einem Flugzeug-Hangar zu mischen. Auf die Erfahrung hätte ich gerne verzichtet.


    Ich gehe jede Wette ein, dass z. B. Bon Jovi nie wieder in Frankfurt in der Commerzbank Arena spielen werden. Zumindest hat der smarte Halb-Italiener auf der Bühne
    mehrfach mit Kraftausdrücken seine Abneigung gegen den Sound auf der Bühne und in der Arena an das Publikum vermittelt. Da hilft dann auch das größte Budget, das fähigste Personal
    und die beste Technik nichts.


    Grundsätzlich sollte man schlecht klingende Räume so wenig wie möglich anregen, meint leise spielen und alle Instrumente und Boxen, deren Schall sich richten lässt, so strahlen, dass man
    Reflexionen vermeidet. Praktisch: Eine Box möglichst nicht direkt gegen eine Wand ausrichten, auch wenn diese einige Meter entfernt ist. Nicht umsonst klingt es Open Air oft besser als Indoor,
    weil eben die leidigen Reflexionen weitestgehend entfallen.

    Slo77y und meine Wenigkeit bevorzugen es, die Toms abzunehmen diese im Gesamtkontext aufgrund des Klangcharakters und der Lautstärke oft weniger gut wahrgenommen werden.
    Die Problematik wird insbesondere bei "dicken, tiefen, warmen" Tomsounds nach verschärft.
    Ich stehe zudem persönlich auf relativ laute Toms. Bei meinen Mixes sind Toms oft auch im Kontext des Drumkits lauter in Relation zu den anderen Teilen des Schlagzeugs, als diese beim Natursound sind.
    Ich hebe Toms alleine von der Lautstärke gerne bis auf das Niveau der Snaredrum, wobei eine Snaredrum mit Rimshot gespielt in natura immer viel lauter als ein Tom sein wird.
    Wenn ich zudem "hart & laut" spiele, dann werden die Toms auch gegenüber den Crashes und offenen Hihats kaum eine Chance haben, es sei denn der Trommelführer langt bei den Toms richtig hin, hält
    sich aber bei Crashes diszipliniert zumindest ein wenig zurück. Tut er das nicht, gleiche ich das eben als Techniker aus.


    Slo77y weiß aber genau was er tut, wenn er ein Mischpult bedient und auch ich mache sowas nicht zum ersten Mal.
    Wenn jemand wenig Ahnung hat und am Ende noch eine komplexe und große Band von der Bühne selbst mischen soll, dann lieber 2 Overheads genommen.
    Denn man kann mit mehr Möglichkeiten (wie Einzelabnahme, Noise Gates, Compressoren, tolle Mischpulte) leider auch viel mehr kaputt machen.


    Es gibt aber auch kein Patentrezept. Wenn der Sänger direkt vor dem Drumset steht und dort schon viel Snare und Becken aufgenommen werden und zudem der Drummer singt und dort auch Snare und Becken gut übertragen werden,
    dann kann man sich eben Overheads meistens sparen.

    My 2 Cent:
    "Virtual Soundcheck" im Sinne von "ich nehme die Signale auf und checke mit den aufgenommen Signalen im Raum über die PA" funktioniert in der Praxis eigentlich nur bei richtig großen Veranstaltungen. In allen anderen Fällen ist der Anteil des Direktschalls von der Bühne am Gesamtsound einfach zu groß, als das man mit dem Virtual Soundcheck auch nur annähernd in die Richtung von "So klingt es wirklich" kommen würde.


    Beispiel: Es wird eine sehr tief gestimmte Snare gespielt, die sich im Kontext schlecht durchsetzt. Nun würde ich die am Mischpult so bearbeiten, dass diese sich eben durchsetzt. Ich höre aber immer noch zu einem nennenswerten Anteil den Originalsound an meiner Hörposition, dazu mische ich dann einen mittigen attackreichen Snaresound zu bis es passt. Wenn ich nun die live gespielte Snare weg lassen würde und nur das bearbeitete Signal höre, wäre dies für sich genommen "ohne Eier" und viel zu dünn und attacklastig.


    Ich nehme live eigentlich immer Bassdrum, Snaredrum und Toms ab. Es kann nur sehr gut passieren, dass der Fader für die Snare ganz unten bleibt. Aber ich schiebe ab und an auch gerne mal nur einen Snare Effekt zu, ohne die Snare an sich zu verstärken. Und in den meisten Bands werden mittlerweile IEM Systeme genutzt, wo die Snare dann auch hin geroutet werden soll. Overheads setze ich wirklich selten ein. Vorher werden bei mir meist Hihat und Ride abgenommen. Ich habe meist 3-7 Gesangsmikrofone auf der Bühne und auch singende Drummer. Da kommt schon genug Becken und Snare rein.


    Bassdrum würde ich auch immer verstärken wenn es irgendwie in die Richtung Pop/Rock oder härter geht.


    Ab gewissen Größenordnungen sollte immer fähiges technisches Personal gebucht sein, dem man dann auch vertrauen muss.
    Wenn ich nicht weiß was ich eigentlich mache, ist weniger mehr.


    Letzten Endes entscheiden immer die Ohren. Ob ein Sound nun gut, geil oder grütze ist, ist eben auch sehr stark subjektiv.
    Wichtig ist eben, dass man weiß was man da eigentlich tut bzw. wie man auf gewisse Sachen reagiert.


    Wenn man sich selbst von der Bühne mischt, kann man kaum alle Parameter und vor allem das Ergebnis im Blick haben.
    Also Keep it simple, wenn kein fähiges Personal vorhanden ist.